Aegyptus

Aus Theoria Romana
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Aegyptus, lateinisch für Ägypten, war von 30 v. Chr. bis zur Reichsteilung 395 n. Chr. eine Provinz des Römischen Reichs.

Bedeutung für Rom

Wegen des großen Reichtums Ägyptens nahm sie unter den römischen Provinzen eine Sonderstellung ein: Ägypten galt als die Kornkammer des Imperiums. Spätestens als mitten im zweiten Punischen Krieg, im Jahr 210 v. Chr., eine Hungersnot in Italia ausbrach, die einzig durch eine große Getreidelieferung König Ptolemeios IV. von Ägypten gelindert wurde, war den Römern die Bedeutung des Königreichs am Nil bewusst. Der Niedergang des Ptolemäerreichs gipfelte um 80 v. Chr. darin, dass Ptolemeios XI. in Erwägung gezogen haben soll, nach seinem Tod die Herrschaft in Ägypten den Römern zu vererben. Bereits zu Zeiten Caesars versuchte das Imperium in Ägypten verstärkt politische Macht auszuüben. Ab 55 v. Chr. war römisches Militär am Nil stationiert, und die große Romanze zwischen Caesar und Kleopatra hatte ohnen Zweifel einen starken politischen Hintergrund. In der praktischen Politik war die Rolle Ägyptens nun einmal nicht zu unterschätzen: Wer die Getreidelieferungen kontrollierte, steuerte über die Kornspenden die Stimmung im römischen Volk. Das hatte auch Octavian (der spätere Kaiser Augustus)im Sinn, als er im Jahr 30 v. Chr. Ägypten endgültig für Rom eroberte. Fortan unterstand die Provinz Aegyptus direkt dem Kaiser, der sie durch den Praefectus Aegypti verwaltete.

Quelle: Wikipedia

Geschichte

Die Zeit der Pharaonen

Die fast 3000 Jahre alte Geschichte der alten Ägypter kann man in verschiedene Epochen unterteilen, die Thinitenzeit, das Alte Reich, das Mittlere Reich und das Neue Reich. Nach wissenschaftlicher Auseinandersetzung wird der Beginn der ägyptischen Zivilisation mit dem Beginn der Schrift angesetzt, was zurzeit von ungefähr 3000 vor Christus festgelegt wurde.

1. Die Thinitenzeit (~ 3000 bis ca. 2750 v. Christus) Dies ist der Beginn eines ‚einheitlichen’ Ägyptens. Ober- und Unterägypten werden zu einem Reich zusammengeführt, die ersten Königsdynastien Ägyptens herrschen über das Land. Zwei Könige sind in diesem Zusammenhang zu nennen- König Skorpion und sein Nachfolger König Narmer, dem die Vereinigung des Reiches gelang. Nach ihnen begannen die großen Pharaonendynastien, die erst durch die Eroberung der Fremdherrscher, Libyer und Nubier und Griechen, ein Ende in ihrer Linie finden sollte. Die Hauptstadt liegt in Abydos.

2. Das Alte Reich ( ~ 2750 bis ca. 2130 v. Christus) Dies wird auch das große „Imperium von Memphis“ genannt. In der Zeit der dritten bis zur sechsten Dynastie wird die Hauptstadt nach Memphis verlegt und es gilt bei manchen als eine der größten Epochen der ägyptischen Kultur. Zivile und religiöse Gesetze wurden entworfen, die Schrift festgelegt, der Verwaltungsapparat Ägyptens angelegt und die ersten monumentalen Bauten errichtet, die ersten Pyramiden mit glatter Bauweise entstanden. Die fünfte Dynastie begann schließlich ihrem Geschlecht eine göttliche Herkunft, vom Gott Ra abstammend, zu verleihen. Das Ende der 6. Dynastie bringt das Ende des Alten Reiches. Eine Dürreperiode spielt hierbei wohl eine Rolle, die Zeit des ersten Zwischenperiode ( 7. bis 11. Dynastie) mit Hungersnöten brach an.

3. Das Mittlere Reich (~2060 bis 1640 v. Christus) Dies gilt als die zweite große Epoche im altägyptischen Reich. Diese Zeit umfasst die 12. bis zur 13. Dynastie. In jener Zeit erfährt Ägypten eine neuerliche Blüte, das Land wird an den Grenzen bedeutend erweitert. Pharao Amenemhet I. kann das Reich bis tief nach Nubien hinaus ausdehnen, Eroberungen nach Libyen wurden gemacht, Handelsbeziehungen zu den Phöniziern aufgebaut. Auch kulturell erblühte Ägypten weiter, die Literatur entwickelte sich und erhielt eine neue Blüte. Doch auch jenes Reich endete in einer weiteren Zwischenperiode, eine Zeit des Krieges brach herein als semitische Völker des Deltas in Ägypten einfielen, mit neuen Kriegstechniken, wie dem Streitwagen oder Pferde. Die Hyksos veränderten auch die Metallbearbeitung und wurden erst ungefähr ein Jahrhundert später wieder vertrieben und unter Ahmose vereinigt sich Ägypten wieder zu einem neuen Reich.

4. Das Neues Reich ( ~ 1540 bis ca. 1075 v. Christus) Dies ist wohl die bedeutendste Epoche der ägyptischen Zeit und von militärischer Macht und Eroberungswillen geprägt. Die Zeit umfasst die 18. bis zur 20. Dynastie. In dieser Zeit herrschte auch eine Königin, die in Männerkleidung und mit falschem Bart 22 Jahre regierte. In der Zeit des Neuen Reiches gehörten Inseln wie Kreta, Zypern und die Kykladen zum Reich der Ägypter, die minoische Kunst fand ihren Einzug nach Ägypten. Memphis war die militärische Hauptstadt und Theben die Religiöse. Die Kultur erlangte durch den Reichtum aus Afrika und dem Orient eine hohe Blüte, es war eine stets bewegte Epoche mit großen Auseinandersetzungen, wie mit den Hethitern. Zahlreiche große Namen sind aus jener Epoche noch am Geläufigsten wie Tutanchamun, Sethos und Ramses, der Große. Mit dem Wachsen der Dekadenz verfällt das Reich zunehmend und steht immer mehr unter Druck von einfallenden indoeuropäischen Völkern. Sie endet schließlich mit der dritten Zwischenperiode, die Dynastien libyscher und äthiopischer Könige mit sich brachte. Die Hauptstadt wird nach Tanis verlegt.

Spätzeit- die schwarzen Herrscher ( ~1075 bis 332 vor Christus) Die Spätzeit stellt faktisch das Ende der Großmacht Ägyptens und der Beginn der ständig wechselnden Fremdherrschaft über das Land dar, wenngleich das Land weiterhin ein einheitliches Reich blieb. Die Hauptstädte änderten sich laufend, wechselte von Tanis nach Bubastis oder Mendes, die jedoch weiterhin im Nildelta lagen. Unter der Libyschen Herrschaft regierten von Zeit zu Zeit Hohepriester in Thebais als selbsternannte Könige, mit der Duldung der Herrscher, man konnte durchaus von einem Gottesstaat sprechen. Um 700 v. Christus traten die Nubischen Könige an die Stelle der libyschen Herrschaft, dem folgte die Herrschaft der Assyrer und danach die Dynastien der Perser (Parther), die sich durch ihre Eroberung Ägyptens zu den neuen Herrschern erhoben. Sie endete schließlich mit der Eroberung durch Alexander, der Große, und die griechische Herrschaft begann.

Die Ära der Ptolomäer

Schon vor Alexander gelang es den Griechen Ägypten zu erobern, doch das Perserreich konnte das Land wieder zurück gewinnen. Erst Alexander vermochte eine endgültige Herrschaftsdynastie in Ägypten zu errichten und zwar im Jahr 332 vor Christus. Gefeiert wie einen Befreier wurde Alexander schnell zum Pharao erhoben. Unter der Herrschaft der Griechen fand ein neuerlicher Aufschwung Ägyptens statt, zahlreiche Städte und Monumente wurden errichtet, von Alexandria bis Philae. Nach Alexanders Tod erhält der makedonische Herrscher Ptomlomaios I. Soter, Sohn des Lagos, die Herrschaft über Ägypten, das ptolemäische Geschlecht entsteht. Auch sie werden als Pharaonen verehrt.

Aegyptus als Provinz

Bevölkerung

Herrscher- und Verwaltungsstrukturen

Ägypten war in römischer Zeit Privatbesitz des Kaisers, welcher hier als Nachfolger der Pharaonen angesehen und auch dem entsprechend verehrt wurde. Mitglieder des Ordo Senatoris war der Zutritt zur Provinz ohne kaiserliche Genehmigung verwehrt. Da der Kaiser selten persönlich anwesend sein konnte, war sein Stellvertreter war der Praefectus Alexandriae et Aegypti. Zu erwähnen ist noch, dass die Provinz mit vollem Namen Alexandria et Aegyptus hieß, da Alexandria als griechische Stadt bei Ägypten (Alexandria apud Aegyptus) und nicht als Teil Ägyptens betrachtet wurde.

Der Praefectus Alexandriae et Aegypti

An der Spitze der Herrschaft in Ägypten stand der Praefectus Alexandriae et Aegypti. Er wurde direkt vom Kaiser ernannt und war nur ihm Rechenschaft schuldig. Die Länge seiner Amtszeit konnte sehr stark variieren, in der Regel dauerte sie 3 bis 5 Jahre. Doch gab es auch Praefecti, die weit über jene Zeit herrschten (wie C. Galerius mit 16 Jahren) und so manch einer hielt sich nur einige Monate auf diesen Posten, verstarb meist noch im Amt. Der Praefectus Aegypti wurde in Urkunden auch manchmal mit dem Titel Vir Egregius bezeichnet.

Die Karriereleiter zum Posten des Praefectus war nicht immer ganz eindeutig oder klar vorgegeben, es konnten viele verschiedene Wege zu diesem Posten führen. Eines war jedoch klar, er entstammte aus dem Ordo Eques und hatte meist eine längere Militärkarriere hinter sich gebracht. Häufig gingen Posten voraus, wie mit der militärischen Laufbahn: Tribunus Militum, Praefectus Cohortis und Alae. Oder nach einer militär-zivilen Laufbahn: Vom Posten des Praefectus Annonae oder Praefectus Vigilae wurde der Eques zum Praefectus Aegypti berufen. Meist hatten die Kandidaten vorher eine Zeitlang als Procurator gedient, kannten sich dementsprechend auch mit Verwaltung und Finanzstrukturen aus. Bis zur Zeit Traians war es möglich rasch zum Praefectus Aegypti aufzusteigen und danach den verantwortungsvollen Posten des Praefectus Praetori zu erlangen. Manchmal war der Weg jedoch auch umgekehrt.

Dem Praefectus unterstand im Prinzip die gesamte rechtliche, militärische und bürokratische Oberhoheit über Ägypten. Er entschied in den Sachen der Legionen, der Verwaltung, der Rechtsprechung und der Finanzen. Als oberster Richter reiste er von Zeit zu Zeit durch die Provinz und er konnte auf kaiserlichen Wege das römische Bürgerrecht verleihen, außerdem kümmerte er sich um die römischen Bürger in der Provinz. Er hatte nicht nur die Oberhoheit über die römischen Legionen, sondern auch über die 'Polizei' in Ägypten. Er befasste sich mit diversen Dilekten: Mord, Räubereien, Giftmischerei, Menschenraub, Viehdiebstähle, Waffengewalt und Testamentfälschungen. Seinen Hauptsitz hat der Praefectus in Nicopolis, der Legionsstadt nahe Alexandria oder in Alexandria selber.

Der Conventus

Der Conventus war eine Institution unter der Leitung des Praefectus Aegypti et Alexandriae, der alljährlich Anfang des Jahres- zwischen den Monaten Januar bis April- stattfand. Der Ort der Zusammenkunft wechselte zwischen verschiedenen Orten und Städten des Landes, von Pelusion, Memphis bis Koptos. Die Amtsträger der Zentralverwaltung, ebenso wie die Epistrategen nahmen an der Versammlung teil. Hier konnten sich die Bewohner mit ihren Bitten und Anliegen an den Praefectus wenden, teilweise wurde dies gleich bearbeitet, teilweise jedoch erst in Alexandria. Auch bekamen nicht alle Bittsteller den Praefectus zu Gesicht, sondern teilten ihr Anliegen den unteren Verwaltungsinstanzen mit.

Die Zentralverwaltung

Die Bezirksverwaltung

Die Provinz Ägypten wurde durch die Herrschenden schon seit Jahrtausenden auf dieselbe Art und Weise aufgeteilt und zwar in Verwaltungsbezirke, die man auch Gaue nannte und die auf lokale Fürstentümer zurückgehen. Die Gaue (altägyptisch Spt, griechisch nomoi) umfassten das gesamte Kernland und wurden bis in die römische Zeit als Verwaltungsform beibehalten. Zur römischen Zeit bestand Unterägypten (Delta) aus 20 Gaue und Oberägypten (Thebais) aus 22 Gaue. In jedem Gau lag eine Bezirkshauptstadt, die Metropoleis, die teilweise schon in alter ägyptischer Zeit gegründet wurden.

Jeder Gau wurde von einem Strategen geleitet, welcher wiederum von dem obersten Beamten, dem Epistrategos eingesetzt wurde, indirekt also vom Kaiser Roms. In der Regel waren die Strategen aus der römischen oder griechischen Bevölkerung, manchmal wurden diese Posten jedoch auch mit Mitgliedern aus alten ägyptischen Familien besetzt, die diesen Posten schon länger innehatten. Der Stratege wurde staatlich bezahlt und hatte die Oberhoheit über Verwaltung und Polizei in seinem Verwaltungsgebiet.

Geografie und Natur

Das Land

Die Provinz Aegyptus erstreckt sich vom Mittelmeer im Norden Afrikas bis tief in den Süden an die Grenzen Äthiopiens. Westlich wird die Provinz von Africa Proconsularis und Östlich vom Roten Meer und der Provinz Syria begrenzt. Grob kann man die Provinz zum einen in Unter- und in Oberägypten unterteilen. Oberägypten sind die Landschaften im Süden Ägyptens, das sogenannte Rote Land, und Unterägypten das Land im Norden mit dem Nildelta, das schwarze und sehr fruchtbare Land. Wüste, Oasen, Gebirge, aber auch die fruchtbaren Teile am Rande des Nils und des großen Nildeltas prägen das Bild dieser Provinz. Alles beherrschend und beeinflussend ist der große Fluss Ägyptens, der Nil, der sich einmal durch die ganze Provinz schlängelt und dann in unbekanntes Land südlich von Ägypten verschwindet. Dieser Fluss beherrscht die Ägypter, Römer und Griechen in der Provinz maßgeblich, sogar bis in das ferne Italia ist die Macht dieses Flusses zu spüren. Denn die jährlichen Überflutungen sorgen dafür, dass das Land um den Nil herum fruchtbar wird und dort das Korn wachsen kann, welches der Getreidespeicher für Italia ist. Dieser wurde hauptsächlich im Norden Ägyptens, dem schwarzen Land, angebaut. Der Nil macht den Reichtum Ägyptens aus und ermöglicht sogar die Schifffahrt in den Reichen Süden. Somit ist es kein Wunder, dass die Ägypter in dem Fluss einen Gott sahen.

Ostwüste

Diese Wüste zieht sich vom Norden Ägyptens, unterhalb des Nildeltas an der Ostseite des Nils bis nach Nubien hinunter. Östlich wird es von dem Roten Meer und Westlich vom Nil begrenzt. Eine massive Gebirgskette verläuft hier an der Küste des Roten Meeres entlang. Das Klima in dieser Gegend war recht unwirtlich, heiße Sommer und dagegen kalte Winder. Doch trotzdem hatte diese Gegend einige wirtschaftliche Vorteile. Zum einen die Nähe zum roten Meer, einige Handelsstädte verliefen hier an der Küste entlang für den Handel in den reichen Osten, nachgewiesen bis nach Indien und Sri Lanka. Aus jenem Grund und dem Nachfolgenden bestanden hier fünf römisch ausgebaute Verkehrswege zum roten Meer. Außerdem wurde die Gegend als Rohstofflieferant genutzt. Zahlreiche Bodenschätze sind hier zu finden, von Gold bis zu Kupfer und zahlreichen Edelgesteinen, von Onyx, dem lapis porphyrites bis Quarz. In den Bergen liegen zwei bedeutende Steinbrüche, der Mons Porphyrites (für den sehr kostbaren Porphyr) und Mons Claudianus (für den Marmor), Beide liegen Nahe der Küste zum Roten Meer. Auch zahlreiche andere Steinarten wurden in den Bergen der östlichen Wüste abgebaut. Oasen durchbrechen die Weite der Wüste, doch auch einige sehr alte Städte sind auf dieser Seite des Nils in Ägypten angesiedelt, wie Theben, Luxor oder die jüngere Stadt Antinoupolis.

Die Libysche Wüste

Die Libysche Wüste liegt spiegelbildlich der Ostwüste auf der Westseite des Nils, wo sie sich ebenfalls von Norden (begrenzt durch das Mittelmeer) bis Süden erstreckt und in die Sahara hinein verläuft. Die weiße und die schwarze Wüste sind hier zu finden, daneben wiederum zahlreiche Oasen und Wüstenstädte, die jedoch wie schon bei der östlichen Wüste mehr am Nil liegen, wie Hermupolis und Ptolemais. Hier findet sich unter anderem die Oase Bayoum (ägyptisch), die an einem großen Binnensee liegt und die Oase Bahariya, mit ihren schwarzen Hügeln aus Quarz und Dolorit, ebenso wie kleinere Siedlungen, darunter auch aus römischer Hand gegründet, und zahlreiche andere Oasen. Wirtschaftlichen Nutzen hatte dieses Gebiet besonders wegen dem Anbau von Wein und Dattelpalmen. Außerdem spielten die Stationen des Karawanenhandels eine nicht unbedeutende wirtschaftliche Rolle, dienten sie doch als Warenumschlagplatz zwischen dem benachbarten Libyen und dem Niltal. Auch verlief hier der „Weg der 40 Tage“, eine Handelsroute von Nubien bis nach Ägypten, der gerade für den Sklavenhandel bedeutsam war.

Unternubien

Die Region im Süden Ägypten ist das Land zwischen dem ehemaligen Reich der Kusch und dem alten Ägypten. Schon in alter Pharaonenzeit wurde dieser Landstreifen von den Ägyptern dem nubischen Land abgetrotzt. Dies, wie auch das Land Nubien, ist die Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und Schwarzafrika. In diesem Gebiet liegt das sogenannte Zwölfmeilenland, somit die Südgrenze von Ägypten und kurz nach der Eroberung ein stark umkämpftes Gebiet durch die Auseinandersetzung zwischen den Römern und Meroiten. Die Grenze des Zwölfmeilengebietes stellt im Norden die Insel Philae im Nil und im Süden das zweite Katarakt dar. Wie in ganz Ägypten sind hier zahlreiche Tempel zu finden und dieses Landstück florierte besonders in der frühen Kaiserzeit.

Flora und Fauna

Die Tierwelt

Heimische Tiere zur Zeit des alten Ägyptens:

Wüste und Landtiere: Löwe, Gepard, Wüstenfuchs, Luchs, Schakal, Chamäleon, Widder, Kuh, Hyäne, Wildkatze, Wildhund, Pavian, Antilope, Oryx, Gazelle, Steinbock, Wildschweine, Wildesel, Ziege, Rind

Rund um den Nil: Krokodil, Nilpferd, Schildkröte, Fischotter, Frosch, Ichneumon (Ein afrikanischer Mungo), diverse Fische (z.B. Nilbuntbarsch)

Zu Luft: Ibis, Reiher, Falke, Geier, Schwalbe, Kranich, Flamingo, Storch, Eule, Spatz, Ente, Gans, u.a.

Das Kriechende- und andere Bodengetier: Kobra, Wasserpython, Hornviper; Kleintiere: Hase, Igel, Stachelschwein, Ratten, Mäuse, Wüstenschnecken; Insekten: Biene, Skarabäus, Skorpion, Heuschrecken; u.v.m.

Städte und Orte

Zum einen gab es die großen griechischen Städte, die Poleis, wie Alexandria, Naukratis, Ptolemais und Antinoupolis. Sie waren allesamt ähnlich und strukturiert nach einem orthogonalen Plan aufgebaut und zeigten eine typische griechische Struktur, die auch von den Römern übernommen und belebt wurde. Daneben machten die 40 Metropoleis, die Hauptstädte der einzelnen Provinzdistrikte, den sogenannten Gaue, das andere Städtebild Ägyptens aus. Sie gehen oftmals noch auf altägyptische Gründungszeit zurück, wandelten sich unter dem Einfluss der griechischen Herrschaft stark, teilweise wurde jedoch auch noch die altägyptische Lebensweise dort gepflegt. Völlig anders konnte es dann jedoch auf dem Land aussehen, wo die ländliche Bevölkerung, hauptsächlich Ägypter lebten. Hier ist größtenteils immer noch die altägyptische Kultur prägend für das Leben der armen und von der Steuerlast erdrückten ägyptischen Landbevölkerung.


Alexandriaist die Hauptstadt der Provinz Aegytpus. Sie liegt westlich des Nildeltas und ist in der römischen Zeit das Herz der Provinz.

Nicopolisstellt eine Legionsstadt 5,5 km östlich von Alexandria dar. Hier waren die römischen Legionen in Ägypten stationiert.

Naukratis ist eine Handelsstadt in Unterägypten, sie erhielt unter den Römern durch den Getreidehandel wieder größere Bedeutung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Religionen und Götter

Alte Ägyptische Götter

Mannigfaltig ist der Glaube der Ägypter an ihre zahlreichen Götter, von einem einheitlichen Pantheon kann man im ägyptischen Glauben nicht sprechen. Erstaunlich ist die Tatsache, dass uns relativ wenig Mythen über ihre Weltsicht (schriftlich erst ab 2000 v. Chr.) überliefert sind, dagegen mehr über ihre Götter. Die Götter nahmen im Leben der Ägypter eine große Rolle ein, die Welt war vom überirdischen Leben durchzogen, staatliches Handeln war vom Götterglauben durchzogen, wurden die kultischen Handlungen korrekt vollzogen so blühte auch das Land. Auch der ausgeprägte Totenglauben war ein religiöses Kennzeichen der Ägypter, sie gaben jenen Glaubenszug jedoch an die Fremdherrscher in Ägypten weiter, so wurde der Totenkult auch von den Griechen und sogar den Römern gepflegt.

Die Götter

Triade von Abydos, die Triade von Memphis, die Triade von Theben

Amun, Apis, Anuket, Anubis, Aton

Bastet

Chepri, Chons, Chnum

Duamutef

Geb

Harachte, Haroeris, Harmachis, Horus , Hapi, Hathor, Hapi, Heqet, Hurun

Isis

Ma'at, Month, Min

Nechbet, Nefertem, Neith, Nephthys, Nut

Osiris

Ptah

Qebsenuf

Re

Satet, Sechmet, Seschat, Seth, Sobek, Sokar, Schu, Serqet

Tefnut, Thot, Thoeris

Wadjet

Tempel und religiöse Orte

Griechische Götter

Römische Götter in Ägypten

Der Kaiserkult

In der Religionsgeschichte Ägyptens war der Glaube an den Herrscher als Gott bereits eine feste Institution, so dass spätere Herrscher nur auf jene Tradition zurückgreifen mussten. Schon der Pharao galt als der Horus auf Erden, er symbolisierte Recht und Ordnung im Land. Bereits die Ptolemäer, in der Nachfolge von Alexander, folgten diesem Herrscherkult, ließen ihren Herrschaftsanspruch vergöttlichen und bauten sich selber Tempel und Kultorte. Ebenso wurden die Kaiser unter der römischen Herrschaft Ägyptens verehrt, sie leiteten die göttliche Legitimation sowohl aus der ptolemäischen als auch aus der ägyptischen Tradition und Glauben ab. Für die Kaiserfamilie und den Kaiser wurden Heiligtümer, nach hellenischem, aber auch ägyptischem Vorbild gebaut, wie der Tempel für Augustus auf der Insel Philae, im Süden Ägyptens. Auch verbanden sie die Kaiserschreine mit den alten ägyptischen oder griechischen Gottheiten, wie der Schrein des Augustus im Tempel des Anubis und der Leto in Kynopolites. Besonders stark ausgeprägt ist der griechisch-römische Kaiserkult in den drei Städten Alexandria, Arsinoie und Hermupolis.

Berühmte Persönlichkeiten

Zur Zeit der Pharaonen

Ramses, der Große

Die Herrschaft der Griechen-Makedonen

Alexander, der Große- er begründet die griechische Herrschaft in Ägypten

Cleopatra- die Herrscherin, die bis nach Rom für Aufruhr sorgte

Herophilos von Chalkedon- ein griechischer Medicus und berühmter Anatom

Erasistratos von Julis auf Keos- Anatom und begründer der unmerklichen Transpirationstheorie

Die Ära der Römer

Literatur:

Lexikon

Wikipedia: Gaue

Katja Lempke: Ägyptens späte Blüte- Die Römer am Nil, Mainz am Rhein 2004

Manfred Clauss: Alexandria, Eine Antike Weltstadt, Stuttgart 2003

A. Stein: Die Präfekten von Ägypten in der römischen Kaiserzeit

Das Alte Ägypten

Roy Willis, Mythen der Welt, London 1993