'Rituelle' Reinigung


  • Prolog: Ich war mit Erleichterung erfüllt, als ich endlich die Thermen erreichte. Hier würde ich mir endlich den Straßenstaub vom Leibe waschen können und mich endlich etwas entspannen. Ich ließ mich in die Umkleide befehligen und kam mit einem Tuch um meinen Leib wieder heraus, um dann der Anweisung zu folgen, die ich erhielt. Ich konnte nicht ahnen, dass die Thermen eine Folterkammer sind.


    Aquilia hatte in ihrem Leben bis heute noch keine Taverne betreten und war mit dem genauen Ablauf absolut nicht vertraut. So betrat sie voller Verwirrung endlich das Caldarium, was ihr einen recht unsympathischen Eindruck vermittelte. Schon von weitem war der Rauch wie aus einem Kessel zu sehen und mit zusammengezogenem Magen hatte sie sich dem Raum genähert. Als sie eintrat, tränten ihr die Augen und sie blinzelte angestrengt. Sehen konnte sie eigentlich nicht viel mehr als grobe Silhouetten, die sich wohl die gleiche Folter antaten. Sie ließ sich ächzend auf einer Steinbank nieder und schlos angestrengt die Augen.
    Sehr schnell schon lief ihr der Schweiß den Körper hinab und sie betete, dass sie bald weiter könnte. Die Hitze schien ihr Gehirn zerfließen zu lassen und das Atmen wurde immer schwieriger. Nach Luft ringend hustete sie angestrengt. Dass hier niemand den weiteren Verlauf erklären würde, ahnte sie noch nicht und so blieb sie artig auf ihrem Platz sitzen.

  • Prolog: Stellt euch das nur einmal vor. Ihr sitzt auf Erlösung hoffend in dieser wabernden Masse, während die Luft immer weiter ausbleibt. Und ihr denkt, dass dies sogar so sein muss. Bis euch eine Frau fragt, ob denn alles in Ordnung sei und du die Begründung angibst, dass du dich dieser Folter unterziehst, weil man dich ja weiterleiten würde. Lachenderweise führte sie mich dann ins Tepidarium...


    Schon deutlich missgestimmt hatte sie sich also im Tepidarium ins Wasser gleiten lassen und versucht, die Ärgernisse mit dem seidigen Gefühl des Wassers auf der Haut zu verdrängen. Und es gelang Aquilia auch insoweit, dass sie mit neutralen Gefühlen weiter schritt und sich ins Frigidarium gleiten ließ und dies wahrlich genoss. Das kalte Wasser war zwar anfangs noch sehr erschreckend, im Nachhinein aber eine echte Wohltat. Sie wurde jeden Schweiß los und als sie endlich das Becken verließ, lag ein freudiges Lächeln auf ihrem Gesicht. Nun fühlte sie sich wieder wie neu geboren und konnte sich wieder dem Tage widmen.
    "Hier, das Geld." drückte sie es, bereits wieder angezogen aber noch mit nassem Haar, dem Kassierer in die Hand und entschwand wieder nach draußen. An den Treppen stehen bleibend genoss sie die warmen Sonnenstrahlen für einige Augenblicke, ehe sie sich daran machte, Mogontiacum im Tageslicht zu erkunden.


  • Lucius hatte ein bisschen vor den Thermen gewartet und die Zeit genutzt, um noch etwas zu frühstücken und die Hufe des Gescheckten zu untersuchen, da sah er Prudentiar die Treppe herab kommen. Sie schien wieder in das Gewirr aus dicht gedrängten Häusern, überfüllten Plätzen, Straßen und kleinen, schmutzigen Gassen eintauchen zu wollen. Der junge Mann nahm sein Pferd wieder am Zügel und führte es in einigem Abstand hinter der Frau her, die sein Interesse geweckt hatte...

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