Die Villa Saliena

  • Dies ist die Villa des Manius Salienus Calvisius. Schon von außen lässt das pompöse Gebäude erahnen in welchem Luxus
    seine Bewohner schwelgen. Das gesamte Anwesen ist mit feinem weißem Marmor verkleidet, der von solch einer Qualität
    war, dass man ihn ohne bedenkten selbst in den wichtigsten Tempeln Roms hätte verbauen können. Wenn man nun den
    Kopf vor gen Himmel streckte sah man, dass die Balken der Traufe komplett vergoldet worden waren. Diese Villa zu errichten
    musste ein Vermögen gekostet haben, doch es ist weithin bekannt, dass der Saliener nicht am Hungertuch nagen musste.
    Zwar ist er nicht so reich wie der Licinier Crassus, doch an dessen Verwandten Lucullus reicht er heran.

  • Da Chion vorausging war er auch als erster bei der Porta und klopfte an die schwere Eichentür. Sie
    wurde von einem großen und starken Nubier geöffnet, der Chion gut um einen Kopf überagte.


    "Salvete. Ihr befindet euch vor der Villa Saliena. Was ist euer begeht ?"


    Chion, geübt in solchen Dingen, antwortete dem Türsteher auch gleich.


    "Der Stadtschreiber von Mantua Decimus Annaeus Varus möchte im Auftrag des Duumvirs Kaeso
    Annaeus Modestus den ehrenwerten Decurion Manius Salienus Calvisius sprechen um mit ihm über
    einige geschäftliche Angelegenheiten zu sprechen."


    "Ich werde meinen Herrn benachrichtigen lassen. Wenn dein Herr solange Atrium warten möchte."


    sagte er und machte eine einladende Geste.

  • Im Atrium mussten der Scriba und der Sklave einige Minuten warten, bevor Calvisius empfing. Doch in dem Atrium gab es genügend Dinge,
    die man in der Zeit bestaunen konnte. Große Kübel mit exotischen Pflanzen,ein exzellentes Mosaik auf dem Boden, die bunt bemalten Wände
    oder auch nur die handverlesenen Sklaven. Einfach alles zeugte von dem Reichtum den der Besiter der Villa angehäuft hatte. Dann endlich
    kam Calvisius. Seine kostbare Toga, die goldenen Armreife oder die Brilliantringe an seinen Fingern, einfach alles zeugte von seinem Reichtum.
    Er war allerdings auch schon alt, weshalb er bei weitem nicht mehr die Menge an Gold an seinem Körper trug, wie er es noch vor zwanzig
    Jahren getan hatte. Reserviert aber dennoch freundlich begrüßte er Varus.


    >Salve. Was kann ich für dich tun, Stadtschreiber Annaeus Varus ?<

  • Varus ging auf Manius Salienus Calvisius zu reichte Ihm seine Hand zur Begrüßung.


    "Salve Manius Salienus Calvisius, ich komme im Auftrag von Kaeso Anaeus Modestus, dem Duumvir Mantuas.
    Es geht um die errichtung des Tempels Merkur. Du hast einen guten Namen nicht nur in Mantua, auch im ganzen Imperium bist du bekannt für Deine Leistungen als Bauunternehmer.
    Ich bin beauftragt worden ein Angebot von Dir einzuholen.


    Den Duumvir interessieren die Qualität deiner Baumaterialien und deren Herkunft, woher deine Arbeitskräfte kommen, welche fertigkeiten sie besitzen.


    Welche Qualitäten kann ich dem Duumvir über Dich berichten, dass Du den Auftrag bekommst?"

  • Die stürmische Art kannte Calvisius schon von seinem jüngeren Ich, doch mit dem Alter war er
    gemächlicher geworden. Und da er es sich leisten konnte ließ er sich auch nicht mehr hetzen.


    >Sachte, junger Scriba. Erst schmierst du mir Honig um den Bart und fragst mich aus wie
    einen Verbrecher bei einem Verhör. Was habe ich dir getan, dass du mich schlecht behandelst?<


    >Bei Iuppiter, die Jugend hat einfach keine Manieren und Feingefühl mehr. Und mit Respeckt
    vor dem Alter ist es auch nicht weit her. Was ist nur aus den römischen Tugenden geworden ?<


    klagte sich Calvisius.


    >Solche Dinge bespricht man doch nicht im Atrium. Im meinem Officium wenn es wirklich ernst
    sein sollte. Vieleicht im Triclinium oder im Hortus wenn es etwas vertraulicher werden soll.<


    sinierte Calvisius vor sich hin. Er überlegte noch kurz im Stillen bevor er wieder etwas sagte.


    >Folge mir !<


    sagte er schon fast wieder freundlich und ging los. Erst steuerte er das Triclinium an, doch dann entschied
    er sich anders und ging zum kunstvollen Garten im inneren der Villa, der von einem Säulen gang umgeben
    war. In dem Säulen gang ging er nun gemütlich im Kreis und erwartete natürlich, dass dieser Scriba ihm folgte.


    >Nun noch einmal langsam. Es geht also um einen Tempel ?<

  • Varus folgte Ihm, es war Varus schon etwas unangenehm, dass er so auf Manius Salienus Calvisius einredete.


    "Entschuldige, Manius Salienus Calvisius, dass ich Dich so überfallen habe, es ist gar nicht meine Absicht dich in irgendeiner Weise schlecht zu behandeln.
    Der Duumvir gab mir den Auftrag, mich mit Dir zu treffen und jetzt bin ich doch ein klein wenig überwältigt, von dem was ich hier gesehen habe.
    Natürlich können wir das in Ruhe besprechen, immerhin geht es ja um das Bauvorhaben des Tempels Merkur."


    Als erstes ist der Duumvir an der Qualität Deiner Baumaterialien interessiert."

  • >Es geht also um einen Tempel für Merkur.<


    sagte der alte Mann leise. Und winkte ab, als sich Varus entschuldigte.


    >Es ist in Ordnung. Du bist noch Jung und weißt es wohl noch nicht besser. Das kommt hoffentlich noch mit
    dem Alter. Nun du kannst dem Duumvir versicher, dass meine Männer nur mit gutem Material arbeiten. Die
    Holzpfosten sind vorschriftsmäßig einige Jahre gelagert worden und die Ziegel sind kein brüchiger Schund,
    wie ihn andere benutzen. Das habe ich nicht nötig, denn ich bin bekannt für Qualität und nicht für niedrige
    Preise. Meine Insulae müssen nicht jedes Jahr wieder aufgebaut werden. Die Baumaterialen stammen fast
    alle aus dieser Gegend.<

  • >Sicher. Für mich arbeitet zum Beispiel der beste Steinmetz in Sachen Marmor nördlich von Roma.
    Außerdem beschäftige ich keine Sklaven oder Tagelöhner. Ausschließlich fest angestellte Arbeiter,
    die ihr Handwerk auch verstehen. Sie sind viel zuverlässiger und machen auch weniger Pfusch.<


    sagte Calvisius während er immernoch im Säulengang umherging.

  • Varus hatte sich einige Sachen notiert, damit er Modestus dann auch alles berichten kann.


    "Das wird der Duumvir gerne hören, die Entscheidung über die Auftragsvergabe liegt natÜrlich bei Annaeus Modestus aber er wird sicher zufrieden sein, mit dem was ich berichte.


    Jetzt mal eine Frage die mich persönlich interessier, wie lange dauert so ein Projekt eigentlich?"

  • >Nun, da er ihn wohl hier in der Stadt bauen will und es hier relativ wenig Platz gibt, würde ich schätzen,
    dass der Duumvir schon den nächsten Consul zur Einweihung des Tempels einladen könnte. Es ist allerings
    nur eine Vermutung. Wenn ich die Pläne für den Tempel hätte könnte ich genauereSchätzungen dazu abgeben.<


    sagte Calvisius und schmunzelte. Er klatschte in die Hände und sofort kam ein Sklave mit einem Tablett angelaufen. Als
    er den ersten goldenen Becher einschenkte, sah man wie in dem Wein Eisbrocken schwamen.


    >Möchtet ihr auch etwas trinken, Herr ?<


    fragte der Sklave während Calvisus schon den ersten Schluck aus seinem Becher nahm.

  • "Ja gerne.


    Wegen der Pläne, da hat mir der Duumvir noch nichts mitgegeben, entweder wendet er sich selber noch mal an dich wenn er sich entschieden hat oder schickt jemanden vorbei, ich sollte mich erst einmal nach deinen Referenzen erkundigen."

  • >Nun vorher kann ich ihm kein genaues Angebot zu dem Tempel machen, also wird er sich schon darum kümmern müssen.<


    sagte der alte Saliener und trank noch einen Schluck aus seinem Becher. Danach stellte er seinen Becher wieder auf das Tablett und lief
    weiter ohne auf Varus zu achten. Er würde ihm sicher folgen.

  • Calvisius ging weiter immernoch in dem Säulengang um den Garten im Kreis.


    >Gibt es noch etwas ?<

    fragte er freundlich während er weiterging. Der alte Mann konnte einfach besser Nachdenken während er ging, weshalb er dies auch oft tat.

  • Varus überlegte kurz...


    "Nein Calvisius, ich denke das war es erst einmal für´s erste, ich habe mir einige Sachen notiert, die ich dem Duumvir berichte, er wird dann entscheiden, wie alles weiter abläuft.
    Ich bin mir sicher, dass ich Dich hier noch einmal aufsuchen werde.


    Danke das Du Dir Zeit für mich genommen hast."

  • >Nichts zu danken. Dann bring am besten die Baupläne mit oder zumindest einige Angaben zur Größe und Ausstattung
    des Tempels. Ansonsten können wir uns das Gespräch sparen. Vale. Der Sklave dort wird dich herausbegleiten.<


    sagte der Saliener im Gehen und deutete auf den Nubier der am Eingang wartete.

  • Varus nickte Calvisius zu.


    "Ich werde es dem Duumvir ausrichten.


    Vale Calvisius"


    Varus blickte zu dem Sklaven, der ihn hinaus begleiten sollte, der nickte Varus zu und Varus verließ hinter dem Sklaven die Villa.


    Als Varus die Villa verlassen hatte, machte er sich schleunigst auf den Weg um Modestus Bericht erstatten zu können.

  • Varus war vom Officium von Modestus aufgebrochen um ein Angebot für den Merkur Tempel von Calvisius einzuholen, diesmal war er allein unterwegs, denn diesmal kannte er den Weg und brauchte Chion dazu nicht.
    Als er vor der Villa stand, klopfte er am Eingangstor.


    Wieder öffnete ein Angestellter von Calvisius das Tor und fragte, zu wem Varus wolle.


    "Salve mein Name ist Annaeus Varus, ich war vor kurzem schon mal hier, ich wünsche Calvisius zu sprechen."


    Der Bedienstete öffnete die Tür, so das Varus eintreten konnte und in der Empfangshalle stand und auf Calvisius wartete.


    Der Bedienstete sagte zu Varus.


    >Einen Moment, ich gebe meinem Herrn bescheid<

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