Waffen

Aus Theoria Romana
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Die Bewaffnung eines römischen Soldaten bestand aus mehreren Teilen und lässt sich grob in aktive Angriffs- und passive Schutzbewaffnung aufteilen. Insbesondere im Fall des auch aktiv einsetzbaren Schildes ist diese Trennung jedoch nicht ganz einfach. Ferner lässt sich die Bewaffnung teilweise unterschiedlichen Truppentypen zuordnen, da sich Kampfweise und Ausstattung von leichter und schwerer Infanterie sowie der Reiterei unterscheiden.

Eine Uniformität der Ausrüstung innerhalb einzelner Einheiten hat es in der römischen Armee nicht gegeben. Die allgemeine Bekleidung, Blankwaffen, Helm und Körperpanzerung waren Eigentum der jeweiligen Soldaten und somit privat finanziert. Rekruten konnten entweder gebrauchte Ausrüstungsteile von Veteranen aufkaufen und weiterverwenden oder in der Werkstatt ihrer Einheit neue Ausrüstung bestellen, für die dann im Laufe ihrer Dienstzeit ein Teil ihres Soldes einbehalten wurde. Daher traten stets Waffen unterschiedlicher Herkunft und Herstellungsweise nebeneinander auf. Zur Zeiten der Wehrpflichtarmee der Republik ist diese Tatsache selbstverständlich, aber auch nach der Heeresreform des Marius änderte sich an dieser Praxis nichts grundlegendes. Unzählige archäologische Fundstücke tragen Namensinschriften von Soldaten, die die Stücke einer bestimmten Person zuordnen. Die juristische Diskussion, ob es sich deshalb um Eigentum der Soldaten oder Staatseigentum im Besitz der Soldaten handelte kann nicht endgültig entschieden werden, doch bis ins 3. Jh. n. Chr. scheinen beide Formen nebeneinander existiert zu haben, allerdings mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem Privateigentum. Auf einigen Papyri dieser Zeit ist die Einbehaltung von Teilen des Soldes als Kaution oder Abzahlungsrate überliefert. In seltenen Fällen ist von einmaligen Waffenspenden eines Kaisers an verdiente Einheiten auszugehen, sie stellen aber nur einen Bruchteil des Waffenarsenals. Sehr viel zahlreicher sind die Quellen, die Waffen als Privateigentum der Soldaten ausweisen. Schriftliche Beispiele finden sich bei Plinius dem Jüngeren ("Metilius Crispus hatte ich eine Zenturionenstelle besorgt und ihm bei seiner Ausreise noch 40.000 Sesterzen gegeben, um sich auszustatten und auszurüsten...", Epist. 6, 25) und Tacitus ("Für wahr, der Kriegsdienst sei doch schon an sich schwer und bringe nichts ein. Auf zehn As pro Tag wird Leib und Leben geschätzt, davon müssen sie Bekleidung, Waffen und Zelte bezahlen ..."', Annales 1, 17) sowie in privaten Briefen des 2. und 3. Jh., die Anleihen der Soldaten untereinander oder Geldspenden von Freunden für den Waffenkauf nennen. Insbesondere prunkvolle Paraderüstungen finden sich meist im Fundgut zerstörter Villae Rusticae, auf die sich Veteranen nach ihrem Ausscheiden aus der Armee zurück gezogen und dorthin ihr Eigentum mitgenommen haben.

Angriffsbewaffnung

Blankwaffen

Die übliche Blankwaffe des antiken Kämpfers ist das Schwert. In der römischen Armee ist zwischen dem Gladius als Kurzschwert und der Spatha als Langschwert zu unterscheiden, da sie von unterschiedlichen Truppentypen verwendet wurden und unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten boten. Das Kurzschwert kommt als Stichwaffe im engen Formationskampf zum Einsatz, während das Langschwert als Hiebwaffe in offenen Formationen oder vom Pferd herab zum Einsatz gebracht wird. Zusätzlich kommt mit dem Pugio ein Stossdolch hinzu, der aber nicht zur Grundausstattung eines Soldaten gehörte.

Blankwaffen werden von den Soldaten in einer Scheide steckend am Gürtel oder einem Schwertgurt getragen. Auch der ungerüstete Soldat im leichten Arbeitsdienst führte in der Regel seine Blankwaffe mit sich. Lediglich wenn sie im schweren Arbeitsdienst störte, wurde sie abgelegt. Prätorianer tragen ihre Blankwaffen in der Stadtuniform verdeckt unter der Toga oder einem Mantel.

Stangenwaffen

Die römische Armee kannte zwei Tpyen von Stangenwaffen: die im Kampf als Stosslanze geführte Hasta und das als Wurfspeer verwendete Pilum. Wie bei den Blankwaffen liegen diesen beiden Typen unterschiedliche Einsatzbereiche und Aufgaben zugrunde. Lanzen dienen im Formationskampf und insbesondere im Kampf gegen Reiterei als Hauptwaffe, wenn der Gegner auf Distanz gehalten werden soll, um dessen Schwertern zu entgehen. Speere dienen in der Gefechtseröffnung dazu, den Schwung eines feindlichen Angriffs zu brechen oder einen eigenen Vorstoß vorzubereiten.

Die Stangenwaffen wurden von den Soldaten nur im Einsatz, beim Exerzieren und im Wachdienst geführt. Abkommandierte Legionseinheiten, die als Wachpersonal am Sitz des Statthalters oder als Straßenposten dienten, trugen häufig ebenfalls eine Hasta statt des Pilum, da dieses nur für den Einsatz in der Schlacht ausgelegt ist. Die sogenannten Beneficiarierlanzen zeichnen sich durch besonders kunstvoll gestaltete Spitzen aus und kamen wohl nur sehr selten zum Einsatz gegen Menschen.

Fernwaffen

Die römische Armee ist mit der schweren Legionsinfanterie auf den direkten Nahkampf ausgelegt, verfügt aber dennoch über verschiedene Fernwaffen, die entweder von den Hilftruppen vor und während einer Schlacht eingesetzt werden oder die zur Verteidigung von Lagern und sonstigen Stellungen dienen. Einfach in der Herstellung und platzsparend im Transport waren kleine Schleudergeschosse, wobei der Umgang mit einer Schleuder bereits etwas Übung erforderte. Ebenfalls mit einer Schleuder oder auch von Hand geworfen wurde das Iaculum als kurzer Wurfspeer. Seine Reichweite wird kaum höher gewesen sein als die des bereits unter den Stangewaffen genannten Pilum, aber es diente dazu, den Gegner direkt zu verletzen. Die komplexeste Fernwaffe war der Reflexbogen, der meist nur von speziellen Einheiten eingesetzt wurde.

Fernwaffen werden je nach Lage im Einsatz oder Wachdienst und in der Ausbildung mitgeführt. Die Munition wird als Massenware in den Werkstätten des Militärs produziert und in Köchern bereit gehalten.

Schutzbewaffnung

Schilde

In der römischen Armee kommen zwei verschiedene Arten von Schilden zum Einsatz: das gewölbte, rechteckige Scutum der Legionen und die flache, ovale oder runde (selten auch sechseckige) Parma in allen anderen Truppengattungen. Die Schilde wurden aus verleimten Schichtholz hergestellt und mit einem Kantenschutz aus dünnem Metall versehen. Auf der Außenseite ist durch die Schildbemalung in der Regel die Einheit des Trägers zu erkennen. Schilde mit massiven Metallbeschlägen oder Schilde aus Metallblechen verboten sich sowohl aus Kosten- als auch Gewichtsgründen.

Die Schilde dienen als aktiv einsetzbarer Schutz gegen Fernwaffen und zum Parieren von Nahkampfangriffen. Im Formationskampf kommt ihnen zudem Bedeutung beim Bilden von geschlossenen Formationen zu. Insbesondere die Legionen setzen ihre Schilde auf vielfältige Weise in allen Kampfsituationen ein.

Der Schild wird nur im Kampfeinsatz, beim Exerzieren und im Wachdienst geführt. Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz wird er außerhalb vom Kampfeinsatz und von Paraden mit einer ledernen Hülle geschützt.

Helme

Der Helm (lat.: cassis oder galea) ist der wichtigste Bestandteil der passiven Schutzbewaffnung, um tödliche Kopfverletzungen zu vermeiden. Im Laufe der römischen Geschichte wurden zahlreiche Helmtypen entwickelt und immer wieder verbessert, um den Trägern optimalen Schutz zu gewährleisten. Grundsätzlich ist zwischen Infanteriehelmen und Kavalleriehelmen zu unterscheiden. In der Kaiserzeit unterscheiden sie sich vor allem durch den breiten Nackenschirm und den Stirnschutz der Infanteriehelme, die bei der Kavallerie fehlen. Frühe Helmtypen weisen diese Merkmale auch bei den Infanterie noch nicht auf und verfügen auch nicht über die später hinzugefügten Wangenklappen, mit denen der Helm den Kopf fast vollkommen umschließt.

Helme werden nur im Kampf, beim Exerzieren und im Wachdienst getragen. Bei Paraden können Helme durch das Aufsetzen einer Helmzier (lat.: crista) aus Rosshaar oder Federn geschmückt werden. Der Centurio trägt die crista transversa (den quergestellten Helmbusch) und ist damit auch von weitem optisch zu erkennen. Die Helme von Feldzeichenträgern und Signalbläsern verfügen über spezielle Halterungen, um Tierfelle auf dem Kopf zu befestigen. Hohe Offiziere verzichteten gelegentlich ganz auf das Tragen eines Helmes oder bevorzugten Helmformen nach alten griechischen Mustern.

Körperpanzerung

Die Körperpanzerung beschränkt sich in der römischen Armee des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. weitgehend auf den Schutz des Oberkörpers. Ausgehend von einfachen Metallplatten als Brustschutz aus der Frühzeit der Republik wurden im Laufe der Zeit komplexere Panzerformen von anderen Völkern übernommen oder von den Römern selbst entwickelt. In der Kaiserzeit ist die römische Armee fast ausnahmslos mit der Lorica Hamata (Kettenhemd) und der Lorica Segmentata (Schienenpanzer) ausgestattet. Hinzu kommt die Lorica Squamata (Schuppenpanzer) bei einigen Hilftruppenarten und bei Offizieren. Letztere nutzen gelegentlich auch modellierte Brustpanzer aus Metallblech nach griechischem Vorbild. Die Verwendung von Beinschienen und flexiblen Armschützern setzt im 2. Jahrhundert n. Chr. ein und ist je nach Kampfweise des Gegners regional unterschiedlich stark verbreitet.

Die Körperpanzerung wird nur im Kampf, beim Exerzieren und zum Wachdienst getragen.