Kosmogonie und Theogonie

Aus Theoria Romana

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Die Entstehung des Kosmos und der Götterwelt ist von Hesiod in dem Epos "Theogonie" in systematischer Form beschrieben worden. Er nennt drei Generationen von Göttern, die einander in schweren Konflikten ablösen: Die Ureltern sind der Himmelsgott Uranos und die Erdgöttin Gaia, ihre Kinder sind die Titanen, darunter Okeanos, Kronos, Rhea. Im ersten, urtümlichen Kampf erhebt sich Kronos gegen den Vater und entmannt ihn mit einer Sichel. Aus dem abgetrennten Geschlecht, das er ins Meer schleudert, entstehen die Giganten, aber auch Aphrodite (zweite Version: s.u.). Kronos vermählt sich darauf mit Rhea, aber aus Furcht vor einem ähnlichen Kampf der Generationen verschlingt er die gemeinsamen Kinder. Schließlich versteckt Rhea den neu geborenen Zeus, der später, erwachsen geworden, den Vater besiegt. Damit kann die neue Generation die Herrschaft antreten, die bis zur Gegenwart herrscht: Zeus mit seinen Geschwistern Poseidon und Hades, Hera, zugleich seine Gemahlin, und Demeter; dazu die Kinder, die meisten von Zeus mit verschiedenen Geliebten gezeugt: Athena, Apollon und Artemis, Aphrodite (Mutter jetzt Dione), Ares, Dionysos, Hermes, Hephaistos. Von diesen Göttern stammen die Generationen der Helden ab. Insgesamt ist diese Kosmogonie und Theogonie des Hesiod stark von orientalischen Vorbildern beeinflusst.


Aus: Tonio Hölscher, Klassische Archäologie, Grundwissen

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