• "Hm. Das klingt nicht sonderlich ermutigend." sagte er. "Ich denke ich werde das Thema dem Kaiser gegenüber nocheinmal ansprechen. Ihr zwei sorgt bitte, sofern es möglich ist, unter euren Kameraden ein Bisschen für Ruhe."
    Er überlegte einen Moment.
    "Etwaige Gespräche in dieser Richtung sollten möglichst sanft und unauffällig beendet werden, wenn ihr sie mitbekommt. Für den Fall, dass jemand denkt ihr hättet durch mich irgendwelche Informationen, haltet es so, dass ihr nichts genaues wisst, er aber wohl in offizieller Mission unterwegs ist."

  • Der Duccier nickte pflichtbewusst und zustimmend.


    Jawohl, Herr.


    Es war schon seltsam, dass der Präfekt einfach so verschwunden war. Vielleicht sollte man sich einmal in seinem Officium umsehen, ob es dort irgendwelche Hinweise gab. Quintus wollte es schon vorschlagen, da kam ihm der Gedanke, dass sein Patron dies vielleicht nicht gut heißen würde...

  • "Das sollte sich machen lassen, Patron. Aber... wären nicht vielleicht auch Ermittlungen angebracht?" Immerhin waren sie auch der Geheimdienst des Reiches. Das kam nun von der ewigen Heimlichtuerei. Jeder nahm an an, daß Avitus etwas extrem Geheimes tat, deshalb vermißte ihn keiner so richtig. Valerian konnte natürlich nicht wissen, ob die höheren Offiziere nicht längst nach dem Praefectus suchten. Er als kleiner Optio würde wohl kaum etwas davon erfahren, sofern er nicht direkt an den Ermittlungsarbeiten beteiligt war.

  • "Ich werde erst mit dem Kaiser sprechen, bevor etwaige Ermittlungen angeordnet werden. Wobei es durchaus möglich ist, dass der Stab schon erste Informationen sucht." sagte er. "Aber wenn euch natürlich irgendwelche Informationen zukommen sollten, so leitet sie auf jeden Fall an den Princeps weiter."

  • "Das werden wir auf jeden Fall tun, Patron", nickte Valerian ernst. Er würde die Augen und Ohren offenhalten. Und vielleicht seinem alten Centurio mal einen Brief schreiben. Vielleicht hatte sein Verwandter ihm ja etwas über seine Pläne geschrieben? Dadurch ergab sich vielleicht ein Ansatzpunkt. "Es wäre nett, wenn Du uns auch auf dem Laufenden halten würdest, denn unsere Vorgesetzten sind ja manchmal der Meinung, wir unten an der Front bräuchten nicht immer alles zu wissen. Damit mögen sie oft Recht haben. Aber manchmal ist diese Einstellung auch ein Fehler."

  • Das Gespräch neigte sich irgendwie dem Ende zu und Valerian erhob sich schließlich, um sich zu verabschieden. "Hab Dank dafür, Patron. Ich hoffe, wir haben Deiner Verwandten ein wenig weiterhelfen können. Und daß sie gesund und munter in Germanien ankommt."

  • "Das habt ihr in der Tat." sagte Balbus und verabschiedete dann, nach ein paar weiteren Sätzen, seine beiden Klienten und so konnten die beiden wieder in die Castra zurückkehren, während die Prudentier sich wieder ihren familiären Tätigkeiten widmeten.

  • "Wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen alter Knabe? Ich musste schon feststellen, dass sich hier seit meinem letzten Besuch einiges geändert hat!" sagte Scipio schmunzelnd. "Wäre es möglich, dass sich bis zur Rückkehr deines Herrn hier eine Unterkunft finden könnte?"

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    Alexandros zuckte mit den Schultern.
    Allzuviel hat sich eigentlich nicht verändert. Allerdings hat dein Vater sich in den Kopf gesetzt das Haus umbauen zu lassen. Die Arbeiten werden wohl bald beginnen. erklärte er.


    Eine Unterkunft für dich haben wir immer. Ich werde ein Zimmer für dich bereiten lassen. Kann ich dir sonst noch irgendetwas gutes tun? fragte er und winkte einen vorbeikommenden Sklaven herbei, dem er ein paar kurze Anweisungen gab, damit dieser sich darum kümmerte das ZIMMER FÜR SCIPIO vorzubereiten.

  • Es war warm im Atrium. Das war im Sommer in Rom natürlich nichts ungewöhnliches und so hatten sich die Bewohner des Hauses damit schon vor sehr langer Zeit abgefunden und vermieden es allzulange hier zu verweilen. Da jedoch trotz allem das Atrium für den Empfang von Gästen am geeignetsten und am praktischsten erschien, bezogen just in diesem Moment zwei Sklaven, durch ihre ägyptische Herkunft an die Hitze gewöhnt, Position am Rand des Atriums. In ihren Händen ruhten große Fächer aus einem dünnen Korbgeflecht, die die Form von großen Palmblättern hatten. Mit diesen begannen sie nun die warme Luft, die im Atrium stand, in Bewegung zu versetzen, was den Effekt einer, wenn auch nur geringen, Abkühlung hatte.


    Balbus, der kurz zuvor über die Ankunft Furianus' informiert worden war, betrat das Atrium um hier seinen Gast zu empfangen. Er positionierte sich geschickter Weise direkt vor der Marmorbank am Impluvium, die die Angewohnheit hatte trotz höchster Raumtemperatur noch immer angenehm kühl zu sein. Kurz blickte er zur Statue seines Vaters und dann wieder zum Eingang des Atriums, von wo der Gast nun jeden Moment kommen sollte.

  • Da sich der Hausherr gut zu positionieren wusste, erblickte Furianus auch diesen vor den exotischen Sklaven. An ihrer Exotik hätte sich der Senator vielleicht gewundert, gar gestört gefühlt, aber da er ja nun fast ein ganzes Jahr in Aegyptus verbracht hatte, war dies für ihn nunmehr gewöhnlicher als blonde Sklaven.


    Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Zügen ab, als er sich dem Hausherrn näherte und seine Hand zum Gruße ausstreckte.


    "Prudentius Balbus, salve, mein Freund!", reichte ihm die Hand und ging einen Schritt wieder zurück, um den Prudentier mit einem Kopfnicken begleitet zu begutachten.
    "Lasse mir einen Moment noch, um mich an dich zu gewöhnen. Schließlich haben wir uns ja fast immer in der Villa Flavia gesehen und du warst ganz in Schwarz gehüllt.", sagte er lächelnd.


    Eigentlich hatten sie sich ja wirklich immer unter nicht gerade glücklichen Umständen in der Villa Flavia getroffen.
    Die Statue des Vaters fiel dem Senator natürlich auch ins Auge. Und obwohl Balbus keinen Bart, wie einst sein Vater, trug, so war eine gewisse Ähnlichkeit zu spüren. Der Vater war stets ein sehr guter Freund gewesen und der Flavier hoffte mit dem Sohn eine ebenso profunde und weitreichende Freundschaft pflegen zu können - auch auf politischem Felde, wie einst mit dem Vater.

  • Auch Balbus lächelte, als Furianus auf ihn zukam und ihm die Hand zum Gruss reichte.


    "Salve Flavius Furianus, mein Freund." erwiderte er den Gruß und liess sich dann bereitwillig mustern.


    "Ich hoffe, du kommst nicht aus den gleichen Gründen in mein Haus, aus denen ich immer gezwungen war das deine aufzusuchen." sagte er scherzhaft und für einen sehr kurzen Moment dachte er wehmütig an seine schwarze Rüstung, die er hatte einmotten müssen.


    "Es freut mich auf jeden Fall sehr dich auch einmal in meinem Haus begrüßen zu dürfen." sagte er dann. "Darf ich dir etwas anbieten, bevor du mir verrätst, was dich hierher führt?"

  • Der Senator musste lachen ob der Erwiderung des Prudentiers.


    "Keine Sorge, ich bin ja alleine und zudem unbewaffnet.", kommentierte er die Anspielung seines Freundes und setzte sich auf die so lukrativ kalte Marmorbank.


    "Ich würde gerne etwas Erfrischendes zu mir nehmen. Rom zeit sich heute wieder einmal von der unangenehmeren Seite im Sommer.", dann verzog er jedoch theatralisch die Augenbraue.
    "Braucht es denn spezielle Gründe, um einen Freund zu besuchen?", sprach er lachend und vollführte eine wegwischende Bewegung mit der Hand. Natürlich hatte er einen gewissen Zweck, kein Besuch war spontan. Aber dies Balbus nicht merken zu lassen, war ein Zug der Höflichkeit.


    "Wie geht es dir als nunmehr an eine Aelia Gebundenem?", witzelte er und wurde seinem Versäumniss, den Beiden etwas zur Vermählung geschenkt zu haben, bewusst. Zum Glück hatte er sich schon vorbereitet und seine Sänfte stand nicht gerade unbeladen vor dem prudentischen Anwesen.

  • "Ein Politiker, dessen Zunge noch immer dort ist, wo sie hingehört, ist niemals unbewaffnet." entgegenete Balbus mit einem leichten Schmunzeln und winkte eine Sklavin zu sich, der er die Anweisung gab 'etwas Erfrischendes' zu holen, was diese mit einem Nicken quittierte bevor sie davontrabte.


    Auch Balbus nahm nun auf der Bank Platz und sagte: "Natürlich braucht es keine speziellen Gründe dafür, allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass ein vielbeschäftigter Mann wie du einer bist, Zeit für spontane Freundschaftsbesuche findet." Das er auch nicht glaubte, dass Furianus Kommen völlig grundlos war, sprach er nicht aus, denn er war sich ziemlich sicher, dass sein Gegenüber dies auch so wusste.


    "Es geht mir in dieser Situation bisher noch sehr gut. Ich habe keinen Grund über mein Leben mit meiner Frau zu klagen und die wenigen Vorteile, die daraus entspringen, dass sie verwandt ist, mit wem sie verwandt ist, verschönern das ganze noch ein wenig mehr." Er sprach ganz offen, denn ganz Rom ging sowieso davon aus, dass die Hochzeit vor allem politische Gründe hatte, schliesslich passierte es in diesen gesellschaftlichen Schichten eher selten, dass es zu Liebeshochzeiten kam. Und ein Stück weit war es ja auch in diesem Fall so, das konnte und würde Balbus niemals abstreiten.

  • Diesen Satz musste er sich merken. Sofort wurde eine Notiz abgelegt, nachdem er aufgehört hatte herzhaft zu lachen.
    Und wieder schmeichelte ihm Balbus ungemein. Viele mochten dies langsam kritisch sehen, doch der Flavier war darin geradezu blind und so schüttelte er lediglich lächelnd den Kopf.


    "Ich habe kein sonderlich spezielles Amt inne. Das einzige Gut, was ich nun ausreichend habe, ist die Zeit.", mit der er manchmal gar nichts anzufangen wusste. Er hatte sich wohl dem faulen Leben zu lange hingegeben.


    "Das freut mich. Dein Vater wäre ob dieser Verbindung sicherlich froh, schließlich bist du den Aeliern und somit dem Kaiser näher als all´seine Berater. Außerdem hast du eines der wichtigsten Ämter im Palast inne.", merkte er nebenbei an und musste dem jungen Prudentier schon insgeheim Respekt zollen. Solch kluge Schachzüge könnten ihm schon bald etwas Großes bringen. Vielleicht gar Aegyptus.
    "Wenn wir schon über ihn sprechen. Wie geht es ihm denn? Hast du etwas gehört?"

  • Die Sklavin kehrte zurück und trug ein Tablett bei sich, auf dem zwei gläserne Becher und eine Kanne mit Wein standen. Hinter ihr folgte ein junger Sklave, der ihr zwei weitere Kannen, eine mit Wasser und eine mit Kirschsaft, hinterher trug. Die beiden bezogen vor den sitzenden Herren Stellung und warteten ab, was die beiden ordern würden.


    "Es ist nicht notwendig ein Amt zu bekleiden, um einer Vielzahl von Verpflichtungen ausgesetzt zu sein." sagte Balbus. "Ich habe diese leidige Erfahrung auch schon machen dürfen."


    "Mein Vater war derjenige, der diese Verbindung ermöglichte, ein Umstand über den ich tatsächlich sogar sehr glücklich bin." Ob er dies auf seine Frau bezog, oder auf die entstandene Nähe zum Kaiser liess er offen.


    Das Thema, das Furianus dann so ganz nebenher ansprach, war natürlich ein heikles, denn auch wenn Balbus über den exakten Gesundheitszustand nicht genau informiert war, wusste er doch, dass es nicht so gut um den Kaiser stand wie er es gerne hätte. Doch konnte er dies natürlich nicht so offen zugeben, denn ein falsches Wort im falschen Moment konnte zu Chaos führen. So beschönigte er seine Antwort wie gewohnt ein wenig.
    "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er erholt sich gut und die Ärzte sind zuversichtlich." sagte er.

  • Furianus quittierte die Zufriedenheit des Freundes mit dessen Gemahlin mit einem leichten Nicken und einem Lächeln.


    "Dein Vater war ein weiser Mann. Es hätte mich gewundert, wenn er dir eine schlechte Frau ausgesucht hätte.", sagte er schließlich ein wenig nachdenklich und schnitt wieder das eine Thema an - den verstorbenen Vater des Balbus, den er so gut gekannt, so gut befreundet gewesen war.
    "Sie ist eine Aelia und als solche steht sie dem Kaiser sehr nahe, nehme ich an. Du gehörst also wohl schon zur Familie. Das können wir Flavier wohl als Letzte sagen.", scherzte er dann weiter und wurde auf einen Schlag recht ernst, als Balbus den Zustand des Kaisers ansprach.
    "Den Umständen entsprechend?", wiederholte er verwundert und nickte dann ein paar Male, bevor er fortfuhr.
    "Die Umstände sind eine völlige Abwesenheit eines Herrschers von der Hauptstadt seines Reiches, damit seinem Machtzentrum, welches von einem guten Freund regiert wird, der meines Erachtens auch die Macht ergreifen würde, falls sich eine Chance dazu bietet. Und das soll gut sein?"
    Auch wenn Balbus erwähnte, dass der Kaiser wohl auf dem Wege der Besserung war, war dies niemals zufrieden stellend. Er war viel zu angreifbar. Ein Fläschchen Gift, ein bestochener Sklave - und sie hätten einen Bürgerkrieg.
    "Der Praefectus Urbi ist mir suspekt, wenn ich ehrlich bin. Was hälst du von ihm?"

  • "Sie ist seine Nichte." kommentierte er noch knapp die mögliche Enge der Beziehung zwischen Vespa und Valerian, wobei die Art, wie er es sagte, völlig offen liess, was das bedeuten konnte, denn eigentlich wusste er selbst nicht so ganz genau, wie nah die beiden sich standen, was er natürlich nicht zugeben würde.


    "Zwischen einem möglichen Usurpator und einer Machtergreifung steht trotz Valerians Abwesenheit noch immer ein großer und vor allem loyaler Verwaltungsapparat, ohne den das Reich nicht regierbar ist." versuchte Balbus die Lage etwas schön zu reden, obwohl er genau wusste, dass auch im Palast einige Herren bereitstanden um den bestehenden Beamtenapparat zu ersetzen und die Regierbarkeit des Reiches im Falle eines Putsches schnellstmöglich wiederherzustellen.


    "Meine Aussage bezog sich ausserdem vor allem auf seinen Gesundheitszustand. Über die machtpolitische Lage hier in Rom mache ich mir nicht weniger Sorgen als jeder aufrechte Bürger."


    Bevor er auf die nächste Frage antwortete, blickte er sich einmal im Atrium um, etwas dass er in letzter Zeit wieder vermehrt tat, denn er traute dem Vescularier durchaus zu, dass er ihn ausspionierte um irgendwelche Beweise für erfundene Anschuldigungen der Illoyalität oder des Verrats zu bekommen.
    Da ausser den beiden aber niemand anwesend war, antwortete er, wenn auch etwas leiser als zuvor: "Um ehrlich zu sein, halte ich nicht allzuviel von ihm. In meinen Augen ist er ein verschlagener Emporkömmling, der es zu meinem größten Bedauern geschafft hat sich irgendwie das Vertrauen des Kaisers zu erschleichen. Und aufgrund meiner bisher mit ihm gemachten Erfahrungen, bin ich mir sicher, dass er die Chance nutzen wird, wenn sie sich ihm bietet."

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