Gespräch mit Amytis

  • Magnus hatte seine Hausdame Amytis in die Terverna geladen. Hier auf neutralen Boden wollte er sich erkundigen, wie ihr die Arbeit gefiele und ob es Neuheiten gäbe.

    Gleichsam konnte er ihr auch die andre Seite des Lebens vornehmer Römer zeigen und sie die Freigelassen etwas darin einführen.

    Wie immer überließ er nicht dem Zufall ,er hatte alles vorbestellt vom Tisch an Lichtdurchflutenden Fenster, über Wein und Essen. Sogar einen Blumenstrauß hatte er auf den Tisch stellen lassen.

    Er kam als erster, sah seinen Tisch ,nahm Platz und warte auf das Erscheinen von Amytis.

  • Amytis betrat die Taverna mit ruhigen, gemessenen Schritten. Das Stimmengewirr und der schwere Duft von gebratenem Fleisch, Kräutern und Wein schlugen ihr entgegen. Sie hatte die Einladung angenommen, weil eine Ablehnung unhöflich gewesen wäre, doch ein leises Unbehagen begleitete sie. Gaius Aemilius Magnus hatte sich seit ihrer Freilassung korrekt verhalten. Ja, er war sogar sehr hilfsbereit gewesen und sie musste zugeben, dass es ihr dank ihm sehr gut ging. Dennoch konnte sie die Erinnerungen an das Ereignis in der Villa Aurelia nicht vollständig verdrängen, auch wenn er damals anders gewesen war als andere Gäste ihres damaligen Herren.

    Ihr Blick glitt durch den Raum, bis er am Tisch am Fenster hängen blieb. Dort saß er bereits, vor sich einen sorgfältig gedeckten Tisch mit Wein, Speisen und einem schönen Blumenstrauß. Das war interessant.


    Sie straffte leicht die Schultern, setzte ein höfliches, zurückhaltendes Lächeln auf und näherte sich dem Tisch.

    „Gaius Aemilius Magnus“, begrüßte sie ihn mit klarer, ruhiger Stimme und neigte leicht den Kopf. „Ich danke dir für die Einladung.“

    Sie wartete einen kurzen Moment, und setzte sich dann ihm gegenüber. Die Hände faltete sie locker im Schoß, den Rücken hielt sie gerade. Ihr Blick ruhte auf ihm. Freundlich, aber distanziert, wachsam.

    „Ich hoffe, du hast nicht zu lange warten müssen.“

  • Lächelte und schüttelte sein Haupt.

    "Nimm bitte Platz. Amytis, was möchtest Du trinken , was essen? da ich dies nicht genau wusste habe alles Was es hier so gibt auffahren lassen. Ich habe Dich hierher, an einen neutralen Ort gebeten, damit wir ungezwungen reden können. Lange warten, nein, jedoch wenn es an dem gewesen wäre, was es nicht ist, so hätte ich es gern getan. Betrachte Dich bitte als mein Gast. So etwas von dem Wahl bleibt können wir beiden es gern an die Armen verteilen."

    Magnus machte eine einladende Geste und warte was sich Amytis wünschte. Beim Essen sprach es sich leichter.

  • Das Lächeln auf ihren Lippen war höflich, doch es erreichte ihre Augen nicht ganz. Sie ließ den Blick kurz über den reich gedeckten Tisch gleiten, über die Speisen, den Wein, den Blumenstrauß, und spürte ein leises Unbehagen. Alles war zu perfekt vorbereitet, zu aufmerksam. Es erinnerte sie an Dinge, die sie lieber vergessen wollte.


    „Du bist sehr großzügig, Gaius Aemilius Magnus“, sagte sie. „Ich danke dir für diese Einladung und für die Mühe, die du dir gemacht hast. Es ist… unerwartet.“

    Sie neigte leicht den Kopf, eine knappe, respektvolle Geste. „Zum Trinken nehme ich gerne etwas verdünnten Wein. Und zum Essen ein wenig Brot und etwas von den Oliven oder dem Käse genügen mir vollkommen." Sie atmete einmal tief ein.

    „Wie geht es dir? Und was möchtest du wissen?“

    Sie wartete ruhig, die Haltung aufrecht, das Lächeln höflich auf den Lippen, doch der Abstand in ihren Augen blieb spürbar. Sie war hier als Gast, nicht als etwas anderes. Und das sollte er deutlich spüren.

  • Er ließ Wein einschenken ,ja auch er nahm verdünnten Wein, wie sein Gast. Er bemerkte wohl, das Misstrauen in ihrem Blick.

    "Mir geht es gut, wie Du siehst. Aber, es geht um Dich. Wie gefällt Dir die Arbeit, wie behandelt man Dich und eigentlich das wichtigste. Wie kommst Du mit der Freiheit zurecht? Wie soll es denn weitergehen?"

    Magnus hob des vollgeschenkten Kelch, er lies Amytis Zeit, sie sollte sich erst einmal stärken bevor sie antwortetet. er warte bis auch sie Ihren Kelch erhob ,dann trank er langsam. Brot Käse und Oliven ,wie von Amytis gewünscht wurden gereicht.

    Magnus warte etwas ,dann beugte er sich vor und fast flüsternd sagte er dann.

    "Amytis nimmt Du es mir noch übel ,das ich Dich sah, wie man Dich schuf und auch auch berührte? Ich bitte Bitte Dich im Verzeihung!"

    Magnus lehnte sich wieder zurück, sein blick war frei von Arg und er räusperte sich.

  • Amytis nahm den Kelch entgegen, hob ihn, als er es tat, und trank einen kleinen, beherrschten Schluck. Genießen konnte sie es dennoch nicht. Sie spürte seinen Blick auf sich, bemerkte, wie er ihr Misstrauen wahrnahm, und blieb bei ihrem eigenen Blick ruhig, höflich, aber mit einer klaren Distanz, die sie sich seit ihrer Freilassung angewöhnt hatte.

    Sie stellte den Kelch behutsam ab und ließ einen Moment verstreichen, bevor sie antwortete.


    „Die Arbeit gefällt mir gut.“, sagte sie. „Das Haus ist ordentlich, die Aufgaben sind überschaubar, und ich werde mit Respekt behandelt. Mehr, als ich als Freigelassene hätte erwarten dürfen. Dafür bin ich dankbar.“


    Ein kurzes Nicken folgte. „Mit der Freiheit… lerne ich noch... wieder umzugehen. Aber ich komme zurecht. Was die Zukunft betrifft… ich suche meinen eigenen Weg. Schritt für Schritt. Ich überlege, Tacitus, dem Iunier, zu dienen, denn er hat mir sehr geholfen.“


    Dann kam seine geflüsterte Frage, die Entschuldigung, die so unvermittelt kam. Amytis’ Hände blieben ruhig im Schoß liegen, doch ihre Schultern spannten sich für den Bruchteil einer Sekunde an.

    Sie atmete einmal tief ein, ehe sie sprach.


    „Es ist schwierig. Ich nehme dir nicht übel, dass du ein Gast in der Villa Aurelia warst. Du warst nicht der Schlimmste unter ihnen.“ Sie machte eine Pause. „Aber ich vergesse nicht, was geschah. Wie du mich angesehen hast. Für mich... war es nichts, was ich aus freien Stücken tat.“


    Ihr Lächeln war höflich, aber oberflächlich. „Deine Entschuldigung nehme ich an, so wie sie gemeint ist. Ich möchte nicht nachtragend sein. Aber Vertrauen… das braucht Zeit.“

    Sie lehnte sich ein wenig zurück, die Haltung aufrecht, die Hände noch immer gefaltet. Der Blumenstrauß auf dem Tisch duftete zwischen ihnen, doch er änderte nichts an dem Abstand, den sie hielt.

  • Natürlich braucht Vertrauen , Zeit, das wusste sogar der wilde Magnus.

    "Das Du mir verzeihen kannst genügt mur. Dank , wofür, ich versuchte zu helfen. Dem Tacitus dienen? Du bist frei um musst nicht mehr dienen, oder hat er das verlangt? Weil , wenn es so sei , hilft ihm auch seinen serisches Gehabe nichts mehr, dann stelle ich ihn. So Du aber den Arbeitgeber aus freien Stücken, weshalb auch immer ,wechseln willst, so steht es Dir natürlich frei."

    Heftiger als gewollt setzte er seinen Becher ab.

  • Amytis zuckte beim heftigen Aufprall des Bechers auf dem Tisch und der plötzlichen Schärfe in Magnus’ Stimme. Sie ließ sich sonst nichts anmerken. Ihre Hände ruhten ruhig im Schoß, der Rücken blieb gerade, und ihr Blick begegnete dem seinen offen, aber ohne große Wärme. Die Entschuldigung von eben war noch frisch, und nun diese plötzlichen Ansprüche, als gehöre sie ihm immer noch ein Stück weit. Sie atmete einmal tief durch, bevor sie antwortete. Er meinte es natürlich anders, sie war nur recht empfindlich.

    „Gaius Aemilius Magnus“, begann sie mit ruhiger, klarer Stimme, die keinen Zweifel daran ließ, dass sie sich nicht unter Druck setzen ließ, „du irrst dich. Tacitus hat mir nichts befohlen. Er hat mir nichts abverlangt. Er hat mir ein Angebot gemacht: als Lehrer, nicht als Herr. Er bot mir an, seine Schülerin zu werden, damit ich lernen und in dieser Freiheit, die mir so fremd ist, eine Ordnung finde. Ich habe aus freien Stücken angenommen. Weil ich bei ihm das Gefühl habe, als Mensch gesehen zu werden. Nicht als Dienerin. Nicht als etwas, das man benutzt.“

    Sie machte eine kurze Pause, ließ die Worte wirken. Ihr Lächeln blieb höflich, wie sie es als Kind gelernt hatte.

    „Deine Hilfe schätze ich. Du hast dich sehr anständig verhalten, und dafür bin ich dir dankbar. Aber ich werde Tacitus zumindest für eine Weile folgen, weil ich das will. Weil es mein Weg ist. Nicht seiner. Nicht deiner. Meiner.“

    Amytis lehnte sich ein wenig zurück.

    „Ich werde heute noch zu dir zurückkehren, meine Sachen holen und mich ordentlich verabschieden. In zwei Tagen reise ich mit Tacitus und Sporus. Nach Germanien.“ Sie überlegte kurz. "Ist es dort wohl so kalt, wie alle sagen?"

    Ihr Blick blieb ruhig. "Ich bin dir sehr dankbar, dass du es akzeptierst, und wenn wir uns wiedersehen... werde ich wirklich ein freier Mensch sein. Danke."

  • Magus nickte. Er hatte wohl den Becher zu hart auf den tischgestellt, denn Amytis zuckte zusammen. Er biss sich leicht auf die Lippe und schalt sich innerlich einen Trampel.

    "Gut Amytis, dann habe ich es wohl falsch verstanden. Ich wünsche dir eine eine gute Reise und eine lehreiche Zeit. Des Weiteren, ich ich würde mich freuen Dich wiederzusehen, meine Tür steht immer offen für Dich.

    Falls Du in Germanien einen gewissen Secundus treffen solltest , er ist mein Bruder, dann grüß den alten Knieskopf. Kniesköpfe so nannte uns unsere Schwester. Falls Du ihn triffst sagt ihm , nein, ich sei kein Räuberhauptmann geworden. Zur Erklärung , als Bub fand ich es sehr erstrebenswert."

    Magnus lächelte, er hatte viel von sich preisgegeben, was im Gegensatz zu seinen wesen stand.

  • Sie nickte ruhig, und ließ einen Moment verstreichen, bevor sie antwortete. Ihr Lächeln war höflich, doch nicht mehr ganz so distanziert wie zuvor.

    „Danke,“, sagte sie leise. „Deine guten Wünsche bedeuten mir wirklich etwas. Und dass deine Tür offen steht… das ist großzügig. Ich werde es nicht vergessen.“

    Bei der Erwähnung seines Bruders hob sie leicht die Brauen, ein kleines, echtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Secundus also? Falls ich ihm begegne, werde ich ihn grüßen und ihm ausrichten, dass du ein guter Mann geworden bist.“

  • Manus lächelt selig.

    "Amytis, so Du zurück werde ich Dir mal unser Schwesterherz vorstellen. Mit ihr kannst Du dann die Frauendinge bereden und sie könnte Dich ebenso unterstützen, sei es im der Kunst oder im Umgestalten, die Gute ist da recht bewandert. Ich glaube ihr würdet euch wunderbar ergänzen."

    Er trank wider einen gehörigen Schluck.

  • Amytis hörte zu, den Kelch noch in der Hand. Die plötzliche Herzlichkeit des Angebots traf sie unvorbereitet; sie spürte, wie sie instinktiv abblocken wollte. Sie senkte kurz den Blick, nur um ihn gleich wieder ruhig zu heben.

    „Deine Schwester klingt nach einer guten Seele“, sagte sie leise und höflich. „Ich danke dir für das Angebot. Ich werde mich bei meiner Rückkehr gern daran erinnern.“

    Sie machte eine kleine Pause, dann fügte sie mit ruhiger Bestimmtheit hinzu: „Doch mein Weg führt jetzt erst einmal nach Germanien. Ich werde dein Angebot nicht vergessen, aber für heute verabschiede ich mich.“

    Ihr Lächeln blieb höflich, doch die Distanz darin war trotz allem immer noch spürbar. Sie trank noch einen kleinen Schluck und wartete ab, was er darauf erwidern würde.

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