Atrium - Livia, Durus

  • Ursus führte den Besucher ins Atrium.


    Nehmt Platz. Einen Moment noch, ich hole sofort die Herrin... äh, und etwas Wein.


    Er verbeugte sich kurz und sputete sich die Herrin zu holen... und den Wein.

  • Durus blieb im Atrium stehen. Hier war er bei der Hochzeit gewesen - gemeinsam mit Fabia...
    Rasch verbannte er diese Gedanken aus seinem Kopf und überlegte, was er Livia sagen wollte, wenn sie denn kam...

  • Livia ist gerade im Büro ihres Mannes und studiert einige juristische Dokumente, als Ursus sie von der Ankunft ihres Verwandten in Kenntnis setzt. Sie legt die Unterlagen beiseite und denkt nicht zum ersten Mal daran, dass es dringend Zeit für einen eigenen Raum wäre. Doch erhebt sie sich und begibt sich direkt ins Atrium. Dort wartet Durus bereits und sie begrüßt ihn mit einem freundlichen Lächeln.


    "Salve, Durus. Ich danke dir, dass du so rasch kommen konntest. Gut siehst du aus. Wie war die Reise?"

  • Durus ging auf Livia zu.
    "Salve, Livia! Mir geht es blendend! Wie ergeht es dir in deinem neuen Haushalt?"
    Der Patrizier erinnerte sich, dass Fabia gesagt hatte, dass Livia nicht glücklich gewirkt hatte. Jetzt versuchte er zu erkennen, ob sie sich wirklich nicht wohlfühlte.

  • Erfreut lächelt Livia und nickt bestätigend.


    "Es geht mir gut. Zwar muss ich mich noch ein wenig an die neuen Sklaven hier gewöhnen, doch ich bin zuversichtlich. Hungaricus besitzt einen überaus fähigen Sklaven, welcher die anderen wohl zu führen weiß. Dieser wiederum erweist sich glücklicherweise meist als äußerst umgänglich."


    Sie deutet einladend auf eine kleine Sitzgruppe unter dem seitlichen Dach des Atriums und führt Durus dorthin.


    "Setz dich ruhig. Ursus wird uns gleich etwas zu Trinken bringen. Konntest du in Bezug auf das Landgut einiges in Erfahrung bringen?"


    Ihrerseits lässt sich Livia auf einem Korbsessel nieder und sieht ihren Verwandten aufmerksam an.

  • Durus sah kein Zeichen von Unglück. Vielleicht hatte Fabia sich doch geirrt...naja, egal. Livia schnitt den Grund seines Kommens selbst an, also ging er sofort darauf ein.
    "Also, das Problem ist noch immer, dass dieser Architekt sich nicht sehen lässt. Theoretisch könntest du selbst einen engagieren. Der Baugrund ist auf jeden Fall bebauungsreif."
    Durus ärgerte sich persönlich über diesen Architekt, von dem man nie etwas hörte....

  • Ein Anflug von Sorge ist in Livias Miene zu lesen und hält nachdenklich inne, bevor sie ihm antwortet.


    "Tatsächlich? Das ist überaus ärgerlich. Persönlich habe ich mich noch nach keinem eigenen Architekten umgesehen, da ich mich auf den eurigen verließ. Allerdings werde ich für den Umbau dieser Casa ohnehin noch jemanden benötigen. Doch leider ist mir momentan niemand geeignetes bekannt. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, euren Architekten ebenfalls darauf anzusprechen. Gibt es denn keine Nachricht von ihm, worin der Grund für seine Abwesenheit liegt? Wäre es nicht möglich, dies kurzfristig in Erfahrung zu bringen?"

  • Durus war es fast peinlich, dass er kaum etwas wusste.
    "Ich habe den Duumvir schon mehrmals darauf angesprochen, aber er sagt nur, dass er 'bald' komme. Unter uns würde ich dir raten, dir selbst einen zu suchen, denn wenn der Architekt hier auftaucht, werden die anderen Kunden ihn auch stark frequentieren und möglicherweise hat er dann gar keine Zeit mehr."
    Das war zwar nicht das, was man von ihm erwartete - immerhin hatte der Architekt eine Art "Exklusivvertrag", so wie er das verstand, aber Livia gehörte ja zur Verwandtschaft.

  • "Das ist betrüblich. Doch ich werde deinen Rat befolgen und noch eigene Erkundigungen bezüglich einer Alternative einziehen. Allerdings bin ich nichtsdestotrotz an eurem Mann interessiert. Benachrichtigt mich bitte, sobald ihr etwas von ihm hört."


    Livia lässt sich einige Möglichkeiten und Namen durch den Kopf gehen, kommt auf die Schnelle jedoch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Dann wendet sie sich dem zu, was weiters zu besprechen ist.


    "Der Baugrund, sagtest du, ist dennoch bereits vorbereitet worden. Nun interessieren mich natürlich Größe und Lage der Grundstücke. Inwiefern sind sie nah am Meer gelegen und wie ist dort die Küste beschaffen? Was kannst du mir zur Nachbarschaft erzählen? Ist bereits bekannt, wem die möglicherweise angrenzenden Grundstücke gehören?"

  • Endlich etwas, zu dem er etwas mehr sagen konnte.
    "Wie bereits geschrieben, sollten die Gebiete erst verteilt werden, wenn wir die Käuferzahl und so weiter wissen, da wir ja einen Ager Publicus genommen haben. Sollte die Interessentenzahl wachsen, werden sie wohl kleiner, bleibt es bei unserer bisherigen Zahl, sind es nicht ganz so viele. Es liegt auf jeden Fall am Meer und dürfte auch landwirtschaftlich nutzbar sein. Bisher haben wir drei Interessenten: Dich und Helvetius Geminus. Aber ich denke, dass schon noch welche dazukommen. Man munkelt sogar, dass die Augusta sich einen Landsitz anschaffen will - aber das habe ich nur so gehört...also keine Garantie!"

  • Livia schaut ein wenig irritiert.


    "Zu welchem Zeitpunkt werde ich denn die tatsächliche Größe des angebotenen Grundstücks erfahren? Ich denke das ist kein unwichtiger Faktor in Bezug auf die Angemessenheit des Kaufpreises. Ohne dem kann ich einen Vertrag wohl nicht unterzeichnen. Wie sieht es denn mit der Beschaffenheit der Küste aus? Handelt es sich um einen flachen Sandstrand oder gibt es felsige Klippen? Sind diese Teil des Besitzes? Bestünde in dem Fall die Möglichkeit, direkt am Meer zusätzlich eine Art kleine Laube oder dergleichen zu errichten?"


    Die Neugier in Bezug auf das Landgut nimmt wieder überhand und sie lächelt leicht, während sie der Antwort aufmerksam zuhört.

  • "Was stellst du dir vor?" fragte Durus. Er hatte große Landgüter zu vergeben. "Der Strand ist ein Sandstrand - mit kaum Felsen! Natürlich kannst du auch eine Laube errichten!"

  • "Sehr schön. Weiters gibt es natürlich noch die Frage nach der Größe der Villa an sich. Bis zu welchem Umfang ist der Bau im Preis mit enthalten?"


    In diesem Moment kommt endlich der von Ursus geschickte Sklave und serviert den verdünnten Wein. 'Wenn man nicht alles selber macht...' hätte sich Ursus wohl gedacht, wenn er dies gewusst hätte. Doch Livia ist nachsichtig, da im bisherigen Gesprächsverlauf weder sie noch scheinbar Durus unter großem Durst hat leiden müssen. Der Sklave serviert also das Getränk und die Becher, um sich sogleich wieder in den Hintergrund zurückzuziehen. Die Patrizierin greift noch nicht nach ihrem Anteil und führt die Gedanken vorerst ungestört fort.


    "Sobald es meine Pflichten hier in Rom erlauben, würde ich den Baugrund natürlich gerne persönlich besichtigen. Ob mein Mann mich begleiten kann, ist mir noch nicht bekannt. Besteht denn generell die Möglichkeit dazu? In Kombination mit einem Gespräch mit dem ausführenden Architekten wäre vermutlich optimal. Sind die Grundstücke denn soweit abgesteckt, als dass man sich schon eine Vorstellung davon machen kann?"

  • "Ich denke, wenn du nicht gerade das Domus Aurea bauen willst, bleibt das ganze im Preis inbegriffen."
    Durus nahm ebenfalls einen Becher, obwohl er tagsüber gewöhnlich nur Wasser trank. Er wollte keine Umstände machen.
    "Du kannst die Baustelle gerne besichtigen. Es ist sicher für die Lage interessant, aber die Grundstücke konnten noch nicht abgesteckt werden, da manche der Angeschriebenen ja nicht geantwortet haben. Was stellst du dir eigentlich so vor? Also welche Größe soll die Villa denn haben? Und möchtest du auch einen Wirtschaftstrakt?"

  • Livia ist erstaunt, weiß jedoch noch nicht so recht, was sie von dem Angebot insgesamt halten soll. Die Informationen sind für eine feste Zusage einfach noch viel zu vage. Nachdenklich trinkt sie noch einen Schluck Wein bevor sie fortfährt.


    "Über den genauen Aufbau habe ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht. Zwar besitze ich ungefähre Vorstellungen, doch wollte ich diese nicht ohne einen fachmännischen Rat weiterführen. Schließlich war es mir bislang noch nicht vergönnt, an einem solchen Bauprojekt mitzuwirken. Insgesamt klingt das alles jedoch äußerst vielversprechend. Doch ich fürchte, dass ich vor einer endgültigen Entscheidung mit einem Architekten sprechen muss. In den nächsten Tagen werde ich mich deinem Vorschlag entsprechend hier in Rom nach jemandem umsehen. Solltet ihr dennoch Nachricht von eurem Mann bekommen, dass er die Leitung übernehmen kann, dann benachrichtigt mich bitte schnellstmöglich."

  • "Nein, nichts bezüglich der Villen.
    Aber ich wollte dich noch fragen, wer sich jetzt um den Haushalt in der Villa Tiberia kümmert - Flaccus ist ja beim Dienst für die Götter sehr eingespannt!"

  • Verwunderung ist in Livias Miene zu lesen. Sie stellt ihren Wein beiseite und versucht sich der Selbständigkeit der Besetzung im Haushalt der tiberischen Villa zu entsinnen.


    "Leistet der Vorsteher der Sklaven keine gute Arbeit? Ich war davon ausgegangen, dass ich es ihm unbesorgt überlassen könnte. Wie sieht es überhaupt mit den Bewohnern der Villa aus? Nutzt jemand außer Flaccus das Anwesen?"

  • "Genau das wollte ich ja gerne wissen. Ich sehe mich zur Zeit nach einer Beschäftigung in Roma um und wollte gern wissen, wen ich da in der Villa stören könnte/würde. Bisher warst du ja der Haushaltsvorstand!"
    antwortete Durus, bevor Livia annahm, er wollte sich irgendwie als Hausvorstand aufspielen - obwohl er wohl zur Zeit der Älteste war, der dort wohnte...aber trotzdem unregelmäßig!

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