Ausflug mit Folgen

  • Die Sonne schien schon hell an diesem frühen Freitagmorgen als Livia fast noch immer ein wenig verschlafen den Markplatz von CCAA betrat, kaum eine Menschenseele war um diese Uhrzeit schon auf den Beinen nur ganz vereinzelt entdeckte man manchmal sogar ein paar Haussklaven welche über den gepflasterten Platz schlichen um möglichst früh alle Art von Dingen für ihre Herrschaften zu erledigen. Livia selbst hatte auf ihrem neuen Lager einfach nicht mehr länger schlafen können, all zu unerträglich waren doch spätestens im Halbschlaf irgendwann ihre Rückenschmerzen geworden welche sich scheinbar ganz langsam durch die doch recht ungewohnt harte Matte auf der sie nun schlafen musste eingeschlichen hatten.
    Valeria selbst hatte Livia an diesem Morgen übrigens noch gar nicht in Augenschein genommen und vielleicht so glaubte das Tantchen schlief ihre Mentorin sogar selbst in diesem Moment noch den Schlaf der Gerechten und somit eigentlich noch gar keine Zeit gehabt um überhaupt mitzubekommen das ihre Schülerin endlich wieder aus Roma zurückgekehrt war, dabei hätte Livia doch wirklich liebend gerne sofort ja sogar unverzüglich gleich mit dem Unterricht beginnen können, um die versäumten Lehrstunden Valerias über Gottheiten und Tempeldienste nun auch schnellst möglich nachzuholen.
    “Salve guter Mann, ich würde gerne einen Apfel kaufen”, meinte Livia noch ein wenig mau aber dennoch höflich während sie sich vor Ort langsam über die vielversprechende Auslage eines Obst und Gemüsehändlers beugte, ein großer saftiger Apfel tat an diesem Morgen sicherlich gut fand Livia, schließlich hatte sie bis jetzt noch nicht mal einen kleinen Bissen zu sich nehmen können und kämpfte so schon seid einer geschlagenen Stunde mit einem schrecklich knurrenden Magen der einfach keine Ruhe geben wollte. “EINEN? Ich bitte sie, sehen sie doch erst mal mein Angebot...hier ich biete ihnen sogar drei Roseäpfel zum Preis für zwei meine Dame”, meinte der Händler tadelnd und hielt der immer noch vorn übergebeugten Livia prompt drei immens große Äpfel vor das ungeschminkte Gesicht.
    Eigentlich das wusste Livia ganz genau hatte sie nur einen gewollt und nicht gleich drei, aber um so mehr sie sich nun die Äpfel betrachtete herzförmig, groß und glänzend wie sie eben waren um so weniger konnte sie ihrer Magie entziehen und wollte hinein beißen.
    “Und was kostet es, wenn ich drei kaufe anstatt einen hm?”, Livia unterdrückte bei dieser Frage ganz unweigerlich ihr typisches schelmisches grinsen, einen Wucherpreis würde sie ihm auch wenn er es vielleicht dachte sicherlich nicht für die Äpfel bezahlen schließlich waren das was er dort in den Händen hielt keine Rohdiamanten für welche man unverzüglich wer weiß wie viel Geld ausgegeben hätte.“Nun...da ihr eine scheinbar nette Dame seit, berechne ich für euch auch nur 1 Sesterze für alle drei Äpfel”, meinte der Händler völlig überzogen und verdeutlichte die angegebenen Zahlenwerte auch noch mit beiden Händen, so dass Livia trotz Müdigkeit nun doch beim Anblick dieses Clowns in schallendes Gelächter ausbrach. “Ist in Ordnung der Herr, ich nehme sie”, meinte Livia nur noch amüsiert und wischte sich sofort die Lachtränen mit einer Fingerspitze aus beiden Augen, den Göttern sei dank hatte Livia auch niemand während ihrem Ausbruch beobachtet außer dem Händler selbst welcher scheinbar ebenso belustig gelacht hatte wie sie, schließlich war das Schamgefühl des Tantchens meist auf einem so hohen Maximum eingefahren das schon der leiseste Fehler eine familiäre Großkatastrophe für sie bedeutet hätte.
    “Hier und viel Spaß damit, ich empfehle sie waschen sie dort vorn an dem kleinen Brunnen erst einmal ab”, meinte der Händler nur noch abschließend und drückte Livia nach dem sie ihm immer noch lachend eine Sesterze gegeben hatte die drei Äpfel einfach in die Hand. Solche Dinge passierten auch wirklich nur wenn man nicht zu Hause war und man das Leben einmal nicht so ernst nehmen musste, hier kannte sie ja schließlich auch kein Mensch und so konnte sie solange es noch so blieb natürlich weiterhin all den Genüssen des menschlichen Dasein einfach unbesorgt nachgehen. Fröhlich und beschwingt sprang die scheinbar unbeobachtete Livia fast wie ein Kind dem man so eben etwas Süßes geschenkt hatte über den Platz bis hin zum Brunnen, es war ein kunstvoller Terrakottalöwenkopf aus dessen reißenden Maul ihr ein sprudelnder Quell Wasser entgegen plätscherte, eine ideale Stelle fand Livia um nun die Äpfel zu reinigen und sich gleichzeitig zum Verzehr auf dem Rand nieder zu lassen.
    Kaum hatte sich Livia jedoch hingesetzt und begonnen sorgfältig die Äpfel zu waschen, da fiel ihr scheinbar noch etwas wichtiges ein das sie kurzer Hand veranlasste wiederum aufzustehen und doch noch einmal schnell zum Händler hinüber zu laufen. Entschuldigt aber hättet ihr vielleicht ein Tu....”, hatte Livia noch während sie sich allmählich wieder auf den Stand zu bewegte gerufen doch noch bevor sie ihren Satz vollenden konnte und wieder bei ihrem Händler angelangte stolperte das Tantchen mit ihrer Fußspitze über einen herausstehenden Pflasterstein, fast wie eine Ewigkeit kam es Livia vor in der sie nun zu stürzen begann und all ihre schönen Äpfel aus ihrem Arm herausgerissen in die Luft geschleudert wurden.

  • Ravus betrat leicht müde den Markplatz. Hätte ich doch ebenfalls eien Sklaven... dann bräuchte ich nicht so früh aufstehen.. Er beschloss, heute früher, als sonst den Markplatz aufzusuchen, in der Hoffnung, nicht in ein großes Gedränge zu stürzen, welches sicherlich später am Tag der Fall sein würde. In Gedanken wurde nocheinmal die Einkaufliste durchgegangen und er machte sich dann zielstrebig von Stand zu Stand. Dabei bemerkte Ravus so gut wie nicht, was um ihn herum passierte, weder die Sklaven, die an ihm vorbeihuschten, noch das herzliche Gelächter zwischen Händler und einer reizenden Dame. Zu sehr war er damit beschäftigt, gutes Gemüse und gutes Obst herauszupicken.
    Er hielt das Obst immer wieder in die strahlende Sonne, um sich ein besseres Bild zu machen, ob sie nicht vielleicht schon Druckstellen´oder Ähnliches aufiwesen. Mit Zufriedenheit stellte Ravus allerdings fest, dass er nochimmer ein glückliches Händchen bei derlei Sachen hatte und immer wieder der erst auch der beste Griff war. Unwillig drückte ich dem Händler den gewünschten Preis in die Hand. Ich muss mich ehrlich wieder nach Arbeit umsehen... murmelt er, während Ravus wieder zur Sonne aufschaute. Erstaunlich warm, für solche eine Frühe. Er blinzelte leicht, als die Sonnenstrahlen seine Augen trafen und Ravus wendete seinen Blick wieder ab.
    Er überblickte einmal komplett den Marktplatz und seine Blicke wurde sofort in Richtung eines Rufes gerissen, wo seine Aigen dann auch grad den Sturz einer hübschen Dame mitansehen musste, die fast direkt neben ihm stand.


    Ohne zu zögern rannte Ravus die paar Schritte, um die Schönheit vor einem schlimmeren Sturz zu bewahren, indem er sie noch rechtzeitig auffing.
    Die Äpfel, die jetzt wild über den kompletten Markplatz rollten konnte er allerdings nicht vor dem Sturz bewahren. Mit sanften Händen hob Ravus die Unbekannte wieder hoch und ließ sie wieder sachte zu Füßen kommen.
    Als sie wieder stand machte Ravus sich schnell auf den Weg, die drei Äpfel wieder einzufangen. Die ersten beiden konnte er ohne Mühe wieder einfangen, der letzt wurde allerdings von einem flinken Sklaven geschnappt, der sich dann trotz meiner wilden Nachrufe aus den Staub machte. Seine Stimmung verschlechterte sich, da ist man hilfsbereit und so ein elender Sklave klaut einem dann die Äpfel.
    Missmutig trotte er zu einem der Stände und kaufte einen schönen, ebenso großen Apfel. Wieder machte sich das Wissen, dass der Lederbeutel wieder leichter wurde, in einem breit. Aber was tat man nicht alles für die Frauen.


    Wieder bei der hübschen Dame angekommen hielt Ravus ihr die Äpfel hin. Alles in Ordnung mit dir? Die Äpfel konnte ich leider nicht retten und einer wurde sogar gestohlen... Ich hoffe aber, dir geht es soweit gut.

  • Livia hatte ihre Augen schnell und so fest wie es nur irgend möglich schien einfach zusammengepresst während sich ihr schwerer haltloser Körper immer mehr und mehr gen Boden bewegte,
    bei den Göttern sie würde stürzen, ja sogar sehr schwer stürzen auf dem harten Pflastergestein wenn nicht gleich ein Wunder geschah, warum war sie auch nur wieder so unglaublich leichtsinnig gewesen und hatte sich zu solch grobem Unfug überhaupt hinreißen lassen,
    Livia wusste es wahrlich nicht und schickte so als letzte Hoffnung noch kurz vor dem wahrscheinlich höchst schmerzhaften Aufprall ein verzweifeltes Stoßgebet in den Himmel.
    Ob Minerva sie in jenem Moment wirklich erhört hatte wussten wahrscheinlich nur die Götter, aber der erwartete Schmerz so wie Livia sich ihn in ihren schlimmsten Träumen ausgemalt hatte blieb aus, ja nicht mal das harte Gestein unter ihr schien sie wirklich zu verspüren,
    war der Sturz etwa schon zu Ende oder hatte sie sich gar das Genick gebrochen und spürte deshalb keinerlei Schmerz mehr in ihren Gliedern, Livia riss entsetz über ihre eigenen Gedanken wieder die Augen auf, doch war sie weder Tod noch lag sie tatsächlich auf dem Boden. Ein fremder Mann hielt sie in seinen Armen, scheinbar hatte er sie ohne zu zögern und ohne das sie es selbst bemerkte hätte, aufgefangen bevor sie hart und schmerzlich auf dem Steinboden aufgekommen war. Doch anstatt ihm wie es sich gehörte sofort und auf der Stelle dafür zu danken brachte Livia wieder einmal kein Wort heraus, so unendlich peinlich wie das geschehene war ihr scheinbar im ganzen Leben noch nichts gewesen, wie Tollpatschig musste man denn schon sein das man es ohne zu überlegen jeden Tag mindestens einmal schaffte sich so in den Schlammassel zu reiten wie sie es tat dachte Livia und wurde vor Scham ohne es jedoch zu bemerken allmählich ganz rot um beide Wangen.
    “Ich...ähm..es...es”, stammelte Livia nur immer noch vollkommen perplex vor sich hin während ihr der Fremde schon langsam wieder auf beide Beine zurück half, zum ersten mal in ihrem Leben schien es der sprachgewandten Livia tatsächlich die Sprache verschlagen zu haben, denn kein Satz oder auch nur eines von vielen einfachen Wörtchen schien ihr im Grunde Ansatzhalber passend genug um es ihm jetzt gegenüber unbedingt erwähnt haben zu müssen und so hielt sie wenn auch ungern vorsichtshalber erst ein mal den Mund bevor sie sich selbst noch mehr Schande bereiten konnte als nicht eh schon geschehen war. Der Fremde jedoch schien sich keines Wegs um die verlorene Sprachgewalt von Livia zu stören und begann kaum das sie wieder auf festem Boden stand sofort mit der Rettungsaktion der herumkullernden Äpfel, zwei davon bekam er sogar ohne weiteres sofort zu fassen, den letzten jedoch hatte sich ein flinker Sklave noch während Livia gefallen war im vorbeigehen geschnappt und war damit schnellst möglich abgehauen, was Livia um ehrlich zu sein allerdings nicht viel ausmachte schließlich wusste sie von Turia nur zu gut wie schwer das Leben eines Sklaven manchmal war und was man tun musste um sich selbst das Leben ein wenig zu erleichtern, doch der Fremde sah dies scheinbar anders und schritt sofort voran Livia augenblicklich einen neuen ebenso schönen Apfel zu kaufen.



    Alles in Ordnung mit dir? Die Äpfel konnte ich leider nicht retten und einer wurde sogar gestohlen... Ich hoffe aber, dir geht es soweit gut.


    “Nein es ist alles in Ordnung...wirklich”, meinte Livia leise und lächelte ihn verlegen an, “danke ihr hättet sie nicht auflesen müssen, ich war ja selbst daran schuld das ich gestürzt bin...wie immer”, Livias Stimme klang nun fast ein wenig bitter auf die eigenen Worte.
    Sie hatte sich wie so häufig blamiert, vor ihm und auch vor all den anderen Leuten die bei diesem Spektakulum noch hatten zusehen müssen, und dass nicht weil der Zufall es so gewollt hatte, nein sondern weil sie wie immer zu unvorsichtig gewesen war und nicht wirklich nachgedacht hatte.
    “Es tut mir leid das ihr euch wegen mir solche Umstände machen musstet, ich zahle euch natürlich das Geld für den Apfel zurück”, meinte Livia anschließend ein wenig später und begann nervös in ihrer kleinen Ledertasche nach Geld zu wühlen.


    Sim-Off:

    ja das ist mein Charakter - Schusseldussel Livia

  • Ich war entzückt von ihrer feinen Stimme, sodass ich schon fast den Inhalt ihrer schönen Worte vergaß. Ihr Lächeln, ich mochte es nicht wirklich deuten, erweckte in mir eine kleine Freude, wie ich sie schon länger in mir misste. Meine einzige Reaktion, war ihr ebenfalls ein Lächeln zurück zu schenken.
    Ich hatte mir sie, während ich sie auffing, nicht wirklich genauer betrachtet, schließlich ging es um Schnelligkeit, als aber alles mehr oder weniger im Lot war und ich die Zeit hatte, sie näher zu mustern. Sie hatte einen wirklich schönen Körperbau und langsam wanderte ich mit meinen Blicken an ihr hoch, bis ich schließlich bei ihrem Gesicht und ihren schönen braunen Augen ankam, in die ich mich auch kurzzeitig verlor.
    Dann raffte ich mich aber wieder zusammen, grub ein wenig in meinen Erinnerungen über ihr Gesagtes nach und suchte nach den passenden Worten für eine Antwort.
    Ich hätte sie nicht auflesen brauchen? Ich bitte dich, wenn jemand in Not ist, vorallem eine solch hübsche Dame, wie du es bist, dann helfe ich gern. Das war das Mindeste, was ich tun kann. Ein wenig musste ich über ihre Worte schmunzeln, aber sie schien es völlig ernst zu meinen. Es ist ganz und gar nicht eure Schuld ... wenn die Arbeiter zu schusselig waren, die Pflastersteine vernünftig zu legen, wäre dies auch nicht passiert. versuchte ich sie zu ermutigen. Es war schade, dass Menschen immer solche Gedanken pflegten, wenn ihnen etwas wiederfuhr. Als wären sie immer an allem der alleinige Schuldträger.
    Ich hob langsam meine Hand, um sie ihr auf die Schulter zu legen, wie ich es in diesem Fall bei jedem meiner Freunde getan hätte, ließ ihn aber dann doch wieder sinken, als mir einfiel, wen ich, oder besser wen ich nicht, vor mir hatte.


    Ich kam mir ziemlich merkwürdig vor, es waren vielleicht nur wenige Sekunden der Stille, aber es schien für mich eine halbe Ewigkeit, dieses peinliche Schweigen zu ertragen. In dem Moment, wo ich beschloss, eben diese Stille zu durchbrechen redete sie wieder weiter.


    Noch während sie diese Worte aussprach, weiteten sich meine Augen ein klein wenig. Ich hatte es zwar in meiner momentanen, finanziellen Lage als schmerzlich, allerdings trotzdem als selbstverständlich aufgefasst, ihr diesen Apfel zu ersetzen. Um so überraschter war ich, als sie anfing, in ihren Lederbeutel zu greifen und anscheinend nach einem passendem Geldstück suchte, um mich zu entschädigen.
    Ohne nachzudenken hob ich meine Hand und schob ihre, samt Lederbeutel sanft wieder zu ihr zurück, um ihr zu verdeutlichen, das ich es nicht akzeptieren würde, Geld von ihr anzunehmen.
    Nein nein, lass nur. Es ist doch selbstverständlich, wenn ich schneller gewesen wäre, hätte sich der Sklave nicht den Apfel schnappen können. Es war meine Schuld und das ist meine Entschädigung für das Ganze..
    Nicht weiter auf ihren Lederbeutel achtend, versuchte ich das Thema zu wechseln, und sie in ein Gespräch zu vertiefen. Sie schien wirklich sehr interessant und ihre 'Schusseligkeit' entzückte mich doch irgendwie, ich wollte mehr über sie erfahren.
    Darf ich denn den Namen dieser schönen Unbekannten wissen? Ich heiße Tiberius Sabbatius Ravus, jetzt bin ich wenigstens kein Unbekannter mehr. sagte ich mit einem Lächeln.

  • Livia hatte die ganze Zeit über jedoch keines Falls bemerkt das sie der fremde Mann scheinbar zu mustern schien, viel zu beschäftigt war sie doch auf einmal mit ihrer eigenen widerspenstigen Geldbörse gewesen aus der egal wie sehr sie sich abmühte einfach kein Geld mehr zu gelangen schien, was Vermeintlicherweise aber wohl auch daran lag das Hände vor allem aber ihre zarten Finger während der ganze Aufregung vor Nervosität so feucht geworden waren dass jedes kleine Geldstück kaum hatte sie es ergriffen sofort wieder in das braune Ledersäckchen zurückglitt.


    Ich hätte sie nicht auflesen brauchen? Ich bitte dich, wenn jemand in Not ist, vor allem eine solch hübsche Dame, wie du es bist, dann helfe ich gern. Das war das Mindeste, was ich tun kann. Es ist ganz und gar nicht eure Schuld ... wenn die Arbeiter zu schusselig waren, die Pflastersteine vernünftig zu legen, wäre dies auch nicht passiert.


    Ein wenig schmunzelnd hob Livia nun doch den Kopf um ihrem Gegenüber noch während er sprach genauer in die Augen sehen zu können, er hatte ihr ganz offensichtlich und obwohl sie nur mit einem halben Ohr hingehört hatte ein Kompliment gemacht, `hübsche Dame` hatte er gesagt, neugierig wie eh und je richtet das Tantchen nun ihren Blick direkt zu ihm auf und streifte dabei sanft aber ganz unweigerlich den seinen. Blau! seine Augen sind blau, dachte Livia doch nun sichtlich ein wenig verunsichert, sicherlich war das nicht wirklich etwas besonders Ungewöhnliches für einen Menschen das wusste auch das Tantchen in jenem Moment, aber die Art wie sie in allen Nuancen schimmerten und glänzten erinnerte sie doch irgendwie sehr stark an die strahlenden Fassetten eines geschliffenen Aquamaringesteins und machten es deshalb auch nicht leichter den gefesselten Augenmerk einfach wieder von ihnen zu richten.
    “Aber nein die Arbeiter waren sicherlich sehr sorgsam mit der Verlegung der Steine, aber mit der Zeit lösen sich eben die meisten Grundverankerungen, ich weiß das ich stolpere in jeder Stadt nämlich mindestens einmal die Woche über solche Steine”, sagte Livia und lächelte automatisch selbst ein wenig über ihre eigene Schusseligkeit, schließlich musste man seine Macken so weit es ging eben mit Humor nehmen auch wenn ihr Fuß in jenem Moment doch scheinbar immer noch weh tat. Immer noch ruhten ihre Augen fast unmerklich auf den seinen als er plötzlich begann die Hand nach ihr auszustrecken, Livia fühlte sich in jenem Moment egal ob es nun stimmte oder nicht bei ihren geheimen innerlichen Gedanken um ein weniges ertappt, einfach zu nett und einfach auch verdammt noch mal zu gutaussehend fand Livia und wiegelte so schnell es eben ging den Blick wieder von ihm ab, dass ganze Leben lang traf man keine hübschen Männer und wenn man es dann doch einmal tat dann gewiss zu einem völlig falschen Zeitpunkt, peinlich berührt über ihre eigenen Gedanken starrte Livia eine zeitlang fast apathisch wieder hinunter auf ihren Geldbeutel und betete zu den Göttern das er hoffentlich nichts bemerkt hatte.


    Nein nein, lass nur. Es ist doch selbstverständlich, wenn ich schneller gewesen wäre, hätte sich der Sklave nicht den Apfel schnappen können. Es war meine Schuld und das ist meine Entschädigung für das Ganze. Darf ich denn den Namen dieser schönen Unbekannten wissen? Ich heiße Tiberius Sabbatius Ravus, jetzt bin ich wenigstens kein Unbekannter mehr.


    Das er kein Geld wollte hatte sie sich irgendwie schon gedacht, wer spendierte einer Frau auch schon einen Apfel und forderte dann sein Geld zurück, Livia nickte nur bedeutend aber stumm mit dem Kopf und steckte dann das elende lederne Dingsbums wieder zurück in ihre Tasche. “Es ist überhaupt nicht deine Schuld...”, sprudelte es einfach aus Livia heraus, wenn schon so war es überhaupt sicherlich ihre eigene Schuld gewesen und das eine Sklave den Apfel einfach so gestohlen hatte dafür für konnte er doch nun auch wirklich nichts,
    “...hmm Livia ..ich meine natürlich Petronia Livia... ich heiße Petronia Livia, entschuldige”.
    Eigentlich so dachte Livia hätte sie aus einem für sie unbegreiflichen Grund noch stundenlang dort stehen können und sich mit ihm zu unterhalten gewusst, aber irgendwie wurde sie tief im Inneren doch das Gefühl nicht los dass sie ihn spätestens beim drittnächsten Satz auf Grund ihres dämlichen Verhaltens in die Flucht schlagen würde, dabei wollte sie sich doch gar nicht benehmen wie ein verwirrtes Hühnchen das nicht genau wusste was es tat.
    “Es tut mir wirklich Leid man könnte als Fremder fast denken die Hitze sei mir zu Kopf gestiegen”, meinte Livia nur entschuldigend und legte ihren Kopf schelmisch lächelnd ein wenig zu Seite bis einige ihrer wild umherfallende braunen Locken über die Schulter hinweg rutschten und so ihre schlanke Halslinie entblößten, “aber sagt ist die Gens Sabbatia nicht eigentlich Mantua ansässig? was macht ihr den hier so ganz alleine, seid ihr etwa im Dienst bei der Legio? Meine beiden Neffen dienen dort nämlich auch”.

  • Mit einem leichten Grinsen beobachtete ich ihre Nervosität und wunderte mich aber auch gleichzeitig über diese. Nervös? Wegen mir? Na das mochte ich mir keineswegs vorstellen. Warum sollte eine Hübsche denn wegen mir nervös sein? Bei ihrem Aussehen und ihrem Charakter, den ich bisher so mitbekam, würden ihr die Männer doch sicher zu Füßen liegen.
    Sie schien zwar leicht zerstreut, und wer weiß, ob sie immer so war, aber es störte nicht das Gesamtbild, was sich mir bot, im Gegenteil dadurch schien sie liebenswürdig und freundlich. Und alleine wegen ihrer Zerstreutheit, oder manche würden es auch Schusseligkeit nennen, hätte man sie zumindest mögen müssen. Und sie war bei meiner Anwesenheit nervös?


    Ich konzentrierte mich wieder auf das Geschehen und sog jede einzelne Regung ihres Körpers auf. Langsam steckten ihre zarten Hände den braunen Lederbeutel wieder zurück in ihre Tasche. Meine Blicke folgten ihren Händen, bis sie bei eben dieser Tasche ankamen und wanderte dann wieder zu ihrem Gesicht, zu ihren rehbraunen Augen, di in diesem Sonnenlicht mysteriös funkelten und ihnen eine leichte Anziehungskraft verliehen. Wieder musste ich dagegen ankämpfen, mich diesem Bann nicht hinzugeben, sicherlich saß ich dabei etwas ... merkwürdig aus, aber sicherlich lange nicht so merkwürdig, wie wenn ich sie wie blöd anstarrte. Zu schnell hätte ich sie vergrault und das wollte ich wirklich nicht.


    Gespannt hörte ich wieder ihren Worten zu, die sich fast schon wie Musik in meinen Ohren ausbreitete. Seltsame Gefühle durchdrangen mich, aber ich schob sie beiseite, als ich mir einredete, das dies alles nur suspekte Einbildungen meines Verstandes waren, der nur mit dieser Frau beschäftigt war.
    Livia? Ein bezaubernder Name, perfekt für eine bezaaubernde Dame, wie sie es war. Ein unbeschreibliches Gefühl breitete sich in der Magengegend aus. Eine bleierne Schwere, die verhindern wollte, von hier fortzugehen. Sicherlich wusste mein Körper nicht, dass mein Verstand gar nicht weg wollte. Schließlich war ich fast wie ... hypnotisiert, unterbewusst. Ich selbst sprach, dachte und atmete ganz normal. Zumindest glaubte ich das, ob es wirklich so war, konnte ich nicht sagen und ob ich aus ihren Gefühlsregungen herauslesen konnte, wie ihr meine Verhalten zusagte, wagte ich trotzallem irgendwie zu bezweifeln. Und doch schien diese Hypnose auch langsam auf das Bewusstsein überzugreifen, als ihre Haarpracht mit diesen wundersamen Locken zur Seite fiel und sich an dieser Stelle ihr Hals zeigte.
    Ich wollte auf ihre Frage antworten, hätte ich nur nicht ihren Inhalt vergessen und wäre ich nur in der Lage gewesen, die passenden Worte für eine mögliche Antwort zu finden. Stattdessen machte ich mich hier zum Deppen, indem ich das Tat, was ich vorher befürchtete ... sie sinnlos (?) anzustarren. Zu komisch musste ich dabei aussehen, als hätte ich noch nie ein weibliches Wesen erblickt.

  • Immer noch höchst gespannt auf seine Antwort hatte Livia in jener Sekunde ohne sich zu rühren in ihrer lockeren Haltung einfach verharrt und stillschweigend darauf gewartet das Tiberius, wie er sich selbst bezeichnend genannt hatte, trotz ihres mehr als dämlichen Verhaltens das ersehnte Gespräch endlich fortsetzen würde. Doch anstatt wie für Livia eigentlich zu erwaten gewesen wäre auf ihre eigens gestellte Frage zu antworten, schien er sie nun hingegen eher etwas sprachlos und mehr als nur seltsam anzustarren, dabei dachte Livia war sie sich doch so unglaublich sicher gewesen dieses mal keinen Fehler gemacht zu haben und sich nicht wieder wegen irgendeinem Blödsinn den sie unabsichtlich verzapft hatte entschuldigen zu müssen.
    “Ha..haab ich etwas falsches gesagt?”, Livias liebevolles Lächeln, welches wahrhaftig noch einige Sekunden zuvor kunstvoll ihren kirschroten Mund geziert hatte, verschwand nun augenblicklich und dazu noch vollkommen spurlos aus ihrem Gesicht und tauschte dafür fast gleichzeitig mit einem Ausdruck ängstlichen Erstauntseins den selbigen Platz, “entschuldigt ich wollte euch so seid gewiss, sicherlich nicht vor den Kopf stoßen oder verletzen, i..iich meine... im Grunde geht es mich ja auch gar nichts an warum ihr hier seid”, stotterte das Tantchen ihren scheuen Erklärungsversuch absolut verunsichert dahin und wandt peinlich berührt von der eigenen unmäßigen Tollpatschigkeit im gleichen Moment schnell wieder ihren doch scheinbar all zu neugierigen Blick von Tiberius ab, bevor dieser noch bemerken konnte wie schrecklich unangenehm ihr im Grunde ihres Herzen die ganze Angelegenheit doch war. Livia verstand nicht wieso die Götter, egal wie sehr sie sich auch darum bemühte ihnen jegliche Aufmerksamkeit und Liebe ihres Herzens zu kommen zu lassen, sie immer zu nur mit Pech straften, selbst Sklaven und Bettler hatten da doch scheinbar mehr Glück im Leben als sie und göttliche Prüfungen! bei den Göttern, tja die hatte sie doch wahrlich in den vergangenen dreißig Jahren nun schon zur Genüge ertragen müssen als dass es nun noch wirklich von Nöten gewesen wäre ihr solch eine schwere Last noch einmal aufzubürgen.
    Die schrecklich Anspannung welche nun fast schon einige Augenblicke danach mehr und mehr vom zierlichen Körper des Tantchens besitz zu ergreifen suchte, war sichtlich spätestens jetzt selbst für eine Persönlichkeit wie Livia, welche doch schon so meist in bremslichen Situationen Nerven wie Stahlseile bewießen hatte, einfach viel zu viel geworden als dass es noch länger möglich gewesen wäre sie versteckt im geheimen zu halten, so dass Livia als letzt mögliches Notventil ihres ganzen angestauten Kummers der letzten Jahre nur noch vollkommen unbeholfen versuchte sich mit den Fingernägeln immer und immer wieder über ihre eigenen beide Hände zu fahren bis sich selbst auf dem sonst so glatten Handrücken zu allem Überfluss auch noch leichte rote Striemen abzuzeichnen drohten.
    “Ich sollte wohl besser gehen”, meinte Livia fast tonlos und warf rasch noch einmal einen scheuen Blick hinüber zu Tiberius, sie wollte nicht gehen, tief in ihrem Inneren sagte ihr etwas das sie nicht gehen durfte das spürte das Tantchen ganz genau, aber was sollte man schon tun dachte Livia wenn die Götter selbst an einem so schönen Tag wie diesem einem nicht ihre Gunst erwiesen.


    Sim-Off:

    dieses mal nicht so lange, aber dafür reimt sich die letzte Zeile

  • Ihre Worte rissen mich wieder in die Gegenwart und verblüfft schaute ich sie an. Bei den Göttern, würde ich diese Momente wegen meiner Unbeherrschtheit zerstören? Womit hatte ich das verdient, ein einfacher, noch nicht einmal begonnenen Plausch, endet wegen mir? Ich bemerkte ihr Verhalten, auch wenn ich es nicht richtig deuten konnte, spürte ich, wie es ihr unangenehm war. Das wollte ich nicht ... ich gab ihr ungewollt Schuldgefühle, musste ich solche 'Treffen' immer zerstören? Würde es denn jemals anders sein? Fast könnte ich mich selbst hassen, es war immer das gleiche. Meine helfenden Hände, meine Nettigkeit, alles nutzte mir nie was, denn spätestens, wenn ein Gespräch aufkam, schien ich völlig auszusetzen. Aber dieses Mal konnte ich vielleicht noch etwas retten, es soll nicht so kommen, wie jedes Mal. Sie war wirklich irgendwie ... anders ...
    "Was ... nein, nein ... es hat nichts mit euch zutun
    Naja, irgendwie hatte es ja doch mit ihr zutun, sonst wäre ich ja nicht in diese missliche Lage geraten. Hätte ich ihr doch nur ein Gefühl der Zuneigung, oder eines anderen schönen Gefühles geben können. Einzig ein leicht herzliches Lächeln zierte meine Lippen und das einzige, was ich tun konnte, war zu hoffen, dass es stark genug war, ihre anscheinend natürliche Barriere oder gar schlechte Erfahrung zu durchdringen.
    Ich brauchte nur ein bisschen Abwechslung und man sagte mir, dass Germania sehr schön sein soll... antwortete ich auf ihre vorangegangene Frage, um ihr zu zeigen, dass ich durchaus gewillt war, ihr zu antworten, ein Gespräch zu führen. ... und ich muss sagen, es gefällt mir hier ... sehr sogar. Hier gibt es doch die eine oder andere liebreizende Person. fügte ich noch hinzu und schenkte ihr ein weiteres Lächeln, welches ihr die Bedeutung dieser Worte noch ein wenig verdeutlichen sollte, da ich nicht sicher war, ob ich meine Antwort so betonte, dass es irgendjemand auf Anhieb verstanden hätte. Ach war das Schicksal grausig zu mir, nicht das einfachste Kompliment bekam ich auf die Reihe und ch sah es schon vor mir, wie sie fortrannte. Erst recht schockten mich ihre letzten Worte innerlich, sodass meine blauen Augen, nochimmer von den Sonnenstrahlen funkelnd, sie verblüfft ansahen. Innerlich war ich sprachlos ... es würde wie eh und je werden. Wie oft kam ich in solch eine Situation? So selten ... in meinen nun schon fast dreiunddreißig Jahren kam insgesamt auf nur geschlagene 5 solcher Begegnungen und jede endete so, wie es nun auch anfing. Womit hatte ich das verdient...
    Gehen? Warum denn ... es tut mir Leid, ich war vorhon einfach etwas ... neben mir ... verzeih ... stotterte ich schon fast. Sie sollte nicht gehen, ich hatte ihr liebliches Lächeln und ihre schönen braunen Augen, ja sogar ihre 'Schusseligkeit' irgendwie schon lieb gewonnen.

  • Livia schüttelte sich förmlich von Innen nach Außen heraus vor lauter Unwohlsein in jener doch höchst peinlich anmutenden Situation, und dieses sogar so sehr dass trotz der unglaublichen Hitzewelle, welche wahrlich schon an diesem frühen morgen herrschte, ihr zierlicher Körper sich fast augenblicklich mit einer leichten Gänsehaut zu überziehen begann. Ob er sie wohl wirklich wegschicken würde nach all dem was sie ihm gegenüber nicht schon alles verzapft hatte, fragte sich Livia unruhig und fuhr nebenbei vollkommen gedankenabwesend über die hellen aufgestellten Härchen ihres Armes, einerseits wollte sie ja gehen schließlich musste sie sich selbst und vor allem aber auch ihn nicht noch weiter mit irgendwelchem Blödsinn bloß stellen, aber andererseits, Livias blinzelte verstohlen aus den schmal gezogenen Augenwinkeln zu ihm hinüber und streifte fast prüfend für den Bruchteil einer Sekunde mit ihrem schüchternen Blick sein Gesicht, und doch andererseits da wollte sie gar nicht gehen, wollte einfach nur ein `nein` oder `geh nicht` von ihm hören, auch wenn es Zugegebenerweise für eine gesetzte Dame wie sie zunehmend töricht klingen musste.


    “Was ... nein, nein ... es hat nichts mit euch zutun,
    ich brauchte nur ein bisschen Abwechslung und man sagte mir, dass Germania sehr schön sein soll... und ich muss sagen, es gefällt mir hier ... sehr sogar. Hier gibt es doch die eine oder andere liebreizende Person. Gehen? Warum denn ... es tut mir Leid, ich war vorhin einfach etwas ... neben mir ... verzeih ...“


    Livia musste lächeln, ob sie es nun wollte oder nicht und auch wenn ihr eigentlich gar nicht danach gewesen war, sie lächelte einfach und dieses auch noch auf solch ungewöhnlich Zuckersüßeweise dass es wohl selbst einen Eisberg zum schmelzen gebracht hätte, das Tantchen lächelte normalerweise nämlich fast nie oder ehrlich gesagt sogar niemals in solch doch recht seltsamer Art und Weise, schließlich hätte man als Fremder so wie sie damit aussah fast sogar schon etwas recht anzügliches dabei denken können, doch Livia schien es in jenem Moment so unendlich egal zu sein wie ihr noch nie in ihrem ganzen Leben etwas so unendlich egal gewesen zu sein schien. Hatte er tatsächlich gesagt dass sie nicht gehen sollte? Livias hob nun auch die zweite Hand und legte sie sich vorsichtig auf ihre scheinbar immer noch schlimmer werdende Gänsehaut, ja wahrhaftig das hatte er gesagt, zwar in groben Worten und soviel es das Tantchen trotz des Gestotters eben verstanden hatte, aber ja er hatte es tatsächlich gesagt.“Neben euch?”, Livia gluckste ein wenig belustigt und wandt ihren Blick nun wieder freudestrahlend in seine Richtung, wie konnte ein Mann wie er denn überhaupt neben sich stehen und dass so zusagen mal einfach so nebenbei, “und was soll ich dann erst sagen?
    ich bin mir sicher ihr wisst gar nicht was es wirklich heißt so richtig neben sich zu stehen”
    . Livia erinnerte sich daran wie sie erst vor ein paar lumpigen Tagen fast die Sponsalia ihres eigenen Bruder damit ruiniert hatte, nur weil ihre eigenen Gefühle mal wieder nicht unter Kontrolle zu bringen gewesen waren, ja wahrlich sie konnte schon so einige Liedchen davon singen ständig am falschen Zeitpunkt neben sich zu stehen und andere mit ihrem seltsamen Verhalten zu verunsichern, da musste wohl gerade einer wie er ihr nun wirklich nicht mehr erläutern wieso so etwas passierte und warum.
    “Puhhh, ihr jagt mir vielleicht aber auch einen schönen Schrecken ein, ich dachte wirklich schon ich hätte etwas falsches gesagt”, meinte Livia lächelnd noch während sie ohne es wirklich zu bemerken begann eine dicke lockige Strähne heranzuziehen und sie sich um den schlanken Zeigefinger zu zwirbelnd, die Gänsehaut hatte sich inzwischen scheinbar auch ganz allmählich gelegt und dafür zur Freude des Tantchens wieder einem wohlig warmen Gefühl in Wangen- und Magengegend platzgemacht,
    “und ihr seid nur wegen der Abwechslung hier? Viele kommen ja nur hierher um ihre berufliche Laufbahn ein wenig auf Fordermann zu bringen, schließlich gibt es wohl noch so einige unbesetzte Stellen hier in Germania, ich glaube besonders die Verwaltungsstellen hier suchen noch fähige Bürger für allen möglichen Schnickschnacks, aber als einfache Discipula kenne ich mich auf diesen komplexen Fachgebieten ehrlich gesagt auch nicht wirklich aus, ich bin im Grunde auch nur hier um mir Land und Leute etwas näher anzuschauen, aber ehrlich gesagt habe ich außer ein paar wirklich schlecht gelaunten Bauern hier noch keine liebreizenden Personen gesehen”, Livias lächeln verzog sich unweigerlich zu einem schelmischen Grinsen, sicherlich hatte sie gemerkt was er meinte, aber auf unterschwellige Komplimente wie dieses und waren sie auch noch so schön ließ sie sich schon auf Grund ihrer strengen Erziehung niemals ein.

  • Mir schossen tausende Gedanken durch den Kopf und keinen einzigen konnte ich einfangen, keinen einzigen dieser Gedanken konnte ich wirklich wahrnehmen, wirklich ... denken. Angestrengt versuchte ich, mich wieder auf das Gespräch, wenn man es denn so nennen konnte, zu konzentrieren, aber ihr süßes Lächeln, welches mir wirklich den verloren geglaubten Tag versüßte, ließ mich wieder ihren Worten ablenken. Nein, nicht nocheinmal, das hätte mir heute nun schon fast eine wunderbare Begegnung genommen und ich war fest entschlossen, dies nicht noch ein weiteres Mal geschehen zu lassen, vorallem, wenn es doch schon fast so weit war, dass sie schnellen Schrittes sich von mir abwendete und ich hätte mich dafür hassen können, dass sie überhaupt auf solche Gedanken kam ... das war meine Schuld und ich wollte sie nicht wegen solch unbeabsichtigen 'Störungen' verlieren. Oh je, was dachte ich vorhin noch? Es ist schade, wenn sie die Menschen immer selbst die Schuld an allem geben? War ich denn nicht genauso? Immer noch auf ihr schönes Lächeln achtend öffnete ich langsam meinen Mund, um weiter zu sprechen:
    Na so schlimm wird es doch wohl nicht sein...
    Ich erwiderte ihr Lächeln mit einem herzlichen von mir. Auch wenn es niemals diese 'Süße' erreichen würde. Du was falsches gesagt? Nein es war wohl eher so, dass es falsch war, dass ich nichts gesagt habe. Leicht betrübt schaute ich zu Boden, raffte mich aber wieder zusammen. Ich wollte kein Mitleid oder Ähnliches erregen, ich wollte nur ein schönes Gespräch mit ihr führen, sie weiter lächeln sehen und ihre Worte genießen.
    Aber biitte ... geh nicht. Es wäre doch wirklich schade drum.
    Jetzt hatte ich es gesagt ... ganz offen über meine Lippen flogen die Worte zu ihr. Wer weiß, was sie nun denken würde, ob es sie nicht vielleicht noch verschrecken würde. Aber ich war ehrlich, mehr konnte ich nicht tun.
    Bei ihren nächsten Worten musste ich kurz grinsen. Und wie süß sie aussah, wenn sie mit ihren Locken spielte ... einfach hinreißend. Ich denke, ich könnte den ganzen Tag nichts anderes tun, als ihr zuzuschauen. Schon irgendwie merkwürdig.
    Ja ... der Beruf. Da muss ich mir auch noch etwas ausdenken. Persönlich würde ich gerne in den Dienst der Götter treten, aber ich bin mir da doch gar nicht sicher ...
    Und wieder musste ich kurz grinsen und bemerkte das ihre ebenfalls. Ja, aber unter der Maske eines schlecht Gelaunten, verbirgt sich nicht selten eine gutmütige Person.

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