Lusitaner

Aus Theoria Romana
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Die Lusitaner werden als Ahnen der Portugiesen gesehen; sie lebten im Westen der iberischen Halbinsel, und bestanden anfangs aus einem einzelnen Stamm, der zwischen den Flüssen Douro und Tejo lebte. Später wurde der Name von den Galiciern, die das Bergland nördlich des Douro bewohnten, und anderen Stämmen angenommen, nicht nur weil sie gemeinsam gegen die römische Regierung gekämpft hatten, sondern auch, weil sie kulturell und ethnisch sehr ähnlich waren.

Herkunft der Lusitaner[Bearbeiten]

Das Wort Lusitaner ist vermutlich keltischen Ursprungs, zusammengesetzt aus Lus und Tanus, also "Stamm des Lusus".

Es wird angenommen, dass sie aus den Schweizer Alpen kamen und sich in der Region im 6. Jahrhundert v. Chr. niederließen. Historiker und Archäologen diskutieren jedoch heftig ihre ethnischen Ursprünge. Moderne Autoren halten sie eher für einheimisch und ursprünglich von den Kelten beherrscht, bevor sie Unabhängigkeit von ihnen erlangten. Diese Hypothese wird von Avienus gestützt, der – angeregt von Dokumenten des 6. Jahrhunderts v. Chr. – sie in seiner Ora maritima beschrieb. Der Forscher Lambrino wiederum verteidigt die keltische Herkunft der Lusitaner mit dem Hinweis auf die Lusoner (einem Stamm, der im Osten der iberischen Halbinsel siedelte), und behauptet für beide Stämme eine Zuwanderung aus den Schweizer Bergen.

In der römischen Mythologie war Lusus ein Sohn oder enger Freund des Bacchus, der mit seiner Schwester Lisa der Gründer der Lusitaner sei.

Lusitania[Bearbeiten]

Das Gebiet, das von den Lusitanern zuerst besiedelt wurde, waren vermutlich das Tal des Douro und die Region Beira Alta; im Beira blieben sie, bis sie die Kelten und andere Stämme schlugen, breiteten sich anschließend, bis zur Ankunft der Römer, bis zur Estremadura aus.

Der Krieg mit Rom[Bearbeiten]

Die Lusitaner werden von Livius im Jahr 218 v. Chr. erstmals als karthagische Söldner erwähnt. Im Jahr 194 v. Chr. schlug Publius Cornelius Scipio Nasica, der zu der Zeit Praetor in Spanien war, sie bei Ilipa.

179 v. Chr. feierte der Praetor Lucius Postumius Albinus nach seinem Sieg über die Lusitaner einen Triumphzug in Rom, andererseits erreichten sie 155 v. Chr. unter dem Kommando erst des Punicus (vielleicht ein karthagischer General), dann des Cesarus, den Felsen von Gibraltar, wo sie vom Praetor Lucius Mummius geschlagen wurden.

Nach diesem Sieg brachte Servius Sulpicius Galba einen Waffenstillstand zustande, den er aber brach, als die Lusitaner die neue Allianz feierten. Er ließ die Führungsschicht ermorden, verkaufte die Überlebenden in die Sklaverei, wodurch eine neue Rebellion entfacht wurde (der sogenannte Spanische Krieg), die dieses Mal von Viriatus (* um 190 v. Chr., † 139 v. Chr.), dem berühmtesten Lusitaner, angeführt wurde, nach dessen Ermordung allerdings auch dieser Aufstand bald zusammenbrach.

Die Römer erlangten weitere Siege über die Lusitanier, unter Proconsul Decimus Junius Brutus und Marius 113 v. Chr., konnten deren Widerstand aber erst beenden, nachdem sie sich mit den Truppen des Sertorius verbunden hatten und daraufhin von Augustus ausgerottet wurden.


Quelle: Lexikon