Flavius Valens

Aus Theoria Romana

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bild:Flavius_Valens_Solidus.jpg
Solidus mit einem Bildnis
des Flavius Valens

Flavius Valens (* 328 n. Chr., † 378 n. Chr.) war von 364 bis 378 n. Chr. Kaiser im Osten.

Flavius Valens war der Bruder von Kaiser Valentinian I., der ihn im Jahr 364 n. Chr. zum Mitkaiser ernannte und ihm die Herrschaft über den Osten des Römischen Reiches übertrug.

In den Jahren 365 und 366 n. Chr. musste Flavius Valens einen Aufstand in den Provinzen Thracia und Bithynia et Pontus niederschlagen. Dort hatte sich mit Procopius ein Gegenkaiser erhoben, welcher sich der Hilfe der Terwingen (Westgoten) versichert hatte. Procopius war ein Verwandter des Kaisers Iulianus Apostata und beanspruchte die Thronfolge für sich, wobei er sich auf seine verwandtschaftliche Verbindung zur konstantinischen Dynastie berief. Valens besiegte den Usurpator in der Schlacht von Thyatria und ließ ihn am 27. Mai 366 n. Chr. hinrichten. Anschließend machte er sich an die Verfolgung von Procopius’ Anhängern, darunter zum Beispiel auch dessen Verwandten Marcellus. Eine Strafexpedition gegen die Terwingen (367 bis 369 n. Chr.), die Procopius unterstützt hatten, verlief hingegen wenig erfolgreich.

Flavius Valens sah sich in seiner Regierungszeit außerdem mit einem theologischen Problem konfrontiert, das bereits unter seinen Vorgängern aufgekommen war. Im Streit zwischen den Anhängern des Nicänums und den Anhängern des Arianismus (Homöer) ergriff er für Letztere Partei. Das machte ihn in weiten Teilen der Bevölkerung (die Mehrheit neigte zum Nicänum) äußerst unbeliebt, zumal es zu Ausschreitungen gegenüber den Nicänern kam. Zu seinen Gegnern zählten unter anderem die Kirchenväter Athanasius und Basilius.

376 n. Chr. kam es dann zu dem folgenschweren Ereignis, dass Fritigern, der Anführer der Terwingen, Flavius Valens darum ersuchte, mit seinem Volk den Danuvius (Donau) überqueren zu dürfen und sich im Römischen Reich anzusiedeln. Auslöser war der steigende Druck, den die immer weiter nach Westen vordringenden Hunnen ausübten. Man kann darüber Spekulieren, ob diese Anfrage Fritigerns mehr einer Bitte oder einer Forderung gleichkam. Valens, zu dieser Zeit gerade mit der Vorbereitung eines Feldzuges gegen die Sassaniden befasst, gab nach und gestattete den Terwingen sich in Thrakien niederzulassen. Es zeigte sich jedoch sehr schnell, dass das Land die neuen Siedler nicht ausreichend versorgen konnte. Vielleicht hatte Valens genau das ins Kalkül gezogen. Doch wenn es eine List gewesen war, dann kehrte sie sich rasch gegen ihn selbst. Denn bereits zwei Jahre später, im Jahr 378 n. Chr., kam es zum Aufstand und Flavius Valens sah sich gezwungen, militärisch einzugreifen. Am 9. August 378 n. Chr. traf das von ihm selbst angeführte oströmische Heer in der Schlacht von Adrianopel auf das der Terwingen und dieses Aufeinandertreffen endete für die Römer in einer militärischen Katastrophe. Valens’ Truppen wurden vernichtend geschlagen und er selbst fiel, zusammen mit einem großen Teil seiner Männer.

Der spektakuläre Tod des Arianers Flavius Valens wurde in Teilen der Kirche (eben den Gegnern des Arianismus) als Gottesurteil angesehen. Diese Auffassung vertrat zum Beispiel der hoch geachtete Mönch Isaak von Dalmatien. Valens’ Nachfolger im Osten wurde Theodosius I., der Sohn eines von Valentinians Generälen, der damit die letzte Dynastie im alten römischen Reich begründete. Die wichtigste überlieferte Quelle für diese Zeit ist das Geschichtswerk des Ammianus Marcellinus, dass letzte bedeutende und in Latein verfasste Geschichtswerk der Antike, das mit der Niederlage von Adrianopel endet.

Literatur: Wikipedia

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