Geldaufbewahrung

Aus Theoria Romana
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Viele Römer konnten froh sein, wenn ihr Geld ausreichte, dass sie sich und ihre Familie jeden Tag satt bekamen und auch die sonstigen Lebenshaltungskosten bestreiten konnten. Sie lebten sozusagen von der Hand in den Mund und konnten kaum einmal eine nennenswerte Geldsumme ansparen.
Ganz anders stellte sich die Lage bei den Wohlhabenden dar. Natürlich trugen diese ihre gesamte Barschaft nicht ständig in einem Geldbeutel mit sich herum und weil das römische Bankwesen relativ unterentwickelt war, wurde das Barvermögen gewöhnlich in den eigenen vier Wänden aufbewahrt.

Für das Ansparen kleinerer Summen reichte zumeist ein Spartopf (lat. Aulularia, was wörtlich übersetzt "Töpfchen" bedeutet) oder eine Spardose.
Tatsächlich unterschieden sich die Spardosen der Römer gar nicht so stark von unseren heutigen. Sie waren meist aus Ton und hatten, wie heute, sehr viele verschiedene Formen. Es gab becher- und krugförmige Spardosen und solche, die einer Schatztruhe oder einem kleinen Tempel nachgebildet waren. Dosen in Schweinchenform sind allerdings eher neuzeitliche Erscheinung. Die römischen Spardosen hatten, wie ihre heutigen Nachfolger, einen Schlitz, durch den man das Geld hineinwerfen konnte und sie mussten zerschlagen werden, wenn man wieder an die Barschaft herankommen wollte.

Größere Summen bewahrte man hingegen in einem Arca auf, einer mit Eisen oder Bronze beschlagenen, stabilen Holztruhe. Dieser antike "Heimtresor" war praktisch in jedem auch nur annähernd wohlhabenden Haushalt zu finden. Typischerweise stand er im Atrium des Hauses, wo er vom Ianitor, dem Pförtner, zusätzlich zum Hauseingang mit bewacht wurde. Die Arcae konnten, je nach Wohlstand des Besitzers, sehr unterschiedlich groß sein und bei manch einer sehr reichen Familie erreichte diese Geldtruhe ein solches Format, dass ein ausgewachsener Mann hineinpasste.


Quelle: Karl-Wilhelm Weeber, Alltag im alten Rom – Das Leben in der Stadt, 7. Auflage 2003