Diokletian

Aus Theoria Romana

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bild:Diocletianus_Follis.jpg
Follis mit einem
Bildnis des Diocletianus

Diokletian (245-313), römischer Kaiser (284-305), reformierte die Verwaltung des Reiches, indem er das System der Augusti und Caesaren einführte. Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 22. Dezember 245 in Dalmatia geboren. Er stammte aus einer einfachen Familie und diente als Offizier in der römischen Armee. Als Kaiser Marcus Aurelius Numerianus 284 starb, wurde Diokletian von seinen Truppen zum Augustus erhoben. Carinus, der Bruder des Numerianus, beanspruchte jedoch den Thron ebenfalls. 285 besiegte er zwar Diokletians Truppen in Moesia, wurde dann aber von einem seiner eigenen Offiziere getötet; damit war Diokletians Herrschaft gesichert. Sogleich sah er sich in Teilen seines riesigen Reiches mit Aufständen konfrontiert. Um Verteidigung und Verwaltung des Reiches zu optimieren, die innere Ordnung zu gewährleisten und eine friedliche Thronfolge zu sichern, erhob er den pannonischen Feldherrn Maximianus 285 zum Caesaren und 286 zum Augustus für den Westen, zum Mitherrscher also. 293 ernannte er außerdem, als „Unterregenten" für sich und Maximianus, zwei Caesaren; den einen, Galerius, adoptierte er selbst, den anderen, Constantius I. Chlorus , adoptierte Maximianus. Das Reich wurde in 101 Provinzen aufgeteilt, die in zwölf Verwaltungsbezirke (Diözesen) zusammengefasst waren; außerdem wurde das Reich in vier große Einheiten unterteilt, die jeweils von einem Caesaren bzw. Augustus regiert wurden. Die vier Herrscher unterzeichneten alle Erlasse gemeinsam; die Augusti standen im Rang höher als die Caesaren, und Diokletian behielt weiterhin die Führung innerhalb der Viererregierung. Durch die Vierteilung des Reiches konnte die innere Ordnung leichter aufrechterhalten werden; außerdem wurden durch Siege in Africa und Persien die Grenzen des Reiches erweitert und gesichert. Die Neuorganisation der Verwaltung führte zu einer gleichmäßigen und gleichberechtigten Herrschaft in allen Teilen des Reiches und beendete somit die Vormachtstellung Italias. An die Stelle der einen Hauptstadt Rom traten Mediolanum (Mailand) in Italia, der Hauptsitz Maximianus´, Nicomedia (Izmit) im nordwestlichen Kleinasien, die Hauptstadt Diokletians, Augusta Trevirorum (Trier) in Germania, wo Constantius I. Chlorus residierte, und Sirmium (Sremska Mitrovica im heutigen Serbien) in Pannonia, der Verwaltungssitz des Galerius. Trotz der Aufgliederung in vier Teile wurde das Herrschaftssystem zunehmend autokratisch. Diokletian nahm den Namen Jovius (eine Form des Namens Jupiter) an und wies Maximianus den Namen Herculius (von Herkules) zu; damit brachte er zum einen die Hierarchie zum Ausdruck, zum anderen umgab er sich und Maximianus mit einem göttlichen Charisma. Diokletians Verordnungen waren hart und schikanös, besonders das so genannte Edikt des Diokletian 301, mit dem er für das ganze Reich Obergrenzen für Preise und Löhne festsetzte und für deren Übertretung harte Strafen vorsah. Das Edikt erwies sich jedoch als nicht durchführbar und wurde bald widerrufen. Andere Neuerungen im Steuersystem, die notwendig geworden waren, um das größere Heer, die wachsende Beamtenschaft und Diokletians Bautätigkeit finanzieren zu können, hatten dagegen mehr Erfolg und länger Bestand. Diokletian suchte den alten römischen Götterglauben wieder zu beleben und die alten Traditionen auf das ganze Reich zu übertragen; daher begann er 299, die Christen aus seiner Armee zu entfernen, und 303 erließ er Edikte, die den christlichen Glauben verboten, die Zerstörung der Kirchen anordneten und die Rückkehr zum heidnischen Kult erzwangen. Die Folge war eine neuerliche, umfassende Christenverfolgung. 305 trat er zusammen mit Maximianus zurück und ließ die Caesaren Galerius und Constantius I. Chlorus zu Augusti aufsteigen. Diokletian setzte sich auf seinem Landsitz Salona (im heutigen Split) in Dalmatia zur Ruhe, dort starb er 313.


Quelle: Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie


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