• Ein Vollmond erhellt die kleine Ecke in der Schule in der Su Cheng vor längerer Zeit seinen "Trainingspfahl" aufgestellt hatte. Keuchend sah man davor eine Gestallt hin und her springen, kurze Meidbewegungen machend und immerwieder hörte man das dumpfe Klatschen wenn Haut auf Holz trifft.


    Ich stand jetzt schon eine ganze Stunde vor dem Pfahl und versuchte meine Nahkampffähigkeiten zu verbessern.
    Nein. Eigentlich war das gelogen.
    Eigentlich müsste es heissen: Ich stand schon eine ganze Stunde vor dem Pfahl und drosch auf die Demonen meiner Vergangenheit ein. Auf alles Böse, was mir während meiner fluchtartigen Reise aus der Provinz Noricum bis nach Hispanien passiert ist, Auf jeden Menschen der mir schaden wollte.


    Die Wunden auf den Händen bluteten. Die Haut war aufgerissen- war zermahlen worden zwischen Knochen und Holz. Schweiss strömte aus jeder Pore meines Körpers, lief mir in die Augen und sorgte dafür, dass die Wunden auch richtig brannten.


    Ich legte all mein Können in diese Übung. Schlug mit den Fäusten, mit der Handfläche, mit den Knien und Beinen, krallte die Finger ins Holz.

  • Schweissgebadet lag ich in meinem Bett und schlug die Augen auf. Ich hörte das Blut in den Adern rauschen und starrte zur Decke. Die Bilder der Vergangenheit, von der ich wieder ein mal geträumt hatte, waren mir immer noch vor Augen. Wann würde ich das endlich hinter mir lassen können.
    Doch das war es nicht, weshalb ich aufgewacht war. Ich hatte Geräusche gehört. Mein Herz schlug bereits schnell und reflexartig griff meine Hand zu meinem Kampfschwert. Ich lauschte angestrengt.
    Sie kommen!
    Mein erster Gedanke war, dass diese furchterregende Vorstellung nun doch eingetroffen sein könnte.
    Sie sind bereits hier! Irgendwie hatte ich von ihnen geträumt und hatte die Angst, diesmal einen Wahrtraum gehabt zu haben.
    Doch ich beruhigte mich wieder. Da war wirklich nichts. Einbildung.
    Ich stand auf und ging zum Fenster. Die silberne Mondscheibe warf Schatten auf die Gebäude der Gladiatorenschule. Für das es Nacht war war es relativ hell. Eigentlich nicht die bevorzugten Lichtverhältnisse von ihnen, mutmasste ich.
    Dennoch nahm ich unten, an der Seite neben der Arena eine Bewegung war.
    Ich verliess mein Zimmer und ging nach unten. Jetzt konnte ich sowieso nicht mehr schlafen. Ich trug das Schwert weiterhin in der Hand, beruhigte mich aber zusehends wieder. Dann erkannte ich Septimus. Was tat er hier? Mitten in der Nacht üben? Langsam ging ich auf ihn zu. Sein Kampfstil war nicht der beste, doch ich erkannte, dass die Kraft seiner Schläge einen anderen Ursprung haben mussten.


    "Salve.", sagte ich zum Grusse.

  • Ich prügelte noch immer auf den Stamm ein als mich eine vertraute Stimme aus meiner Trance riss. Es war der Magister Gladii.
    "Salve Magister, ich hoffe ich habe euch nicht geweckt."

  • "Nein nein, manchmal... schlafe ich etwas schlecht", antwortete ich.
    "Du hast offenbar noch genug Energie, mitten in der Nacht hier zu üben, wie?", fragte ich locker.
    Ich spürte die angenehm kühle Brise, die leicht durch die offenen Flächen der Schule wehte.

  • "Was macht dich denn so wütend?", fragte ich.
    Und auf seine Frage gab ich die Antwort: "Fehlen tut mir nichts. Aber von Zeit zu Zeit lassen mich Albträume nicht so gut schlafen."
    Wenn ich doch nur wüsste, ob es wirklich Träume waren, oder ob sie immer noch auf der Jagd nach mir waren...

  • "Alles!" ich schlug einen festen linken Haken zum Stamm "Nichts!"
    Einige Kombinationen folgten.


    "Die Schande meines Vaters, weil er mich nicht ernähren konnte, seine Schuld weil er mich eifnach meinem Schicksal überlassen hat und sein Tod, den ich zu verantworten habe."

  • So war das also... Nun, darauf fand ich nicht gleich die richtigen Worte. Schwere Lasten, in der Tat.
    Zumindest konnte ich gut nachvollziehen, dass man mit kämpfen gut Frust und Wut abbauen konnte. Wenn ich recht überlegte war es auch das gewesen, was mich zu den Gladiatoren getrieben hatte.
    "Nun ja... ich glaube ich werde wieder versuchen, schlafen zu gehen." ich blickte kurz zu Boden und dann wieder zu den Übungspfählen. "Noch eine gute Nacht.", sagte ich zu ihm und wandte mich um, um zurückzugehen.

  • "Vale Magister! Ich wünsche dir eine gute Nacht!"
    ICh war müde, meine Hände bluteten und ich war total nass geschiwzt und so folgte ich Toxis beispiel und ging zum Brunnen um mich zu waschen.
    Das kalte Wasser tat mir wohl und todmüde fiel ich für diese Nacht auf das harte Lager.

  • Xeones wachte auf, als das Echo dumpfer Schläge bis in die Unterkünfte trat. Septimus' Koje war leer gewesen und Xeones richtete sich schnell auf, die Hände zu Fäusten geballt. Er fragte sich instinktiv, was diese seltsamen Geräusche aus der Dunkelheit bedeuten konnten. Unweigerlich drängten sich ihm düstere Gedanken in den Kopf. Gedanken von möglichen Ausbruchsversuchen von Sklaven, die ihrem trostlosen Gladiatorendasein, diesem Dasein innerhalb der Mauern, die sie einzig zwecks Kämpfe in einer Arena verlassen konnten, ein Ende setzen wollten. Doch die Schläge kamen vereinzelt. Schreie fehlten. So schlimm wie er es sich in den ersten Momenten vorgestellt hatte, war es wohl nicht. Doch die Neugier war geweclt... und er selbst auch.


    Er begab sich auf die Übungsplätze. Die Schläge hörten auf und zwei vertraute Stimmen drangen bis an sein Ohr. Der Magister. Und Seprimus. Xeones sah, wie Toxis wieder ging und blieb stehen, grüßte diesen.
    "Sei gegrüßt, Magister. Was ist passiert?"
    fragte er, in Richtung des sich entfernenden Septimus schauend. Wenn der Magister ihn nicht gleich wieder in die Unterkunft scheuchte, würde er mit dem jungen Mann wohl einige Worte wecheln müssen.

  • Ah, Xeones war auch wach?
    Ich kam ihm entgegen, achtete auf potenzielle Umfallrisiken in der Dunkelheit.
    "Gute Nacht." Ich schüttelte den Kopf. "Ist nichts los, Wenn man nachts nicht schlafen kann tut einem nichts besser als seine Energie loszuwerden." Ich lächelte Ansatzweise.
    "Doch die Nacht ist zum Schlafen da.
    Ach Xeones, dich wollte ich noch sprechen.", wechselte ich das Thema.
    Wir werden bald einen Schaukampf liefern, wäre das etwas für dich gegen mich anzutreten?"

  • Xeones dachte, dass er sich verhört hatte, hatte er doch eben gehört, dass der Magister bei einem Kampf gegen ihn antreten wollte... er senkte leicht sein Haupt und sprach leise
    "Gegen dich, Magister? Es wäre mir eine große Ehre, gewiss. Aber was genau, sag, meinst du mit einem Schaukampf?"

  • Gut, er machte also mit.
    "Ohne Blut.", sagte ich und grinste. "Einen Kampf zu Ehren eines Verstorbenen, der dann bei dem Begräbnis beerdigt wird.
    Vorgesehen hatte ich einen Zweikampf, mit viel Schweiss und Anstrengung, aber hoffentlich ohne Verletzungen.", sagte ich, während wir zurück Richtung Unterkünfte schlenderten.
    Dass die beiden Kontrahenten sich im Kampf einander anpassen mussten, damit der eine nicht "zu schnell" besiegt wurde, sollte eigentlich klar sein.

  • "Hm..." gab Xeones von sich und nickte wiederholt, als er dem Magister zuhörte. Ein Kampf zu Ehren eines Verstorbenen sollte also stattfinden. Dass jemand dafür Gladiatoren kämpfen lassen wollte... Xeones zuckte leicht mit den Schultern. Es musste sich wohl um einen an uralten Werten und Traditionen festhaltenden Römer handeln, der zu Ehren einer wichtigen Person, die ihm nahe gestanden hatte, einen rituellen Zweikampf wollte.


    Xeones sah zum Magister. "Welche Waffen werden wir benutzen, Magister?" fragte er. Eigentlich wollte er wissen, ob sie echte oder Übungswaffen nutzen wollten, aber die Gattung wollte Xeones auch erfahren. "Und was will der Editor sehen?" war seine zweite Frage. "Legt er Wert auf spezielle Gattungen? Will er zwei Schwertkämpfer sehen oder genügt es ihm, wenn ich mit der Lanze antrete..." genügt war wohl das falsche Wort, war es doch kein geheimnis um die Vorliebe der Römer um ausgefallene Kämpfer. Andererseits konnte gerade ein altmodischer, in uralten Traditionen fest verankerter Römer vielleicht mit nichts etwas anfangen, ausser Schwertkämpfern...

  • Ich überlegte.
    "Spezielle Waffengattungen liess er nicht verlauten. Aber ich denke es sähe auch nicht wenig spektakulär aus, einen Murmillo gegen einen Hoplomachus antreten zu sehen.
    Auf jeden Fall werden wir ein paar echte Waffen wohl noch etwas stumpfer machen müssen. So können wir, auch wenn wir die Choreografie vorher ein wenig einstudiert haben, mit hoher Geschwindigkeit aber ohne grosse Verletzungen kämpfen. Und etwas ausgeschmücktere Ausrüstung natürlich."

  • "Arschverf..." schallt es etwas später aus einer dunklen Ecke bei der Gladiatorenunterkunft, begleitet von einem dumpfen, hölzernen Knallen. Das dumpfe Grummeln der rauhen Stimme verheißt nichts Gutes.



    Sim-Off:

    Die "Kollegen" sind herzlich eingeladen, Toxis dürfte etwas fehl am Platze sein, sorry! 8)

  • Xeones nickte dem Magister zu und fügte zum Schluss an "Ich bin bereit, wenn es so weit ist, Magister."


    Er überlegte kurz, ob er rüber zum Septimus gehen und ihn fragen sollte, was mit ihm los war, hatte aber die Befürchtung, dass das dem Manne nicht wirklich was helfen würde, wenn andere sich in dessen Angelegenheiten einmischen würden. Plötzlich hörte man ein Poltern aus einer Ecke, begleitet von einem Fluchen, das sich hören ließ. Xeones ging rüber, um nachzuschauen, die Fäuste geballt. Schließ denn in dieser Schule überhaupt einer... Wohl kaum. Spätestens das Krachen eben würde so manchen aus seinen Träumen gerissen haben. "Wer zum Geier ist da?" fragte er laut

  • Xeones kann im Mondlicht einen recht kleinen, in seiner abgewetzten Lederkluft wild aussehenden Mann erblicken, dessen zotteliges Haar von einem schwarzen Kopftuch gebändigt wird. Er lässt vom Reiben des Knies ab, dass er sich offensichtlich an einer herumstehenden Holzkiste gestoßen hatte, als Xeones ihn anruft, führt den Zeigefinger zum Mund und zischt: "Psst, halt jetzt ma' die Fresse..." der Mann blickt sich um, "Bis'e frei oder'n Sklave?"

  • Xeones blieb unbeiendruckt von dem 'selbstsicheren' Auftreten des Unbekannten und musterte den Barbar einige Augenblicke lang. "Ich bin ein freier Mann, mein Freund" sagte er mit betont eisiger Stimme, die erahnen ließ, dass seine Geduld - wenngleich auch ferne, aber dennoch - ihre Grenzen hatte. Von hier und da kam ein Fluchen herüber. Wütende, müde Stimmen, die sie dazu aunriefen, ihre 'Fressen zu halten' und 'sich zu verpissen'. "Xeones ist mein Name... wer bist du und was tust du hier? Bist du gar ein Sklave?"

  • "Pah, seh ich wie'n Sklave aus, o'er was? Ich will mich nur ma' kurz verpissen, aber diese Bastarde von spartanischen Wachhündchen seh'n freiheitsliebende Männer wohl nich' so gerne..." sein Latein ist wirklich ein schreckliches Kauderwelsch, und dem Kenner des Ostmittelmeerraumes zeigt sich ein starker thrakischer Akzent. Aus der Innentasche holt der Mann scheinbar ein Stück Schnur heraus, dass sich erst als Kerzendocht erweist, als der Fremde sich einer naheliegenden Fackel nähert um ihn anzuzünden - seltsam genug, bietet das kleine Flämmchen wahrlich kaum genug Licht, um den Weg seines Trägers auszuleuchten. Der Thraker wendet sich in Richtung Ecke des Gebäudes und will offensichtlich in Richtung Mauer verschwinden. "Komm ma' mit!" winkt er aber noch Xeones zu.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!