Zug nach Castra Regina

  • Nach der Schlacht in Raetia, bei der die Römer eine üble Niederlage erlitten hatten, war Notker mit dem Hauptteil des Heeres auf dem Weg nach Castra Regina. Dieses würde ersteinmal belagert und dann vielleicht erobert werden.
    Zu seiner Unterstützung hatte Modorok Notker den Goden zur Seite gestellt.
    Man nutzte vorallem die Nacht, um sich zügig fortbewegen zu können, die Augen immer wachsam, um nicht all zu früh von römischen Spähernentdeckt zu werden.

  • Ulfingerns Arme waren nun bleiern schwer, auch sein Körper tat überall weh. Viele Narben würde er son seinen Wunden davontragen, doch er würde sie mit Stolz tragen. An jeder ihrer Rastplätze veranstalteten er und einige weitere mitgekommene Goden Opferzeremonien an Odin, auf dass ihr Kriegsglück anhalten möge. Sie waren nun nicht mehr weit entfernt und Römische Patroullien wurden immer wahrscheinlicher. Nur noch wenige Male schlafen und sie würden ihr Ziel erreichen, den Gegner überrumpeln und tief treffen.


    An diesem Tage fanden sie unterschlupf am Rand eines Waldes, man konnte den riesiegen Heerzug dort kaum ausmachen, dichtes Blätterwerk, natürlich gewachsenes und dort postiertes verhinderte die Sicht. Jedoch begann es später zu werden und dunkler. Sehr bald würde der Zug von neuem ziehen. Es wurden mehrere Posten aufgestellt Wache zu halten. Sehr tief im Wald hielten die beiden Krieger Brandolf und Rambod wacht.


    Plötzlich hielt Rambod inne.


    *raschel*raschel*


    Leise:"Hast du das gehört?"

  • Gewisslich nur ein Tier. Nichts weiter.
    Er sah sich um.
    Morgen werden wir Castra erreicht haben und dann wird es weiter gehen, oder was meinst Du?

  • "Ja, das denke ich auch. Wir werden viel mehr sein als sie, das wird ein leichter Ga..."


    Plötzlich hielt er inne, er hatte erneut etwas gesehen, da war jemand! Da rief er laut aus und deutete wild mit seinem Arm in eine Richtung.


    "Da eine römische....!"


    Da hatte ihn bereits ein Pfeil getroffen. Und er sank mit einem Geräusch wie ein fallender Sack voller Eisen und Papier auf den Waldboden. Eine römische Patroullie hatte offenbar den Treck entdeckt und ausgekundschaftet, nun machten sie sich auf schnellstmöglich zu entkommen und Bericht zu erstatten. Brandolf schrie laut Alarm, sie mussten aufgehalten werden, ehe sie Bericht erstatteten.

  • Laut brüllte einer der Krieger: ALARM!
    Geistesgegenwärtig reagierte Notker. Offensichtlich hatte ein römischer Spähtrupp das Heer entdeckt und wollte nun Bericht erstatten.
    Auf die Pferde , schrie Notker. Sofort waren ca. 200 Reiter auf ihren Pferden und preschten den Römern hinterher...

  • Es waren circa 12 Mann einer römischen Patroullie und sie ritten um ihr Leben. Sie hatten bereits einen großen Vorsprung vor den Reitern die sie verfolgten, doch einen Fehler hatten sie begannen. Weder kannten sie die wahre Größe des Tross, noch hatten sie ihn ausreichend auskundschaften können. Bei ihrem Versuch das Lager der Germanen weitläufig zu umreiten, sahen sie plötzlich vor sich dass sich das Lager weiterhin vor ihnen erstreckte. In ihren Gesichtern sah man einen gewaltigen Schock, es mussten tausende und abertausende von Germanen sein und hinter ihnen holten die Verfolger nun auf und begannen sie von links und rechts einzukreisen.

  • Die Reiter versuchten zu fliehen, doch sie hatten einfach keine Chance. Jene, die sie einkesselten, zeigten kein Erbarmen. Die Römer wurden einfach niedergemetzelt.
    Nachdem sich alles beruhigt hatte und es eine Weile ereignislos blieb, zog ein Großteil des Trupps weiter nach Castra Regina. Die Stadt war in Aufruhr und Panik.
    Natürlich hatte man von den Germanen gehört und versucht alle möglichen Vorkehrungen zu treffen, aber was konnte man tun ohne den bisherigen guten Schutz der Legio und der Cohors? Nicht viel. Nur sich eingraben, bw. hinter den Mauern verschanzen und mit dem Wenigen, was man hatte, versuchen auszukommen.
    Und so geschah es auch.
    Die Germanen standen vor verschlossenen Toren, aber viel machte es ihnen nicht aus. Im Gegenteil, sie richteten es sich sogar fast gemütlich ein. Die Stadt wurde belagert und man weitete sich in der Region aus. Verheerte diese, nutzte alles, was man brauchte, zerstörte, was stören konnte.
    Kundschafter ritten aus, sicherten die Regionen, Nachschübe wurden organisiert, die Truppen aufgeteilt. Ein Großteil der Germanen zog nach Abusina und Umgebung um dort eine Barriere gegen mögliche Angriffe der Römer zu bilden, der Rest verteilte sich bis Castra Regina und besonders davor.
    Die Germanen waren nicht zimperlich in ihren Aktionen, aber tatsächlich fand man auch unter ihnen hin und wieder einen, der wusste, wie man Gnade walten lassen musste.

  • Notker ritt auf seinem Pferd an der Stadt entlang.
    Maden! Wie sie jetzt wohl zittern vor uns. Das hätten sie sich gestern mit Sicherheit noch nicht gedacht., dachte er.
    Er ritt weiter. Ständig war ein reges treiben um die Stadt herum. Germanen kamen und gingen.
    Die römischen Dörfer rund um die Stadt wurden geplündert und angezündet. Die Bewohner größtenteil getötet.
    Zwar wusste Notker nicht was Modorok davon halten würde, aber es war ihm egal. Tötet alle! Zeigt keine Gnade! Auch ihr werdet bei Zeiten keine erfahren!
    ...

  • Ein Bote von Modorok erschien und suchte nach Notker.
    "Fürst Notker, ich habe eine Nachricht vom Kuningaz für Dich!"
    Der Bote sammelte sich einen Moment.
    "Sie lautet: Vernichtet Castra Regina notfalls, haltet Euch das Hinterland frei. Verlegt den Hauptteil der Truppen nach Abusina und Celeusum, sichert weiter die Gebiete bis zur Isara. Und dringt weiter nach Westen vor. Es ist mit römischem Entsatz zu rechnen. Haltet unter allen Umständen die Stellung."

  • Castra Regina war eingenommen!


    Somit gehörte das gesamte östliche Raetia zwischen Limes und Isara und bis hin zum Danuvius jetzt den Germanen. Es galt dieses zu halten und weiter gen Westen zu treiben.
    Nachdem man nun im Hinterland nicht mehr viel machen musste, für zivile Bevölkerung brauchte man nicht viel um diese abzuschlachten oder doch die Gnade zu erweisen sie fliehen zu lassen, wurden alle Truppen nach Westen verlegt. Abusina, Celeusum und die Region zwischen Danuvius und Isara würden nun verstärkt werden, womit eine faktische Truppenstärke von etwa 14.000 Germanen in Ostraetia stand, verteilt auf 50 km von Norden nach Süden.
    Die Germanen fühlten sich stark und zuversichtlich, obwohl die Gerüchte umgingen, dass zwei Legionen samt Cohors und Ala auf dem Weg gen Osten waren.
    Aber im Vergleich zu früher hatten sie immense Vorteile. Ihre Ahnen waren oft unkoordiniert, schlecht bewaffnet und im Laufe des Kampfes mit Angst vor den Römern in die Schlacht gezogen. Modorok jedoch hatte immer dafür gesorgt, dass alle gute Waffen besitzen mussten, sie eine gewisse Koordination inne hatten und sie sich von den Weicheiern Römer nicht einschüchtern liessen. Ausserdem hatten sie von den toten Römern zu profitieren gewusst. Alles, was man gebrauchen konnte, wurde requiriert.

  • Castra Regina, wie auch der gößte Teil Raetia war frei von Germanien. Ja sogar frei von gänzlichem Leben, denn die, die überlebt hatten waren geflohen, der Rest war gemetzelt worden. Ja, es war teilweise ein Metzeln gewesen und teilweise einfach "nur" die Opferung für die Götter.
    Die Stadt war leer und zu großen Teilen zerstört. Man hatte sich zum Schluß keine großen Umstände mehr gemacht und einfach Feuer gelegt. Was nicht verbrannt war, war dennoch kaum noch zu gebrauchen und das Land, in einem Umkreis von mehreren Kilometern sah ähnlich zugerichtet aus.
    Doch immer nur da, wo Gebäude gestanden hatten oder kleine Gehöfte waren. Wälder und andere natürliche Dinge hatte man nicht angerührt.
    Die Germanen waren alle dem Aufruf Modoroks gefolgt und nur aasfressende Vögel fanden noch wirklich Geschmack an der Stadt.



    /sig

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