• Verwundert beobachte ich wie meine Herrin die beiden Sklaven beschenkt, am liebsten hätte ich den beiden Grobianen das Geld sofort wieder genommen, aber das konnte ich wohl schlecht.


    Dann erklang die sanfte Stimme der Herrin zu mir und ich folgte ihr mit folgender Antwort auf den Lippen.


    >>Natürlich Herrin, ich folge.<<

  • Jemand in einer zerschlissenen, staubgrauen Tunika taumelte in Richtung der Porta der Casa Rediviva. Er war außer Atem und es schien ihm, als würde die Porta wie ein imperiales Monument vor ihm stehen, von einem verschlossenen Hochmut durchdrungen, der ihn seine geringe Abkunft genußvoll spüren ließ.


    Von diesem Eindruck eingeschüchtert und aufgeregt, streckte sich ihm die Zeit in eine merkwürdige Weite und er fragte sich, ob es daran lag, dass er aus Gründen der Hygiene das Wasser auf dem Schiff verschmäht und sich ausschließlich an den billigen Wein gehalten hatte.


    Da erhob er von einer trotzigen Aufwallung getrieben die gespannte Faust und schlug langsam und doch äußerst kräftig gegen das eisenbeschlagene, schwere Holz. Vielleicht viermal, vielleicht siebenmal. Sooft jedenfalls, dass er meinte die Bewohner, ja den Kaiser selbst womöglich gekränkt zu haben.


    Nun sieht man ihn erstarrt zurücktreten, das Haupt gesenkt, und dachte er wohl an das Ungemach, dass ihn für seine Frechheit erwarten würde.


    Wer weiß es schon so genau...

  • Semenchkare


    Wie immer breit in seiner Gestalt öffnete der ägyptische Ianitor die Tür und blickte dem Neuankömmling mit hochgezogener Braue entgegen. So oft hätte der Knirps nicht klopfen brauchen, denn er war noch nicht so alt dass er dies überhören könnte.


    "Salve. So wie Du ausschaust bist du ein Händler. Ist meine Vermutung richtig, so lass dir gleich gesagt sein, dass du nicht willkommen bist. Hast du allerdings ein anderes Anliegen - zu wem willst du und wen soll ich melden?"

  • Als sich die Porta öffnete und ihn ein wohlgewachsener Sklave beäugte, gar schroff zum Ausdruck brachte, dass er nicht willkommen sei, wenn... ja, wenn er nur genau zugehört hätte... zuckte er in Erwartung einer Tracht Prügel vorsorglich zusammen und stolperte vor und zurück.


    "N-n-n-eiiin. N-n-n-n-nicht!"


    Da jedoch nicht unmittelbar ein Dreschflegel auf ihn niedersauste, auch keine Peitsche, ja rein gar nichts geschah gegen seinen Leib, fasste er den Mut sich zu besinnen und sein Anliegen vorzubringen.


    "W-w-wichtig!"


    Dabei griff er ins Innere seiner verkommenen Tunika und nestelte darin herum; jedoch ohne irgendetwas zu einer weiteren Erklärung seines Gestammels ans Tageslicht zu befördern.


    Dieses Umstandes eingedenk - die Götter waren ihm nicht zur Gänze abhold - ergänzte er feinsinnig: "P-p-persönlich!"


    Nun suchte er dem Blick des großen Mannes standzuhalten - leider vergebens. Doch ließ er den Kopf nicht hängen sondern blickte nur recht tapfer zur Seite...

  • Semenchkare


    Beinahe erschrocken blickte der stämmige Sklave auf den Mann herab, der so erbärmlich um Gnade winselte. Er verstand nicht so recht, was dies sollte, doch offensichtlich handelte es sich nicht um einen Römer - auch wenn diese genauso schwer verständlich waren.


    "Was gibt es denn? Wenn es etwas persönliches ist, drück dich klarer aus und ich versuche dir zu helfen. Aberi Isis und allem was mir heilig ist: Rede, ich hab nicht ewig Zeit."


    Was ja nun eigentlich eine Lüge war. Fürchtend, dass seine Reaktion genau das Gegenteil von dem heraufbeschwören würde, was er eigentlich wollte, sah er auf das 'Wrack' herab und seufzte.

  • Diese harschen Worte waren wie Balsam für ihn. Ja ein Taumel ergriff ihn, ein Taumel der Erleichterung und Freude, dass man ihm Gehör schenken wolle.


    Doch war da etwas, das ihn störte. War nicht jener dort ein noch Geringerer als er selbst? Ein Sklave? Und waren nicht Sklaven auf dieser Welt, um das beschwerliche Leben der Menschen zu erleichtern? Warum hatte er denn Angst gehabt, es war doch alles aufs Beste eingerichtet für ihn - so, oder so ähnlich reimten sich die Dinge in seinem kleinen Kopf zusammen und nun überkam ihn Zuversicht wie ein Rausch.


    "Sch-sch-Schriftrolle! Ist doch ein geheimes Papier nur für Mensch von Geburt!"


    Gewissermaßen hatte er recht damit, doch spürte er noch immer Mangel und Ungenügen in sich. Vor den Augen dieses Mannes, der ja nichts darstellte und in seinen Augen soetwas war, wie ein Ackergaul, war ihm das vollkommen unerträglich. Also fasste er sich und brachte mit einer bemerkenswert festen Stimme hervor:


    "Versteh! Die Pontifex ist ein geboren Mensch, sehr hoch, sehr hoch geboren Mensch und dringend, wie dringend Schrift für sie ist! Sie ist ein Lesemensch! Nicht nur ein Mensch! Und Schrift hab ich aus Roma! Aus Roma p-p-persönlich!"


    Nun war er sich sicher, dass er's diesem schönen Sklaventier eingetrichtert hätte, stemmte in Gewißheit seiner Größe - als Mensch immerhin dann als Römer auch, irgendwie - seine Arme in die Taille.


    Niemand war zugegen der nun ecce homo gedacht hätte - also tat er das für den Rest der Welt und war recht zurfrieden mit sich. Doch sein Blick, der hielt noch immer nicht stand...

  • Semenchkare


    Der Ägypter, mit dem Namen der tief blicken ließ, sah dennoch mit überlegenem Blick auf das kleine lukanische Würstchen zu seinen Füßen herunter. Es war ja nicht so, dass er respektlos war, doch wenn jemand so kleines und unbedeutendes versuchte ihm unfreundliche Worte zu sagen, dann lief bei ihm recht schnell die Weinkaraffe über.


    "Mir ist bewusst, dass meine Herrin ein Mensch ist und wenn diese Botschaft für sie ist, dann überbringe ich sie ihr gerne. Du allerdings solltest dich schleunigst darüber im Klaren werden, wer hier das größere Ausmaß hat und dann, welche Worte angebracht sind."


    meinte der Sklave mit belustigter Stimme und schüttelte den kahlen Kopf. Eine wahrhaft imposante Gestalt dieses kleine Etwas zu seinen Füßen, das kein einziges Wort zu-samm-en-häng-end aussprechen konnte und dennoch versuchte zu drohen.


    "Ich sein braves Etwas du müssen wissen."


    spottete Semenchkare mit ernsthafter Stimme und tat extra, als sei er der lateinischen Sprache ebenso wenig habhaft wie dieses seltsame Wesen.

  • Es wallte eine Hitze in ihm auf, die ihm bekannt schien. Wenn man beim Wein zusammensaß und einer seine Mutter eine Lupa schalt, dann wurde ihm heiß und ein Zittern überkam ihn. Doch dieser Sklave - also dieses Tier - hatte nichts dergleichen gesagt... er war ratlos. Doch die Hitze war nuneinmal da und stieg in ihm auf. Das konnte doch nicht falsch sein. Und vielleicht war seine Mutter ja auch eine Lupa, was war falsch daran, sie war doch schön?


    "M-m-meine Mutter lass raus hier!", rief er und blies seine Brust auf, dass dieses Ding nur staunen möge über seine Entschlußfreude.


    "Sofo-fort! Ist das nämlich p-p-persönlich!"


    Irgendwie glaubte er sich selbst nicht, auch wenn diese Hitze ihm die Rechtmäßigkeit und Richtigkeit seiner Auffassungsgabe und der daraus denknotwendig abgeleiteten Handlungsweise unbedingt auszusprechen schienen. Er war ein geborener Zweifler, ein Philosph, ein großer Lesemensch... Ja, da war er also wieder bei seiner Aufgabe angelangt:


    "An Pontifex pe-pe... persönlich abzugeben! Von dem hohen Mensch Matinius Cicicero!"


    Nun erwartete er, dass der Sklave - also natürlich immernoch das Sklaventier - erblassen würde und ihn ohne Murren einlassen... also kniff er die Augenlider zusammen und nannte jenen dort, seinen Worten Nachdruck zu verleihen, bei dem, was er -nicht mehr und nicht minder- tatsächlich war, nämlich: "...Ks-sklave!"


  • Semenchkare


    Der Sklave begann es aufzugeben, aus diesem komischen Kauz vor sich schlau zu werden und ließ lediglich ein theatralisches Seufzen vernehmen. Dann öffnete er die Tür ganz.


    "Deine Mutter ist mir mindestens genauso gleich wie du, aber meinetwegen. Immerhin sind wir nun den Schritt weitergekommen, dass du deine Nachricht persönlich übergeben willst und so soll es sein."


    Der Ägypter schloss nach dem Eintreten des Botens die Tür und ging nicht weiter auf seine Worte ein. Dieser schien geistig völlig verwirrt, wenn nicht gar umnachtet zu sein und er wollte ihm nicht noch mehr Narretei zumuten. Er gab nicht viel wert auf sein Geschwafel und führte ihn auf direktem Weg ins Atrium.

  • Semenchkare


    Semenchkare, der gelangweilt vor den Stufen der Casa saß, bemerkte die junge Frau, die sich langsam näherte. Vermutlich war es für einen Ianitor etwas unpassend vor der Tür zu sitzen und sich zu sonnen - aber was sprach andererseits auch dagegen? Also erhob sich der Ägypter mit einem freundlichen Lächeln und sprach die Frau freundlich an:


    "Was kann ich für dich tun?"

  • Semenchkare


    Semenchkare ging nicht davon aus, dass eine Frau gefährlich sein könnte. Und vor Allem nicht diese mit den feinen Zügen. Er zeigte ein Lächeln und öffnete die Porta, um sie einzulassen.


    "Wen darf ich melden und ist das Gespräch privater oder öffentlicher Natur?"


    In letzter Zeit waren allzu oft seltsame Gestalten aufgetaucht, weshalb er diese Frage immer häufiger stellte um diese gleich auszufiltern. Schon schlimm genug, dass er sich damals mit dem Sabberlatz hatte abgeben müssen.

  • Arria lächelte erfreut, als ihr geöffnet wurde.


    "Mein Name ist Petronia Arria. Ich komme aus privaten Angelegenheiten. Helena ist eine Freundin von mir und meine frühere Lehrerin", erklärte sie, um das Misstrauen des Sklaven auszuschalten.

  • Semenchkare


    "Nun, dann schätze ich, brauche ich dich nicht vorher anmelden. Sie ist mit ziemlicher Sicherheit in ihrem Zimmer, kennst du den Weg dorthin? Ansonsten kann ich dich auch gern führen."


    bot sich Semenchkare an.

  • "Ich habe sie zuletzt besucht, als sie noch in der Casa Matinia wohnte, deswegen wäre ich dir sehr dankbar, wenn du mich führen könntest", antwortete sie höflich.

  • Semenchkare


    "Mit Freuden!"


    entgegnete der Sklave und seine Worte klangen nicht einmal gelogen oder auswendig gelernt. Als sie eingetreten war, schloss er die Türe hinter ihr und machte sich auf dem Weg in Richtung des Atriums um von hier aus nach links abzuschwenken, wo Helenas Zimmer wartete.

  • Er stand an der Porta der Casa Rediviva, die sich grade noch geschlossen hatte, nachdem er eine junge, hübsche Dame eintreten gesehen hatte. Nun also sollte er seine richtige Familie kennenlernen. Obwohl ihm so heiß war, zitterte er ein wenig, langsam ging er nah an die Tür heran und klopfte vorsichtig zweimal. Er rückte noch schnell seine Tunika ein wenig zurecht und wartete, dass ihm geöffnet würde.

  • Ich kam gerade aus meinem Arbeitszimmer, als ich es an der Tür klopfen hörte, und da ich nunmal zugegen war, öffnete ich diese sofort...


    Ich sah dort diesen jungen Burschen, er war mir unbekannt und so fragte ich vorsichthalber einmal:


    "Salve, wer bist du?"

  • "Nun, verzeih mir, sollte ich unwissend oder gar dumm erscheinen, doch nenne mir deinen Namen zuvor, ich bitte dich von ganzem Herzen."


    Er hatte das grobe Gefühl, diesen Mann zu kennen, doch er konnte sich nicht sicher sein, dass er der war, für den er ihn hielt, ohne seinen Namen zu kennen.


    Obwohl er sich eigentlich sicher war...

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