[Via Flaminia] Auf einer Ochsentour

  • Als Plotina die Worte aus dem Mund ihres Cousins hörte, blieb sie völlig ungeachtet ihrer Eile wie angewurzelt stehen und sah ihn an - zunächst selbst mit offenem Mund, dann aber mehr und mehr lächelnd. Schließlich konnte sie nicht mehr an sich halten und klopfte Lupus auf die Schulter:


    "Das ist natürlich DIE Idee. Genau so machen wir es! - Aber sag' mal, lernt ihr solche Ermittlungsmethoden bei den CU?"


    Vielleicht, ging es Plotina durch den Kopf, war diese Geschichte mit dem Capsarius nur eine Tarnung, und Lupus wurde in Wirklichkeit für Sonderermittlungen eingesetzt. So, wie er sich hier zur Überraschung seiner Cousine zeigte, wäre er sicher der richtige Mann für verdeckte Ermittlungen in Sachen Wirtschaftskriminalität unter den Angehörigen des Ordo Senatorius. Auch Mereb strahlte über das ganze bronzene Gesicht, als er sah, wie sein Vorbild Sergius Lupus so geehrt wurde. Ob er auch alles von dem verstanden hatte, was Lupus vorgeschlagen hatte, musste einstweilen offen bleiben.


    Indem sie Lupus noch einmal einen achtungsvollen und auch stolzen Seitenblick zuwarf, setzte sich Plotina nun wieder in Bewegung, um endlich dem Rätsel "Ad Bovem" auf die Spur zu kommen. Und tatsächlich schien der Sklaven Charops seiner neuen Herrin wenigstens in diesem Punkt keinen Bären aufgebunden zu haben. Denn als die drei Wanderer nahe genug an der entsprechenden Bretterbude standen, prangten dort zwar keine Buchstaben, die den Namen des Etablissements preisgegeben hätten, jedoch schaukelte im Herbstwind ein Schild, das wohl einen Ochsen darstellen sollte, der allerdings eher schmächtig wie ein Ziegenbock aussah, nur dass der Gamsbart fehlte - und noch etwas, das man bei Böcken in der Mythologie gerne darstellte, zu dem ein Ochse aber nicht mehr fähig war. Verstohlen blickte Plotina auf ihren Cousin und stellte sich dabei vor, wie diesem wohl ein Ziegenbärtchen im Gesicht stehen würde; diese andere Sache stellte sie sich an ihm natürlich nicht vor.


    Stattdessen besah sie sich jetzt eine Abzweigung von der Via Flaminia, die also auch, wie von Charops beschrieben, an der Taverna "Ad Bovem" zu treffen war. Allerdings wollte die kritische Sergierin ganz sicher gehen, bevor sie mit ihren Begleitern diesen Weg einschlug. Sie wandte sich deshalb an einen kräftigen, aber schon älteren Mann, der vor der Taverna auf einer Bank über eine Schüssel Puls gebeugt saß.


    "Salve! Ist das hier die Taverna "Ad Bovem"? Und diese Abzweigung hier: Führt sie nach Osten?"


    Dies hatte Plotina mit ihrem schönsten Lächeln im Gesicht und in angenehmen Ton gesagt; umso perplexer war sie über die Reaktion des Mannes:


    "Sag' mal, hast du keine Augen im Kopf, Mädel?? Was ist dein Problem, häh?"


    Dabei richtete er sich drohend ein wenig auf und fuchtelte mit seinem Pulslöffel in der Luft herum.

  • Die Dame hat Dich etwas gefragt, und darauf könntes du ja eine freutlich Antwortgeben, also probier es noch ein mal.


    sagt Lupus mit eine strengen Ton, der erkennen lies das es ihm misviel wie der Alte zuvor geantwortete hatte, und es besser war nicht noch einmal so zu antworten.

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