Reiterausbildung Caius Decimus Celsus

  • Celsus war der veränderte Parcour nicht entgangen. Nun kam wirklich Spannung auf. Er fühlte, daß es heute etwas Besonderes werden würde.


    Aber zuerst kam die tägliche Übung zum Aufwärmen von Pferd und Reiter: Zehn-mal-rauf-und-zehn-mal-runter, aufsitzen, Zügel lang, Schritt, Trab, Schritt, Galopp. Ein paar Volten in jeder Gangart, ein paarmal Rückwärtsrichten und einem Losgehen stand nichts mehr im Wege.

  • [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/bbkbet5gzk5yi43l0.jpg]
    Decurio Manius Papinius Soranus
    -------------------------------


    Sie waren gut. Sie waren in der Tat gut. Die Übungen klappten wie am Schnürchen. Der Decurio sah recht zufrieden aus, als die Reiter wieder eine Reihe bildeten und ihn erwartungsvoll anblickten. "Ihr seht den Parcours dort vorne. Den werdet ihr heute absolvieren! Ihr beginnt dort am roten Sprunghindernis, danach durchquert ihr die Matschpfütze und schleudert dabei einen Wurfspeer auf das Ziel. Anschließend kommt die erste Wippe. Hier werft ihr euren zweiten Wurfspeer. Das Ziel steht ungünstig, es wird nicht leicht! Anschließend galoppiert ihr auf den ersten Pfahl zu und besiegt mit der Spatha den ersten Strohsack! Es folgt das zweite Sprunghindernis, das blaue, und dann der zweite Pfahl, von dem ihr wieder den Strohsack herunterholt. Ein Knecht wird euch eine Hasta anreichen, die ihr im Galopp entgegennehmt. Am dritten Pfahl ist dann ein Ring, den ihr aufspießen werdet. Es folgt das grüne Sprunghindernis und direkt dahinter die zweite Wippe! Das wird eine knifflige Stelle! Wenn ihr das geschafft habt, werden die Knechte eine der Strohreihen entzünden. Ich möchte, daß ihr durch das Feuer reitet oder springt! Euer Pferd wird das nur tun, wenn es euch sehr vertraut! Überflüssig zu sagen, daß ihr eure Verteidigung keinen Augenblick vernachlässigen dürft! Der erste von euch startet jetzt!"






  • Celsus ging in Gedanken noch einmal den Parcour durch. Dann beugte er sich nach vorne, knickte Glaucus` Ohr leicht um und flüsterte ihm etwas zu. Die Wurfspeere hatte er, wie gewohnt, in der linken Hand hinter der parma. Dann startete er.


    Er ritt auf das rote Sprunghindernis zu, galoppierte kurz vorher an und nahm das Hindernis. Dann parierte er zum Schritt durch, ging im Trab durch die Pfütze und warf den Speer fast in die Mitte des Ziels. Anschließend ritt er im Schritt auf die Wippe und warf, genau den Mittelpunkt abwartend, den nächsten Speer, der mitten ins Ziel ging. Dann zog er seine spatha und ritt, linker Schenkel nach hinten, im Galopp auf den Pfahl zu und traf den Strohsack in der oberen Hälfte. Und wieder ging es zurück in den Schritt, um mit neuem Galopp das blaue Hindernis zu überspringen und hernach einen weiteren Strohsack zielsicher zu bekämpfen. Er blieb im Galopp, drehte ein Rädchen und nahm dabei die ihm gereichte hasta, und weiter im Galopp hing ohne Schwierigkeit der Ring an seiner hasta. Er parierte wieder zum Schritt durch, ein kurzer Trab und schließlich im Galopp über das grüne Hindernis. Dann Parade zum Trab und zum Schritt. Die zweite Wippe wurde anstandslos bewältigt.


    Und dann kam das Feuer. Celsus wußte nicht, wie Glaucus reagieren würde. Aber er vertraute ihm. Und er dachte an das, was ihm einst sein Reitlehrer eingetrichtert hatte: Wenn ein Hindernis im Wege ist, egal um was es sich handelt, werfe erst dein Herz hinüber, dein Pferd folgt ihm.


    Celsus trabte an, drehte zur Ablenkung noch ein Rädchen und galoppierte noch vor dessen Beendigung an. In vollem Galopp setzte er über das Feuer. Glaucus verhielt sich mustergültig.


    Ein paar Streicheleinheiten und dann die Meldung.


    "Parcour absolviert, decurio."

  • [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/bbkbet5gzk5yi43l0.jpg]
    Decurio Manius Papinius Soranus
    -------------------------------



    Es war keine einfache Aufgabe. Nur wenn Pferd und Reiter zu einer festen Einheit geworden waren, dann konnten sie diesen Parcours ordentlich absolvieren. Der Decurio ließ keinen der Männer auch nur einen Moment aus den Augen. Er bemerkte jede Schwäche, jede besonders gute Leistung. Und nickte einem jeden anerkennend zu, der es gut gemacht hatte. Wie Celsus zum Beispiel.


    Nachdem alle wieder eine Reihe gebildet hatten und ihn erwartungsvoll anblickten, wandte sich der Decurio an seine Ausbildungsgruppe. "Dies gerade war sozusagen eure Abschlußprüfung! Ihr alle habt bestanden. Morgen erhaltet ihr eure Ernennung zum Eques der Legio I und werdet euren neuen Einheiten zugeteilt. Tretet also nach dem Morgenappell in Paradeuniform hier an. Wer sein Pferd weiterhin reiten möchte, kann dies tun. Wer das Pferd wechseln möchte, meldet sich bei mir. Für heute war es das! Abite!"





  • Celsus hatte genau hingehört.


    Von bestanden sprach der decurio und von der Ernennung zum eques. Und dann kam das, was ihn am meisten freute und weswegen er sich bisher seine Gedanken und Hoffnungen gemacht hatte. Er durfte Glaucus weiter reiten. Er wollte es fast nicht glauben. Aber wenn es der decurio sagte!


    Am nächsten Morgen trat er dann mit den anderen Aspiranten in Paradeuniform an. Noch am Abend zuvor hatte er sie, obwohl sie in Ordnung war, nochmals auf Hochglanz gebracht.

  • [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/bbkbet5gzk5yi43l0.jpg]
    Decurio Manius Papinius Soranus
    -------------------------------



    Der Decurio betrat ebenfalls in Paradeuniform den Platz. Er wurde von einem Scriba begleitet, der feierlich eine Kiste mit sich trug.


    "Milites! In aciem venite! State!" Die Befehle hallten unnötigerweise über den Platz. Die Männer hatten ohnehin schon die richtige Aufstellung eingenommen und nahmen nun noch Haltung an. "Nun habt ihr es geschafft und auch die Zusatzausbildung zum Eques absolviert. Ihr habt viel gelernt in dieser Zeit. Wer könnte das besser beurteilen als ich? Aber glaubt nicht, daß ihr damit fertig wäret. Dies war nur ein Anfang. Ihr müßt laufend weiter trainieren, es ist eure Pflicht, eure Fähigkeiten zu erhalten und nach Möglichkeit sogar zu verbessern! Vergeßt dies nie!"


    Der Decurio flüsterte dem Scriba den ersten Namen zu, damit der die richtige Urkunde hervornahm. "Legionarius Caius Decimus Celsus! Hiermit ernenne ich Dich zum Eques der Legio I Traiana. Du gehörst ab sofort der Turma I an. Meinen Glückwunsch!" Er überreichte ihm die Urkunde und nickte ihm anerkennend zu.



    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI



    ERNENNE ICH
    LEGIONARIUS CAIUS DECIMUS CELSUS



    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM VII KAL OCT DCCCLIX A.U.C. (25.9.2009/106 n.Chr.)



    ZUM
    EQUES - LEGIO I TRAIANA



    [Blockierte Grafik: http://img81.imageshack.us/img81/8400/siegeltauwj6.gif
    Tribunus Laticlavius
    -
    LEGIO I TRAIANA PIA FIDELIS

    [Blockierte Grafik: http://img380.imageshack.us/img380/6898/legiqx9.png]
    ANTE DIEM VII KAL OCT DCCCLIX A.U.C. (25.9.2009/106 n.Chr.)


    Nachdem er Celsus die Hand gedrückt und die Urkunde übergeben hatte, schritt der Decurio zum nächsten Mann weiter und ernannte ihn ebenso feierlich zum Eques. Erst nachdem er jeden Einzelnen auf diese Weise ernannt hatte, wandte er sich noch einmal an alle. "Ich hoffe, auch in Zukunft nur Gutes über euch zu hören! Den Rest des Tages habt ihr frei! Nutzt dies gut! Abite!"



  • Endlich war es soweit! Celsus hielt seine Ernennung zum eques in den Händen. Er versprach dem decurio, daß er künftig nur Gutes von ihm hören werde und meldete sich korrekt ab.


    "Eques Decimus meldet sich ab."


    Dann nahm er Glaucus am langen Zügel und einträchtig strebten die beiden den Stallungen zu. Ausgiebig putzte er seinen Glaucus, dem er einiges zu verdanken hatte.


    Als erste Handlung als eques wollte er dann in der Rüstkammer seine Ausrüstungsgegenstände, die er als probatus gefaßt hatte sowie die zusätzlichen für die Reitausbildung in die Ausrüstungsgegenstände für einen eques tauschen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!