Audienz für Lucius Annaeus Florus Minor - Thema Aquädukt

  • Auf dem Tisch stand ein Modell eines Aquäduktes, an den Wänden hingen Karten Roms, welche unterschiedliche Gebiete zeigten. Auf einer war der geplante Verlauf eines neuen Aquäduktes zu sehen.

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  • Ich war vor dem Kaiser im Audienzsaal, so wie es üblich und anständig war. Als ehemaliger Quaestor des Kaisers wusste ich, dass dies auch bewusst so gesteuert wurde und dass ich kaum lange auf ihn würde warten müssen.


    Aus der Distanz betrachtete ich die vorbereiteten Karten. Auch die Einladung hatte ja schon besagt, dass es um den Aquädukt gehen würde. Doch was genau der Kaiser von mir in dieser Beziehung wollte, das konnte ich mir noch nicht vorstellen.

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  • Der Kaiser liess nicht lange auf sich warten.


    "Salve Annaeus Florus. Es ist eine Freude, dich wieder bei mir zu wissen, nach deiner Amtszeit als Diener des einfachen Volkes."


    Der Kaiser liess es sich manchmal nicht nehmen, auch leicht humorvoll zu sein. Sein Ton zeigte deutlich, dass keinerlei Vorwurf oder Abneigung hinter der Bemerkung steckte.

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  • Als der Kaiser eintrat, wandte ich meine ganze Aufmerksamkeit ihm zu. Den Kopf zu senken oder sich gar zu verneigen, das war nicht römisch, obwohl es in Gegenwart des Kaisers manchmal trotzdem getan wurde. Ich hatte jedoch gelernt, dass der Kaiser es mochte, wenn man sich nicht anbiederte oder gar vor ihm kroch, sondern seine Verantwortung als Römer in gehobener Position aufrecht annahm und ausübte.


    Mein Kaiser, auch das einfache Volk dient dir und arbeitet gemäss deinen Befehlen. Daher dient auch der Volkstribun deinem Willen und in deinem Namen.


    Obwohl der Tonfall des Kaisers deutlich gemacht hatte, dass er sich durchaus amüsierte, war es nicht angebracht, auf derselben Ebene zu antworten. Als Volkstribun hatte ich ja auch an der Ausarbeitung neuer Steuern mitgearbeitet und dafür gesorgt, dass entsprechend mehr Geld in die Staatskassen floss.

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  • Ein Lächeln kräuselte die Lippen des Kaisers. Er mochte Männer, die zwar wussten, dass er sie und alle die ihnen lieb waren mit einer einzigen Geste vernichten konnte, aber sich trotzdem trauten die Wahrheit auszusprechen und sich nicht in einer Schleimspur vor ihm wälzten.


    Du hast recht, Senator und so sollte es ja auch sein. Aus diesem Grund habe ich dich auch zu mir gebeten.

    Mit einer Handbewegung deutete der Kaiser an, dass sich der Senator mit ihm zum Tisch mit dem Modell und den Karten begeben sollte.


    Du kannst dich sicherlich an mein Projekt erinnern, der Stadt einen neuen Aquädukt zu schenken. Seit deiner Zeit als Quaestor hat sich in dieser Sache fast nichts bewegt und ich möchte dies jetzt ändern. Deshalb bist du heute hier.

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  • Ich folgte dem Kaiser zum Tisch und widmete mich nun offiziell der Auslegeordnung darauf.


    Ja mein Kaiser, ich kann mich sehr gut erinnern.
    Das ungewollte Bad in der versteckten Quelle hatte ich noch zu gut in Erinnerung. Zum Glück war ich damals noch jünger gewesen und hatte mir beim Sturz nichts gebrochen ausser meinem Stolz.


    Die damals gefundene Quelle war, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ergiebig genug, dass man sie direkt hätte fassen können und auch die Entfernung war nicht zu gross zur Stadt. Wie ich auf den Karten sehe, hat der Curator auch damit geplant. Doch warum ist seither nichts geschehen?


    Ich hatte den Curator Aquarum als Mann erlebt, der mit seiner Erfahrung viel erreichen konnte. Ein Senator, der seine Stärken und Schwächen kannte und andere Männer dazu einsetzte, die vorhandenen Schwächen zu verbessern. Es war ungewöhnlich, dass in den vielen Jahren seit meiner Quaestur fast nichts mehr gegangen war in dieser Sache.

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  • Der Kaiser war nun ganz auf Arbeit eingestellt und obwohl er genau wusste, was er wollte, konnte er nicht einfach so mit der Tür ins Haus fallen.


    Racilius Crassus ist leider schwer erkrankt. Du wirst sicherlich gemerkt haben, dass er auch im Senat kaum mehr anwesend war. Leider ist seine Krankheit nun dergestalt fortgeschritten, dass er mich bat, einen neuen Curator Aquarum zu ernennen, damit mein Bauwerk endlich entstehen kann. Dazu benötige ich aber auch noch andere Männer. Ein Bau dieser Grösse wird wohl die ganze Stadt in irgend einer Art und Weise betreffen und nicht alle werden erfreut sein über den Lärm und Dreck.


    Ich bitte dich daher darum, dir diese Pläne anzusehen und mir deine Meinung dazu zu sagen.

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  • Ich tat wie mir befohlen wurde und nahm die Pläne in Augenschein. Auf den ersten Blick schienen sie in Ordnung zu sein, wie ich das von Racilius erwartet hatte. Mehr oder weniger stimmten sie auch mit dem überein, was wir damals beim Fund der Quelle besprochen und aufgezeichnet hatten. Hier oder da waren scheinbar Verbesserungen in der Führung des Aquäduktes gefunden worden, oder bereits bekannte Probleme hatten zu einem neuen Plan geführt. Ich konnte auf jeden Fall nichts erkennen, was den Bau so wie auf den Plänen gezeichnet hätte verhindern können.


    Ich sehe nichts, was mir gerade als unmachbar auffällt, mein Kaiser. Die beiden geplanten Pumpwerke scheinen korrekt platziert um den grösstmöglichen Effekt zu haben und die Führung des Aquäduktes scheint eine regelmässige Versorgung der Stadt mit Frischwasser zu verbessern.
    Dann deutete ich auf eine Stelle auf dem Plan.

    Hier allerdings wird Vorsicht geboten sein, damit bei der Überquerung dieser kleinen Senke keine Fehler passieren und sich das Wasser nicht plötzlich im Bau staut oder zu schnell weiter fliesst. Eventuell könnte man nach der Senke eine Speicherstation errichten, welche Schwankungen ausgleichen könnte.

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  • Der Kaiser beobachtete den Senator offen bei seiner Begutachtung der Karten. Er fand es auch durchaus interessant, dass dieser das Modell des Aquäduktes gar nicht beachtete. Vielleicht war dies, weil der Senator gemäss der kaiserlichen Informanten auch Wissen im Bereich der Architektur und Baukunst besass und daher wusste, wie so ein Bauwerk erstellt werden würde?


    "Das ist erfreulich zu hören, dass Racilius scheinbar alles gut vorbereitet hat. Ich beabsichtige nämlich, dich als seinen Nachfolger zu ernennen. Man hat mir gesagt, dass du über alle notwendigen Befähigungen verfügst, um diese Position und die damit verbundene Aufgabe zu erfüllen."

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  • Ich war mir sicher, dass man mir mein Erstaunen über die Aussage des Kaisers anmerken konnte. In der Öffentlichkeit war dies manchmal ein Problem von mir, dass ich mir in solchen Momenten Emotionen anmerken liess. Hier, in der scheinbaren Sicherheit des Palastes, war dies eventuell weniger ein Problem.


    Mein Kaiser, ich weiss nicht ... ich ... naja ...


    Es entstand eine längere Pause, in welcher der Kaiser mich genau studierte.


    Naja, ich mag vielleicht einen Cursus in Architektur absolviert haben und vielleicht verfüge ich damit über alle Befähigungen, welche offiziell für das Amt als Curator Aquarum notwendig sind. Ich verfüge aber über keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet des Baus.

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  • Der Kaiser hatte diese Reaktion durchaus erwartet. Obwohl er sich sicher war, dass der Senator alles tun würde, um gute Arbeit zu leisten und er auch gerne die Leute forderte, also von ihnen auch verlangte, dass sie sich in Neues einarbeiteten und ihre Fähigkeiten erweiterten, wusste er von Annaeus Florus auch, dass dieser seine Fähigkeiten gerne geringer darstellte, als sie eigentlich waren.


    "Genug!" sprach der Kaiser daher und sein Befehl war durchaus als solcher zu verstehen, ohne hart oder herrisch zu sein.

    "Du wärst nicht der Annaeus Florus den ich kennen gelernt habe, wenn du dein Können und dein Wissen nicht geringer darstellen würdest als es ist. Mag ja sein, dass du selbst noch nicht einmal den Bau einer einfachen Domus geleitet hast, aber du hast das Wissen, oder mindestens die Fähigkeit dir das Wissen dazu anzueignen, auf was man dabei alles achten muss. Für den eigentlichen Bau stehen natürlich Fachleute zur Verfügung. Dieses Projekt wird die ganze Stadt Rom mit einbeziehen und du wirst entscheiden, wer an welchem Ort am besten eingesetzt wird. DAS ist die Aufgabe des Curator Aquarum und nicht die Steine zu platzieren."
    Natürlich wusste der Kaiser auch, dass der Senator das ganz genau wusste, aber er brauchte jetzt einen Mann an der Spitze dieses Projektes, dem er trauen, wenn nicht sogar vertrauen konnte.

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  • Die Vehemenz war in den Worten des Kaisers deutlich zu spüren und dennoch waren sie auch voller Komplimente und positiver Einschätzung.


    Jawohl mein Kaiser, selbstverständlich. Dein Wunsch ist mein Befehl. Ich werde mich um den Bau deines Aquäduktes kümmern.


    So schnell wurde man also vom jungen Senator zum Verantwortungsträger über die Wasserversorgung der Stadt. Nun gut, je länger ich darüber nachdachte, umso sinnvoller erschien mir die Ernennung. Meine Karriere hatte angefangen mit der Neuverteilung und der Nutzung von Überschusswasser für die Stadtreinigung. Nun würde ich in meiner neuen Position noch mehr Wasser für die Stadt beschaffen, was natürlich auch dazu führen würde, dass es mehr Wasser zu diesem Zweck geben würde. Alles passte also durchaus zueinander.

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  • Erfreut stellte der Kaiser fest, dass der junge Senator durch sein Amt als Volkstribun tatsächlich nicht zum Anhänger einer stärkeren Republik geworden war und noch immer loyal handelte.


    "Prima. Ich bin erfreut. Dann wird es so sein. Deine Ernennungsurkunde wirst du demnächst erhalten und ab dann wirst du im Officium des Curator Aquarum alles finden, was für deine neue Funktion notwendig ist."


    Er trat auf Annaeus Florus zu und klopfte ihm auf die Schulter. Dann zog er sich zurück und überliess den Raum, die Karten und die Modelle dem jungen Mann.

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