Gemeinsames Training der Russata und Aurata

  • Der Verlauf der letzten Runde war nicht ganz nach dem Geschmack von Macer gelaufen, aber auch nicht so schlimm, dass es Grund zur Panik geben würde. Und die dritte Runde gab Macer Recht, denn die Roten machten sich eifrig daran, das Bild zu korrigieren. Als erstes holte sich Proteneas mit all seine Routine den Spitzenplatz zurück. Anders als sein Kontrahent griff er dazu nicht auf geschickte Manöver zurück, sondern trieb seine Pferde auf der Geraden einfach mit so großer Vehemenz nach vorne, dass er Tanco förmlich stehen ließ und Macer gleichzeitig ein zufriedenes und anerkennendes Nicken entlockte.


    Auch Bagoas schien es seinem Factio-Kollegen gleich tun zu wollen und legte sich nun Lusorix zurecht, um einen weiteren Platz gut zu machen. Den schluckte er auch, aber das Duell lief nicht ganz so planmäßig wie gedacht. Stattdessen waren Hermippus und Pythocles die lachenden Dritten und zogen beide an den Kontrahenten vorbei, so dass sich das hintere Feld praktisch gänzlich durchmischte. Eine ganz schlechte Runde erwischte schließlich Sotion, der sich wohl eine kleine Schwächephase gönnte und so den eben gewonnen dritten Platz ohne nennenswerte Gegenwehr wieder an Amasis verlor.


    Stand nach Runde 3: Proteneas - Tanco - Amasis - Sotion - Hermippus - Pythocles - Bagoas - Lusorix

  • Oha, das Rennen entwickelte sich langsam aber sicher zu einer spannenden Sache, zumindest sah es nach der dritten Runde so aus. Dann aber legte Tanco nochmal etwas Drauf und feuerte seine Pferde zu einer neuen Höchstleistung, so konnte der Fahrer der Aurata etwas auf den Roten aufholen der vor ihm nun ein konstantes Tempo fuhr. Am Ende der Runde war er sogar direkt neben Proteneas, es wurde wirklich sehr spannend und Scipio drückte die Daumen dass er ihn ausbremsen konnte.
    Dahinter gab es einen spannenden Kampf um den Dritten Platz, welcher noch in den Händen der Russata war. Zweimal versuchte Sotion innen an Amasis vorbei zu ziehen und ihm die Kurve zu nehmen, aber zweimal parrierte der Fahrer der Russata die Attacke meiserhaft, das musste man auch als Goldener neitlos anerkennen.
    Das hintere Feld jedoch blieb erst einmal unverändert, anscheinend bereiteten sich die Fahrer auf den Endspurt vor und machten sich so ihre Gedanken.


    Scipio konnte sich nicht halten. "Na los Pythocles, du wirst ja wohl den Jungfahrer noch schnappen!" Er war da nicht zufrieden, auch wenn der junge Hermippus wirklich ein tolles Rennen fuhr, vielleicht sollte man hier mal über eine Verpflichtung nachdenken.


    Stand nach Runde 4: Proteneas - Tanco - Amasis - Sotion - Hermippus - Pythocles - Bagoas - Lusorix

  • Die Fahrer der Aurata verlangten den Roten in diesem Training wirklich alles ab, aber diese wehrten sich ebenfalls nach Kräften. Nur von den beiden eingeladenen Jungfahrern war Macer bisher etwas enttäuscht, denn allzu viele Akzente hatten sie seiner Meinung nach bisher nicht gesetzt und die Chancen dazu wurden nun langsam geringer, wo das Rennen doch schon in der zweiten Hälfte war. Und auch jetzt ging das Duell an der Spitze zwischen Proteneas und Tanco unvermindert weiter. Zu Macers Freude blieb bei einem engen Manöver in der Kurve auch diesmal wieder der Fahrer der Russata Sieger und konnte wieder etwas Abstand zwischen sich und seinen Kontrahenten bringen. Macer warf einen kurzen Blick zur Seite, wie sein Tiro den bisherigen Rennverlauf aufnahm, blickte dann aber wieder zur Bahn.


    Mit einigem Abstand zum Spitzenduo folgten Amasis und Sotion, zwischen denen sich aber nicht allzu viel tat. Sotion schien sich von seinem Durchhänger in der dritten Runde noch nicht ganz erholt zu haben und Macer war gespannt, ob er noch einmal zulegen oder sogar weiter nach inten durchgereicht werden würde. Dort machte nämlich mit Bagoas der dritte rote Fahrer einen neuen Versuch, nach vorne zu kommen und kassierte bis zur zweiten Kurve tatsächlich sowohl Pythocles als auch Hermippus. Wenn es nach Macer ging, hätte jetzt auch Schluß sein dürfen, denn mit seinen drei Fahrern auf den Plätzen eins, drei und fünf konnte er gut leben. Aber noch waren ja zwei Runden zu fahren.


    Stand nach Runde 5: Proteneas - Tanco - Amasis - Sotion - Bagoas - Hermippus - Pythocles - Lusorix

  • Was hatte Protoneas bitte seinen Pferden gegeben? Als wäre nichts gewesen hielt er das Tempo aufrecht, keine Chance für den Aurata Fahrer dahinter ihm zu folgen, aber Platz zwei schien gesichert, immerhin hatte er einen guten Abstand auf das Paar hinter ihm, dort allerdings ging es richtig Rund. Fast die ganze Runde lang fuhren Amasis und Sotion nebeneinander durch das Rund, es war aber ein sehr fairer Kampf was man beiden zugute halten konnte. Am Ende von Runde 6 konnte Amasis einen knappen Vorsprung retten, aber Scipio war guter Dinge dass die Russata noch den dritten Platz an die Aurata verlieren würde.
    Auf den hinteren Plätzen tat sich diese Rund auch eher wenig, nur Pythocles konnte ein klein wenig vom Abstand auf Hermippus aufholen, während Bagoas seinen Platz souverän hielt.
    Der zweite Jungfahrer, Lusorix, lieferte hingegen ein schlechtes Bild ab, er war bereits weit abgeschlagen und bald würden ihn die Führungsfahrer auch einholen.


    Stand nach Runde 6: Proteneas - Tanco - Amasis - Sotion - Bagoas - Hermippus - Pythocles - Lusorix

  • Das Rennen ging in die letzte Runde und sollte damit in der spannendsten Phase sein, aber zu Macers Überraschung hatte es in der letzten Runde nicht einen Platzwechsel gegeben. Ein paar Zweikämpfe zwar, aber niemanden, der seinen Gegner vor unlösbare Probleme gestellt hatte. Waren die Fahrer etwa mit ihren Plätzen zufrieden und wollten zum Ende des Trainings kein Risiko mehr eingehen? Macer grübelte sowohl darüber, als auch über die Leistung von Amasis, denn dieser schien sich nun ausgerechnet zum Ende des Rennens einen Durchhänger zu gönnen. Schon in der letzten Runde war Sotion nach seinem Durchhänger wieder nahe heran gekommen und in der letzten Runde schien Amasis nicht mehr viel dagegen setzen zu können. Macer hoffte, dass er seinen dritten Platz noch über die Ziellinie retten konnte.


    Davor waren die Plätze klar vergeben und Proteneas konnte es sich tatsächlich erlauben, langsam etwas Fahrt heraus zu nehmen, um in den Kurven kein Risiko mehr zu gehen. Trotzdem brachte er den Sieg ungefährdet ins Ziel. Genauso sicher vergeben war der Platz am Ende des Feldes, mit dem sich Lusorix nicht ernsthaft für einen Platz bei einem großen Rennstall empfehlen konnte. Ein etwas besseres Bild hatte davor Hermippus abgegeben, aber er musste am Ende seinen drittletzten Platz doch noch an Pythocles abgeben, der den besseren Schlussspurt hinlegte. Davor wiederum hatte Bagoas sich schon in der vorletzten Runde ein ausreichend großes Polster herausfahren können, um den fünften Platz souverän ins Ziel zu bringen. Und davor? Da fing Sotion tatsächlich noch Amasis ab und holte den dritten Platz für die Aurata!


    Macer applaudierte den Fahrern bei ihrer Zieldurchfahrt, sowohl den Roten als auch den Goldenen und auch den Jungfahrern. Mit Tanco schien die Aurata wirklich einen Mann im Stall zu haben, der bald ein ganz großer sein könnte, war Macer nach diesem Rennen überzeugt. Aber noch stellten die Roten mit Proteneas offenbar den Platzhirschen, was Macer natürlich auch freute. Nach einer Siegesgeste in Richtung der anderen roten Betreuer machte er sich dann auf den Weg zu Decimus Scipio, um ihm zum guten Ergebnis der Aurata zu gratulieren.


    Endstand: Proteneas - Tanco - Sotion - Amasis - Bagoas - Pythocles - Hermippus - Lusorix

  • Was für ein Schlussspurt von Sotion! Hatte der Fahrer doch wirklich noch den dritten Platz für die Goldenen gesichert, darauf konnte man wirklich stolz sein. Als die Fahrer zurück von der Strecke fuhren applaudierte Scipio jedem einzelnen, dann aber gab es nochmal ein extra Lob an die Fahrer der Aurata, die wirklich gut unterwegs waren, auch wenn Scipio bei Pythocles doch etwas mehr erhofft hatte. Leider waren die Jungfahrer am Ende beide doch eher ein Reinfall, aber das machte ja nichts, denn die Aurata hatte offenbar zwei gute Talente in ihren Reihen.


    Dann aber ging er auf Macer zu, der bereits auf dem Weg zu ihm war. Er gab ihm die Hand. "Gutes Rennen, ihr hattet wohl den besten Fahrer, aber ich bin zufrieden. Proteneas wird ja auch nicht jünger, bald stehen wir oben."

  • "Da hast du wohl in allen Punkten Recht!", stimmte Macer seinem Tiro zu, während sie sich die Hände gaben. "Und auch einen Glückwunsch zu eurem Ergebnis. Eure Fahrer haben sich gut geschlagen und waren eine echte Konkurrenz." Genau darauf hatte Macer auch gehofft, denn ohne nennenswerte Gegenwehr machte so ein Training ja deutlich weniger Sinn. "Und, bist du jetzt auf den Geschmack gekommen und wir können bald ein öffentliches Rennen veranstalten?" fragte er dann neugierig, denn immerhin war es ja auch für seine Tiro so eine Art Training gewesen.

  • Ob er auf den Geschmack gekommen war? Anscheinend hatte Macer seine Anfeuerungsrufe nicht gehört, oder überhört. "Natürlich bin ich das. Un das nächste Mal gewinnen die Goldenen, soviel ist sicher. Dann wenn es zählt, wer im Training gewinnt ist doch nicht wichtig."
    Er lehnte sich eventuell weit aus dem Fenster, aber eine Kampfansage war genau das Richtige in diesem Moment. Mutig nach vorne, nie zurückweichen, immer auf das Beste hoffen und darauf hinarbeiten. Das alles war der Weg zum Erfolg.

  • "So lange wollte ich eigentlich nicht warten. Ich dachte schon noch an ein Rennen, an dem Proteneas noch teilnehmen kann", griff Macer die Sticheleien seines Tiros trocken auf. Tatsächlich sah er auch nach der heutigen Leistung die Zeit noch nicht gekommen, an denen der Spitzenfahrer der Roten von einem Gegner abgelöst werden sollte. "Aber ich nehme deine Vorfreude gerne zur Kenntnis. Mal schauen, bei welcher Gelegenheit sich unserer Fahrer dann wieder miteinander messen können und dann auch gleich unter den Augen des Publikums." Der Festkalender gab ja das ganze Jahr über immer wieder Anlässe her, die geeignet für ein Wagenrennen waren. WIchtiger war es da fast wohl, erst einmal zu hören, wie es bei den anderen Factiones aussah.

  • Scipio grübelte kurz. "Gibt es in den kommenden Wochen denn einen Tag der es besonders Wert wäre einen Wettkampf zu veranstalten? Man könnte das ja auch mit ein paar weiteren Dingen kombinieren, vielleicht einem Wettkampf von Athleten oder sowas." Manchmal war es wirklich nicht einfach bei all den Tagen zu wissen welche noch besonders waren und welche nicht.

  • "Bestimmt, aber etwas konkretes habe ich nicht im Auge", antwortete Macer. "Im Sommer gibt es mehrere Festtage der Victoria, die eignen sich immer gut für Wettkämpfe", schlug er dann vage vor. Von der Kombination mit weiteren Dingen hielt er nicht so viel, so dass er darauf erst einmal nicht einging. Wenn sein Tiro sich hier mit einer eigenen Idee hervor tun wollte, gönnte er ihm diese CHance gerne.

  • Da war Scipio raus. "Das können wir ja noch besprechen. Nun sollten wir erstmal die Pferde wieder heil zurück bekommen." Was ihm persönlich gerade sehr wichtig war, denn bereits der Weg zu der Trainingsstrecke war ja nicht gerade gut verlaufen.

  • "Stimmt, wir sehen uns ja noch ein paar Mal", stimmte Macer grinsend der Vertagung zu und wandte sich dann auch wieder seiner Factio zu, um den Fahrern zu ihrer Leistung zu gratulieren und auch, um ihre Einschätzung zum Rennen zu erfahren. Als Fahrer hatte man ja doch einen anderen Eindruck als als Zuschauer am Rande der Bahn.

  • Der Tag zählte noch nicht viele Stunden, als Galeo in Begleitung mehrerer Auratafunktionäre das Trainingsgelände erreichte. Die teilnehmenden Wagen befanden sich längst hier, weil die Pferde vorbereitet wurden und auch die Fahrer Vorkehrungen trafen. Galeo wollte die Aufgabe nicht delegieren, sondern stand in Person hier. Er kannte kaum eine fremde Bahn und auch den inzwischen bekannten Namen fehlte noch immer ein Gesicht. Dabei wusste er nicht einzuschätzen, ob er den Dominus und den Vicarius der Russata heute zu sehen bekam. Der Dominus der Aurata fehlte schließlich auch. Aber selbst bei deren Abwesenheit erhielt Galeo viele Eindrücke, die ihm bei seinen zukünftigen Aufgaben und Entscheidungen sicherlich gut leiten würden. Er stand am Beginn seiner Tätigkeit und war sich der vielen grauen Flecken bewusst, die er gedachte, nach und nach zu füllen.


    Er blickte sich um und sah einzelne Gespanne bereits fertig vorbereitet. Die Tiere wirkten längst nicht so nervös wie bei den öffentlichen Rennen. Hier herrschte viel mehr Ruhe, die sich übertrug.


    "Dort vorn ist eine gute Position für die Beobachtung des Rennens." Er wies mit dem Arm in die Richtung und ging davon aus, dass ihm seine Begleiter folgten, als er loslief.

  • Auch die Russata befand sich seit früh morgens auf dem Gelände, um das Trainingsrennen vorzubereiten und empfing die Aurata kollegial und freundlich. Macer selber stieß etwas später dazu und stellte zu seiner Zufriedenheit fest, dass die Vorbereitungen im Plan lagen und auch die Aurata schon da war. Er entdeckte einen Mann an der Bahn, der wohl zur Aurata gehörte und ging auf ihn zu. "Salve. Du bist Claudius Gallus, richtig?" begrüßte er ihn, da ihm der Name von der Organisation her bekannt war und er den Mann ja auch schon im Senat gesehen hatte.

  • Es kam, wie von Galeo erhofft. Die Vertreter beider Rennställe pflegten einen sportlichen Umgang miteinander und wechselten freundliche Worte der Begrüßung. Er stellte sich dazu und begrüßte seinerseits den einen oder anderen. Wenig später erschien ein weiterer Mann, bei dem Galeo spekulierte, dass es sich um den Dominus der Factio handelte. Sie waren einander nie vorgestellt worden, aber Galeo schloss eine Verwechselung aus. Es gab zwar in der Russata mehrere hochrangige Senatoren und er konnte sich nicht rühmen, einen Überblick im Senat erhalten zu haben, aber nicht alle nahmen rege am gesellschaftlichen Leben teil.


    "Salve, das ist richtig." Der Bestätigung des eigenen Namens folgte seine Vermutung, die er in Gewissheit umwandeln wollte. "Ich hoffe, ich liege ebenfalls richtig, wenn ich glaube, dass du Consular Purgitius bist." Er fühlte sich ein wenig linkisch. Hoffte aber, es würde nicht auffallen. "Ich freue mich, dass meine Anfrage zu diesem Trainingsrennen angenommen wurde und erhoffe für beide Seiten ein Plus an Erfahrung. Ich weiß nicht, wie üblich es ist, ich würde mir auch sehr gerne Futterpläne für Pferde ansehen und was es alles gibt, was nicht unter die Geheimhaltung fällt."
    Darin kannte sich Galeo nicht aus. Diese Begegnung stellte sein erstes Trainingsrennen mit einer gegnerischen Factio dar. Andererseits war er hier, um dazuzulernen. Auch eine Ablehnung, die er verstehen würde, bot einen Lerneffekt.

  • "Auch das ist richtig", bestätigte Macer die Vermutung zu seiner Identität. "Die Freude ist ganz meinerseits. Ich gebe zu, dass mich eure Anfrage etwas überrascht hatte, denn Trainingsrennen mit der Aurata waren eher selten in der jüngeren und auch der weiteren Vergangenheit, aber gefreut hat sie uns trotzdem. Etwas Abwechslung bei der Wahl der Gegner kann die Erfahrung nur steigern, nicht wahr?" Vermutlich hatte die Aurata wohl ähnlich gedacht und genau deswegen bei der Russata gefragt, dachte sich zumindest Macer. Bei den Futterplänen war er dann jedoch überfragt, denn um solche Details kümmerten sich in der Russata andere als der Dominus persönlich. "Nun, zu Futterplänen kann ich dir nichts sagen, aber die Kollegen wissen sicher, was sie dir gefahrlos verraten können und was nicht. Von daher scheut euch nicht, Fragen zu stellen. Mehr, als sie nicht zu beantworten und euch für neugierig zu halten, wir schon nicht passieren", gab Macer daher zur Antwort. Im Gegenzug interessierten sich seine Leute ja auch immer für Neuerungen bei den anderen Factiones, da stand man sich gegenseitig wohl in nichts nach. "Du bist noch relativ neu bei der Aurata, oder? Ich habe deinen Namen zumindest bisher nicht im Zusammenhang mit eurer Factio in Erinnerung", erkundigte sich Macer dann, auch wenn sein schlechtes Gedächtnis kaum ein geeigneter Gradmesser war.

  • Mit Erleichterung hörte Galeo, dass er bei seiner Annahme nicht daneben gelegen hatte. Er betrachtete es außerdem als Gewinn, nun einen weiteren Dominus persönlich zu kennen.
    "Das stimmt. Wechselnde Trainingsgegner steigern die Erfahrung. Sie flößen weniger übertriebenen Respekt bei Wettkämpfen ein und wie gesagt, ich wollte vor der Fangemeinde demonstrieren, dass Fanleidenschaft und sportliches Miteinander zwei Seiten einer Medaille im Rennsport sind."

    Er musste grinsen, als die Anmerkung kam, er könnte im schlimmsten Fall für neugierig gehalten werden, wenn er sich nach den Futterplänen erkundigte.
    "Ach, ich denke, das halte ich aus. ich werde im Anschluss einfach mein Glück versuchen."
    Es folgte eine Frage nach seiner Person. Als so neu empfand er sich bei der Aurata gar nicht mehr, aber es lag wohl an seiner geringen Außenwirkung, dass ihn sonst kaum jemand kannte.
    "Ich bin unter anderem hier, um Kontakte zu knüpfen und mich vorzustellen. Zwar liegt meine Ernennung schon länger zurück, aber ich habe bislang nur interne Verpflichtungen in der Aurata übernommen. Das hat sich durch die Abreise unseres Dominus geändert. Ich bin sicher, Decimus Livianus ist sehr viel mehr Begriff als ich." Galeo wusste nicht, wie lange sich Decimus und Purgitius kannten, aber dass sie sich kannten bezweifelte er nicht.


    "Ich bin offen für jeden Tipp, jeden Hinweis, aber vor allem für einen gepflegten Kontakt."
    Da die Aurata zu Gast auf dem Trainingsgelände der Russata war, kam es wohl nicht Galeo zu, den Start für das Rennen freizugeben. Außerdem lag sein Interesse neben dem Rennen auch an der Erweiterung seines Erfahrungsschatzes in jeglicher Hinsicht.

  • "Ja, das stimmt wohl; Decimus Livianus dürfte bekannter sein als du", stimmte Macer lächelnd zu. "Aber auch vor seiner Aufgabe in Germania hat er die Aurata eher bei repräsentativen Anlässen vertreten und weniger im Tagesgeschäft, oder?", fragte Macer dann nach, denn er meinte sich zu erinnern, eher selten mit Livianus am Rande der Rennbahn bei einem Übungsrennen gestanden zu haben.


    Dann fiel sein prüfender Blick in Richtung der eigenen Fahrer und Pferde und anschließend auch in Richtung des Lagers der Aurata. Dann wandte er sich wieder an Claudius Gallus. "Du sagst Bescheid, wenn ihr startklar seid? Bei uns ist alles soweit vorbereitet, wenn ich das richtig sehe."

  • Galeo hob die Schultern, als er zu sprechen begann. "Was vor meiner Zeit lag, kann ich nicht sagen." Über seine Zeit jedoch konnte er Auskunft geben, weswegen die Schultern wieder sanken und er sicherer wirkte. "Ich weiß nur, er hält das ganz unterschiedlich. Zu den Equirria Martiale habe ich die Aurata vertreten, zu denen im Vormonat waren wir beide anwesend und diverse Trainingsrennen haben ich auch gemeinsam mit ihm verfolgt. Gut möglich, dass er mich nur einarbeiten wollte, denn nach seiner Abreise liegen nun die Zügel gänzlich in meiner Hand." Galeo erwähnte nicht, dass er die Führung der Aurata angeboten bekommen und sie angelehnt hatte. Das fand er zu intern, um darüber zu plaudern.


    "Ich möchte nicht als neugierig gelten, bin es aber wohl, wenn ich frage, wie es denn eigentlich zu der erklärten Gegnerschaft zwischen Russata und Aurata gekommen ist." Dieses Thema fand er so spannend, dass er fast die letzte Aussage seines Gesprächspartners überhört hätte. Er blickte seinerseits zu den factioeigenen Fahrern und wartet auf das verabredete Handzeichen jedes einzelnen, wenn er sich startbereit meldete.


    Zum Zeichen des Erkennens hob er ebenfalls die Hand, dann wandte er sich an Purgitius Macer.
    "Wir sind bereit."

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