Die Eroberung Italiens

Aus Theoria Romana

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Nach der Abschaffung des Königtums standen an der Spitze des Staates zwei Magistrate in der Funktion des Praetor Maximus als Inhaber des Imperiums, später die Konsuln.

Die Gleichrangigkeit des Amtes und die Beschränkung der Amtszeit auf ein Jahr sollten den Magistraten gegen die Despotie (=Gewaltherrschaft) Einzelner absichern. Das bereits bestehende Gremium mit beratender Funktion, der Senat, wurde durch Plebejer ergänzt; die Senatoren erhielten daraufhin die offizielle Bezeichnung Patres conscripti. Anfangs konnten nur Patrizier in die Magistrate gewählt werden, aber die Unzufriedenheit der Plebs führte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen beiden Ständen und zur allmählichen Abschaffung der sozialen und politischen Ungleichheit zuungunsten der Plebejer.

Nach dem Auszug der Plebejer auf den Mons sacer im Jahr 494 v. Chr. wurde die Institution der Volkstribunen eingeführt, die jedes Jahr von den Plebejern gewählt wurden. Sie verfügten über ein Vetorecht gegenüber den patrizischen Magistraten und hatten so eine Mittlerrolle für die Plebs bei Unstimmigkeiten mit den Patriziern.

Das Dezemvirat wurde um 450 v. Chr. mit der Kodifizierung des Gewohnheitsrechtes beauftragt. 445 v. Chr. wurden Eheschliessungen zwischen Patriziern und Plebejern durch die Lex Canuleia für rechtsgültig erklärt. In den licinisch-sextischen Gesetzen (367 v. Chr.) wurde festgelegt, dass einer der beiden Konsuln immer ein Plebejer sein sollte. Allmählich wurden auch andere Magistrate den Plebs geöffnet: das Amt des Diktators, ein Sonderamt, das nur in Notzeiten besetzt wurde (356 v. Chr.), das Censorenamt (351 v. Chr.), das Praetorenamt (337 v. Chr.) sowie die Priesterämter (300 v. Chr.).

Diese politischen Umwälzungen führten zur Entstehung eines Amtsadels, bestehend aus Patriziern und wohlhabenden Plebejern. Die Zulassung zum Amt des Senators wurde quasi zu einem vererbbaren Privileg in diesen Familien. Der Senat, der anfänglich nur geringen politischen Einfluss hatte, stieg zu einer bedeutenden politischen Kraft auf, der die Entscheidung über Krieg und Frieden, den Abschluss von Bündnissen, die Gründung von Kolonien und die Verwaltung der Staatsfinanzen oblag. Obgleich die Entstehung dieser neuen Nobilitas die Ständekämpfe beendete, verbesserte sich die Situation ärmerer plebejischer Familien nicht, und der grosse Unterschied zwischen Arm und Reich führte in der späteren Republik zu Auseinandersetzungen zwischen Adel und Volk.

Die Aussenpolitik Roms war in dieser Zeit von Eroberungen und Expansionsbestrebungen geprägt. Vor dem Ende der Königszeit war die Stadt zur führenden Macht in Latium geworden. Mit Unterstützung ihrer Verbündeten führten die Römer Krieg gegen die Etrusker, Volsker und Aequer. Zwischen 449 und 390 v. Chr. zielte ihre Politik besonders auf eine Machtausweitung. Die Einnahme der etruskischen Stadt Veji im Jahr 396 v. Chr. durch Marcus Furius Camillus markierte das Ende der Unabhängigkeit Etruriens. Die anderen etruskischen Städte beeilten sich, mit Rom Frieden zu schliessen, und gegen Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. waren überall in Südetrurien römische Garnisonen stationiert; darüber hinaus kamen römische Siedler in grosser Zahl in das Gebiet. Durch Siege über die Volsker, Latiner und Herniker gewann Rom die Vormacht in Mittelitalien. Dies führte zu Zusammenstössen mit den in Süditalien angesiedelten Samniten, die in drei Feldzügen zwischen 343 und 290 v. Chr. besiegt wurden. Ein Aufstand der Latiner und Volsker wurde niedergeschlagen, und 338 v. Chr. wurde der Latinische Bund. Es entstanden mächtige Bündnisse gegen Rom, die im Norden aus Etruskern, Umbrern und Kelten und im Süden aus Lukanern, Bruttiern und Samniten bestanden. Sie stellten eine Bedrohung für die Herrschaft Roms dar, bis der Bund im Norden 283 v. Chr. und der im Süden kurze Zeit später geschlagen wurden.

281 v. Chr. bat die griechische Kolonie Tarent im Krieg gegen Rom König Pyrrhos von Epirus um Hilfe. Dieser errang zwar zunächst mehrere militärische Erfolge, musste dabei allerdings hohe Verluste hinnehmen, vor allem bei seinem Sieg in der Schlacht bei Ausculum im Jahr 280 v. Chr. 275 v. Chr. wurde er endgültig geschlagen und kehrte nach Epirus zurück. In den folgenden zehn Jahren unterwarf Rom ganz Süditalien und sicherte sich so die Herrschaft über die gesamte Halbinsel bis zu den Flüssen Arno und Rubikon im Norden.

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