• Zitat

    Original von Lucius Quintilius Valerian
    "Ja, Tribun. Die erste Nachtwache. Und es ist irgendwie kälter, als ich gedacht habe."


    Ich lachte kurz in die Dunkelheit auf und trat ein wenig vor. Ich lehnte mich auf den Wall mit den Armen und verschränkte die Finger ineinander. "Meine erste Nachtwache ist jetzt auch schon ein wenig her...", geriet ich in Erzähllaune. "Bei den Cohortes Urbanae. Da war wenigstens jede Nacht was los..." Irgendwo bellte schon wieder ein Hund. Wieder grinste ich und meinte: "Allerdings durfte ich da nicht raus. Wozu gibt es denn die Vigiles?" Auch wenn sie grundsätzlich nicht so beliebt waren. Zumindest bei den Bürgern. "Aber man gewöhnt sich wahrscheinlich auch an die Kälte in Germanien. Wirds eigentlich sehr kalt im Winter?", fragte ich sonnenverwöhnter-Römer. Ich hatte zwar schon mehrere gefragt, ich wartete nur auf eine Gesamtmeinung.

  • Valerian mußte unwillkürlich lächeln. "Da fragst Du wirklich den Falschen, Tribun. Ich bin erst seit wenigen Monaten hier und habe mein ganzes bisheriges Leben in Rom verbracht. - Aber ich fürchte das schlimmste. Wenn nur die Hälfte von dem wahr ist, was die anderen erzählen, dann muß der Winter hier wirklich hart sein."


    Ja, in Rom war wirklich nachts immer etwas los. Hätte in Rom schon sein Entschluß, zur Legion zu gehen, festgestanden, dann wäre er sicherlich auch zu den Cohortes Urbanae gegangen. - Da hätte er dann wenigstens seiner Schwester nahe sein können. Er ahnte ja noch nicht, daß sie mittlerweile auch in Mogontiacum angekommen war.

  • Ich hüstelte kurz und klopfte kurz meine Rüstung von nicht vorhandenem Staub ab. Ich merkte, wie auf einmal mir wieder die Müdigkeit ins Gesicht stieg. "Also dann Probatus!", meinte ich im abschließenden Tonfall. "Ich geh dann mal wieder. Halt die Augen offen und - lieber einmal mehr den Offizier geholt, als einmal zu wenig. Das nützt den Optios auch mal ein wenig, die frische Luft." Ich winkte kurz durch die Luft und ging dann, ohne eine ordentliche Verabschiedung, und auch nicht eine erwartend. Man sah sich ja eh schon bald wieder. Und einen guten Morgen zu wünschen empfand ich als unangebracht.

  • "Jawohl, Tribun", sagte Valerian und nickte zu diesen Worten. "Vale." Er war von seinem Vater dazu erzogen worden, immer höflich zu sein. Und von einem Legionär wurde dies ja auch erwartet. Trotzdem wunderte er sich, daß der Tribun sich nicht richtig verabschiedete. Naja, vielleicht brauchte man so etwas nicht mehr, wenn man Tribun war.


    Valerian begann, umherzugehen, damit ihm ein wenig wärmer wurde. Aufmerksam beobachtete er die Umgebung, doch es fiel wirklich nicht mehr auch nur das Geringste vor. Es war eine wahre Erleichterung, daß irgendwann die Ablösung auftauchte. Valerian berichtete kurz, daß nichts vorgefallen war und verabschiedete sich dann, um endlich schlafen zu gehen. Auch wenn er schon nach wenigen Stunden wieder zum Dienst würde antreten müssen...

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