Bridhe

  • Regen, Regen, nichts als Regen... Und das im Hochsommer. Nun ja, wenigstens war er warm und sorgte dafür, dass der Tiber nicht vollends austrocknete, um dem Nass sarkastisch zu begegnen. Der Sklaventreiber seufzte - hoffentlich kam überhaupr Kundschaft! - und winkte Starcus und Maechticus, seinen beiden Handlangern, wahllos jemanden auf die Bühne zu zerren. Die zwei kamen einen Moment später mit einer jungen Sklavin wieder, welche langes, braunes Haar und ein hübsches Gesicht hatte. "Verschlag 51c, der Neuzugang, den du in Massilia vom alten Gaius gekauft hast", teilte Starcus Titus mit. Dieser nickte und kramte nach seiner tabula, um nochmals die spärlichen Informationen zu überfliegen, die er zu dem Weib dort hatte.


    Kurz darauf war die Sklavin auf die Bühne gebracht worden und die ersten Neugierig stehen geblieben. "Bürger Roms, Römer, Römer!" rief Titus in seiner altbekannten Stimme über den Markt hinweg. "Kommt und schaut, was der alte Titus Tranquillus euch heute kredenzt! Ein junges, vollblütiges Weib von zartem Wuchs, aber dennoch kräftig! Stammt aus Hibernia und kann alles, was das Herz begehrt: kochen, waschen, Kinder hüten, ja sogar kämpfen kann die kleine Wilde, und auch die fleischlichen Freuden sind ihr nicht fremd. Das Startgebot für diese zuckersüße Sklavin liegt bei schlappen 400 Sesterzen! Also, meine Herren, meine Damen - wer bietet mehr?"


    Sim-Off:

    Versteigerung geht bis Mittwoch, 20:00:00 Uhr :]

  • Die Schergen des Sklavenhändlers packten mich an meinen Armen und wollten mich aus diesem Käfig zerren, doch ich versuchte mit allen Kräften Widerstand zu leisten. Dann wurde der Griff der Männer noch fester. Sie zerrten an meinen Kleidern um mich nach vorne auf das Podest zu bekommen. Dabei zerrissen sie mir meine Tunika.
    Da aller Widerstand nichts nützte, ließ ich alles mit mir geschehen.


    Voller Angst stand ich auf dem Podest.
    Es regnete. Wenigstens das konnte mich ein weing an meine geliebte Heimat erinnern. Doch ansonsten war alles für mich fremd hier! Diese riesige Stadt mit ihren gewaltigen Häusern aus Stein. So etwas hatte ich nich nie zuvor gesehen. Die fremdartigen Menschen und ihre eigenartige Sprache, die sich in meinen Ohren immer noch so ungewohnt anhörte. Gut, einige Wörter hatte ich mittlerweile gelernt. Doch dieser Wortschatz würde bei weitem nicht für eine Konversation ausreichen.
    Früher, zu Hause in Eirinn, hatte ich schon einige Male die fremden Händler gesehen, die ihre exotischen Waren zu unerschwinglichen Preisen feilboten. Da gab es edle Stoffe, Gewürze, Wein und diese kleinen runden grünen Dinger, die so widerlich schmeckten.
    Diese Waren konnten sich nur die Reichen leisten. Als Zahlungsmittel dienten Schmuckstücke oder auch Sklaven.
    Liefen die Geschäfte der Händler einmal nicht so gut, konnte es passieren, daß sie, bevor sie unsere Insel wieder verließen, einige unschuldige Menschen fingen und sie als Sklaven verkauften. So war es mir passiert.
    Jetzt stand ich da, fast halbnackt im Regen, da ja mein Kleid zerrissen war. Ich zitterte am ganzen Körper vor Angst. Was hatte ich nur getan, daß es die Götter so schlecht mit mir meinten.
    Der Sklavenhändler blickte grinsend zu mir herüber und begann zu sprechen. Keine Ahnung, was er da erzählte. Ich wollte es auch nicht wissen. Ich wollte nur weg! Mich irgendwo hin verkriechen, wo mich niemand angaffte und mir nichts tun konnte.

  • Das Mädchen tat ihm leid und seine Sklavin Cinya konnte eine gleichgesinnte Gefährtin bestimmt gebrauchen. Die angebotene Sklavin war recht hübsch anzuschauen, doch sie zitterte - kein Wunder. Der Regen nieselte ihm in das dichte, schwarze Haar und er mochte es, anscheinend im Gegensatz zu ihr. 400 Sesterzen klang nach einem vernünftigen Angebot und so ließ er es sich nicht nehmen, die Hand zu heben.


    "400 Sesterzen.", meinte er lethargisch und verschränkte die Hände dann wieder auf dem Rücken.

  • Langsam ließ der Regen nach und die Sonne kam wieder zum vorschein. Doch mittlerweile war ich klatschnaß. Das Wasser rann an meinem Körper herab, der trotz der wärmenden Sonnenstrahlen immer noch zitterte. Es war nicht die Frische des Schauers, welche mich erzittern ließ, vielmehr war es die bloße Angst! Angst, vor dem, was hier noch passieren sollte und Angst vor meiner Zukunft.
    Nachdem der Sklavenhändler in die Menge gerufen hatte, meldete sich ein Mann. Seine Worte konnte ich nicht verstehen. Sicherlich hatte er für mich geboten. Eigentlich sah er gar nicht so schlecht aus. Doch es schauderte mich, wenn ich daran dachte, mit dem Fremden mitgehen zu müssen.
    Wäre dochnur schon alles vorbei.
    Ich senkte meinen Kopf, damit ich die Blicke der Menge, die an mir geheftet schienen, nicht sehen mußte. Dann versuchte ich an etwas schönes zu denken,um mich damit etwas zu beruhigen. Doch auch das wollte mir nicht so recht gelingen.

  • Ein Lakai des Senator Avarus trieb sich immer in der Nähe der Stände rum. Wenn es Frischfleisch gab, dann wurde eine Bote in den Bezirk Circus Flaminius gesandt. Jener brachte dann auch eine Beschreibung dessen mit, sodas der Germanicus schon von vornherein wußte, ob er seine Sohlen belasten mußte, oder ob es sich eh nicht lohnte.


    Seit einigen Wochen, nein Monaten nämlich verzichtete er auf die Sänfte, um im Laufen etwas von seinen zuviel angelegten Pfunden abzugeben. Es gelang ihm nur schleppend, aber das er es merkte, wie es ihm besser ging und wie langsam seine Füße im geraden Stand wieder zu voller Augenweiten wuchsen, war schon beachtlich.


    Eine junge Sklavin sollte es sein. Nicht übermäßig hübsch, rebellisch. Naja letzteres trieb man eh allen aus. Die einen wurden eher zahm, wohl aus geistig gebildeteren Grund heraus, Andere blieben lange zickig und bockig. Das ihre Wahl keine war, glaubten eben die wenigsten Sklaven im Moment auf dem Podest des Sklavenhändlers stehend.


    Avarus erreichte die Bühne im Sonnenschein. Der Regen hatte ihm schon am Theatrum Marcelli verlassen. Das Klientel war noch erschreckend gering. War das nun, weil sein Bote so schnell war oder weil das angebotene Mädel nichts taugte und dieser Junge von Klient einfach zu unerfahren darin war. Hm egal da er nun schon einmal da war, ließ er sich das Gesagte vom Klienten Cossus Gavius Hormus nachtragen. Auch das Einzigste und Letzte Gebot war darin enthalten. Wie üblich der Einstiegspreis.


    "Eintausendsesterzen für den Senator Germanicus Avarus."


    Verkündete schließlich Gavius Hormus sich selbst produzierend.


    Der Senator indes zeigte Interesse für den Gedanken, das es bei jeder Versteigerung einen Läufer gab, der das Gebot so hoch wie möglich drückte und im gegebenen Moment des 'Gut' ein Zeichen von in diesem Fall Titus Tranquillus bekam. Demnach wäre das dieser Mann mit dem letzten Gebot.... doch hm irgendwoher kannte Avarus ihn. Eine Verwaltung auf dem Palatin. Die Curie von Italien? Das war schon lange her und er vermisste es auch nicht. Egal... gewisse Dinge legte er in letzter Zeit viel schneller ab, als sich den Kopf über die vielen 'W's zu zerbrechen.

  • Als die letzten Regenwolken verschwunden waren und die Sonne wieder mit voller Kraft auf die Erde hernieder brannte, füllte sich langsam der Platz vor dem Podest.
    Ich hörte, wie plötzlich ein zweites Gebot einging. Leider konnte ich nicht erkennen, wer geboten hatte, denn ich betrachtete die ganze Zeit krampfhaft den Boden vor meinen Füßen.
    Wie weit war es nur mit mir gekommen? Wo war das stolze und unbeugsame Mädchen von einst nur abgeblieben?
    Dann faßte ich einen Entschluß:
    NEIN! Ich wollte nicht an den höchstbietenden verschachert werden und dann ein Leben in Ketten führen! Ich wollte wieder frei sein!
    Ich nutzte einen Moment der Unachtsamkeit des Sklavenhändlers und befreite mich aus seinem Griff.
    Als ich Anlauf nehmen wollte, um vom Podest herunter zu springen, bemerkte ich plötzlich wie ich von hinten gepackt wurde und zu Boden gerissen wurde.
    Zu dumm! Ich hatte nicht an die zwei Gorillas des Sklavenhändlers gedacht, die die ganze Zeit hinter mir standen und mich offensichtlich genau beobachtet hatten.
    Nachdem sie mich überwältigt hatten, stellten sie mich wieder auf die Füße und einer von den beiden verpaßt mir eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte.
    Halb benommen stand ich also wieder da und fühlte mich noch schrecklicher, erbärmlicher.
    Durch den Sturz zu Boden, begann meine Nase zu bluten. Zum Glück war sie nicht gebrochen. Sicher würde das Bluten auch bald wieder aufhören. Doch in diesem Moment tropfte mir das Blut auf meine dreckigen Fetzen, in die ich "gekleidet" war.

  • Eher zufällig kam Macer auf dem Weg durch die Stadt an dem Sklavenverkauf vorbei und warf einen Blick auf die Ware. Bedarf an Sklaven für seinen Haushalt hatte er nicht, aber ein Blick auf das aktuelle Angebot konnte ja nicht schaden, wenn man gerade vorbei kam. Die angebotene Sklavin schien allerdings reichlich wild zu sein, sowas konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. Ohne lange anzuhalten ging er weiter.

  • Tiberius marschierte mit seinem Onkel über den Markt und blickte sich um. Möglicherweise würden sie ja ein schönes Stück finden, und Tiberius Blick blieb an dem Stand des guten alten Tranquillis hängen. Wie es aussah hatte er neue Ware bekommen, und wie üblich war eine Versteigerung in Gang.


    Tiberius ging näher an den Stand heran und musterte das Angebot, offensichtlich eine noch nicht ganz erzogene Barbarin aus dem Norden. Er drehte sich zu seinem Onkel herum und blickte ihn grinsend an:


    "Hm, schau mal dort Onkel, das wär doch was für unsere Casa. Da können Grobianus und Brutalus sich dran üben."

  • Bis jetzt ist Crassus eigentlich eher stumm seinem Neffen über die Märkte gefolgt. Irgendwie war es langweilig wenn man schon alles hatte und es kaum noch etwas gab, das sich lohnen würde zu kaufen. Da war eine Sklavin, wie Tiberius vorschlug, sicher nicht ganz falsch. Diese verhielten sich zu mindest immer anders und konnten ganz verschiedene Charakterzüge zeigen.


    Sie scheint mir ziemlich ungezogen. Hm, naja, kann bestimmt ganz amüsant sein sie etwas zu erziehen. Und mit 15 Aureii kann man ja auch kaum etwas falsch machen.


    1500Sesterzen.

  • "Hm, da hast du wohl recht. Der muss man wohl nur ein wenig eindringlicher Manieren beibringen, dann wird aus ihr bestimmt eine gute Investition."


    Als sein Onkel gleich au 1500 erhöhte nickte er zufrieden, man sollte den anderen Mitbietern gleich zeigen wohin die Reise ging.

  • Langsam erholte ich mich von diesem wuchtigen Schlag in mein Gesicht. Mittlerweile brannte die Sonne auf meine nackten Schultern. Ich spürte, wie sich meine Haut zu röten begann und ich betete nur, daß alles bald vorrüber sein würde. Meine Kehle schien wie ausgetrocknet. Was hätte ich jetzt für einen Becher Wasser gegeben?
    Mittlerweile hatten sich noch mehr Passanten vor dem Podest eingefunden. Mein gescheiterter Fluchtversuch mußte wohl ein gewisses Aufsehehen erregt haben.
    Manche dieser Leute mußte das wohl imponiert haben, denn schon kurze Zeit später vernahm ich das nächste Gebot. Mittlerweile interessierte es mich nicht mehr, wer geboten hatte. Meinen neuen Herrn würde ich noch früh genug kennen lernen.
    Ich fragte mich nur, wofür mich diese Kerle hielten! Für ein wildes Tier?

  • Gavius Hormus blickte nur kurz zu seinem Patron. Wieder erklang diese rauchige Stimme eines Mannes, der sich in seinem Element sah. Avarus würde aufpassen es nicht zu sehr gedeihen zu lassen. Diesem Mann fehlte einfach das Potenzial dafür.


    "Zweitausend Sesterzen bietet Senator Medicus Germanicus Avarus"


    Jener kam zu seinen ersten Gedanken zurück. Was wenn ein ihm völlig bekannter, bis in die Fußspitzen vertrauter Mensch diesen Punkt der staatlichen Zuwendung perfekt beherrschte? Was wenn jener innerliche Geist...? Denk nicht soviel nach, befahl er sich selbst und blickte da viel lieber auf Ware und Bieter.

  • Dann erkannte ich diese Stimme wieder, die bereits unmittelbar vor meinem Fluchtversuch geboten hatte. Diesmal konnte ich erkennnen, woher sie kam.
    Ich erkannte zwei Männer, die beieinander standen und sich unterhielten. Der eine, ein stattlicher Mann, schon etwas älter, doch durchaus attraktiv. Der andere etwas kleiner und gedungener. Er machte mir eher den Eindruck als sei er ein Untergebener des Anderen.


    Doch Attraktivität hin oder her, für ihn war ich sicher nur eine Wilde.
    Also machte ich mir keine Gedanken mehr darüber, ob mein neuer Herr gutaussehend war oder nicht. Ich hatte schon lange damit aufgehört, ein törichtes Mädchen zu sein und war in der Realität angekommen.
    Ich konnte mir schon genau vorstellen, was vor mir lag. Deshalb rechnete ich mit dem Schlimmsten.

  • Es gab viele menschliche Qualitäten, und die wenigsten Menschen verfügten wenigstens über eine der vielen. Dieses Sklavenmädchen - etwas anderes war sie nicht in meinen Augen, denn zur Frau fehlte ihr der stolze Blick einer um ihre subtile Macht wissenden Person, wie könnte es in einer solchen Situation auch anders sein? - schien zumindest aus der Masse herauszustechen, indem sie Mut zeigte und sich gegen ihr Schicksal auflehnte. Auch wenn sie dafür brutal bestraft wurde - etwas anderes hatte ich nicht erwartet, musste der Sklavenhändler doch auch ein gewisses Maß an Disziplin unter den seinen halten, was nicht dadurch gewonnen wurde, allzu nachsichtig zu sein - sie hielt sich aufrecht und stand noch immer. Mut - eine kostbare Tugend, an eine Sklavin wahrscheinlich verschwendet, und dennoch, es gefiel mir. Ich hatte schon immer die Angewohnheit gehabt, mir die falschen Sklaven zuzulegen - Severus war das beste Beispiel dafür - und warum sollte ich ausgerechnet heute von dieser Angewohnheit lassen? Selbst wenn ich sie nicht ersteigern würde, es würde den Preis ein bisschen hochtreiben und die Herren, die so bereitwillig mit ihrem Reichtum hausieren gingen, ein wenig zu ärgern wissen.
    So erhob ich meine Stimme, um mein Gebot zu verkünden:
    "Zweitausendeinhundert Sesterzen!"

  • Crassus nickte stumm zu Tiberius Worten und wartete die nächsten Gebote ab. Wie erwartet musste er darauf nicht lange warten. Offenbar schien trotz der Wildheit und des Ungehorsams der Sklavin ein großes Interesse an ihr.


    Was meinst du, 2500Sesterzen dürften angemessen sein, oder? Ach, was solls:


    30 Goldmünzen.

  • Die Hitze wurde immer unerträglicher. Ich hatte große Mühe, mich auf den Beinen zu halten. Meine Schultern mußten mittlerweile durch die Sonneneinstrahlung krebsrot geworden sein. So fühlte es sich zumindest an.


    Die Gebote schienen sich förmlich zu überschlagen.
    Ich fragte mich langsam, welche Motivation wohl dahinter steckte, warum diese Männer für mich boten. War es mein Aussehen? Ganz sicher nicht! Ich sah sicher furchtbar aus. In Lumpen gehüllt, der Körper verdreckt und die Blutkruste in meinem Gesicht. Das alles trug garantiert nicht unbedingt zu meiner Schönheit bei.
    Vielleicht hatte der Sklavenhändler ihnen ja Märchen über mich erzählt? Oder gefiel ihnen etwa meine Wildheit und mein Mut?
    Dann würden sie mir sicher dies als erstes austreiben wollen, sobald ich in ihren Besitz übergegangen war.
    Eines war klar, ich wußte nicht sehr viel über dieses Volk. Ihre Gewohnheiten, wie sie lebten und vor allen Dingen, wie sie mit ihren Sklaven umgingen, war mir völlig fremd. Auf einen verständnisvollen Herrn zu hoffen, wagte ich in diesem Moment nicht im geringsten.

  • Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus
    Crassus nickte stumm zu Tiberius Worten und wartete die nächsten Gebote ab. Wie erwartet musste er darauf nicht lange warten. Offenbar schien trotz der Wildheit und des Ungehorsams der Sklavin ein großes Interesse an ihr.


    Was meinst du, 2500Sesterzen dürften angemessen sein, oder? Ach, was solls:


    30 Goldmünzen.


    Tiberius wollt egerade etwas erwidern, da hatte sein Onkel auch schon entschieden und gab sein Gebot ab. So schwieg Tiberius eifnach und war gespannt wie weit die anderen Interessenten gehen würden.

  • Ah die Caecillier wieder. Dreißig Aureus war ein stattliches Vermögen um dafür die Katze im Sack zu kaufen. Avarus würde sich nicht dem Bieterwahn dafür hingeben. Dafür war die Ware auch zu unbeherrscht und nunja das grobe Anfassen der Schergen von Titus Tranquillus hatte nicht unbedingt zu deren Unversehrtheit geführt. Ein weiterer Grund, warum der Senator davon Abstand hielt das junge Ding zu erwerben. Immerhin war dieser Platz nicht der Sauberste. Wer wußte da schon, was so eine blutende Nase alles an Keimen einsammeln konnte. 8)


    So verließ er die Veranstaltung, jedoch nur soweit, wie es seine Augen noch schafften am Geschehen teilzuhaben. Eine Garküche stand an diesem Fleckchen und der Senator gönnte sich ein safftiges Mittagshäppchen. :]

  • Während sich die Gebote überschlugen, verhielten sich auch Starcus und Maechtcus ganz und gar nicht so, wie Titus es wollte und auch nicht so, wie sie sich sonst verhielten. Das Verhalten der Sklavin hingegen ermüdete den Sklavenhändler. Er hatte in letzter Zeit eindeutig zu viele störrische Sklaven aufgekauft, und diese Wilden erzielten nicht unbedingt gute Preise. Er knurrte in Richtung seiner beiden Handlanger, die in Zukunft darauf achten würden, die Ware nicht zu beschädigen - so, wie sie angewiesen worden waren und so, wie es Titus von ihnen verlangte.
    "Dreitausend! Dreitausend sind geboten von dem Herrn ohne Lächeln in schwarz! Höre ich mehr für diese Dirne?"

  • Ich verfolgte den sich abwendenden Senator einige Momente lang mit meinem Blick, bis er sich in der Menge verlor - ihn konnte man häufig sehen, wenn Sklaven versteigert wurden, auch der praefectus praetorio war kein Unbekannter auf dem Sklavenmarkt, gab es doch immer mal wieder amüsierte Betrachtungen darüber, wer den anderen nun überbieten würde. Ein unermesslich reicher Plebejer, der den anderen reichen Plebejer überbot - wie gewöhnlich. Und es lag an uns Patriziern, die Sache ein wenig interessanter zu gestalten, zumindest, solange es noch gelang. Vielleicht würde auch dieses Mädchen mit den wilden Augen besser behandelt werden, je teurer sie gehandelt wurde, wer wusste das schon? Ich blickte mich wieder um, betrachtete die anderen Anwesenden, jene, die nur nach neuen Schlägen für die Sklavin zu geifern schienen, und jene, die wohl gekommen waren, um das Warenangebot zu begutachten, die übliche Mischung an gelangweilten Besitzenden und armen Zeittotschlägern, die sich vor der keifenden Ehefrau und der nächsten kargen Breimahlzeit aus der Garküche um die Ecke zurückgezogen hatten. Fühlten sie sich hier stärker? Letztendlich war es so schmutzig und widerlich wie stets, unter Menschen zu sein.


    "Dreitausendfünfhundert!"

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