atrium | MAC et Quintus Philo

  • Endlich entließ ich auch den letzten der Klienten, die vor Philo gekommen waren. Nach ihm warteten bereits wieder zwei weitere, doch es war angesichts der Uhrzeit davon auszugehen, dass nicht noch mehr kommen würden. So trat ein Sklave an Philo heran und teilte ihm mit, dass nun er an der Reihe sei. Ich nippte an meinem Wein und ein anderer Sklave reichte Philo ein Tablett, von dem er sich einen Becher würde nehmen können, wenn er denn wollte.


    "Quintus Philo", begrüßte ich ihn. "Schön, dich wiederzusehen. Ich habe gute Neuigkeiten für dich. Horatius Pansa würde dir eine Wohnung in der via Flavia vermieten. Das mag nicht die beste Wohngegend sein, aber es ist allemal besser als die subura. Und sie kostet nicht viel und liegt recht zentral. Ich könnte einen cursor schicken, der Pansa benachrichtigt. Dann könntest du direkt im Anschluss vielleicht die insula besichtigen", schlug ich vor und ließ zunächst einmal das zweite Anliegen weg, wegen dem er mich vor sieben Tagen aufgesucht hatte.

  • Freundlich wurde Philo von seinem Patronus begrüßt und ohne zu zögern (denn Corvinus und das Haus der Aurelier wurde Philo schnell so sympatisch, dass er keine Bescheidenheit aus reiner Höflichkeit heraus an de Tag legte) nahm Philo sich ebenfalls einen Becher und kostete den Wein.


    "Sei gegrüßt, Marcus Aurelius Corvinus."


    "Das sind wunderbare Nachrichten, mein Sklave Apollonius müsste auch jeden Augenblick eintreffen. Während dein cursor deinen Freund Pansa bescheid sagte, würde Apollonius schon einmal vorgehen, um einige Kisten meines Hab und Guts bereits dorthin zu tragen."


    Wo er wohl bleibt? Er dürfte nicht all zu lange auf sich warten lassen. Er ist ja auch sonst immer pünktlich.

  • Na hoppla, entweder vertraute Philo so sehr auf Pansas Wahl bezüglich der Wohnung - oder aber, er war sich sicher, dass ich ihm finanziell unter die Arme greifen würden, da er nicht fragte, welchen Teil seines Lohns die Miete verschlingen würde. Allerdings, da musste ich ihm im Stillen zustimmen, war wohl beides nicht abwegig, denn Pansa hatte mir noch einen Gefallen geschuldet und natürlich würde ich meinem Klienten Hilfestellung leisten, wie ich es auch bei anderen tat. Sogar bei jenen, die sich als undankbar erwiesen, sobald sie hatten, was sie wollten. Ich dachte an Reatinus und den Brief, den ich bisher nicht beantwortet hatte. Ihm hatte ich zum Ritterstand verholfen, und zum Dank kündigte er mir die Treue auf. Weder er noch seine gens würden zukünftig etwas von mir zu erwarten haben, hatte ich mir in der ersten Enttäuschung nach dem Bruch des Siegels geschworen. Doch das tat nun nichts zur Sache.


    Ich winkte Caecus herbei und trug ihm auf, einen Boten zu Horatius Pansa zu entsenden, gab ihm die Nachricht mündlich und widmete mich dann wieder einem Schluck Wein. "Zu deinem zweiten Anliegen kann ich dir auch eine gute Nachricht geben", fuhr ich fort. "Einer Ernennung zum Priesterschüler steht nichts im Wege, der rex sacrorum hat den Antrag befürwortet. Du musst nur noch den Amtseid ablegen. Weißt du, wo du dafür hingehen musst?"

  • Philo hatte sich ja schon versucht etwas schlau zu machen, denn nichts fand er fataler als Halbbildung. Er hatte also während seinen Umläufen durch die Stadt immer einmal wieder sich versucht, mit den Räumlichkeiten hier in Rom und deren Funktionen vertraut zu machen. Die Theorie erschien einst so einfach.. doch die eigentliche Praxis scheint wohl doch unabhängig von jener zu existieren.


    "Das hört sich großartig an."


    Dies war freilich eine mehr als gute Nachricht. Endlich ginge es ein wenig aufwärts. Er wusste nicht, wie Philo sich irgendwie bedanken könnte, mit den wenigen Mitteln, die sich ihm boten. Doch eins wusste er von anfang an: Sobald er es konnte, würde er seinen Patronus unterstützen.


    "Wenn ich mich richtig entsinne, geschieht dies in der Regia Cultus Deorum, auf dem Capitolium neben dem Templum Vestae oder irre ich mich?"

  • "Richtig. Am besten fragst du dort einen Beamten nach dem kleinen Heiligtum. Und dort legst du dann den ius iurandum ab", bestätigte ich und fuhr nach einem vielsagenden Seitenblick auf zwei weitere wartende Klienten hin fort. "Du könntest mich auch im Anschluss dorthin begleiten, aber das wird noch ein wenig dauern, fürchte ich."


    Die beiden Anliegen, bei denen ich in der Pflicht gewesen war, waren damit nun abgehakt. Ich nahm erneut einen Schluck Wein. "Und wie ist es dir ergangen in der letzten Woche? Haben die Freunde deiner Familie es gut aufgefasst, dass du bald ausziehen wirst?" fragte ich. "Bei mir selbst gibt es eigentlich nicht viel Neues. Ah, ich wollte dich noch zu einer cena während der Saturnalien einladen, sofern du noch nichts vor hast."



    Sim-Off:

    Du kannst da gleich den Eid ablegen und musst auf niemanden warten, es sei denn, du möchtest das größer ausspielen. Dann kann ich dir einen NPC schicken oder selbst mitgehen, da richte ich mich ganz nach dir.


    Die Saturnalien betreffend schicke ich dir dann einen Link per PN, sobald wir mit dem Aussimmen begonnen haben - bisher sind wir noch beim "Vorspiel". :)

  • Das kleine Heiligtum also, dort müsste er als nächstes hin. Vom ius iurandum hatte er schön einiges gehört und jetzt wird es wohl an der Zeit sein, dass er ihn ablegen müsse.


    Dass Philo endlich in sein eigenes Reich ziehen würde, erfreute ihn jeden Tag aufs neue. Die Kisten waren bereits gepackt.


    "Ich habe ihnen schlichtend versucht beizubringen, dass es wohl das bessere für mich sei", sagte Philo mit einem ironischen Grinsen.


    An den Saturnalien hatte er noch nicht viel geplant. Er musste da sowieso noch mit Apollonius, seinem Sklaven, reden. Aber dankend nahm Philo die Einladung an.


    "Diese Einladung nehmen ich nur zu gerne an."


    Es bestätigte sich wohl immer wieder. Philo fühlte sich in der Gegenwart seines Patronen sehr wohl.

  • Ein amüsiertes Lächeln umspielte meine Mundwinkel. "Sehr gut. Das Abendessen soll am ersten Abend der Feiertage stattfinden. Falls dein Sklave noch nichts anderes vor hat und gern mitkommen möchte, kannst du ihn gern mitbringen. Gut die Hälfte unserer Sklaven werden ebenfalls anwesend sein, wir haben das bisher jedes Jahr so gehalten."


    Ich überlegte einen Moment, doch mehr Neuigkeiten wollten mir nicht einfallen. "Gut. Gibt es bei dir sonst noch etwas Dringliches? Ansonsten, würde ich sagen, sehen wir uns spätestens zu der cena wieder."

  • Apollonius würde sicherlich gerne mitkommen. Ansonsten fiel ihm nichts wichtiges mehr ein, was er seinem Patronus zu sagen hätte.


    "Gut, multas gratias tibi ago*! Bis zur cena!"


    Philo stand auf und ging an den anderen wartenden Klienten des Corvinus vorbei hinaus.



    *Vielen Dank!

  • Leone scheuchte den kleinen Jungen los, damit der Corvinus Bescheid sagte, wer ihn zu besuchen wünschte. Eine Sklavin war auch schon bereit, dem Gast einen Trunk anzubieten. Leone deutete auf eine der Bänke. "Nimm doch solange Platz. Es kann einen Moment dauern, bis Du Nachricht erhältst, ob der Herr Zeit für Dich hat. - Und entschuldige mich bitte." Die letzten Worte klangen etwas hektisch. Und schon stürzte Leone davon.

  • Quintus Philo dankte nickend und nahm Platz. Der Sklave flitze plötzlich davon. Es schien ihm zwar schon etwas merkwürdig alles, aber er wollte nicht weiter darüber nachdenken. So wie es sich angehört hatte, würde es noch ein wenig dauern , bis Corvinus Zeit für ihn hätte, also stand er nach einiger Zeit wieder auf und trat etwas vor, bis er vor den namenhaften Masken der aurelischen Ahnen stand. Interessiert schaute er sie sich an, betrachtete sie aus verschiedenen Winkeln und ging mal mit dem Kopf näher ran, mal trat er einige Schritte zurück.

  • Tatsächlich kam schon kurze Zeit später eine Sklavin vorbei und unterrichtete Quintus Philo darüber, dass der Hausherr seinen Klienten um ein wenig Geduld bat. Während er wartete, brachte ein Küchenjunge ein Tablett mit zwei Bechern, einem weingefüllten Krug und einem Teller mit noch warmem Honiggebäck aus der Küche.


    Als ich endlich der Besprechung mit den aedilischen Schreibern entkam, hatte Quintus Philo bereits beinahe eine Stunde gewartet. Eine steile Falte stand auf meiner Stirn, während ich das atrium betrat, glättete sich allerdings, als ich auf meinen Klienten zukam. „Philo, schön dich zu sehen. Es tut mir leid, dass du warten musstest.“ Mein Blick streifte den Tisch mit dem Tablett. Wenigstens hatte er nicht Hunger und Durst leiden müssen. „Setzen wir uns doch. Wie geht es mit der Ausbildung voran?“

  • Dankend nahm sich Philo erst einmal ein wenig Honiggebäck. Sein Magen hatte anfangs schon etwas geknurrt, doch er versuchte darauf zu achten, dass er den Inhalt des Tellers lediglich als Knabberzeug betrachtet und es nicht magenfüllend in sich hineinstopfte, als ob es gar zur eigenen Sättigung genüge. Nebenbei nahm er einen Schluck und kam schließlich mit Corvinus ins Gespräch.


    "Ich hoffe, bald besser. Ich musste mich wegen einer Krankheit etwas zurückziehen. Das Fieber hatte mich gepackt, doch Apollonius pflegte mich gut."




    Sim-Off:

    Hatte ne Menge zu tun mit Uniklausuren... Daher die lange Abwesenheit. :)

  • Sim-Off:

    Kein Problem. Du kannst dich dennoch noch zur Hochzeit schreiben, wenn du möchtest. Bei der Saturnalienfeier sind wir auch noch nicht sooo viel weiter gekommen. ;)


    Seine Antwort hatte zwar nicht recht etwas mit meiner Frage zu tun, doch es war dennoch interessant zu hören, was Quintus Philo in letzter Zeit verhindert hatte. "Umso besser, dass du nun wieder wohlauf bist. Mich selbst hatte es vor kurzem ebenfalls erwischt. Vermutlich eine Art Welle, die gegenwärtig umgeht", vermutete ich und hob dann die Mundwinkel. Mir kam etwas in den Sinn. "Ist dein Sklave denn bewandert in der Heilkunst? Ansonsten hättest du ihn mit einer Nachricht herschicken können, dann hätte unser Arzt sich dich einmal angesehen." Denn gute Ärzte waren teuer, und ich bezweifelte, dass ein Schüler des cultus sich eine Behandlung leisten konnte.


    Ich griff nach dem Weinbecher und nippte daran, unterdessen musterte ich meinen Klienten. "Wie geht deine Ausbildung voran? Und was gibt es Neues?" fragte ich ihn. Dass ich zum pontifex ernannt und zum Ädil gewählt worden war, war ihm gewiss bekannt.

  • Apollonius und Heilkunst? Innerlich lachte Philo laut, denn wenn sein Gegenüber wüsste, wie tollpatschig sein Sklave sein konnte, da wollte man hoffen, er würde im Ernstfall lediglich mit irgendwelchen Blättern etwas zusammenmischen, sodass man das Produkt schließlich selbst anwenden könnte. Doch ihm gar seine Organe anzuvertrauen, das ginge wohl eher zu weit. ;)


    "Apollonius ist wohl besser für assistierende Arbeiten in Musik, Literatur und Kunst geeignet.", sagte Philo mit einem andeutenden Zwinkern, um so das auszudrücken, was er gerade dachte.


    "Die Ausbildung ist in Gange. Doch ich muss mich jetzt auch bald wieder blicken lassen, um einmal zu hören, was ich verpasst habe. Im Bett wurde meine Ausbildung lediglich auf Asklepios beschrängt, hehe."


    Nach einem weiteren Schluck aus seinem Becher stellte er fest, das der Wein wieder mal ausgezeichnet war.

  • Sim-Off:

    Ich hab grad von M' Flavius Gracchus' Abwesenheit gehört. Wie geht es jetzt mit mir weiter? Will ja nicht ewig auf meiner Discipulusstelle rumsitzen...


    Philo erzählte etwas über seine Krankheit. Er wollte nicht so distanziert, sondern vielmehr offen wirken und gerne von sich aus etwas über sich erzählen, um freundschaftliche Umgangsformen zu pflegen. Es gab durchaus bessere Themen, doch vermutlich bot es sich gerade besonders gut an. Gleichzeitig dachte er sich, dass er ja nicht jedes vielleicht aus eher unappetitliches Detail einer Krankheit preisgeben musste. Ebengrad soviel, dass er offen und lustig wirkte.


    Plötzlich fiel Philo ein, dass er Corvinus unbedingt noch etwas weiteres fragen wollte. Als neuer pontifex wusste er sicherlich, was zu tun ist.


    "O Pontifex, da fällt mir ein, dich dringend etwas fragen zu müssen..."


    Er machte eine kurze Pause und vermutlich wusste sein Gegenüber auch schon, worauf Philo hinaus wollte.


    "Weißt du zufällig, wer meine Ausbildung im Cultus Deorum nach dem Abschied von M' Flavius Gracchus übernehmen wird?"


    Philo war nicht traurig über dessen Abreise, dafür kannte er ihn vermutlich viel zu wenig.

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