~ locus luxuriosus augustini ~

  • Ein äußerst komisches Verhalten, doch nun wusste er auch woher Cato sein Verhalten hatte. Detritus wusste jetzt nicht so recht was er tun sollte: a) sofort köpfen b) rauswerfen oder c) ignorieren? Er entschied sich für c) und ignorierte ihn, denn auf sowas konnte man nichts Vernünftiges antworten, er erhob sich und verließ sofort den Raum.


    "Vale Marcus. Ich hoffe Cato findet eine Stelle in einer Regio oder Provinz."

  • Augustinus der Ältere schlug die Tür auf und wies die ganzen Sklaven ein, wo sie was einräumen sollten. Nun rannten knapp 20 Sklaven und Sklavinnen durch das, was mach 2000 Jahre später eine Suite nennen würde, einem zukünftigen Procurator angemessen.


    Ein Sklave kam mit eine Kanne Wein und einem Becher, der voll mit verdünntem Wein war. Der Octavier hatte am Morgen wieder einige Opiate eingenommen, weshalb er schmerzfrei laufen konnte. Die Schmerzen war an manchen Tagen unerträglich, so auch heute. Sein Leibarzt Gregorianus Domus, ein sehr gebildeter Grieche mittleren Alter, hatte ihm etwas mehr Opium gegeben, als sonst. Da auch das nicht half schüttete er an diesem Tag sehr viel Wein in sich hinein.


    Er humpelte durch den Eingangsbereich seines locus und ging in sein Schlafgemach mit dem großen Bett und ließ sich von seinen Leibsklavinnen entkleiden. Die Toga war ein Kleidungsstück, dass er langsam, aber sicher zu schätzen begann, dazu kam, dass ihm der schmale Purpurstreifen immer mehr gefiel, da es ihn vom gemeinen Pöbel, zu welchem er bis vor kurzem gehörte...


    Als die ägyptische Sklavin, die er von seinem Adoptivsohn zum Geburtstag bekommen hatte ihm seine Schlaftunika anlegte und den Raum abdunkelte leerte er gerade den letzten Becher Wein. Dann begann er zu schlafen, um den Schmerzen zu entgehen....

  • Am nächsten Morgen erwachte er früher als sonst. Er stand auf und ging zu dem Fenster. Unter ihm quietschten die Holzdieben leise. Er mochte das Geräusch. Sein Schlafgemach hier war aber der einzige Raum in seiner Unterkunft, der einen Holzboden hatte.. Alle anderen Zimmer hatten Marmor oder Steinböden. Nun stand er also an seinem Fenster und sah heraus.


    Er hatte von hier aus einen schönen Blick auf das Atrium des Stadthauses. Innerlich dachte er darüber nach, was er am häutigen Tag erledigen würde. Da ihm nichts einfiel rief er seine Sklavinnen herbei und ließ sich ankleiden und anständig herrichten.


    Nach einer halben Stunde war er frisch rasiert, gewaschen und trug eine seiner Togae. Heute hatte er die ausgewählt, die er an freien Tagen trug, wenn er nichts wichtiges zu tun hatte. Der Stoff war weich und bequem und fügte sich gut an den Körper an. Das hatte zur Folge, dass die Falten nicht so fielen wie sie sollten. Daher konnte er sich so unmöglich vor einem Senator oder einem anderen Eques sehen lassen. Jedoch sollte das für sein heutiges Vorhaben genügen.


    "Caia, sag Faustulus, er soll meine Reisekutsche bereitmachen. Wir fahren auf mein Landgut in die Albaner Berge. Ach ja, und sag den Leibwachen und meinen übrigen Sklaven bescheid. Und eine Nachricht an meinen Sohn Cato muss raus, damit er weiß wo er mich findet. Und sag bescheid, dass wenn Post für mich kommt, dass sie unverzüglich zu mir gebracht wird..."


    Er liebte es Sklaven durch die Gegend zu scheuchen, aber gut, dafür waren sie ja schließlich da.


    "Faja!? Packe bitte meine Kleider: Also das Übliche, dann noch meine Reittunika, meine beste Toga, ein Überhang... nein zwei, einer aus Stoff, der andere aus Leder... und meine Gehilfen nicht vergessen. Und ich möchte was zu lesen."


    Was würde er lesen wollen? Cicero, Ovid, Livius, Plinius, Seneca... "Ich hätte gerne 'Caesars Bello Gallico' und sein Werk 'Bello Civili'"


    Es war erstaunlich, wie schnell Sklaven doch schalteten und arbeiten, sodass sich Marcus Octavius Augustinus der Ältere schon nach einer halben Stunde auf dem Weg zu seinem Landgut befand...

  • Der neue Procurator ab Epistulis saß in seinem Officium, das Teil seiner Wohnung im Stadthaus war. Es musste etwas gemacht werden, wovor er sich schon lange gedrückt hatte.




    HIERMIT ENTLASSE ICH MEINEN SOHN


    CAIUS OCTAVIUS CATO


    MIT WIRKUNG VOM


    ANTE DIEM XVII KAL SEP DCCCLVIII A.U.C. (16.8.2008/105 n.Chr.)


    AUS MEINER


    PATRIA POTESTAS


    gez.

    MARCUS OCTAVIUS AUGUSTINUS MAIOR

    RITTER VON ROM

  • Der älter werdende Octavier schreckte etwas auf.


    "Ah... Salve Caius."


    Er stand auf und umarmte seinen Sohn.


    "Du hast mir gefehlt. Setz dich"


    Er setzte sich neben Caius in einen der bequemen Korbsessel.


    "Was bringt dich dazu deinen alten Vater zu besuchen? Ich habe gehört, dass du nun die Senatorenwürde inne hast." er grinste breit und Freundlich. "Meinen Glückwunsch."

  • Etwas gerührt von der Umarmung setzte er sich.


    "Danke Vater, du mir auch." Der junge Octavier setzte sich in den Sessel."Ja, der Kaiser hat mir diese Würde gewährt. Ich werde bei den nächsten CH Wahlen kandidieren... aber das weißt du ja schon."


    Er dachte an den zurückliegenden Streit zwischen Vater und Sohn.


    "Die Legion hat mir gut getan. Nun werde ich mich mit geschärften Sinnen auf den Weg machen und, wenn die Götter mir gütig sind, schon in wenigen Jahren im Senat sitzen."


    Er zögerte. "Weshalb ich hier bin: Ich bitte um deine Hilfe dabei. Geld, ein Landgut. usw."

  • Dragonum trat ein und nahm seinen Helm ab bevor er seinem Cousin zur Begrüßung die Hand reichte ...


    "Salve Augustinus, schön dich mal wieder zu sehen! Ich habe gehört du arbeitest jetzt als Postwühler in der kaiserlichen Kanzlei?"


    Auch wenn Dragonum hier war um einen Gefallen zu erbitten, das bisschen Spaß musste drin sein ...

  • Dragonum lachte ...


    "Du weißt wie man meine Zankeslust besänftigt was? Ich werde gern einen Becher mit dir trinken!"


    Dann wurde Dragonums Gesichtsausdruck wieder etwas ernster ...


    "Ich wünschte es wäre nur zum Plaudern, ich nehme mir viel zu selten Zeit für die Familie! Aber eigentlich bin ich hier um dich um einen Gefallen zu bitten!"

  • Augustinus schenkte Wein ein.


    "Ja, das weiß ich, immerhin kenne dich dich schon sehr lange, lieber Cousin."


    Er gab ihm einen Becher Wein. Sein Gesichtsausdruck wurde ernster.


    "Na dann lass mal hören." Er setzte sich und prostete seinem Cousin zu. "Auf uns."

  • Dragonum nickte und hob ebenfalls das Glas zum Prosit ..


    "Jawohl auf uns!"


    Als er schließlich den Becher wieder absetzte, suchte er kurz nach den richtigen Worten und räusperte sich dann ..


    "Also wie du weißt habe ich nach meiner Auszeit bei den Vigilen angefangen, aber irgendwie fühle ich mich da noch nicht so richtig wohl, mir fehlt etwas zu Tun. Also hab ich mir gedacht in der Position eines Subpraefectus würde ich vielleicht mehr gefordert werden und als ich das meinem Praefectus vorschlug riet dieser mir zu einem Fürsprecher, und nunja ... ich hab natürlich sofort an dich gedacht mein lieber Cousin!"


    Dragonum lächelte leicht, geisterte in seinem kopf doch auch eine ganz andere Idee herum, seit dem Gespräch mit dem Praefectus ...

  • "Das ist doch kein Problem. Natürlich bin ich dein Fürsprecher. Wird es nötig sein, dass ich mit dem Kaiser darüber spreche. Wohl eher nicht, oder?"


    Er trank an dem Wein.


    "Bist du dir sicher, dass du bei den Vigiles bleiben möchtest. Ich will es mal so sagen. Die Vigiles haben ja nicht unbedingt den besten Ruf. Ich meine, du hast lange Zeit als Tribun bei den Vigiles gedient. Bist du sicher, dass du nicht zur Legio willst? Oder du könntest einblicke in die Verwaltung erhaschen."


    Er zögerte kurz.


    "Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich will dir die Sache nicht rausreden, aber ich möchte dir das zu bedenken geben."


    Der Praefect wusste Dragonums Arbeit scheinbar nicht zu schätzen. Das ärgerte Augustinus durchaus.

  • Dragonum nahm einen Schluck und lies seinen Blick zur Decke steigen, bevor er sich besann und nach einem weiteren Schluck, der den Becher leerte, wieder hinüber zu Augustinus sah um ihm zuzulächeln ...


    "Du kannst dir nicht vorstellen wie oft ich mir darüber in letzter Zeit den Kopf zerbrochen hab, es ist gut so einen Rat von dir zu hören, wenn mein Gewissen das meldet muss ich immer an meine .. äh ... Auszeit denken und fühle mich wie ein Verräter!"


    Das die Geschichte Dragonum unbehagen bereitete konnte er nicht verheimlichen und bevor er seinen Cousin nötigte zu fragen, kam er lieber gleich selbst damit heraus ...


    "Sag mal was weißt du über meinen Patron Marcus Decimus Livianus und sein Verschwinden in Parthia? Mein Praefectus erwähnte beiläufig etwas aber ich wollte ihn dazu nicht näher befragen."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!