Bearbeiten von „Vormundschaft“

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=Die Arten der ''Tutela Impuberum''=
 
=Die Arten der ''Tutela Impuberum''=
  
Bei der gesetzlichen Vormundschaft (''tutela legitima'') der Zwölf Tafeln wurde bei Freigeborenen der gradnächste [[Agnat]] (''agnatus proximus'', dh der Bruder, Onkel usw), ''ipso iure'' (dh ohne besondere Berufung oder Bestellung) zum Vormund eines Mündels. Frauen konnten keine Vormundschaft führen, da sie selbst unter Vormundschaft standen. [[Freigelassene]] erhielten den Patron oder dessen Abkömmlinge zum Vormund.
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Bei der gesetzlichen Vormundschaft (''tutela legitima'') der Zwölf Tafeln wurde bei Freigeborenen der gradnächste Agnat (''agnatus proximus'', dh der Bruder, Onkel usw), ''ipso iure'' (dh ohne besondere Berufung oder Bestellung) zum Vormund eines Mündels. Frauen konnten keine Vormundschaft führen, da sie selbst unter Vormundschaft standen. [[Freigelassene]] erhielten den Patron oder dessen Abkömmlinge zum Vormund.
  
 
Schon die Zwölf Tafeln kannten neben der tutela legitima die ''tutela testamentaria''. Der Pater familias konnte durch Testament einen Tutor für jene Gewaltunterworfenen bestimmen, die durch seinen Tod gewaltfrei würden, aber noch unmündig waren. Der durch Testament bestimmte Tutor ging dem gesetzlichen Tutor vor. Beachte auch die [http://pages.imperium-romanum.info/wiki/index.php/Diverse_Gesetze#Lex_Atilia Lex Atilia]
 
Schon die Zwölf Tafeln kannten neben der tutela legitima die ''tutela testamentaria''. Der Pater familias konnte durch Testament einen Tutor für jene Gewaltunterworfenen bestimmen, die durch seinen Tod gewaltfrei würden, aber noch unmündig waren. Der durch Testament bestimmte Tutor ging dem gesetzlichen Tutor vor. Beachte auch die [http://pages.imperium-romanum.info/wiki/index.php/Diverse_Gesetze#Lex_Atilia Lex Atilia]
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=Tutela Mulierum=
 
=Tutela Mulierum=
  
Frauen waren bis in die Kaiserzeit nicht voll geschäftsfähig, sie standen auch nach erreichter Mündigkeit (12 Jahre) unter Vormundschaft. Die ''tutela mulierum'' wurde stärker als die tutela impuberum im Eigeninteresse des Vormunds geführt (der als gradnächster [[Agnat]] häufig bestrebt gewesen sein wird, sein Intestaterbrecht zu schützen). Schon zu Beginn der klassischen Zeit hat jedoch die Frau ihr Vermögen selbst verwaltet, der Tutor mußte lediglich zu bestimmten Geschäften (etwa Veräußerung von ''res mancipi'') seine ''auctoritas'' erteilen (und konnte dazu unter Umständen vom Prätor gezwungen werden).
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Frauen waren bis in die Kaiserzeit nicht voll geschäftsfähig, sie standen auch nach erreichter Mündigkeit (12 Jahre) unter Vormundschaft. Die ''tutela mulierum'' wurde stärker als die tutela impuberum im Eigeninteresse des Vormunds geführt (der als gradnächster Agnat häufig bestrebt gewesen sein wird, sein Intestaterbrecht zu schützen). Schon zu Beginn der klassischen Zeit hat jedoch die Frau ihr Vermögen selbst verwaltet, der Tutor mußte lediglich zu bestimmten Geschäften (etwa Veräußerung von ''res mancipi'') seine ''auctoritas'' erteilen (und konnte dazu unter Umständen vom Prätor gezwungen werden).
  
 
Die Berufungsgründe zur Frauenvormundschaft sind dieselben wie die zur tutela impuberum. Die Ehegesetzgebung des Augustus befreite Frauen mit ''ius liberorum'' von der Vormundschaft. Die tutela legitima wurde durch eine Lex Claudia (1. Jh n Chr) aufgehoben, bei der tutela testamentaria konnte der Frau ein Wahlrecht bezüglich der Person ihres Tutors eingeräumt werden. Magistratische Vormundbestellung erfolgte in der Kaiserzeit nur mehr auf Antrag der Frau.
 
Die Berufungsgründe zur Frauenvormundschaft sind dieselben wie die zur tutela impuberum. Die Ehegesetzgebung des Augustus befreite Frauen mit ''ius liberorum'' von der Vormundschaft. Die tutela legitima wurde durch eine Lex Claudia (1. Jh n Chr) aufgehoben, bei der tutela testamentaria konnte der Frau ein Wahlrecht bezüglich der Person ihres Tutors eingeräumt werden. Magistratische Vormundbestellung erfolgte in der Kaiserzeit nur mehr auf Antrag der Frau.
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=Cura Furiosi, Cura Prodigi=
 
=Cura Furiosi, Cura Prodigi=
  
Bereits zur Zeit der Zwölf Tafeln standen Geisteskranke (''furiosi'') und Verschwender (''prodigi'') unter der ''cura'' (Pflegschaft) ihrer gradnächsten [[Agnat]]en. Fehlt es an einer tauglichen Person aus diesem Kreis, so bestellte der Magistrat (Prätor) einen ''curator''. Diesem oblag als Treuhänder die Verwaltung des Vermögens seines Pfleglings. Bezüglich des entmündigten Verschwenders beschränkt sich die cura auf das geerbte Familienvermögen.
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Bereits zur Zeit der Zwölf Tafeln standen Geisteskranke (''furiosi'') und Verschwender (''prodigi'') unter der ''cura'' (Pflegschaft) ihrer gradnächsten Agnaten. Fehlt es an einer tauglichen Person aus diesem Kreis, so bestellte der Magistrat (Prätor) einen ''curator''. Diesem oblag als Treuhänder die Verwaltung des Vermögens seines Pfleglings. Bezüglich des entmündigten Verschwenders beschränkt sich die cura auf das geerbte Familienvermögen.
  
  
 
=Cura Minorum=
 
=Cura Minorum=
  
Unter den ''puberes'' unterschied man zwischen ''puberes minores'' und ''maiores XXV annis''. Bei den gewaltfreien minores (Minderjährigen über 14 aber unter 25 Jahren) bestand im Geschäftsleben die Befürchtung, daß sie übervorteilt würden, weil sie unerfahren oder leichtsinnig waren. Siehe dazu die [[Diverse_Gesetze#Lex_.28P.29Laetoria|Lex Laetoria]]
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Unter den ''puberes'' unterschied man zwischen ''puberes minores'' und ''maiores XXV annis''. Bei den gewaltfreien minores (Minderjährigen über 14 aber unter 25 Jahren) bestand im Geschäftsleben die Befürchtung, daß sie übervorteilt würden, weil sie unerfahren oder leichtsinnig waren. Siehe dazu die [http://pages.imperium-romanum.info/wiki/index.php/Diverse_Gesetze#Lex_Laetoria Lex Laetoria]

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