Opfergeräte

Aus Theoria Romana
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Für die Ausübung des römischen Kultes und der damit verbundenen Opfer waren verschiedene Opfergeräte gebräuchlich, die oft profanen Küchengeräten ähnlich waren (etwa Schöpfkellen, Töpfe etc.). Im Unterschied zu den im Hausgebrauch verwendeten Geräten waren sie jedoch fast immer aus Metall (es sei denn, sie waren überlieferte Gegenstände aus der römischen Frühzeit).

Die acerra

Die acerra war ein rechteckiges Kästchen, dessen Größe von auf Bildern von handgroß bis hin zu mit zwei Händen zu tragen variiert. Das stets mit einem Deckel versehene Behältnis barg den Weihrauch, der für das Rauchopfer - entweder selbstständig oder in Verbindung mit anderen Opfern - verwendet wurde. Häufig war es auch mit verschiedensten Ornamenten (häufig in Blattform) versehen.

Der gutus

Als gutus werden Kannen mit schmalem Hals bezeichnet, die entweder vom Bauch langsam zum engen Hals übergehen oder aber den schmalen Hals direkt auf den gewölbten Bauch treffen lassen. Sie besitzt stets einen geschwungenden Henkel. Ob sie nur zum Tropfen von Flüssigkeiten verwendet wurden, ist umstritten.

Der urceus

Der urceus ist eine Kanne mit weitem Hals, die im deutschen Sprachgebrauch wohl eher als Krug bezeichnet wird. Er wurde stets für Wein oder Wasser verwendet und fand hauptsächlich profane Verwendung. Vermutlich wurde er im Kult hauptsächlich für das Händewaschen verwendet, während die Trankopfer aus dem feineren gutus gespendet wurden.

Die patera

Die patera war ein äußerst vielseitiges Opfergerät, das an einen flachen Teller erinnert. Sie wurde unter anderem zur Darbringung von Weinopfern verwendet, aber auch, um dem Opfertier Wein und mola salsa zwischen die Hörner zu gießen. Häufig waren sie aus Gold oder Silber gearbeitet und reich verziert.

Das molucrum

Beim molucrum handelt es sich um eine Holzplatte mit einer Mulde, in der bei Opferhandlungen die mola salsa aufbewahrt wurde. Hiervon existieren allerdings leider nur wenige Abbildungen.

Der culullus

Unter einem culullus versteht man einen zumeist tönernen Becher, der von den Pontifices und Vestalinnen für Trankopfer verwendet wurde. Er wird in seiner Form wohl dem griechischen calix entsprochen haben, jedoch sind keine bildlichen Überlieferungen vorhanden.

Die futis

Die futis ist kein Opfergerät im eigentlichen Sinne, sondern eine Art Becher, der von den Vestalinnen zum Holen des Wassers aus der Quelle an der Porta Capena verwendet wurde. Der Boden des Gefäßes war gewölbt, sodass es nicht möglich war, ihn abzustellen (was den Vestalinnen ohnehin verboten war). Dennoch scheint es eine Lösung für dieses Problem gegeben zu haben: Offensichtlich existierte eine Art Halterung für die futis, bei der das Gefäß den Boden nicht berührte und somit der Kultvorschrift Genüge getan wurde.

Die seria

Die seria waren auch nur indirekt mit dem Opfern verbunden: Es handelte sich hierbei um die Aufbewahrungsgefäße für die Salzlake, die die Vestalinnen für die Herstellung der mola salsa benötigten. Sie waren möglicherweise im Tempel der Vesta oder dessen Nebenräumen fest verankert.


Literatur: Siebert, Anne Viola: Instrumenta Sacra. Untersuchungen zu römischen Opfer-, Kult- und Priestergeräten, <Jahr fehlt>