[Kapeleion Archaon] Wohnung des Cleonymus

  • Die Keltin sah Sethon nach als dieser den Raum verließ und Wut war in ihren Augen noch immer zu sehen. Dann richtete sie den Blick auf den Mann, dem scheinbar nie die Fragen ausgingen. Tief holte sie Luft um so gleichmütig wie es ihr in dieser Situation möglich war zu antworten.
    "Was wir mit ihm vorhatten? Wenn man uns in Ruhe gelassen hätte und wir das auch gemerkt hätten, wäre er auch wieder frei gekommen. Ich weiß nicht wer er ist oder war oder was wir sonst mit ihm hätten tun sollen. Ich bin Diebin. Ich beschaffe Informationen. Auf die Beschaffung von speziellen Gegenständen ist meine Freundin spezialisiert. Ich habe mich auf diesen blödsinnigen Auftrag eingelassen, weil wir hofften so einen Auftraggeber zu finden, der auch weiß was wir wert sind. Wir hatten ihn nur zu unserem Schutz mitgenommen. Ihm ist nichts weiter passiert. Er hatte halt nur das Pech, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort war."
    Sie sah kurz zu Amneris, welche mit einem Nicken ihre Geschichte bestätigte.
    "Nachdem nun alles geklärt ist, dein Sklave wieder bei dir ist, lass uns gehen. Wir haben nichts über dieses Gebäude erfahren, außer dass man nicht wirklich hereinkommt und es auch tunlichst lassen sollte. Es geht jeder seiner Wege und wir haben alle kein Problem."
    Celeste versucht etwas gewinnbringend und sicher zu lächeln.

  • Cleonymus lachte aus ganzer Kehle, das keltische Mädchen gefiel ihm, sie war offen und für eine Diebin wahrscheinlich viel zu ehrlich ... aber Cleonymus schätzte diese Eigenschaften bei seinen Untergebenen und er hatte so eben beschlossen das er diese zwei "behalten" wollte ...


    "Nun, so einfach ist das aber nicht! Mein Gast ist eine zarte Seele, sicher wird er nicht so wohlwollend über die Entführung hinwegsehen können wie ihr, was für ein Gastgeber wäre ich würde ich seine Interessen nicht vertreten? ... Allerdings habt ihr euch tatsächlich als relativ fähig erwiesen, ihr habt es in den Hof und durch die Küche geschaft, ein kleines Stück noch und ihr wärt im Keller gewesen, die Informationen die du über die Legio gesammelt hattest waren zutreffend und ihr habt es mehrere Tage geschafft euch vor meinen Heschern zu verstecken. Alles in allem eine Leistung die sogar der Krähe eine Regung entlockt hat!"


    Höhnisch blickte der Ägypter zu dem immernoch Kapuze tragenden Mann hinüber, bevor er sich kurz an Lycidas wandte ...


    "Lycidas sicher fühlst du dich nicht ganz wohl .. geh nur und lass dir von einer der Dienerinnen ein Bad einfüllen, danach wird es dir sicher besser gehen!"


    Auch wenn der Tonfall freundlich war und die Worte wohl gewählt war wohl jedem Anwesenden klar das es hier keine alternative Wahlmöglichkeit gab ...

  • Zarte Seele, fragte sich die Keltin. Wohl eher eine Mimose, dachte sie sich ihren Teil und seufzte innerlich. Da er kein Wort sprach, war es auch wirklich schwierig gewesen sich nach seinem Wohlbefinden zu erkundigen und bei allem Mitgefühl, wer kümmerte sich um ihren seelischen Schaden? Quer durch Alexandria gehetzt zu werden, war auch nicht einfach. Damals hatte es auch keinen interessiert als man sie in den Carcer der Praetorianer eingekerkert hatte und ihr wirklich schlimmere Sachen antat als das was dem stummen Musiker passiert war. Alexandria war anders, das musste sie wohl immer wieder lernen.


    Relativ fähig? Öhm, was redete dieser Mann da? Dem gings wohl noch ganz gut. Ihr Blick ging zu Amneris, danach zum Griechen, daraufhin zu dieser verhüllten Gestalt und dann wieder zum Griechen.
    "Wenn man das nicht kann, kommt man in Roma nicht weit und man lebt nicht lang genug um seine Beschaffungen auch ausgeben zu können oder etwa nicht. Ist es nicht gerade in Roma notwendig unsichtbar werden zu können, wenn man nicht gefangen werden will, zu wissen wann wo etwas Besonderes im Angebot ist und dann auch noch ungesehen in das Gebäude zu kommen oder mit Tricks in das man will? Ich hielt dies bisher für die Grundfähigkeiten eines Diebes oder Auskundschafters."
    Man konnte der Keltin ansehen, dass sie grad ein wenig ratlos wirkte.

  • Es war ein Fehler. Sich zu gestatten, eine wie auch immer geartete Erwartung zu hegen. Auf einen, wie auch immer gearteten Herrn zu vertrauen. Bitterste Enttäuschung verspürt der junge Lyder. Als offenbar wird, dass Schwarzbart die Verbrecherinnen nicht zu bestrafen gedenkt. Sondern zu benutzen. Dass es keine Hinrichtung geben wird. Verloren sinkt des Sklaven Blick zu Boden. Vergeltung ist sein Begehr! Doch Lycidas ist zu zage, sie einzufordern. Eine weitere Demütigung. Nichts weiter. Sinkt auf den Grunde seiner zarten vergifteten Seele.
    Geschmeidig erhebt er sich. Auf den Befehl hin. Die verwundete Lyra im Arm. Neigt das Haupt vor dem Herrn. Und entfernt sich leisen Schrittes.

  • "Ach! Stell dein Licht nicht unter den Scheffel, Mädchen! Wenn auch nur die Hälfte meiner Leute euer Geschick hätten, wärt ihr sicher erst garnicht so lange untergetaucht ... aber genug davon, ich möchte euch ein Angebot machen! Eines das wie ich glaube "kaum" auszuschlagen ist!"


    Cleonymus grinste und faltete die Hände nun wirkte er kaum noch wie der alte Mann der da noch vor wenigen Minuten gesessen hatte, sein Gesicht offenbarte nahezu grenzenlose Boshaftigkeit die nur von kühler Logik im Zaum gehalten wurde ...


    "In den letzten Jahren ging es meiner kleinen "Familie" nicht unbedingt gut und stetige "Meinungsverschiedenheiten" bedingten viele Trauerfeiern. Was mir also fehlt sind verlässliche Gefolgsleute die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Was haltet ihr also davon von nun an für mich zu arbeiten? Ihr bekommt 25% von jedem Deal!"


    Das sie annehmen würden war Cleonymus klar, die Keltin war kaum so dumm zu glauben das sie andernfalls eine Chance bekämen das Gebäude lebend zu verlassen, allerdings war er auch überzeugt das die beiden Elstern feilschen würden ... ganz so wie es sich für einen vernünftigen Dieb gehöhrte ...

  • Jetzt war der Zeitpunkt gekommen da es Celeste die Sprache verschlug. Der Unterkiefer klappte ihr herunter und es dauerte eine Weile bis ihr Gehirn begann wieder Gedanken zu produzieren und später auch Worte den Weg über ihre Zunge fanden. Sie kannte sich in diesen Gefilden gut genug aus um zu verstehen was ihr gesagt wurde und was von ihr erwartet wurde. Allerdings passte das nicht ganz in ihren Plan. Warum sollte es auch mal einfach werden?
    "Ich arbeite bereits für jemanden, wenn es dich nicht stört, dann stört es mich auch nicht."
    Kurz beobachtete sie den Mann ehe sie weitersprach.
    "Es wird deinen Aufgaben nicht im Wege stehen, doch solltest du wissen, dass es sie gibt."
    Der nächste Punkt war die Bezahlung. Scheinbar hielt er sie für blöd. Das war doch wohl nicht sein Ernst.
    "Wir machen die arbeit und du willst 75%? Das denkst du doch nicht wirklich. Wir 75% und du 25% wäre deutlich angemessener."
    Die Phase des Feilschens mochte sie überhaupt nicht, aber es gehörte dazu und sie mussten ja davon auch leben. Wenn sie für diesen Mann arbeiteten, konnte sie sich gut vorstellen, dass es nebenher nichts weiter gab als die tägliche Arbeit, die sie für Serapio leistete. Das war nicht sehr viel. Jedenfalls nicht für den Standard an den sie sich gewöhnt hatte.

  • Cleonymus lachte schallend, während der Kapuzenträger nur leicht zu stöhnen schien und sich im nächst besten Sessel niederlies ...


    "Hah, man könnte meinen du kämst selbst aus dieser Gegend, feilschst wie ein Kind Ägyptens ... aber gut, ihr mögt die Arbeit machen aber ohne einen Käufer wärt ihr nur aufwändige ständig verfolgte Sammler! Ich halte euch die Autoritäten vom Hals und sorge für angemessene Unterkunft und vernünftiges Essen und Equipment! Meinen Leuten gehts es nicht schlechter als mir selbst! ... und ihr bekommt 30% .. Provision!"


    Cleonymus verfügte nicht nur über einen Gasthof und ein paar fragwürdige Kontakte er war auch Alexandrias einflussreichster Politiker und Geschäftsmann ... und diese Positionen wusste er auch für sich zu nutzen ...

  • "30 Prozent? Unterkunft haben wir selbst. Da müssen wir dir nicht zur Last fallen. Verpflegung..."
    Celeste überzeugte das nicht. Die Ausrüstung...ja, die Ressourcen in Ordnung. Aber das machte nicht 70% aus. Sie fixierte den Mann.
    "Fünfzig Prozent. Das halte ich für angemessen."
    Dann fiel ihr noch etwas ein.
    "Wir im Norden sollen das Feilschen auch gelernt haben. Es ist nicht nur euch hier im Süden vorbehalten."
    Sie lächelte zuckersüß und doch konnte man sehen, dass es im Moment nicht so locker war wie es ihr wohl sonst möglich war. Die ganze Situation passte ihr ganz und gar nicht.

  • Cleonymus nickte grinsend, die Keltin konnte wirklich feilschen und er war ohnehin knapp an Leuten also was sollte das ganze ... Cleonymus würde ohnehin irgendwann einlenken und er wollte die Keltin lieber nicht reizen ... hier zu Lande sagte man den germanischen und keltischen Frauen recht schlimme Dinge nach ... was den Zorn und die Bettgeschichten betraf ...


    "Einverstanden 50%, nicht das ich mir schon jetzt deinen Zorn zuziehe!"


    Cleonymus lachte kurz dann deutete er auf die Tür und die Krähe klopfte erneut, doch diesmal war es ein dünner und recht junger Grieche der hereinkam ...


    "Diese beiden werden sich uns anschließen, ich will das sie vernünftige Ausrüstung und Schlafstätten bekommen!"


    Cleonymus quatierte alle seine Leute im Kapeleion ein ob sie dann hier schliefen oder nicht war ihre Sache. Der junge Grieche nickte nur eifrig und schien im Gedanken bereits die entscheidenden Dinge vorauszuplanen, doch Cleonymus war noch nicht fertig ...


    "Ich gebe heute Abend eine Feier zu Ehren der römischen Besatzer und ihres Sieges über die 'Kopflosen'! Ich würde euch gerne auch dort sehen, viele sehr wichtige Männer werden dort sein!"

  • Öhhh...das war jetzt einfach. Kurz drohte der Keltin die Kinnlade herunterzufallen. Sie konnte sich allerdings schnell genug darauf konzentrieren und so unterblieb es.
    "Nein, nein. den Zorn will sich keiner zuziehen."
    Noch etwas überfahren, hörte sie den folgenden Anweisungen des Cleonymus zu und sah zum Befehlsempfänger. Er schien sehr genauso zu wissen was sein Herr wollte und die knappen, aber präzisen Anweisungen reichten mehr als aus. Die nächsten Worte verblüfften Celeste dann wirklich. Sie sah sich um ob noch jemand anderes gemeint sein konnte. Allerdings sah sie niemanden.
    "Wir sollen heute Abend bei Feierlichkeiten dabei sein. Ja also, das kommt etwas überraschend. Ähm...ja...also im Grunde sicher gern, aber irgendwie..."
    Sie sah an sich hinab und Amneris ging es da ähnlich. Wirkliche Augenweiden waren sie nicht und sie würde ganz sicher Serapio wiedersehen. Das wäre anders sicher günstiger gewesen, aber so... Ihre Gedanken kamen zurück zum Thema Erscheinungsbild. Sie waren dreckig und Kleider hatten sie auch nicht. Also nicht hier. In der Wohnung würde sich sicher etwas finden lassen.
    "Es wird sicher einige Zeit brauchen bis wir wieder hergerichtet und vorzeigbar sind."
    Ohh...sehr unangenehm...

  • Cleonymus nickte verständnisvoll so als ob ihm das schon vorher bewusst gewesen wäre, er schnippte mit den Fingern und sah den Griechen an ... dieser schien wie aus einem Winterschlaf zu erwachen und musterte kurz die beiden Damen ...


    "Hmm hmm ... ja doch kein Problem, ich denke für unsere hübsche Keltin habe ich eine breite Auswahl an Farben parat, doch die Nubierin muss wohl zwischen weiß, Smaragdgrün, violett, margenta-rot, rot und schwarz entscheiden! Tut mir Leid aber du weißt sicher am besten das Seidenkleider in deiner Größe recht rar sind, meine Liebe!"


    Der junge Grieche wartete erst gar nicht auf eine Antwort sondern sauste aus dem Zimmer, um wenig später mit zwei Sklaven zurückzukehren die scheinbar einen Schneider überfallen hatten da jeder von ihnen gut 10 verschiedene Seidentuniken trug, der Grieche hielt eine Schatulle in Händen die er, mit fragendem Blick an Cleonymus, vorzeigte ... dieser nickte nur und deutete auf das Kästchen ...


    "Betrachtet es als eine Art Anzahlung, ihr werdet von nun an öfter in den gehobeneren Kreisen der Gesellschaft verkehren da ist es nur recht das ich euch entsprechend ausstatte!"


    Der Grieche öffnete das Kästchen und brachte einiges an Gold und Silberschmuck zum Vorschein, jedes passend zu einem der Kleider ...



    Sim-Off:

    WiSim ;)

  • Jetzt war der Moment gekommen wo Celeste wirklich überrascht war und es auch zeigte. Ungläubig sah sie den Griechen an und die beiden Sklaven, die ihnen nun einen Arm voll mit Kleidern hinhielten. Dann noch der Schmuck. Das konnte sie alles noch nicht glauben. Sie sah kurz zu Amneris und dann wieder zu ihrem neuen Auftraggeber.
    "Wir danken dir. Sehr freundlich."
    Kurz sah sie noch einmal zu Amneris. Mit Blicken unterhielten sie sich.
    "Dann sollten wir uns wohl zurückziehen und fertig machen. Wann und wo wird den diese Feierlichkeit stattfinden?"
    Es fehlten nur noch diese letzten Auskünfte und dann würden sie sich wohl in ihr Zimmer zurückziehen und es würde das Zurechtmachen beginnen.

  • Cleonymus lächelte zufrieden, im Moment schien es als würde alles ganz nach Plan laufen ...


    "Gut ich werde nach euch schicken wenn die Feierlichkeiten begonnen haben, ich denke ihr werdet euren Spaß haben ... ich erwarte einige sehr interessante Gäste!"


    Damit erhob sich der Ägypter aus seinem Sessel und folgte der Krähe nach draussen, während der junge Grieche und die Sklaven die zwei Frauen in ihr eigenes Zimmer führten ...


    "Oh es wird euch hier gefallen, der Gymniasarchos kann sehr großzügig sein, wenn man gute Dienste leistet! Seht mich an, mein Vater war ein Säufer und Taugenichts und ich habe es trotzdem zu einem angesehenen Bürger der Polis geschafft!"


    Plauderte der Grieche aus dem Nähkästchen, er war offensichtlich sehr zufrieden mit sich selbst, allerdings dauerte es auch nicht lange bis die kleine Gruppe das Zimmer der zwei neuesten Talente erreicht hatte ...

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