• Cinna drängte Miriam vor sich zu den Stufen zum Keller hin. Sie war ganz hysterisch geworden. Einmal bekam er ihre Faust gegen den Oberarm, einmal in die Halsbeuge und mehrere Male irgendwohin - aber er zuckte nicht einmal. Sein Körper stand so unter Spannung, dass er für ihre Gegenwehrversuche nur ein rasselndes Lachen übrig hatte. Sie konnte von Glück reden, dass er sie nicht einfach die Stufen runterfallen ließ. Trotzdem nahm er keine Rücksicht und ging so schnell er es wollte, sodass sie sich unweigerlich verhaspeln oder sogar fallen musste. Im Vorübergehen schnappte er sich eine Fackel, denn dort unten war es dunkel. "Iason! Turia! Soll ich euch etwa einzeln hier herunterzerren?!", schrie er zornig, weil die Sklaven sich Zeit ließen. Er führte Miriam zu einer Art Nische, steckte dort die Fackel in eine Wandhalterung und riss der Sklavin kurzerhand mit einem Ruck an der Tunika, sodass er sie gleich darauf in der Hand hielt. So, wie sie war, stieß Cinna sie in die Ecke gegen das Gemäuer, versperrte ihr den Ausweg und machte sich daran, zwei lange Bänder aus dem billigen Stoff zu reißen, wobei er der Sklavin einen eisigen Blick zuwarf.

  • Iason betrat den Cellar hinter Cinna. Auch Turia war hinzugekommen und versteckte sich etwas hinter ihm. Sie wagte es nicht, aufzublicken.
    Iason hingegen sah Cinna bei seinem Treiben zu. Als er Miriam die Kleider vom Leib riss, fürchtete er schon, Zuschauer einer Vergewaltigung zu werden.
    Was im Namen der Götter hatte all das mit ihnen zu tun? Hatte er sich jemals widersetzt? Oder Turia? Sie würde sicherlich einen weitaus größeren Schaden davontragen als er.
    Offensichtlich hatte er irgendetwas gemeines vor, dieser Barbar. Dass so etwas in diesem Hause geschehen würde, hätte sich Iason vor kurzer Zeit nicht einmal träumen lassen.

  • Ihr ganzes Wehren brachte rein gar nicht, denn er war einfach stärker als sie und hatte noch nicht einmal den Hauch einer Chance sich zu befreien. Bei den Treppenstufen nahm er genausowenig Rücksicht auf das Mädchen wie zuvor auch. Sie knickte einige Male um und konnte nur noch humpeln, da sie sich den rechten Fuß verknackst hatte. Das Gefühl, dass sie bald keine Haare mehr auf dem Kopf haben würde legte sich erst, als er nach einer Fackel greifen musste und somit ihre Haare los ließ. Gefallen war sie zum Glück nicht, denn immer hielt sie sich mit den Händen an der Wand und schlug dafür mit dem Kopf einige male dagegen.
    Keuschend kam sie am Ende der Treppe an und hastig ging ihr Blick hin und her. Sie konnte gar nicht so schnell schauen, da fand sie sich in der Nische wieder und dann das Geräusch als er ihr die Tunika vom Leibe riss. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und nachdem er sie gegen die Wand gestoßen hatte stand sie da wie ein in die Enge getribenes Tier. Miriam hatte nicht den Hauch einer Möglichkeit an ihm vorbei zu gehen oder ihm auszuweichen was immer er auch vor hatte. Ihre Hände strichen über die kalte Mauer und sie presste ihren nackten Körper dagegen und sah mit großen Augen zu, was er da machte. Egal was passieren würde, sie würde sich mit Hand und Fuß wehren, denn sie hatte keine Ahnung was das werden sollte. "Denkt an meine Worte" flüsterte sie fast nur noch.

  • Hinter ihm waren wohl endlich die Sklaven aufgelaufen. "Sklave, hol die Peitsche!", befahl er. Er hatte zwei schöne lange Streifen aus dem Stoff gerissen. Sie würden ihren Zweck erfüllen. Sein Blick wanderte kurz an Miriams Körper herab, aber er war kein Barbar, der sich an einer Sklavin vergehen würde, ehe er auf sie zuging. Einen der Streifen steckte er sich zwischen die Zähne. Dann griff er nach einem von Miriams Handgelenken. Natürlich würde sie es ihm nicht einfach überlassen, also drehte er sie unter Gewaltanwendung herum und drückte sie gegen die kalte Mauer. "Du solltest deine Zunge zügeln oder ich schneide sie dir heraus...", flüsterte auch er. Einen Arm bog er ihr auf den Rücken, wand die Finger brutal um ihr Handgelenk und knotete den Streifen fest darum. Gewissenhaft sorgte er dafür, dass sie ihn nicht würde lösen können. Dann nahm er den zweiten Streifen und wiederholte die Prozedur. An den Stofffetzen hielt er sie schließlich fest und warf sie herum. "Iason!", bellte er und erwartete ungeduldig die Ankunft der Peitsche.

  • Ihre Augen waren weit aufgerissen, als auch die anderen beiden Sklaven ankamen. In ihren Augen stand neben ihrem Hass und Trotz vielleicht auch noch so etwas wie Hilfe, aber sie würde die anderen nie um so etwas bitten, vor allem weil es eh keinen Sinn machen würde. Nur noch weiter drängte sie sich an die kalte Mauer die ihr keinen Schutz bieten wollte. Der Blick von Cinna wiederte sie an, aber sie hatte Glück, dass er nicht so einer war wie andere, die ihre Sklaven schändeten. Sogleich als er auf sie zutrat begann sie sich zu wehern wurden aber rumgedreht und mit Gewalt gegen die Wand gepresst. Ihr Gesicht lag auf dem Stein und sie biss die Zähne zusammen, als er ihr Handgelenk schmerzhaft verdrehte und sie dem nicht entgegen wirken konnte.
    Unter großer Anstrengung erwiderte sie noch etwas auf seine Worte, als sie spürte wie er die Streifen um ihre Hände band mit denen sie sich wehrte aber keine Chance hatte. "Passt ebenso auf eure Zunge auf oder auf Menschen die euch lieb sind." Miriam stöhnte auf, als die Bänder in ihre Handgelenke schnitten.
    Vor Überraschung konnte sie sich nicht mehr abfangen, als er sie wieder rumwarf und prallte mit der Seite gegen die Wand gegen die sie noch eben gedrängt wurde.
    Ihre Hände hatte sie dicht neben ihrem Körper anliegen und kam in Versuchung zu versuchen die Fesseln zu öffnen auch wenn Cinna direkt vor ihr stand.

  • Cinna antwortete nicht erst. Das, was jetzt folgen würde, wäre Strafe und Warnung genug, dachte er. Er sah an die Decke, wo an einer Stelle ein Eisengitter eingesetzt war, das der Luftzirkulation diente. Dorthin schubste er die Sklavin, riss einen ihrer Arme hinauf und machte sich daran, das Ende des Stoffstreifens daran zu knoten. Schließlich hing sie am Eisengitter; ihre Füße standen gerade noch so auf dem sandigen Boden.
    Iason kam mit der Peitsche, Cinna nahm sie ihm fahrig ab und ging um Miriam herum, damit er sie ansehen konnte. "Du drohst mir?" Er ließ die Peitsche über den Boden züngeln und wollte sich mit dem Blick in den Kopf der Sklavin bohren. "Ich warne dich, du undankbares Balk einer Hure! Ich werde dir zeigen, was passieren wird, solltest du auch nur noch einmal eine Drohung andeuten oder einen Befehl nicht ausführen! Egal ob bei mir, einem meiner Brüder oder einer der Frauen - du wirst es schneller bereuen, als du um Verzeihung betteln kannst!" Damit warf er den beiden anderen Sklaven einen vielsagenden Blick zu, holte aus und ließ den Lederstreif das erste Mal auf Miriams bloßen Rücken zecken. Dann ein zweites Mal und ein drittes Mal.

  • Iason gab ihm die Peitsche. Es hatte ohnehin keinen Sinn, sich aufzulehnen. Je schneller die Prozedur begann, desto schneller ging sie zu Ende.
    Als die Peitsche auf den Rücken von Miriam knallte, schloss er die Augen. Es war grausam genug, eine Auspeitschung anzuhören. Turia krallte sich in seine Tunika. Beim dritten Schlag entkroch ihr ein leises Wimmern.
    Iason dachte darüber nach, sie in den Arm zu nehmen. Turia vertrug harte Behandlung in keinster Weise...

  • Zu spät erkannte Miriam was Cinna nun vor hatte und wurde wieder geschubst und ein stechender Schmerz in ihren Armen ließ sie aufschreien. Sie hatte das gefühl ihre Arme würden abgerissen so grob zerrte er sie nach oben und als sie den Kopf hob und nach oben schaute, sah sie, dass er sie an dem Gitter fest band. Miriam hatte Probleme überhaupt noch auf dem Boden zu stehen und wackelte ziemlich.
    Ihr Kopf lag an ihrem Arm und sie schaute auf die Peitsche, die Cinna nun in seine Hand nahm. Mit den Händen umklammerte sie je einen Strang und sie konnte nur noch durch ihren Mund atmen. Es verletzte sie wie er ihre Mutter beleidigte und noch einmal loderte etwas wildes in ihren Augen auf und sie begehrte noch einmal auf und schrie ihn an.
    "Du und deine Frau, die sicher nicht besser ist, sollen auf ewig verdammt sein."
    Miriam riss an den Fesseln, die sich nur noch schlimmer in ihre Haut schnitten und schrie auf, als die Peitsche sie traf und wieder und wieder. Der Schmerz schien bis in die Knochen zu gehen und sie spürte wie die Peitsche sich in ihre Haut drückte bei jedem Schlag aufs neue. Das Luft holen war eine Qual, wie auch das weitere Stehen zu Qual wurde und sie alle Kräfte mobilisieren musste die sie noch hatte. Nun liefen ihr Tränen über das Gesicht, welches blau und grün war.

  • Cinna wiederholt die Dreierschlagfolge ein weiteres Mal, jedoch extra scharf, nachdem ihre Worte sich wie Gift in sein Bewusstsein fraßen. "Schweig und bete, dass ich dich nicht umbringe!", hatte er sie angebrüllt, dann zeckte der Lederstriemen auf ihren Rücken und hinterließ rote Risse in der blassen Haut. Cinna biss die Kiefer so sehr aufeinander, dass die Knochen deutlich hervortraten, während er wieder ausholte. Er hörte ihr Ächzen, ihr Schluchzen und verhaltene Schreie, sah ihren Körper zucken und an dem Gitter baumeln. Aber noch bebte er vor Zorn und noch würde es sie nicht umbringen.
    Er hielt die Peitsche still und ging um sie herum. Er wollte, dass sie ihn ansehen musste, wollte ihr geschundenes Gesicht sehen und den Schmerz, den er verursachte. Geradezu sacht ließ er den Lederstreif über ihre Schulter rutschen, sodass er über die frischen Wunden züngeln konnte, als wäre es eine Schlange. "Was sagst du nun, Sklavin? Sieh mich an! Jedes mal, solltest du jemandem in meinem Beisein widersprechen, werde ich dich hier herunterschleifen und die Peitsche schwingen, bis du nicht mehr um Erbarmen bitten kannst. Schlag für Schlag werde ich dir deine Dummheiten schon noch austreiben! Hast du mich verstanden?!"

  • Iason hatte die Augen aufgemacht, als er keine Schläge hörte. Er sah, wie der Barbar sich am Leid seines Opfers weidete. Turia versteckte ihr Gesicht in seiner Tunika und er wandte sich um und nahm sie in den Arm.
    Leise flüsterte er ihr zu
    "Still, es wird bald vorbei sein!"
    Allerdings war es doch etwas laut gewesen und seine Worte wurden durch ein Echo reflektiert, so dass Cinna es sicher gehört hatte.
    Er blickte rasch auf, um dessen Reaktion zu sehen. Er überlegte, ob der Schinder nicht zu beschäftigt damit war, Miriam zu verhöhnen.

  • Sie hing fast nur noch an dem Gitter, als unter diesem zu stehen und man konnte feine Rinnsale Blut sehen, die von beiden handgelenken hinab über ihre Arme flossen da sich die Fesseln in ihre Haut schnitten.
    Ihre Schreie hörte sie schon gar nicht mehr und auch die Schmerzen schienen auf einmal wie weit weg zu sein, einzig und allein die ANwesenheit des Barbaren spürte sie .



    Die Pause tat gut und sie wusste nicht ob noch mehr kommen würde, was natürlich ihre Angst schürte. Seine Schritte hallten schon fast und sie hielt die Luft an, als die Peitsche langsam und schon fast sachte über ihren Rücken strich und Cinna nach vorne kam. Das Pochen ihres Herzens schallte in ihren Ohren wieder und das Rauschen des Blutes konnte sie auch hören. Mit Tränen verschmiertem Gesicht sah sie ihn an auch wenn es sie ungeheure Kraft kostete und sie ihm liebend gerne nicht gehorscht hätte. Ein paar Tränen liefen ihr die Wangen hinunter und sie wollte nicht wissen wie ihr Rücken aussah, aber nach den Schmerzen zu urteilen sicher nicht gut. Miriam sah ihm direkt in die Augen und spürte nur Hass....blinden Hass auf den Mann.....sie spukte ihm ins Gesicht.

  • Er hörte die Sklaven hinter sich tuscheln und riss einen Arm hoch, damit sie das unterließen. "Schweigt! Oder ihr bekommt die Peitsche in die Hand und müsst selber ein paar Schläge austeilen!", sagte er mit toternster Stimme, ohne sich umzuwenden, denn er wollte den Blick nicht von Miriam nehmen. Er bewegte die Peitsche leicht, dass sie sich über den Rücken drehte, als sie den Blick hob und ihn anspuckte. Cinna stand wie versteinert da, starrte die Sklavin mit neu entfachter Wut an - bebend, als würe er von einem Erdbeben geschüttelt. Dann lachte er rasselnd, wischte sich die Spucke von der Wange, holte aus und Schlug Miriam mit voller Gewalt ins Gesicht. "Na schön....", flüsterte er, ging wieder um Miriam herum und entlud seinen Zorn, indem er die Peite mal um mal auf ihren Rücken niedergehen ließ. Sie schrie, sie wurde herumgeschleudert, sie sackte zusammen - aber er würde nicht aufhören, bis sie an dem Gittern hing und sich nicht mehr rührte.

  • Sofort verstummte Iason. Auch Turia wagte nicht, etwas zu erwidern. Sie presste nur ihr Gesicht auf Iasons Arm, als Cinna erneut auf Miriam einprügelte, als sei er wahnsinnig geworden. Iason war noch zu erstaunt. Miriam hatte ihn auchnoch angespuckt! Sie hatte es tatsächlich gewagt, aus ihrer Position heraus weiterhin Widerstand zu leisten. Er schwankte zwischen Bewunderung und Mitleid für die aufmüpfige Sklavin.

  • Der Schlag den er ihr versetzte ließ sie fast das Bewusstsein verlieren so fest war er. Miriam verlor den letzten Halt den sie noch hatte, denn ihre Beine gaben nach und sie hing nur noch an den Handgelenken. Ihre Finger versuchten verzweifelt an den Strängen einen angemessenen Halt zu finden, aber es schien vergebens, denn die nächsten Schläge mit der Peitsche trieben ihr die Luft aus der Lunge. Immer wieder schrie sie, wobei ihre Schreie nicht mehr an Kraft hatten und nur noch leise waren. Kurz streifte ihr Blick die anderen beiden Sklaven und dann sackte ihr der Kopf auf das Brustbein. Leise konnte man nur noch ihr Wimmern hören. Miriam selber hing nur noch gepeinigt an den Stoffbahnen, ein fast lebloser und erschöpfter Körper.
    Ihre Lippen formten die Worte ´Bitte aufhören´aber es gelang ihr nicht einen Ton hervor zu bringen.
    Durch den Schlag kurz zuvor in ihr Gesicht war ihre Lippe aufgeplatzt und ihr lief das Blut am Mund hinunter. Ihr Gesicht war regelrecht unkenntlich und ihr Rücken eine offene Wunde, dazu kamen ihre wunden Handgelenke an denen sie hing.

  • Sie hing schon nur noch, aber Cinna setzte ihr noch einmal nach und noch einmal. Sein Blick war grimmig, aber dann hielt er inne und senkte die Peitsche. Genug. Er trat vor Miriam, hob unsanft ihr Kinn, um ihr tränennasses, dreckverschmierten, grün- und blau geschlagenes Gesicht anzusehen und ließ den Kopf mit einem Rucken und begleitenden Murren einfach fallen. Die Peitsche in eine Ecke feuernd wandte er sich zu den anderen beiden herum. "Dass ihr mir wisst, dass ich so mit jedem von euch verfahren werde, der es wagt, das Wort gegen die Petronier zu erheben! Und wehe, es passiert irgendetwas, das dieses Miststück angedroht hat... Wird meiner Frau auch nur ein Haar gekrümmt, werdet ihr alle dafür büßen müssen! Verstanden?!" Cinna blökte die beiden Sklaven an, auch wenn sie bislang nach seiner Zufriedenheit gespurt hatten. Dann brach eine Welle des Kopfschmerzes über ihn herein. Er nickte Iason zu, als er an ihm und Turia vorüberging, um den Keller zu verlassen. "Bringt sie in die Sklavenunterkünfte."

  • Iason sah Cinna voller Hass hinterher. Er wollte den Zusammenhalt der Sklaven brechen. Ein Vergehen, alle bestrafen! Dieser Mensch erfreute sich an der Zwietracht - er war ein böser Mensch. Trotzdem mussten sie mit Miriam reden. Er wollte nicht an ihrer Stelle hängen.
    Er hob Miriam vorsichtig hoch und trug sie langsam in die Sklavenunterkunft. Danach würde er das Blut im Keller aufwischen. Das war nicht die Arbeit, die zu Turia passte...

  • Iason betrat erneut den dunklen Cellar. Er wirkte fast unheimlich. Noch immer hingen Miriams Fesseln am Gitter und die Fetzen ihrer Kleidung lagen herum.
    Vor Iasons Augen flog noch einmal die ganze Auspeitschung vorbei.
    Dann stellte er den Eimer mit dem Lumpen ab und kniete nieder. Es war nicht ganz so viel Blut, wie er befürchtet hatte. Aber es war getrocknet.
    Er begann, mit dem Lappen über das Blut zu wischen. Es löste sich kaum etwas. Iason fluchte. Es würde noch eine längere Arbeit werden...

  • Eines Morgens ging Iason die Stufen zum Cellar hinab. Die Tritte hallten laut. Die Stufen waren etwas feucht und um ein Haar wäre er ausgerutscht.
    Er wollte etwas für das Frühstück suchen - normalerweise machte das Ria, noch bevor er aufstand, aber sie hatte es heute früh wohl vergessen...
    Als die Treppe eine Biegung machte, sah er im Schein des Öllämpchen etwas dunkles am Boden liegen. Er eilte hinab und plötzlich glitt ein Fuß von der Stufe. Ohne irgendetwas dagegen unternehmen zu können, fiel er auf die harten Stufen und konnte sich mit den Händen an den nahe beeinander stehenden Wänden abbremsen. Trotzdem rauschte er in das Bündelchen am Boden und fiel darauf. Es war kalt und ... ein Mensch!
    Iason war geschockt. Er lag auf einer Leiche! Ein Blick zum Kopf des Toten zeigte ihm auch, wer es war: Ria! Von ihrem Hals zog sich eine Blutspur zum Boden - nur als schwarze Linie auf der grauen Haut erkennbar.
    Iason entfuhr ein Schrei.
    "AHHHHHHHH!"
    Der Anblick eines Toten war es nicht, was ihn völlig aus der Fassung brachte: Ria war es und dass er auf ihr lag! So sprang er rasch auf und presste sich an die Wand, die Tote nicht aus den weit aufgerissenen Augen lassend.

  • Varus war gerade aufgestanden und hatte sich rasiert, als er den Schrei vernommen hatte. Mit der Klinge war er vor Schreck abgerutscht und hatte sich einen tiefen Schnitt zugezogen. Dementsprechend verärgert war er auch, als er nun die Stufen herunterstapfte und ein weißes Tuch mit roten Blutflecken an seinen Hals drückte.
    "Iason! Was soll denn das Geschrei? Kannst du nicht einfach - - "
    Jetzt sah er Iasons Blick, aber nicht Rias Körper. Er runzelte die Stirn und blieb mitten auf der Treppe stehen.
    "Was hast du denn, Junge?"

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