Sicilia

Aus Theoria Romana

Wechseln zu: Navigation, Suche

Lage und Geografie

Die römische Provinz Sicilia entspricht der heutigen Insel Sizilien, die mit einer Fläche von 25.709 km² die größte Insel im Mittelmeer ist. Sie liegt südwestlich vor der "Stiefelspitze" des italienischen Festlandes, von dem sie durch die etwa 5 km breite Straße von Messina getrennt ist. Vor der Nordküste liegen die äolischen oder liparischen Inseln (Isole Eolie) Lipari, Salina, Vulcano, Stromboli, Panarea, Filicudi und Alicudi, im Nordwesten die Insel Ustica. Die Westspitze wird von den ägatischen Inseln (Isole Egadi) Favignana, Marettimo und Levanzo gesäumt, während sich zwischen der Südküste und der Tunesischen Küste Pantelleria und die pelagischen Inseln (Isole Pelagie) mit Lampedusa und Linosa befinden. Sizilien hat ein mediterranes Klima, mit warmem Frühling und Herbst, heißem Sommer und mildem Winter.

Vorrömische Geschichte

  • Paläolithikum (Altsteinzeit): Älteste Spuren menschlicher Existenz auf Sizilien.
  • Neolithikum (Jungsteinzeit): Erste Kolonisatoren auf Sizilien.
  • 8. Jh. v. Chr.: Die antiken Völker der Elymer, Sikaner und Sikuler besiedeln die Insel. Im Rahmen der "großen Kolonisation" Vordringen der griechischen Kultur nach Sizilien; Gründung mehrerer griechischer Städte auf Sizilien.
  • 550-450 v. Chr.: Westsizilien gerät unter die Herrschaft von Karthago.
  • 415-413 v. Chr.: Sizilische Expedition Athens. Die Syrakusaner überwinden die Athener.
  • 264-241 v. Chr.: Im ersten punischen Krieg zwischen Rom und Karthago geht Sizilien für die Karthager (Punier) verloren.

Römische Geschichte

Als Ergebnis des ersten punischen Krieges geriet Sizilien im Jahr 241 v. Chr. weitgehend unter römische Herrschaft und wurde 227 v. Chr. formell zur ersten römischen Provinz. Lediglich die Stadt Syrakus und ihr Umland bewahrten sich bis 211 v. Chr. unter Hieron II. ihre Eigenständigkeit. Im zweiten Punischen Krieg verbünden sich Syrakus und Agrigentum mit Karthago, werden aber 212 bzw. 210 v. Chr. von den Römern geschlagen. Syrakus wurde daraufhin zur Hauptstadt der Provinz gemacht. Rom setzte zunächst einen Praetor in Syrakus und zwei Quaestoren in Syrakus und Lilybaeum als Verwalter ein. Die Städte und Siedlungen der Insel wurden in vier Gruppen mit unterschiedlichem Rechtsstatus aufgeteilt: drei civitates foederatae, fünf civitates liberae atque immunes, 34 civitates decumanea und 26 civitates censoriae.

Zwei Sklavenaufstände in den Jahren 136-132 v. Chr. und 104-101 v. Chr. werden gewaltsam beendet. Unter Augustus wurde die nun senatorische Provinz aufgrund ihrer geringen Größe und trotz ihrer Bedeutung für die Getreideversorgung Roms nur mit einem prätorischen Statthalter mit Amtssitz in Syracusae besetzt. Ebenfalls unter Augustus erfolgte die Gründung von Coloniae in den Orten Syracusae, Catina, Tauromenium, Tyndaris, Thermae Himereae und Panormus, was vermutlich wie in dieser Zeit üblich mit der gezielten Ansiedlung von Veteranen einher ging. Weitere Städte bekamen römisches oder latinisches Recht verliehen (Messana sowie Netum, Segeste und Centuripae). Zu den wichtigsten Muncipien der römischen Kaiserzeit zählten neben dem bereits genannten Lilybaeum ferner Agrigentum und Lipara. Mit den Einfällen der Vandalen endet im 5. Jh. die römische Gesichte Siziliens, bevor die Insel dann im Frühmittelalter an die Araber fällt.

Literatur:
http://lexikon.freenet.de/Sicilia
R.J.A. Wilson, Sicily under the Roman empire. The archaeology of a Roman province 36 B.C.-A.D. 535, 1990
M.I. Finley, Das antike Sizilien, München 1979
M.A.S. Goldsberry, Sicily and its cities in hellenistic and roman times, 1973
T. Bechert, Die Provinzen des Römischen Reiches, Mainz 1999
F. Coarelli und M. Torelli, Sicilia, 1984

Persönliche Werkzeuge