Rundreise des Legaten

  • Tross und Geleitschutz hielten dem Tempo des Legaten locker mit. Die Männer entwickelten eine rege Betriebsamkeit und alle packten mit an.
    Primus war zufrieden es kam zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Die Männer entwickelten ein ausgesprochenes Talent dafür sich in den besuchten Städten mit Lebensmitteln zu versorgen, daß sich bald schon Spezialtrupps für diesen Zweck bildeten. Der Name des LAPP war bei der Beschaffung kein Hinderniss und so gab es manchen Abend ein Fleischreiches Mahl statt des ewigen Puls.
    Die Turma Prima wechselte sich mit der Secunda bei der Begleitung des Legaten zu seinen Terminen ab. Die Männer losten bereits um die Ehre.
    Gab es doch in den Städten einige junge Frauen die den feschen Equites verheißungsvolle Blicke zuwarfen.
    Zu Übergriffen auf die holde Weiblichkeit kam es freilich nicht, weil Primus und Lucius ihre Männer stets im Blick hatten.
    So blieb es bei Blicken und Schmachten,...aber es bescherte dem einen oder anderen feuchten Traum... was hatten die Männer sonst schon.
    So zogen sie von Stadt zu Stadt und es wurde jeden Tag ein wenig ungemütlicher und kälter...

  • Als nächste Reisestation war Durocortorum vorgesehen. Auf den befestigten Straßen durch Germania Inferior und Belgica war das Reisen nicht gar so strapaziös wie bei Trampelpfaden, dennoch empfand der Legat die Tour mehr und mehr als Strapaze. Der Herbst zeigte sich an diesen Tagen von seiner unangenehmen Seite: es war kalt und als wäre das noch nicht genug gesellte sich noch Regen hinzu. Hungi in der Reisekutsche hatte es natürlich trocken, dennoch zog sich die naßkalte Luft durch die Kutsche hindurch. Ihm fröstelte und die synthesis, die er lieber trug als die formelle Toga, wurde während dieser Fahrt auch als Decke mißbraucht. Warm halten war die Devise und er merkte, wie sehr er doch durch die warme Luft Roms und die Gemütlichkeit seiner Residenzen, sowohl in Rom als auch in Mogontiacum, verwöhnt war. Oder es war das Alter, das sich immer mehr bemerkbar machte, denn zu den Jüngsten gehörte er nicht mehr. Er hasste das Reisen.


    Der Empfang in Durocortorum war dem Wetter angemessen. Das lag nicht am ansässigen Stadtrat, denn der bemühte sich durchaus um die gewissen Annehmlichkeiten, die einer solch hochstehenden Persönlichkeit wie einem Legatus Augusti pro Praetore zustanden. Es lag eher an den Begleitumständen, denn in der Umgebung Durocortorums war eine Seuche ausgebrochen und Elend hatte die dort ansässige Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen, damit die Seuche sich nicht in die Stadt ausbreitete, doch im Endeffekt bedeutete dies nur, daß die dortigen Wachen Gesichtskontrollen durchführten und diverse Subjekte gar nicht in die Stadt ließen. Germania, das ruhige und prosperierende Land. Pah! Nicht hier in Belgica. Auf die Lage angesprochen zeigte sich der Stadtrat leicht verzweifelt. So richtig wußten die auch nicht, wie man dem hier Herr werden sollte und der Legat versprach, Gelder bereitzustellen, damit die dortige Bevölkerung mit den Nötigen versorgt werden konnte um zunächst einmal den Winter zu überstehen. Etwas zu freigiebig, wie er im Nachhinein selber feststellte, doch er war durch sein Wort gebunden und gab seinem Magister Officiorum die Anordnung, entsprechende Schritte vorzubereiten.


    Tags darauf (an einen längeren Aufenthalt war unter diesen Umständen nicht zu denken) verließ der Legat mit seinem Tross Durocortorum gen Argentoratum. Es nieselte zwei Tage, dann klarte es auf und die Sonne schien wieder. Durch den niedrigeren Sonnenstand blendete diese nach der Mittagszeit viel früher als zur Sommerzeit und der Legat war wieder einmal froh, nicht auf dem Pferd zu sitzen und sich über die Meilen zu quälen. Argentoratum selber war wenig spektakulär, sowohl die Stadt selbst als auch die Besichtigung der dortigen Legio VIII Augusta und so bereisten sie als letzte Station Augusta Vindelicorum (wie Argentoratum wenig aufregend was Politik und militärische Lage betraf), bevor sie nun endlich, endlich die Reise zurück nach Mogontiacum antreten konnten. Diese letzte Reise sollte sich jedoch weitaus angenehmer gestalten, denn statt der Reisekutsche bzw den Pferden wurden Schiffe genommen. Schneller und bequemer, das waren die schlagenden Argumente, wenngleich Hungi dem Wasser nie wirklich traute und vor dem Betreten des Schiffs den Flußgöttern ein Opfer darbrachte. Sicher war sicher und er wusste, daß er trotz seiner (durchschnittlichen) Schwimmkünste im kalten Wasser nur kurz überleben konnte.


    Doch die Reisegesellschaft hatte Glück, die Götter meinten es gut mit ihnen. Der Legat atmete hörbar aus, als der Hafen Mogontiacums in Sichtweite kam und sie bald anlegen konnten. Und wie erleichtert war er, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, einerseits weil er das Schiff verließ, andererseits weil nun die Rundreise endlich zu ihrem Ende gelangt war. Nur mehr eine wirklich sehr kurze Strecke vom Hafen zur Regia, dann war es geschafft und sie waren zurück am Ziel.

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