[Atrium] Der Innenhof

  • Nach dem Gespräch mit Livianus berief Menecrates seine ganz persönliche Mannschaft im Atrium zusammen. Es galt, erste Einteilungen zu treffen und den Umzug zu Ende zu bringen. Als Wulfgar seinen Weg kreuzte, hielt er den Germanen an.


    "Alle sollen sich ungeachtet des Fortschritts beim Bezug der Räume einmal hier einfinden. Richte das jedem aus. Und Manuel soll Schreibzeug mitbringen."


    Während Menecrates auf das Eintreffen der Sklaven wartete, schmiedete er Pläne, die den heutigen Abend, den morgigen Tag und die Zukunft betrafen. Vorerst gab es keine Sklavinnen in seiner Privatmannschaft. Dem musste er Rechnung tragen und dem musste früher oder später abgeholfen werden. Es galt einen Dienstplan für das Praetorium aufzustellen und spezielle Aufgaben zu verteilen. Wulfgar benötigte noch eine solche Spezialisierung.
    Das Eintreffen der ersten Sklaven unterbrach seine Gedanken. Er reckte sich, weil der Rücken noch immer schmerzte. Schon morgen wollte er etwas für seine Gesundheit und Fitness unternehmen.

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Livianus
    "Ermüdung beschreibt es eigentlich Recht gut Menecrates. Ich bin müde und ich bin es vor allem Leid, dabei zuzusehen was rund um uns geschieht, in Rom, im Senat und im ganzen Reich, und letztendlich dabei feststellen zu müssen, dass ich keinerlei Einfluss mehr darauf nehmen kann.


    Ich habe daher beschlossen mich zurückzuziehen und nach Hispania zu gehen, um dort im Kreise meiner Lieben meinen Lebensabend möglichst ruhig zu verbringen. Es gibt mittlerweile wesentlich jüngere und aufstrebende Männer, die sich um Rom und das Reich kümmern können – und das nicht nur in meiner Familie. Ein Mann sollte wissen wenn seine Zeit überschritten ist. Und ich spüre dies in den letzten Monaten ziemlich deutlich was meine Zeit anbelangt. Daher habe ich Rom um meine Abberufung gebeten und sie wurde bestätigt. Mehr kann ich wohl in Zeiten wie diesen nicht erwarten." erwiderte Livianus freundlich und ruhig auf die Frage des Claudiers. Er hatte sich in den letzten Monaten viel zu oft den Kopf darüber zerbrochen, als das er noch recht emotional auf diese Frage reagieren konnte. "Was kann ich also noch für dich tun vor meiner Abreise?"


    Menecrates hörte sich schweigend Livianus' Erklärung an. Seine Vermutung traf also ein. Ermüdung, aber gepaart mit Verdrossenheit stellte also den Abberufungswunsch dar.


    "Ich habe für mich beschlossen, Wege einzuschlagen, bei denen ich auf mich selbst angewiesen bin und nicht auf das Wohlwollen einzelner", erwiderte er, denn sein Eindruck vom Reich und manchem Bürger ließ teils auch zu wünschen übrig. "Die Götter scheinen mich auf diesem Weg unterstützen zu wollen, denn ich bekam dieses Kommando, ohne je ein Bittsteller gewesen zu sein. Auch habe ich gelernt, auf mich selbst zu achten. Es ist nie gut, sich aufzureiben, weil der größte Verlierer dabei man selber ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten und erfüllten Lebensabend in deiner Heimat!" Menecrates lächelte. Er wusste, dass Decimus aus Hispania stammte. "Nun zu meinem Anliegen. Ich wünsche mir die Kommandoübergabe in einem morgendlichen Appell und bitte dich, daran teilzunehmen. Ich denke, das ist wichtig für die Männer hier, und mir wäre es eine Ehre."

  • Zitat

    Orginal von Herius Claudio Menecrates
    Nach dem Gespräch mit Livianus berief Menecrates seine ganz persönliche Mannschaft im Atrium zusammen. Es galt, erste Einteilungen zu treffen und den Umzug zu Ende zu bringen. Als Wulfgar seinen Weg kreuzte, hielt er den Germanen an.


    "Alle sollen sich ungeachtet des Fortschritts beim Bezug der Räume einmal hier einfinden. Richte das jedem aus. Und Manuel soll Schreibzeug mitbringen."


    Während Menecrates auf das Eintreffen der Sklaven wartete, schmiedete er Pläne, die den heutigen Abend, den morgigen Tag und die Zukunft betrafen. Vorerst gab es keine Sklavinnen in seiner Privatmannschaft. Dem musste er Rechnung tragen und dem musste früher oder später abgeholfen werden. Es galt einen Dienstplan für das Praetorium aufzustellen und spezielle Aufgaben zu verteilen. Wulfgar benötigte noch eine solche Spezialisierung.
    Das Eintreffen der ersten Sklaven unterbrach seine Gedanken. Er reckte sich, weil der Rücken noch immer schmerzte. Schon morgen wollte er etwas für seine Gesundheit und Fitness unternehmen.


    "Ja Dominus. Ich werde sofort allen bescheid geben." Und flugs war er aus dem Atrium um den anderen Bescheid zu geben. Als ein jeden, den er fand gab er bescheid. Manuel bekam noch den Auftrag Schreibzeug mitzubringen. Um alle aufzufinden rannte er durch das ganze Haus, nur um sicher zu sein, das er keinen übersah.
    So kam er dann doch recht außer Atem wieder ins Atrium.

  • Bin ja schon unterwegs


    Humpelnd kam ich ins Artrium und wischte mir den Schweiß von der Stirn
    "Ja bitte Dominus"
    Da es schon zweimal erwähnt wurde, ich solle Schreibzeug mitbringen, hatte ich selbstverständlich Schreibzeug bei mir. Wäre ja auch zuviel wenn ich nochmal zurück humpeln müsste.

  • Das meiste Gepäck stand in den dafür vorgesehenen Zimmern, nur das Einräumen fehlte noch. Weil das aber bekanntlich die meiste Zeit benötigte, wurden alle zunächst in das Atrium gerufen. Auch Macro folge der Anweisung. Er stellte sich neben Wulfgar. Manuel musste für das Diktat an die Seite ihres Herrn.


    "Ich habe schon einmal einen Blick in die Sklavenunterkunft geworfen", raunte Macro Wulfgar zu. "Da könnte mehr Platz sein." Er selbst würde etwas komfortabler neben dem Zimmer von Menecrates schlafen.

  • Wulfgar nickte. Er hatte, wie er die anderen zusammenrief auch einen kurzem Blick auf die Sklavenunterkünfte geworfen. Platz war was anderes. So raunte er zurück: "Ja. Aber mehr Platz ist halt nicht. Vielleicht hatte der Erbauer des Kastells fast keine Sklaven mit sich." Das wäre wohl ein guter Grund warum man wenig Platz für diesen Raum eingeplant hatte. Das oder der Erbauer wollte 7 Tage die Woche 24 Stunden lang Sklaven um sich haben.

  • Nach und nach trafen alle Sklaven ein, um die ersten Dienstanweisungen zu empfangen. Zunächst wollte Menecrates aber einen Bericht über den Fortschritt beim Einräumen der Zimmer und dem Auspacken der Umzugskisten.


    "Wulfgar, wie lange braucht ihr noch, damit die sofort benötigten Sachen entpackt und eingeräumt bzw. auch servierbereit sind?" Er dachte dabei an die Kleidung für die Nacht und den kommenden Tag, an Kosmetikprodukte für die tägliche Körperpflege, selbstverständlich an seine Arbeitsmaterialen und persönlichen Unterlagen sowie die Esswaren für ein kleines Abendbrot. "Es wird auch einen Dienstplan geben. Manuel, du notierst: Der Cubicularius für das gesamte Praetorium ist heute Wulfgar, morgen Dasius, dann Sophilus, Pheidon, Macro, Stasander und dann du selbst. In der darauffolgenden Woche beginnt die Reihenfolge von vorn. Küchendienst hat heute…" Menecrates überlegte kurz, dann stand der aus seiner Sicht beste Improvisator auf die Schnelle fest: "…Manuel, dann Wulfgar, Stasander, Macro, Dasius, Pheidon, Sophilus. Beide Pläne hängst du in die Culina und eine zweitschrift in die Sklavenunterkunft."


    Er hielt es für notwendig, seine Vorstellungen zu benennen, daher fügte er an: "In meinem Zimmer möchte ich heute nicht nur ein frisch bezogenes Bett und frische Tücher vorfinden, sondern auch meine Kleidung größtmöglich eingeräumt. Stasander kümmert sich zur Unterstützung um das Einräumen in meinem Arbeitszimmer. Einer alleine kann die Arbeit am ersten Tag nicht schaffen. Als Abendspeise erwarte ich keine Braten, aber ein nahrhaftes und trotzdem abwechslungsreiches Essen."

  • "Die Kutschen sind so gut wie leer Dominus Menecrates. Alles ist dorthin verstaut wohin es gehört. Macro und ich waren nur unschlüssig, wohin genau die wirklich schwere Truhe gehört, daher haben wir sie in euer Cublicum getragen. Es muss nur noch ausgepackt und verstaut werden. Aber wenn alle mit anpacken wird dies binnen einer Stunde erledigt sein." Bettzeug und so war ja kein Problem. Menecrates brauchte nur ein offiziell aussehendes Gewand für den morgigen Tag. Das würde auch kein Problem dastellen. Die Culina war schon eingeräumt und alles war dorthin verstaut, was dorthin gehörte. Um das Arbeitszimmer sollte sich am besten Manuel kümmern. Er wusste was Menecrates am wichtigsten erachtete, das es gleich in seiner Nähe war. "Um euere Arbeitsunterlagen sollte sich Manuel am besten kümmern. Er weiß neben euch am besten, was wohin soll. Macro oder Manuel sollten sich am besten um die ersten Bestände der Nahrung kümmern, was da ist und was benötigt wird. Ich werde mich darum kümmern, das in eurem Cublicum alles zur Zufriedenheit vorzufinden ist. Wobei dort Hilfe benötigt werden sollte. Wir könnten alles heute noch schaffen, wenn wir gleich loslegen und uns beeilen."

  • Mit den Fortschritten beim Ausladen und Auspacken zeigte sich Menecrates sehr zufrieden. Der reibungslose Ablauf lag auch darin begründet, weil sich jeder der Sklaven vermutlich selbst nach einem Nachtlager und Erholung sehnte. Einzig bei Wulfgars Vorschlägen für die Arbeitsaufteilung runzelte Menecrates die Stirn.


    "Es bleibt der von mir getroffenen Einteilung: Wulfgar ist heute Cubicularius, Manuel versieht den Küchendienst und Stasander hilft speziell beim Einräumen des Arbeitszimmers. Alle anderen packen selbstverständlich beim Auspacken und Einräumen mit an. Manuel sortiert morgen die Akten und Unterlagen im Arbeitszimmer, er ist zu keinem anderen Dienst eingeteilt."


    Wulfgar riet zur Eile, was Menecrates verstand, aber noch war nicht alles besprochen.


    "Für dich, Wulfgar, habe ich ab morgen eine spezielle Dauerverwendung. Ich benötige hier sicher noch häufiger als in Rom einen Boten. Manuel kann nicht gleichzeitig die Schreibstube besetzt halten und die Post verteilen. Ich ernenne dich hiermit zum meinem Cursor."


    Außerdem eignete sich der Germane perfekt für diesen Dienst, denn er konnte weder lesen noch schreiben. Die Post war dadurch sicher vor Spionage, auch wenn Menecrates dies seinem Sklaven selbst bei Lesekenntnissen nicht zugetraut hätte. Die Unfähigkeiten stellte aber einen Schutz für den Boten dar, denn in Germanien rechnete Menecrates durchaus einmal mit Überfällen. Hinzu kam Wulfgars vorteilhafte Statur. Ein Räuber hätte gegen ihn keine guten Chancen. Womöglich wirkte er dadurch sogar abschreckend auf das herumlungernde Pack.
    Menecrates überlegte, dann fielen ihm die Kutschen ein.


    "Sind die Kutschen untergebracht und die Pferde versorgt? Morgen mache ich im Übrigen einen lagerrundgang. Ich erwarte, dass Wulfgar, Manuel, Macro und Stasander nach dem Morgenappell bereitstehen. Ausgangspunkt wird die Principia sein."

  • Das waren ja nur spontane Ideen, die Wulfgar da äußerte. Das es der Zustimmung von Menecrates unterlag war selbstredent. Er bekam sie nicht. Aber im nochmaligem überlegen war es logisch. Linos sollte kochen und gleichzeitig den Arbeitsraum einräumen? Nein. Wulfgar merkte seine Müdigkeit. Er nickte der Zuteilung von Menecrates. 'Dann machen wir es halt so.' dachte sich der Germane.
    Aufgrund des Postens, den Wulfgar von Menecrates erhielt war die knappe Antwort: "Ja, Dominus Menecrates. Ich werde diese Aufgabe immer erledigen, sobald sie anfällt." Das nicht minütlich eine Nachricht zu versenden war, war ja klar.
    "Die Kutschen müssten leer sein, Dominus. Aber ich werde diese nocheinmal überprüfen, ob noch etwas versteckt war." Gut, morgen früh, hier einfinden. Das dürfte der schwerste Teil an der ganzen Sache sein, denn alle waren müde, aber es galt noch etwas zu arbeiten.

  • Endlich war es geschafft, geschafft nicht in dem Sinne, dass wir Feierabend hatten, nein nur in dem Sinne, alles reingeschleppt und angetreten. Damit man für die nächste Zeit oder auch für immer und ewig, wer kann so etwas bei einem Sklavendasein schon voraussehen, auch recht fleißig weiter werkelte gab es zuerst einmal neue Anweisungen.
    Kaum stand ich da hörte ich Macro und Wulfgar tuscheln, Ja super, einfach wunderbar, dachte ich bei mir, Macro bekommt wieder sein extra tolles Plätzchen und wo der Rest bleibt interessiert keinen. Die vier anderen Jungs habe ich auf unserer Reise nun etwas besser kennen gelernt, vielleicht konnte man sich ja irgendwie einigen. Eine vollkommen neue Möglichkeit tat sich hier aber auch noch auf, schließlich war ich hier in einer Kaserne, für irgend etwas musste dass Leben hier doch gut sein. Für mich ein wichtiger Unterschied zu meinem Leben in Rom, hier gab es eindeutig zu wenig Frauen, für so viele Männer auf einem Haufen. Wie auch immer, die Zukunft würde es zeigen.
    Nun gab es aber zuerst neue Anweisungen. Wachstafel und Griffel gezückt lauschte ich den Anweisungen und schrieb den Aufgabenplan mit.
    Aber was zum Schluss kam war dann aber wirklich das Sahnhäubchen. Bereitstehen nach dem Morgenappell, gleichzusetzen mit, das ganze angetreten, jetzt war ich doch wirklich dort angekommen wo ich nie hinwollte beim Militär.


    Nachdem ich jeweils zwei Tafeln angefertigt hatte, auf denen ich vor Wulfgars Namen einen Kringel setzte, damit er sofort sehen konnte wo sein Name stand, brachte ich diese noch an der Türe zur Sklavenunterkunft und der Culina an.


    Cubicularius:


    °Wulfgar
    Dasius
    Sophilus
    Pheidon
    Macro
    Stasander
    Linos


    Küchendienst:


    Linos
    °Wulfgar
    Stasander,
    Macro
    Dasius
    Pheidon
    Sophilus

  • Nach Menecrates‘ Ansicht wusste nun jeder, was er zu tun hatte. Vorrangig befand er schlafbereite Zimmer und ein Abendmahl. Während Manuel sich um das leibliche Wohl kümmerte, konnten die anderen Sklaven die Zimmer auf- bzw. einräumen. Seine Arbeitsunterlagen brauchte Menecrates heute nicht mehr, also würde es gehen, wenn die Sortierung erst morgen begann.


    "Stasander, du bringst nur die Kisten mit den Akten in das Arbeitszimmer. Ausgepackt wird morgen, aber stell nicht alles in den Weg. Man muss sich noch bewegen können. Einzig die Schreibutensilien, die Pergamentvorräte, die Wachstafelstapel und die Mappen mit meiner Privatpost kannst du schon auf dem Schreibtisch verteilen."


    Alles schien bestens eingefädelt.


    "Ihr könnt abtreten und eure Aufträge erfüllen", sagte Menecrates durchaus zufrieden. Er hoffte auf baldige Speise und eine nahe Bettruhe. "Ich speise auf meinem Zimmer", rief er Manuel noch zu. "Das Auftragen also dort."

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Menecrates hörte sich schweigend Livianus' Erklärung an. Seine Vermutung traf also ein. Ermüdung, aber gepaart mit Verdrossenheit stellte also den Abberufungswunsch dar.


    "Ich habe für mich beschlossen, Wege einzuschlagen, bei denen ich auf mich selbst angewiesen bin und nicht auf das Wohlwollen einzelner", erwiderte er, denn sein Eindruck vom Reich und manchem Bürger ließ teils auch zu wünschen übrig. "Die Götter scheinen mich auf diesem Weg unterstützen zu wollen, denn ich bekam dieses Kommando, ohne je ein Bittsteller gewesen zu sein. Auch habe ich gelernt, auf mich selbst zu achten. Es ist nie gut, sich aufzureiben, weil der größte Verlierer dabei man selber ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten und erfüllten Lebensabend in deiner Heimat!" Menecrates lächelte. Er wusste, dass Decimus aus Hispania stammte. "Nun zu meinem Anliegen. Ich wünsche mir die Kommandoübergabe in einem morgendlichen Appell und bitte dich, daran teilzunehmen. Ich denke, das ist wichtig für die Männer hier, und mir wäre es eine Ehre."


    Livianus nickte verständnisvoll. "Natürlich. Das verstehe ich. Dann werde ich mich wieder meinen Abreisevorbereitungen widmen. Solltest du noch Fragen haben, stehe ich dir natürlich jederzeit zur Verfügung. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag." Mit diese Worten zog sich Livianus wieder zurück.

  • Morrigan führte Taira zuerst durch die Unterkünfte der Sklaven, zeigte ihr die Kammer, in der die beiden nun wohnen würden, die Lager, die Räume der anderen. Dann brachte sie sie über das Peristylium in das Herz des Hauses, das Atrium. Um das compluvium führte ein säulenumstandener Gang, dessen Boden mit Mosaiken ausgelegt war. Diese zeigten ein verschlungenens, schwarz-weißes Muster von Drei- und Vierecken, die jeden Winkel des Bodens ausfüllten. Zwischen den Säulen standen Kriegerstatuen, die anscheinend Kopien griechischer Vorbilder waren. Der Gang zwischen den Säulen und den Außenwänden war einige Schritt breit, so dass selbst mehrere Menschen bequem aneinander vorbeilaufen konnten.


    Entlang der Außenwände befanden sich Türen zu den einzelnen Dienst- und Privaträumen Menecrates. Einige Zeit später wusste Taira, wo sich das Officium, das Scriptorium und das Tablinum befanden. Sie wusste, wo sie Menecrates beim Essen bedienen sollte, wo sein Bad war, wo die Gästeräume. Vor seinem Schlafraum zögerte Taira. Hier sollte sie heute Abend hinkommen. Allein. Zögernd sprach sie Morrigan an. "Du Morrigan, wie ist Menecrates so? Ich meine wenn er ... wenn Du bei ihm ... ich meine wenn er mit einer Sklavin ... Ach Mist ... ich hab' doch noch nie ... mit einem Mann .. Du weisst schon!" Taira wusste, dass sich ihre ältere Schwester hin und wieder einen Sklaven in ihr Bett geholt hatte. Um Spass zu haben, wie sie sagte. Andere sagten, es wäre schmerzhaft und ekelig. Nicht, dass Taira nicht wusste, wie "es" so vor sich ging, aber die Ungewissheit machte ihr Angst.


    Morrigan schaute Taira groß an. "Du, ich weiß das auch nicht. Mich hat er immer in Ruhe gelassen. Bisher zumindest. Ob ich ihm einfach nicht zusage oder ob es an etwas anderem liegt, weiß ich nicht. Ich habe ihn aber auch noch nie mit einem Soldaten oder Knaben hier gesehen. Vielleicht kann er ja auch einfach nicht mehr." Morrigan hob mit einer fragenden Geste die Schultern.


    Diese Antwort hätte Taira nicht erwartet. Und das Menecrates nicht mehr könne ... so alt war er ja nun auch nicht. Tairas Vater war sicher in einem ähnlichen Alter wie Menecrates. Und der hatte seit dem Tod ihrer Mutter jedes Jahr mit einer oder zwei Sklavinnen den Reichtum der Familie vermehrt. Und schlimmstenfalls gab es da ja auch noch Mittel und Wege .. aber die sollte Taira vielleicht niemandem auf die Nase binden. Morrigans Antwort war erst einmal nicht geeignet, Tairas Bedenken zu zerstreuen. Nachdem Morrigan einem der im Atrium putzenden Sklaven einige Anweisungen auf Latein erteilt hatte, die Taira nicht verstand, gingen die beiden Frauen in Menecrates Kleiderkammer. Dort wies Morrigan Taira in die Kleiderbestände ihres Herren ein und übte mit ihr das nach hiesiger Mode korrekte Legen von Menecrates Tunika.


    Einge Zeit später, Taira konnte nicht genau sagen wie viel Zeit vergangen war, kam der Sklave herein, mit dem Morrigan vorhin gesprochen hatte. Er nickte Morrigan zu und verschwand sofort wieder. Morrigan schaute Taira an, atmete tief durch und sagte dann: "Es geht los. Er ist gerade aus dem triclinum gekommen. Viel Glück!"


    Taira drückte dankbar Morrigans Hände, sagte nur leise "Danke!" und verliess die Kleiderkammer in Richtung Menecrates Schlafraum. Auf dem Weg dorthin versuchte sie noch einmal alles durchzugehen, was ihr und was Morrigan wichtig erschien. War der Chiton ohne Fleck? Waren die Hände sauber? Das Haar in Ordnung? Diese widerspenstige Strähne würde nie in ihrem Pferdeschwanz halten! Taira blies sie aus der Stirn. Was sollte sie sagen? Mit jedem Schritt wurde Taira unsicherer. Vor der Tür stand eine Wache. Ein Sklave wie sie. Taira beschloß, ihn nicht zu beachten. Vor der Tür atmete sie noch einmal tief durch. Dann klopfte sie an und trat ein.

  • Einen Tag nach dem Besuch des Sklavenmarktes in Mogontiacum traf tatsächlich der Händler im Castellum ein. Menecrates konnte es kaum glauben, teilte dann aber den Händler samt Söhnen in verschiedene Bereiche seines Praetoriums auf, um die verschiedenen Anliegen möglichst zeitsparend abwickeln zu lassen und sie vor allem nicht selbst abwickeln zu müssen. Dazu fehlte ihm nicht nur die Zeit, sondern auch die Bestimmung.


    Wenn also der Bote seine Nachricht fehlerlos überbracht hatte, dann müsste im Atrium einer der Händlersöhne mit Sklaven auf ihn warten. Der Gedanke vom Kauf weiterer Sklaven gefiel dem Claudier. Er wollte sich einen größtmöglichen Komfort zukommen lassen, wenn er tagsüber härter als sonst seinen Verpflichtungen im Dienst des Reiches nachkommen musste.


    Als er das Atrium betrat, erblickte er einen Mann, der abgewandt stand.


    "Salve", grüßte Menecrates, um sich bemerkbar zu machen.

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    Malchus drehte sich um und erkannte den Legaten.


    "Salve Legatus Legionis. Ich hoffe der Mann dessen schützende Hand über uns allen steht hatte bisher einen angenehmen Tag. Ich möchte noch einmal, auch im Namen meiner Familie und meines Vaters Dank aussprechen das du uns diese Gelegenheit gibst. Bevor ich beginne dir die einzelnen Waren vorzuführen erlaube mit die Frage wonach es dich zuerst verlangt. Eher Gaumenfreuden, was exotisches, was für den Wohn- und Kleidungskomfort oder eher Sklaven?"

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    Hamilkar erschien mit hochrotem Kopf im Atrium des Hauses des Legaten wo sein Bruder Malchus und ein paar Sklaven der Familie auf den Legaten warteten. Zu seiner Erleichterung war sein Vater nicht da.




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    Malchus schaute seinen jüngeren Bruder mit skeptischem Blick an als dieser reinkam. Als er den Kopf und die Eile des Jungen sah platzte es unfreundlich aus diesem raus:


    "Was hast du Idiot denn jetzt schon wieder angestellt? Ich schwöre dir wenn uns das hier was versaut dann lege ich nie wieder ein Wort für dich bei Vater ein!"



    Hamilkar antwortete wütend:
    "Ist ja mal wieder klar das ich was angestellt haben muss! ... Gar nichts hab ich gemacht. Die kleine Sklavin ist einfach umgefallen. Sah auch total abgemagert aus.... dachte hier im Haushalt eines Legaten fressen selbst die Sklaven Nektar und Ambrosia... Ich hau jedenfalls ab... Ich bin weder Arzt noch Lehrer. Die kann schon ganz gut Latein!"


    Mit diesen Worten ging er ohne anzuhalten an Malchus vorbei und verließ das Domus und anschließend auch das Castellum.


    Malchus schaute ihm nach und hoffte das es so war wie sein Bruder sagte. Wenigstens halbwegs.

  • Zu den Gütern, die Menecrates im Augenblick am wenigsten besaß, aber am meisten brauchte, gehörte Zeit. Er steuerte deswegen sofort das Ziel an, um nicht zu sagen, er fiel mit der Tür ins Haus.


    "Keine langen Reden, Händler. Ich habe eine genaue Einteilung vorgenommen, daher müsste klar sein, dass ich hier einzig und ausschließlich die Ware 'Sklave' begutachten werde. Zeig also, was du mitgebracht hast."


    Menecrates' Augenbrauen rückten nach oben. Sein Gesichtsausdruck verhieß Neugier und Ungeduld, gewürzt mit einer Spur Amüsement.

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    Malchus schluckte einmal kurz. Irgendwie war das bei dem Legaten falsch angekommen. Er hatte auf dem Markt sagen wollen das er mit Freudem dem Legaten Sklaven nach Bestellung besorgen würde und für die Zeit wo die neue eingearbeitet werden müsste eine aus dem eigenen Haushalt zu leihen. Aber sei es drum, es war wenig ratsam einem der mächtigsten Männer in der Nähe ein Verkaufsgespräch zu beginnen indem man ihm sagte das er sich irrte.


    Malchus setzte als sein Geschäftsgesicht auf welches noch bei weitem nicht so gut war wie das seines Vaters und so unbewegt bei positiven oder negativen Verläufen von Verhandlungen. Aber er war auf einem guten Weg wie er fand.


    "Natürlich Legatus es war mein Fehler. Dann folge mir bitte."


    Er führte den Legaten an den Waren vorbei zu den beiden Sklaven.


    "Nun wie du sicherlich weißt ist die Auswahl der hier in Mogontiacum vorrätigen Sklaven recht gering. Falls sich heute also nichts ergibt wäre ich verbunden deine Wünsche und Bedürfnisse zu schildern was du noch benötigst und wir Magoniden würden dann versuchen diese schnellstmöglich zu erfüllen.
    Aus diesem Grund hier erstmal nur zwei Sklaven.
    Zum ersten haben wir da einen Nubier. Freilich ungewohnt und exotisch in diesen Breiten doch hat das vielleicht auch gerade seinen Reiz. Wie du siehst hat er einen sehr guten Corpus und auch sonstigen Körperbau. Mit ein wenig erhöhter Nahrung und körperlicher Tätigkeit wird diese sich sogar noch verbessern. Du kannst dir denken das der lange Transportweg da seinen Tribut gefordert hat. Jedenfalls ist er eine Zierde als Einrichtung, vielleicht gut eingölt in einer Ecke stehend. Einen Wedel... oder hier vielleicht eher eine Feuerschale haltet. Darüberhinaus hat er durchaus große Kräfte. Kann also einiges an Lasten tragen oder Bewegen. Könnte also zum Beispiel deiner Haushälterin gut zur Hand gehen auf dem Feldzug beispielsweise beim Auf- und Abbau deines Zeltes. Zusätzlich ist er nicht wirklich dumm, vielleicht etwas einfach und wenn seine Tätigkeiten über dem gesagtem liegen sollen wäre eine Erweiterung des Sprachschatzes angemessen. Alles in allem würde ich sagen rechtfertigt er aber durch seine Vorzüge die etwas höheren als normalen Kosten durch Größe und Nahrungsverbrauch."


    Malchus machte erst mal ein Pause bevor er zu seinem zweiten Objekt kam.
    Das er den Nubier selber erst vor ein paar Tagen gekauft hatte und er der einzige war der noch nicht krank war erwähnte er dabei nicht. Es schien aber so zu sein als ob dieses eine Exemplar den Wechsel der Klimazone gut überstanden hatte.

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