Latinischer Bund

Aus Theoria Romana

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Aufgrund der mäßigen Quellenlage dieser Zeitepoche lässt sich nicht genau festlegen, wann der Latinische Bund gegründet wurde, wie er aufgebaut war oder welchen politischen Einfluss er hatte. Es ist allerdings so, dass er eine nicht unerhebliche Fläche in Mittelitalien in seinem Einflussbereich halten konnte.

Der Bund existierte wohl bereits bevor sich Rom als Lokal- oder gar Regionalmacht etablieren konnte, im 6. Jahrhundert vor Christus. Möglicherweise war er als Schutz gegen die griechischen Städte in Süditalien gegründet worden, möglicherweise aber auch um gegen Etrusker und Gallier im Norden Italiens geschützt zu sein. Ob sich die Geschichte des Bundes wie in der frühen römischen Geschichtsschreibung dargestellt wirklich abgespielt hat, darf bezweifelt werden.

Im ersten Latinerkrieg im frühen 5. Jahrhundert vor Christus brachte Rom die Führung über das verbündete Heer und die latinischen Städte wurden im Gegenzug von Rom als Autonom anerkannt, gesichert ist dies aber auch nicht, da sich aus verschiedenen anderen Quellen erschließen lässt, dass Rom zu diesem Zeitpunkt nicht die Stärke hatte, sich zum Herrscher über andere zu erheben.

Sicher ist, dass Rom nach der Eroberung Veiis im frühen 4. Jahrhundert sein Territorium von 250 km² auf 800 km² ausgedehnt hatte. Außerdem wurde Rom, nachdem die Gallier die Stadt 390 oder 387 v. Chr. vollständig zerstört hatten, mit dem Wiederaufbau (der Mitte des Jahrhunderts fertig war) zu einem der größten urbanen Zentren im Mittelmeer und damit zu einer ernstzunehmenden Macht in Mittelitalien.

Diese neue Dominanz Roms führte zum zweiten Latinerkriegt in dem Rom den nächsten großen Schritt in Richtung Beherrschung Italiens machte. Die latinischen Städte wurde in das Herrschaftsgebiet eingegliedert, der Latinerbund aufgelöst und einige Städte erhielten das römische Bürgerrecht.

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