[Umland] - Das Lager der Cohors II Balearum

  • *wundert sich über die Verbeugung des alternden Auguren.*


    "Ich hörte, Ihr hattet Kontakt mit den Verschwörern und ward in der Lage, euch ein Bild vom Zustand innerhalb der Stadt zu machen. ...ja, die Rebellen haben die Stadt fest in ihrer Hand. Die zivile Bevölkerung scheint verängstigt."


    Dann kam er zu dem eigentlichen Anliegen, daß den Auguren hierhergeführt hatte.


    "Göttlicher Beistand hat uns noch nie geschadet. Du sollst allen Handlungsfreiraum kriegen, den Du bekommen kannst. Ich schlage einen Zeitraum von zwei Tagen vor dem Beginn des Angriffs vor, um das Opfer auszuführen. Ist das in Deinem Sinne ?"

  • Während sich die Offiziere im Zelt des Praefecten zurückzogen um sich zu besprechen führten wir die Pferde in die Ställe. Auch wenn die Pferde genügend Pausen erhalten hatten, so waren sie von uns doch geforderte worden und man konnte den Tieren ankennen, dass sie froh waren über die Unterkunft in einem Stall.


    Die Tiere der Cohors und der Praetorianer beschnuperten sich sofort gegenseitig und auch wir begannen Gespräche mit den Miles der Cohors, welche ihren Dienst in den Ställen des Lagers versahen.


    Nebenbei pflegten wir die Tiere:


    "Salve Kameraden"


    begann ich und redete direkt in Richung der Miles der Cohors, welche uns schon beinahe mit kindhaften Interesse musterten


    "mein Name ist Germanicus Maximinianus. Wie ist denn die Lager hier in Corduba."


    Wenn schon die Offiziere Informationen einholten um auf den neuesten Stand gebracht zu werden, so konnten wir dies doch auch. Schließlich wollten wir auch wissen mit was wir es zu tun bekamen.....


  • "Ich werde mit dem Großteil meiner Männer hier vor Ort bleiben und die Lage beaufsichtigen, von daher werden wir uns wohl nicht erst in zwei Wochen wiedersehen."


    Er nahm den Bericht zufrieden zur Kenntnis, verabscheidete sich vorerst vom Kommandeur der Cohors und verließ das Zelt.


    Draußen fertigte er einen kurzen Bericht an, versiegelte ihn und übergab ihn an Decius.


    "Du hast gehört wie die Lage ist und was nun zu tun ist, Optio. Mach dich mit deinem Contubernium auf den Weg zurück nach Tarraco, überbinge dem Praefectus diesen Bericht und richte ihm aus, dass die Cohorten hier vor Corduba benötigt werden. Und beeil dich! Abite!"


    Decius vernahm die Anweiseungen, salutierte und machte sich auf die Suche nach seinen Kameraden. Als er sie gefunden hatte, erzählte er ihnen von der nun anstehenden Mission und trieb sie an, sich sofort abreisefertig zu machen. Seine Kameraden waren von dieser Wendung der Dinge nicht begeistert, hatten sie doch von der vorangegangenen Reise ersteinmal die Nase voll. Aber sie gehorchten ohne Umschweife, und etwa zehn Minuten später standen sie am Tor bereit. Dann machten sie sich auch schon auf den Weg zurück nach Tarraco.

  • Wir waren noch nicht einmal richtig dazu gekommen uns mit den Leuten der Cohors richtig zu unterhalten, als schon unser Optio hereinspaziert kam und neue Befehle ausgab.


    Die Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen, denoch wagten wir es nicht zu murren. Stattdessen ging ich zu meinem Pferd und tätschelte jenes am Hals. Dabei sagte ich zu ihm:


    "Tut mir leid mein Freund, aber auf eine Sonderration Hafer wirst du wohl noch warten müssen."


    Dann begann ich das Zaumzeug wieder anzulegen und begab mich mit meinem Pferd wieder zum Tor. Die anderen Miles taten es mir gleich und so waren wir nach wenigen Minuten wieder abmarschbereit.


  • Sophus nickte. Dann schwieg er einen Moment, in dem er den Kommandanten abschätzend musterte.


    "Ja, ich war in der Stadt. Ich habe auch mit Rebellen gesprochen. Aber was ich gesehen habe bedeutet nichts. Denn ich konnte nur sehen, was man mich sehen ließ. Und wenn die Bevölkerung verängstigt ist, dann ist sie es zu sehr, als dass sie sich mir gezeigt hätte. Oder sie ist nicht verzweifelt genug. Also weiß ich nur so viel wie Ihr. Nicht mehr."


    Seine Stimme war ruhig und langsam. Es war spürbar, dass der Alte seine Worte sehr genau wählte.


    Sim-Off:

    Anrede gewechselt.

  • Sophus rang sich ein kleines, gutmütiges Lächeln ab.


    "Als ich in der Stadt war befand ich mich unter Aufsicht der Rebellen. Ich konnte mich also nicht frei bewegen. Man hat sich, nehme ich an, gehütet, mir einen Ort zu zeigen, an dem ein Unmut des Volkes offenbar würde. Man wollte allgemein vermeiden, dass ich Informationen bekomme. Davon könnt Ihr ausgehen.
    Was ich weiß, ist, dass es keinen Aufstand des Volkes gegen die Rebellen gibt. Aber das seht ihr von hier aus genau so gut. Und ich weiß, dass die Priester der Stadt zumindest ihrer Arbeit nachgehen können. Aber selbst das weiß ich nicht sicher, denn ich weiß nicht, wie viele Priester dort sind. Ich habe nur einen überhaupt gesehen. Möglicherweise sind andere gefangen genommen worden.
    Bedenkt, Kommandant, ich bin kein Spion und kann mich nicht verstecken. Mein Ziel war es, zu sehen, ob die Tempel geplündert und ob die Priester getötet wurden. Beides ist nicht der Fall."

  • "OK, dann ist ja alles gut."


    Ihm wurde das Geschwätz des Alten langsam ein wenig zuwider.


    "Erhabener Augur, trefft Eure Vorbereitungen. Ich werde einige Soldaten abstellen, die Euch bei allem behilfreich sein sollen."


    Dann überlegte er. Die Ankunft dieses zweiten Gastes im Lager brachte ihn in ein echtes Dilemma. Er überlegte, wen er vorziehen sollte, den Tribun oder den Auguren, da es nur ein Gästezelt gab. Er entschied sich dann doch für den Tribunen, da ihm als Militärsperson in einem militärischen Lager Vorrang zu gewähren sei vor jeglichen Zivilisten.


    "Ich werde außerdem veranlassen, daß Ihr eine Unterkunft erhaltet. Es wird alles arrangiert."


    Würden eben die Centurionen etwas zusammenrücken. Deren Unterkunft waren größer und einem Auguren angemessen, auch wenn das Lagerleben in Zelten nur wenig vom Anspruch eines zivilisierten Lebens in einer Großstadt wie Tarraco oder Rom verbarg.

  • "Ich danke euch." sagte Sophus.


    Es waren keine weiteren Worte nötig. Vermutlich hatte er sich nicht eben beliebt gemacht, da die Soldaten den Eindruck haben mussten, dass er Informationen vorenthielt. Aber der Brief des Proconsul und sein Amt schützten ihn. Das sollte reichen.


    "Vale." verabschiedete er sich knapp und verließ das Zelt. Er atmete tief durch. Hoffentlich war diese Zeit nicht zu viel für ihn ...

  • Wenig später machte sich Sophus aus dem Lager auf. Er hatte die abgestellten Soldaten und seinen Begleiter, den Priester des Mars, angewiesen, mit ihm zu kommen und Werkzeuge mitzunehmen. Allzu viele Bäume gab es hier zwar nicht, aber es war auch nicht viel nötig für das, was er plante.
    Sophus war zu Pferde unterwegs, während die Soldaten ihm zu Fuß folgten. Er wollte nicht mit seinem Stand als Augur protzen, allerdings erinnerte er sich an seinen letzten Fußmarsch und ihm erschien daher das Reiten im Trab bedeutend angenehmer, zumal der Pferdekörper ihn in der noch immer kühlen Witterung wärmte.
    Nahe der Straße nach Corduba fanden sie eine alte Eiche, und auch die Stadt war schon aus der Ferne erkennbar. Er wies die Soldaten an, den Baum zu fällen und zu zerkleinern. Das Holz dieses einen Baumes würde ausreichen.
    Man schichtete die abgetrennten Zwerge auf einen Haufen und machte sich dann daran, sie zu entlauben. Zwei der Legionäre waren indessen schon dabei, den Stamm in einzelne Pfähle zu hauen. Dünner, als sie für Palisaden nötig waren, damit sie gut brannten.
    Sophus sah zur Stadt hin, die scheinbar friedlich da lag. Ihm lief ein Schauer über den Rücken bei dem Gedanken, was dort bald geschehen würde. Plünderungen und Morde wären nicht zu verhindern. Das war ihm klar.
    Aus dem Laub und den kleineren Zeigen schichtete man einen ersten Haufen auf, darüber wurden die größeren Zweige geworfen und schließlich die gearbeiteten Pfähle darüber gelegt.
    Sophus wies die Soldaten an, genug Platz zwischen den Schichten zu lassen, damit Luft hindurchkäme und das Feuer atmen könne.
    Dann schickte er einen aus dem Trupp los, ein Opfertier zu suchen. Viel erwartete er nicht, zumal die Legion kaum ein wichtiges Packtier opfern konnte wie einen Ochsen.
    Tatsächlich kam der Legionär mit einem Pferd zurück. Vermutlich war es das Tier eines Dieners, dem es einfach abgenommen worden war. Schließlich war es unwahrscheinlich, dass die Soldaten für Kulthandlungen Vorräte derlei Vorräte hielten.
    Sophus seufzte und sah unwillkürlich in den Himmel. Aber keine Vögel waren zu sehen.
    Er zog einen großen Beutel heraus und legte Weihrauch auf den Haufen, gleichmäßig verteilt. Dann stieg er vom Pferd.
    Er brauchte einen Moment, um sich an die richtigen Worte zu erinnern, ehe er zu murmeln begann und die Soldaten sich um das Holz herum aufstellten.
    Einen von ihnen winkte Sophus heran.
    "Dein Schwert." sagte er sanft. "Ich habe leider keine Opferklinge bei mir."
    Etwas verwirrt reichte der Legionär dem Alten seine Waffe und Sophus nickte ihm zu.
    Er wandte sich um und trat an das Pferd heran, das man ihm gebracht hatte und das noch an den Zügeln gehalten wurde. Es scheute nicht vor der Waffe zurück, offenbar war es schon ein wenig an den Kampf gewöhnt.
    "Agone?" fragte er der Form halber.
    "Age." antwortete der Sacerdos.
    Für einen Moment glitt ein bedauernder Zug über Sophus Gesicht, als er die Klinge an die Kehle des Tieres legte. Dann zog er sie nach hinten und das Eisen schnitt dem nur noch leise schnaufenden Pferd in den Hals. Dann brach es zusammen.
    Er winkte den Sacerdos des Mars heran, der eine Schale an die Wunde legte und das Blut darin auffing.
    Auch der Sacerdos sprach noch einige Verse, um das Opfer für Mars zu weihen, dann schließlich nickte Sophus einem Soldaten zu und nickte.
    "Das Feuer." sagte er.
    Die Feuersteine schlugen gegeneinander und bald sprangen die Funken auf ein wenig Zunder und dann auf das trockene Laub über. Sofort prasselten die Flammen auf und der ganze Trupp trat einen Schritt zurück.
    Mit dem Sacerdos griff Sophus nach der Schale mit dem Blut des Pferdes und schüttete es in die Flammen, wo es verbrannte und mit dem dichten Rauch seinen eigentümlichen Geruch verbreitete. Dennoch war der tylusische Weihrauch noch in der Lage, den unangenehmen Rauch zu überdecken.
    Wieder sah Sophus in den Himmel, wo der Qualm nach oben stieg. Kein Wind. Eine gerade Rauchsäule stieg nach oben.
    "Litatio." murmelte Sophus. Dann breitete sich eine Zeit lang schweigen aus.
    Schließlich kehrte der Trupp in das Lager zurück, während das Feuer noch weiter brannte.
    Welch ein Symbol. dachte Sophus und sah sich noch einmal zur Stadt um.

  • Gegen späten Nachmittag, tauchten am Horizont die ersten Reihen der marschierenden Prätorianerkohorten auf. Auf Grund des relativ kurzen Marschen von dem gestrigen Lager zu dem heutigen direkt bei Corduba, ließ Crassus die Vorhut ausfallen und nur einen großen Zug zusammen marschieren. Einige Zeit, nachdem die Kohorten das erste mal vom Lager der Cohors II zu sehen waren, kamen sie dann die dann direkt vor eben diesem Lager an. Während Crassus die Pioniere zum Ausmessen schickte, steig er schwungvoll von seinem Pferd ab, versammelte seinen Stab und ging mit diesem gemeinsam zum Lagereingang. Der ranghöchste Centurio erhob das Wort: Der Praefectus Praetorio wünscht den Kommandante der Cohors II zu sprechen.

  • Da waren wir also wieder. Nachdem wir bereits die Erkundungsmission ausgeführt hatten führte uns unser Weg nun wieder hierher. Insgeheim hoffte ich diesesmal auf einen etwas längeren Aufenthalt, war mir aber fast sicher das es wohl schon bald gegen die Aufständischen gehen würden.


    Aber alles der Reihe nach. Momentan gab es nur eine Sache die mich wirklich beschäftigten: Meine Beine die höllisch schmerzten und nur darauf warteten endlich etwas entlastet zu werden. Doch zuvor kam noch der Lagerbau, welcher aber in gewohnter Routine normalerweise recht schnell gehen sollte....

  • Die Wache am Tor des Lagers ließ den Praetorianerpraefecten gewähren und geleitete ihn zum Zelt des Kommandanten. Die Pferde wurden zur Versorgung und Pflege in die Ställe geführt.


    Der Kommandant hatte den Praefecten schon erwartet und begrüßte ihn respektvoll.


    "Ave Praefectus Praetorio ! Ich heiße Dich willkommen in Baetica !"


    Er war sich sicher, daß das noch keiner gemacht hatte. ;)

  • Unterdessen, just in diesem Moment als der Praefect der Praetorianer ankam, betrat der Centurio Chaerea das von fünf grimmigen Soldaten bewachte Zelt, indem sich der Verschwörer Decimus Pompeius Strabo aufhielt.


    Der Vorhang wurde beiseite geschoben und der Centurio blickte den auf dem Boden kauernden Sack an.


    "Na, haben wir uns nun ein wenig beruhigt ?" sprach Chaerea in schroffer Manier.


    Er nahm sich einen Schemel und setzte sich drauf. "Wir müssen reden !"


    Dann wartete er auf ein Zeichen des Gefangenen.

  • Etwas ermüdet von der langen Reise folgte Crassus mit seinem Stab der Torwache zum Zelt des Kommandeurs. Er trat ein und begrüßte den Kommandeur. Mit dem Mann hatte Crassus bisher noch nie zu tun gehabt, weshalb er ihn nicht wirklich einschätzen konnte.


    Salve! Danke, allerdings hoffen wir nicht all zulange hier in der Regio bleiben zu müssen.. er lächelte schief und hoffte nun etwas zu Trinken und einen Sitzplatz angeboten zu bekommen.

  • Der Kommandant ließ es sich nicht nehmen, den hohen Gast persönlich zu bewirten. ;)


    "Bitte setz Dich doch, und Deine Begleiter auch !"


    Er wies auf die kleine Sitzgruppe an dem runden Tisch, auf dem alle möglichen Karten der Region ausgebreitet waren.


    "Wein ?" fragte er, während er schon an ein kleines Beistelltischen herantrat und aus einer Karaffe vier Gläser nacheinander füllte.

  • Dankend nahm Crassus das Angebot an und setzte sich um die kleine Gruppe, die ihm angeboten wurde. Seine Offiziere taten es ihm gleich und bedankten sich ebenfalls artig.


    Wasser, wenn du welches hättest. Nach der langen Reise sollte man nicht seinen Durst mit Wein stillen, das könnte sich nicht so positiv auswirken.. er grinste und wollte mit dem "geschäftlichen" warten, bis der Kommandeur sich zu ihnen gesellte.

  • Er stellte die bronzene Karaffe mit dem Wein auf dem metallenen Tischoberfläche ab. Es schepperte. Der Wein schwappte. Dann griff er nach einer gläsernen Flasche und füllte die weiteren Gläser mit Wasser.


    Nachdem er eins nach dem anderen an den Tisch gereicht hatte, setzte er sich ebenso mit einem Glas Wein in der Hand an den Tisch. Seinen roten Umhang verwendete er dabei als Sitzunterlage.


    Er lächelte. Es war ein hintergründiges Lächeln, nicht gleich zu durchschauen. Der Iberer versuchte dem Römer zu imponieren und er wußte, daß dies nicht leicht fiel ohne dem Mittel der überspielten Arroganz, gepaart mit einem Funken Ironie.


    Schließlich brach er das Schweigen. "Nun, meine Herren ! Was gibt es Neues ?"

  • Dankend nahm Crassus dem Offizier einen Becher ab, prostete allen am Tisch zu und nahm ein Schluck daraus. Bei der Frage des Spaniers wechselte Crassus einen vielsagenden Blick mit Plinius, welcher daraufhin nur kurz mit dem Kopf schüttelte. Crassus wandte sich dem Kommandeur zu:


    Ich denke darüber solltest du besser informiert sein, schließlich sitzt ihr hier schon seit geraumer Zeit an der Quelle des ganzen Ärgers. Und bevor ich dich über irgendwelche Vorhaben in Kenntnis setzen kann, sollte ich erst einmal wissen, was gerade aktuell ist.

  • "Ach, so ist das. Naja, die Lage ist ruhig, nein, entspannt. Aber es gibt nicht mehr zu berichten, als ich Deinem Tribun bei seiner Ankunft bereits schilderte."


    Sein Blick schweift den danebensitzenden Tribun.


    "Meine Soldaten sind kampfesbereit. Die Götter sind mit uns !"

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