| Tablinium | Lucius, Cato und noch so einiges

  • Ich war wütend,... nicht direkt auf Cato und Miriam, nicht auf Flaccus, der unsere Casa durchwühlen wollte,... nein, ich war sauer auf das Schicksal, das mich daran hinderte bei bei Calpurnia zu sein.


    Ich drehte mich um, nahm meinen Becher Wein und war kurz davor den Becher aus Wut an die Wand zu werfen. Ich atmete tief ein, probierte mich zu Beruhigen.


    "Setzt euch !" befahl ich kurz und knapp.

  • Es war ihre undurchdringbare Sturheit, die sie weiter stehen ließ, denn sie setzte sich nicht hin nach dem er es befohlen hatte. Sie blieb neben Cato und hatte ihre Hand immer noch auf seiner liegen.


    Sie sah Lucius weiter an und beobachtete ihn genau. Irgendwie griffen ihre Finger nach denen von Cato und wenn es nach ihr gegangen wäre hätte sie ihn schon mit nach draussen gezogen aber sie wollte nicht, dass er Ärger bekam.

  • Ich drehte mich wieder, warf nicht den Becher, sondern leerte ihn.

    "Miriam, ich bat euch, euch zu setzen."


    Ich liess mich selbst auf meinem Korbsessel fallen.

    "Und das ich nicht so wie die anderen bin, solltest du daran erkennen, das ich mit dir und Cato rede, anstatt dich zu deinem Jäger zu schleiffen."


    Ich schenkte mir ein und trank einen Schluck.

    "Cato ist mein Freund und ich habe Angst, das er etwas Dummes tut. denn ich kenne dich nicht. Ich weis nur, du bist eine flüchtige Sklavin, die meinen Freund den Kopf verdreht hat."


    Ohje, warum war die Welt so kompliziert und die Kleine so Sturr ?

    "Und jetzt setzt euch endlich, verflucht nochmal,..... bitte."

  • Zuvor hatte er es befohlen und nicht gebeten, aber Miriam sparte sich die Worte und wollte hier keinen Tumult veranstalten, denn sie wusste schnell konnte es an falsche Ohren gelangen und dann wäre sie wohl dran. Der Gedanke ließ es ihr wieder schlecht werden und sie setzte sich in einen anderen Korbsessel, ließ aber nie die Hand von Cato los. Sie brauchte seine Nähe jetzt mehr als zuvor.


    Ihr kam es vor als würde sie auf heißen Kohlen sitzen und jeden Moment könnte sie sich nun verbrennen. Immer hatte sie die Angst im NAcken, dass Flaccus kommen könnte....


    "Ich bin ein MENSCH, der versucht einem Schicksal zu entkommen, das ich nicht will. Ich werde mich nicht mehr unterdrücken lassen und ich werde mich auch nicht mehr auspeitschen lassen. Und ICH habe niemanden den Kopf verdreht. Gefühle kann man nicht beeinflussen." Sie sah Lucius an. "Und was das andere betrifft, so hast du jederzeit die Möglichkeit mich auszuliefern also warum sollte ich dir trauen?"

  • Nur das Miriam meine Hand ergriffen hatte, hatte mich davon abgehalten Lucius zu schlagen. Früher, in Gallia, hatten wir uns häufig geprügelt, aber heute war es etwas anderes. Er war mittlerweile ein Domine und ich immer noch ein Sklave.


    Zusammen mit Miriam setzte ich mich, setzte mich auf den gleichen Sessel, legte meinen Arm um sie.

    "Du kannst ihm trauen..."
    flüsterte ich ihr ins Ohr.


    Dann wandte ich mich zu Lucius.

    "Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen,... Ich liebe Miriam und ich werde sie nicht mehr gehen lassen."

  • Irgendjemand hatte mir mal gesagt : Wenn du glücklich bist, pass auf. Die Götter mögen es nicht uns sterbliche glücklich zu sehen. Wenn du es bist, dann lassen sie sich etwas eifallen, dich zu ärgern.

    "Miriam, es ist anders : Gerade weil ich dich jederzeit ausliefern könnte, musst du mir vertrauen."


    Ich schüttelte den Kopf. Was hatte ich nur getan, eine aufmüpfige, uneinsichtge Sklavin und ein liebeskranker Sklave sassen hier und ich sollte eine Lösung finden.

    "Cato, du magst sie nun lieben,... aber eben liebtest du noch Alexis. Verzeih, wenn ich da deinen Gefühlen nicht traue."


    Ich beugte mich vor, meine Ellenbogen ruhten auf meinen Knien und ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Dann, nach einer Weile sah ich auf und seufzte.

    "Was soll ich nur mit euch tun ?"

  • Aber Miriam konnte ihm einfach nicht trauen, sie traute nur Cato und auch wenn er Lucius traute sie tat es einfach nicht und sah ihn weiter mehr als nur skeptisch an.
    Lucius konnte sagen was er wollte, er schaffte es nicht sie vom Gegenteil zu überzeugen, nicht jetzt.


    DIe Nähe von Cato gab ihr eine gewisse Sicherheit ohne die sie sicher schon geflüchtet wäre. SIe wusste doch selber nicht was er hätte für sie machen können. Sie gehen lassen? Dann müsste sie Cato verlassen und das wollte sie nicht. Es war klar, dass er Alexis ins Spiel bringen würde und irgendwo hatte er ja da Recht aber es konnte niemand mehr ändern was geschehen war, keiner von ihnen.


    "Schick mich nicht zurück, schick mich nicht von Cato weg. Er ist der Einzigste für den ich je etwas empfand" sagte sie schon fast flehend und das war bei Miriam schon ein Wunder.

  • Irgendwie kam mir das bekannt vor, hatte ich nicht schon mal eine ähnliche Bitte in diesem Raum gehört ? Ich sah die zwei an, grübelte nach, überlegte Fieberhaft was ich tun sollte...

    "Cato gehört Quintus,.... nicht mir,.... Alexis gehört ihm auch..... er ist in Germanien..."


    Ich sprach nicht direkt die Zwei an, liess mir nur leise alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen. Irgendwie hatte sie mich überzeugt, das sie es ernst mit Cato meinte.

    "Wenn du bei Cato bleiben willst, muss Quintus dich deinem Domine abkaufen. Ich kann ihm schreiben, die Situation schildern, mal sehen was er sagt,... Und ich muss mit Alexis reden... "


    Wie nahm es Alexis auf ? Wahrscheinlich litt sie sehr,... Ich würde später mit ihr reden,... noch etwas das mich von Calpurnia fernhielt.

  • Das wusste sie schon alles, aber sie unterbrach ihn nicht, aber spannte sich immer mehr an, als er vom Abkaufen sprach. Das würde bedeuten, dass ihr Herr erfahren würde wo sie war und er hatte wohl oder übel das Recht sie zurückzufordern. Sie würde nichts dagegen machen können, rein gar nichts. Lucius konnte das doch nicht von ihr verlangen, dass sie ins offene Messer lief.


    Trotz, dass Cato einen Arm um sie gelegt hatte sprang sie auf und entfernte sich ein paar Schritte, war wirklich schon am überlegen, dass sie aus der Tür rennen sollte.


    "Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich zulassen, dass du meinem Herrn sagst wo ich bin." Energisch schüttelte sie den Kopf ging einen weiteren Schritt nach hinten. "Ich werde mich niemanden mehr unterwefen, nie wieder."

  • Ich folgte Miriam, legte meine Arme um sie.

    "Miriam, bitte, beruhige dich meine Liebste."


    Ich küsste sie zärtlich auf die Stirn, hielt sie fest.

    "Lucius, sie kann nicht zurück,... Man würde sie dort totschlagen. das lasse ich nicht zu. Eher laufe ich mit ihr weg,... weit weg."


    Ich dachte an die Striemen auf ihrem Rücken, wagte es nicht mir vorzustellen, was ihr passieren würde, wenn sie zurück müsste.

  • "Miriam, bleib hier."


    Man, war dieses Mädchen hartnäckig. Konnte sie nicht einsehen, das wir eine Lösung finden mussten ? Das es nicht nur mach ihrem willen gehen konnte ?

    "Bitte, setz dich und reg dich nicht über jedes Wort auf. Sonst vergeht mir die Lust, euch zwei zu helfen."


    Ich sah die Zwei an. Wenn Cato recht hatte, dann konnte ich sie nicht zurückschicken. Aber wer weis, vielleicht war es auch nur eine List von ihr.

  • Miriam schlang auch ihren Arm um Cato und hielt inne als Lucius sprach. Ihr Herz schien heute keine Ruhe mehr finden zu wollen und sie zitterte wieder, zitterte vor Angst aber auch vor Wut und vielleicht Enttäuschung. Lucius schin ihr nicht zu trauen oder gleich nicht zu glauben. Es war nichts neues für sie aber sie sprach heute die Wahrheit.


    Sie löste sich aus seiner Umarmung und kam wieder auf Lucius zu stellte sich vor ihn, da er ja noch saß war sie größer und sah ihn an. "Du sagst ich solle dir trauen aber selber traust du mir nicht. Mich würde es nicht wundern wenn du sogar glaubst, ich sei nur hier um mich einzuschleimen, damit ich Hilfe bekomme und dann wenn ich sie habe gleich wieder abhaue." Sie schluckte und konnte nicht wirklich still vor ihm stehen, dachte immer wieder daran zu Cato zu laufen oder aus der Tür raus. "Brauchst du Beweise? Hier...."


    Vor Lucius drehte sie sich rum, so dass er auf ihren Rücken sehen konnte und zog an der Schulter ihre Tunika runter, dass er genug von ihrem Rücken sehen konnte und das Resultat von ihrer Bestrafung.

  • Cato hatte sich tatsächlich in eine wirklich temperamentvolle Kleine verliebt. Ich musste innerlich lächeln. Sie war so anders als er. Doch mein Lachen verging mir, als ich die Striemen auf ihrem Rücken sah. Ich schauerte, wie konnte man nur, wer brauchte so ein Gewalt um eine Frau zu bändigen ?

    "Wer hat dir das angetan ? Warum ? Was hast du getan ?"
    Meine Stimme war leise und betroffen.

  • Langsam zog sie den Stoff wieder über ihre Schulter und sah kurz zu Cato bevor sie sich wieder zu Lucius drehte. Sie wusste, dass keiner hier sicher begeistert sein würde wenn sie die Geschichte erzählte, denn sicher hätte sie jeder so bestraft.

    "Es war der Bruder von meinem Herrn. Er hatte ihm meine Bestrafung überlassen, weil ich zuerst ihn und dann meinen Herrn mit einem Krug und einem Becher Wein beschmissen hatte. Ich habe seine Familie bedroht und habe beide beschimpft und das Resultat war, dass er mich in den Keller scheleifte nachdem er mich geschlagen hatte und dort unten band er mich an ein Gitter und holte die Peitsche."


    Um es zu verdeutlichen zeigte sie noch auf die kleine Narbe über ihrem Auge an der Schläfe die sie für immer als Andenken behalten würde von dem Ring den Cinna getragen hatte.

  • Während sie erzählte, trat ich an sie heran, half ihr, ihre Tunika wieder zu richten. Lucius und Frauen war für mich immer noch heikles Thema, ich wusste, er würde sich jederzeit über Miriam hermachen, wenn es ihm gefiel.


    Sachte legte ich meinen Arm um sie, hielt sie fest...

  • Ich lauschte ihren Worten, stellte mir vor, was passiert sein musste. Sie war eine kleine, zierliche Frau, zwar voller Temperament und leicht aufbrausend, aber sowas, so eine harte Bestrafung, nur weil sie ein paar Krüge warf und schimpfte.
    Ich schüttelte den Kopf...


    "Miriam, bitte setz dich wieder. Möchtet ihr was trinken ? Dann bedient euch.."


    Ich lehnte mich zurück und zeigte auf den kleinen Tisch mit der Karaffe Wein.

    "Hat dir Cato erzählt, wie wir aufgewachsen sind ?"

  • Warm lächelte die junge Frau Cato an, als er ihr half sich wieder ganz anzuziehen und kuschelte sich in seine Arme. In ihren Augen stand ihre ganze Liebe zu ihm die sie empfinden konnte.


    Der Aufforderung sich zu setzen kam sie dieses mal gleich nach aber bei dem Trinken schüttelte sie ihren Kopf denn sie wollte nichts haben.


    "Ich weiß, dass ihr Freunde seid und das schon sehr lange." Sie wusste nicht auf was er hinaus wollte.

  • Auch wenn Miriam nichts wollte, ich brauchte noch einen Schluck. Ich schenkte mir ein, und setzte mich wieder hin. Bevor ich zu erzählen begann, sag in eine Weile in den Becher, dachte über früher nach...

    "Ja, wir kennen uns seit frühester Kindheit..."


    Ich nahm einen Schluck,...

    "Ich war nicht viel mehr mehr als ein Sklave. Mein Vater ein Bataver, meine Mutter eine makedonische Lupa... Wir wuchsen in ein Casa in Gallia auf,.. eigentlich mehr ein Castellum, denn der Hausherr war ein alter Legatus Legionis, sein Verwalter ein Centurio."


    Vor meinen Augen sah ich alles wieder vor mir...

    "Wir waren drei, Quintus, der Enkel des Hausherren, Cato und ich,.... etwa gleich alt und wurden von dem alten Centurio mit erzogen. Er war streng und hart."


    Ich grinste,...

    "Und ich war frech und vorlaut,... ähnlich wie du. Und der Centurio hat mich oft geschlagen, wenn er mich bestrafen musste."


    Ich schüttelte den Kopf.

    "Doch so wie du bestraft wurdest, wurde nie jemand bei uns,... Ich werde dir helfen."


    Ich starrte in meinen Becher und blickte dann wieder hoch.

    "Miriam, du willst bei Cato bleiben ? Dann sag mir, was du dafür bereit bist zu tun, wie du es dir vorstellst. Dann kann ich dir sagen, was machbar ist."

  • Warum hatte man sie denn so bestraft wenn andere nicht so behandelt wurden? Lag es nur an der Drohung die sie gegenüber seiner Frau ausgesprochen hatte? Miriam hatte ihre Drohung wirklich wahr machen wollen aber sie erinnerte sich auch an das Versprechen welches Cato ihr im Park gegeben hatte, dass er ihr bei ihrer Rache helfen würde. An dieser Rache hielt sie auch weiterhin fest und würde es immer tun bis sie sich gerächt hätte.


    Sie hatte ihm genau zugehört und hatte seine letzte Frage schon befürchtet. Miriam wusste nicht was sie antworten sollte, sie wusste nicht ob sie sich dran halten würde wenn sie etwas sagte und wusste auch nicht ob sie lügen sollte oder nicht.


    "Ich will bei Cato bleiben, ja. Ich weiß nicht was ich bereit wäre zu tun, es kommt drauf an was verlangt wird." Sie sah Lucius an. Miriam wollte nicht dienen aber sie würde sicher nicht weiter kommen wenn sie das sagte. "Ich....ich würde...versuchen eine gute Sklavin zu sein." Es war zu deutlich, dass ihr diese Worte schwer fielen und sie eventeuell nicht völlig ernst gemeint waren. "Ihr sagtet beide was davon, dass man mich abkaufen könnte?"

  • Eigentlich wollte ich schon lange wieder bei Calpurnia sein, aber Cato ware mein Freund. Und auch wenn ich es für falsch hielt, wie er mit Alexis umgegangen war, konnte ich doch nicht anders als ihnen zu helfen.


    Doch das sie eine gute Sklavin sein wollte, das konnte ich ihr nicht ganz glauben.

    "Miriam, ich seh es dir an, das es dir schwer fällt eine gute Sklavin zu sein. Du must schlechte Domines gehabt haben."


    Ich stand auf und schenkte mir nach.

    "Ich war nie ein Sklave, aber ich war ein Streuner. Und auch wenn ich frei war, gab es häufig Momente, in denen ich die Sklaven einer Domines beneidete. Besonders dann, wenn ich nicht wusste, was ich essen sollte."


    Ich setzte mich wieder und lehnte mich zurück.

    "Sag ehrlich, hör in dich hinein. Kannst du eine Sklavin sein, die ihrem Domine treu dient ? Einem Domine der nicht zu viel von dir verlangt, nicht erwartet das du mit ihm das Lager teilst. Nur dich um den Haushalt kümmern ?"

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