[Stege] Iatros - Anthis Arztzimmer

  • Die Schmerzen waren fast unerträglich. Aber Berenike hatte gelernt mit Schmerzen umzugehen. Sie biß die Zähne aufeinander und außer einem leichten Stöhnen war nichts zu hören.


    Neben dem Gesicht des Mannes erschien dann das Gesicht einer Frau. Auch wenn sich ihre kleine Schwester in den Jahren, in denen sie sie nicht gesehen hatte gewaltig verändert hatte, war es doch offensichtlich, dass es ihre kleine Schwester war, die dort vor ihr saß. "Emi?", fragte sie ungläubig. "Wie? ... Was? ... Wo? ", stammelte sie verwundert weiter. Langsam und mühevoll streckte sie ihren Arm aus und strich ihrer kleinen Schwester zaghaft über die Wange.


    Nike mußte schlucken, konnte nicht verstehen, wie es sein konnte dass sie auf eimal Emi gegenüber saß. Sie fühlte, wie ihre Augen langsam feucht wurden. "Emi."

  • Isokrates war so schnell er konnte zur Agora gehetzt und hatte Timos berichtet was er wusste. Da läge eine blutende Frau in der megaro, der Herr Ánthimos würde sich um sie kümmern und seine Cousine sei auch da und der Herr Thimótheos müsse unverzüglich kommen.
    Timos sagte also seinem Grammateos bescheid und rauschte dann aus seinen Arbeitsräumen heraus. Eine blutende Frau in seinem Haus? Was hatte sein Bruder da nur wieder angestellt? Auch wenn es sich für einen Strategos und Polites seines Status' absolut nicht geziemte, rannte Timos durch die Straßen. Er hetzte geradezu, scheuchte Leute aus seinem Weg und trieb sich zu höchster Eile an.
    Als er die Porta aufriss, sah er bereits den Staub der Straße und eine schemenhafte Blut- und Schleifspur im Atrium.
    Dann war er schon an der Tür zum Arztzimmer angelangt, die offen stand.
    "Da bin ich..." Ungläubig und sprachlos starrte er nun auf die mit grausigen Striemen überzogene Verwundete und seine beiden Verwandten an, die offenbar gerade mit der Frau sprachen. Hätte er gewusst, dass Nike dort auf der Cline lag, wäre er vermutlich noch entsetzter gewesen. So starrte er erst einmal sekundenlang die Szene an und suchte nach Worten, während er außerdem schwer atmend nach Luft rang.

  • Auch Emi traten wieder Tränen in die Augen, als ihre Schwester so verbissen die Schmerzen zurück zu drängen versuchte. Sie konnte nur hoffen, dass Ánthi in seinen schlauen Büchern etwas gefunden hatte, wie man ihr über die gröbsten Schmerzen hinweg helfen konnte. Emi drehte sich halb um, als plötzlich Timos im Zimmer stand und lächelte ihm einmal kurz, traurig zu. Er wußte ja auch noch nicht was geschehen war und deswegen würde sie es direkt erklären.


    "Ich habe große Dankbarkeit für die Götter, die unsere Wege heute kreuzten Schwesterherz. Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, jemals wieder etwas von dir zu hören, nach dem du diesen Händler geheiratet hattest. Oh, Nike, es tut mir so leid." Sie wischte sich die Tränen, die sich langsam mit der Schminke in ihrem Gesicht vermischte, ab und holte nochmal tief Luft. "Vor einer Woche bin ich bei den Bantotaken in Alexandria angekommen, du weißt schon, unsere Cousins. Die Söhne von Onkel Kyriákos und Tante Leándra, das da ist Thimótheus und Ánthimos hat dich verarztet. Ich war mit ihm auf dem Markt und da hab ich dich wiedererkannt, direkt nachdem du ausgepeitscht wurdest. Aber ich glaub, du hast mich nicht erkannt, nicht richtig jedenfalls, auch wenn du mich beim Namen genannt hast. Also haben wir dich dann hierhin gebracht und Ánthi hat erstmal deinen Rücken versorgt." Sie zeigte auf Ànthi und Timos, als sie diese sozusagen vorstellte und schenkte beiden nochmal einen dankbaren Blick. Alles wichtige hatte sie erzählt und Nike würde die Situation jetzt verstehen können. Timos ebenso, aber über den Kaufpreis sollten vielleicht die beiden Brüder auch nochmal alleine sprechen. Es war zwar nicht viel, aber Emi hielt sich aus den Geldgeschäften der Brüder lieber raus. Obwohl sie auch bereit war für die 300 drachmen erstmal zu arbeiten, da würde sich sicherlich eine Möglichkeit finden.

  • Es begann langsam in Nikes Schädel zu arbeiten. Das was Emi sagte machte irgendwie Sinn, innerlich dankte sie auch den Göttern, denn dass sie hier von ihrer Schwester gefunden wurde, die selbst erst wenige Tage hier war konnte kein Zufall sein.


    Mühsam setzte sie sich auf und ein wenig gequält lächelte sie in die Runde: "Ich danke den Göttern, dass ihr mich gefunden habt und Euch, dass Ihr mich dort nicht habt liegen lassen." Und mit einem Hauch von Sarkasmus fügte sie hinzu: "Verzeiht mir bitte, dass ich Euch jetzt nicht allen um den Hals falle. Irgendwie fühle ich mich nicht so fit im Moment."

  • Ànthimos hatte sich bisher ein wenig zurückgehalten und Emilia mit Berenike sprechen lassen um sie zu beruhigen. Timos war gerade rechtzeitig gekommen um zu hören was Emi ihrer Schwester erzählte und war daher schon im Bilde. So nickte Anthi ihm nur noch kurz zu und holte den Mohnsaft aus dem Regal. Er hatte ihn ganz oben hinter einem Buch versteckt, damit Philoloas ihn nicht zufällig fand.


    Dann ging er wieder zu Nike und ging neben ihr in die Hocke:
    "Wir lassen niemanden einfach so liegen" antwortete er lächelnd. "Wie stark sind deine Schmerzen Nike? kannst du sie aushalten oder möchtest du etwas Mohnsaft haben? Er wird dir die meisten Schmerzen nehmen, aber er wird dich auch benebeln. Ich überlasse es dir, ob du die Schmerzen aushalten magst und kannst oder nicht."


    Im Moment war er ihr Iatros und nicht ihr Cousin. Rührseeligkeiten hatten hier keinen Platz.

  • Als Ànthimos an sie heran trat, schaute Berenike ihn durchdringend an, suchte irgendwo eine Ähnlichkeit mit dem kleinen Jungen, den sie aus ihrer Kindheit kannte. Seine sachliche, nüchterne Art gefiel ihr. Doch sie konnte im Moment nichts konkretes fassen, zu groß war die Ablenkung durch die Schmerzen, die ihr Rücken verursachte.


    Es dauerte eine Weile, bis seine Frage zu ihr durchgedrungen war. Im Grunde genommen, würde sie am liebsten auf den Mohnsaft verzichten, hatte sie doch schon in den Jahren zuvor am eigenen Leib erfahren, was Schmerzen sind und war hart im Nehmen geworden. Allerdings war sie bisher noch nie ausgepeitscht worden und die Schmerzen waren stärker, als alles, was sie bisher erdulden mußte. Sie hatte aber auch Angst vor dem Mohnsaft, Angst davor ihren Verstand zu verlieren und das nicht nur temporär, sondern auch auf Dauer, Angst nicht mehr von dem Saft loszukommen und ihm auf Dauer verfallen zu sein.


    So wägte sie das Für und Wieder ab und beschloß, bevor sie eine Entscheidung treffen würde, Ànthi genauer nach ihrem Zustand zu befragen: "Wie schlimm sind die Wunden? ... Wie lange werden die Schmerzen andauern? ... Und wieviel Saft kann ich trinken, ohne nicht mehr davon los zu kommen?"

  • "Du wirst noch eine Weile Schmerzen haben, allerdings nicht so schlimm wie jetzt. Wenn sie verkrustet sind, wird es hauptsächlich ein stumpfer Schmerz sein, nicht so ein brennender wie jetzt, weil die Kruste nicht so flexibel ist wie deine Haut und deswegen spannt. Aber die Schmerzen die du momentan hast, wirst du auch noch mindestens zwei Tage haben, die anderen sicher mehrere Wochen. Wenn du den Saft willst, werde ich ihn dir verabreichen und das miximal bis übermorgen, denn solange man den nicht regelmäßig nimmt, ist das kein Problem. Gerade zum Schlafen würde ich ihn dir empfehlen, denn der Schlaf ist für die Heilung eminent wichtig. Normalerweise bevorzuge ich andere Mittel, aber die kann ich bei dir in diesem Zustand nicht anwenden. Deine Wunden sind nicht lebensgefählich, werden es aber sicher, wenn sie brandig werden. Daher müssen wir aufpassen und sie regelmäßig kontrollieren. "


    Berenike war ihm gleich sympathisch. Viele Menschen griffen sofort nach dem Strohhalm, der ihnen eine Schmerzlinderung verschaffen konnte. Aber Schmerz war nicht immer negativ, im Gegenteil. Er war ein wichtiges Zeichen unseres Körpers, wenn nicht gar das wichtigste.


    Dann drehte er sich kurz zu Timos und Emilia um: "Wenn einer von euch Philolaos von dem Mohnsaft erzählt, versenke denjenigen im Hafenbecken! Ist das klar?" Zuerst hielt er die ernste Maske aufrecht, enspannte sie dann aber mit einem Zwinkern und einem Grinsen.

  • Nike atmete einmal kräftig durch. Sie fühlte sich in ihrem ersten Eindruck von Ànthimos bestätigt, sagte er ihr doch klipp und klar was sie zu erwarten hatte und behandelte sie nicht wie ein kleines Kind, wie es so manche Ärzte taten. Sein Rat bezüglich des Mohnsaftes schien ihr schlüssig, beim schlafen würde es sicherlich besser sein, ihn zu nehmen. Solange sie aber die Schmerzen noch einigermaßen aushalten konnte, wollte sie noch bei klarem Verstand bleiben und um dies zu erreichen rieb sie sich die Augen und massierte kurz ihre Stirn. Dann nickte sie Ànthi kurz zu.


    "Gut, dann versuche ich es erstmal ohne den Saft und werde ihn nehmen, bevor ich mich schlafen lege. Im Moment wäre ich aber dankbar, wenn ich etwas zu trinken bekommen könnte."


    Dann wendete sie ihren Blick zu Emi und lächelte ihr beruhigend zu.

  • Ànthimos war froh über diese Entscheidung. Er selbst hätte sie wohl auch so getroffen, aber jeder musste selbst seine Schmerzen einschätzen können. Aber so war es sicher besser. Vielleicht würde sie ja nach dem verbinden anders denken, aber das würden sie ja dann sehen und wahrscheinlich auch hören.


    "Das ist gut. Bevor ich dir etwas zu trinken hole, möchte ich dir sagen, dass ich mich freue dich wiederzusehen, auch wenn die Umstände wohl nicht unseren Wünschen entsprechen. Mach dir nur keine Gedanken, ab jetzt wird alles gut, du bist bei deiner Familie."


    Er lächelte ihr aufmunternd zu und erhob sich.


    "Nun aber hole ich dir und uns anderen mal was zum Trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Ich glaube ein Schluck Saft, Wasser oder Wein und einen kleinen Happen kann wohl jeder von uns jetzt gut gebrauchen. Ich bin gleich wieder da."


    Und so verließ der Iatros sein Behandlungszimmer um allen etwas zu trinken zu holen. Sicher hatte seine Cousine auch Hunger, schließlich waren die Sklavenhändler dafür bekannt ihre Ware so wenig wie möglich zu füttern, denn Essen kostete bekanntlich Geld. Nike konnte garantiert ein paar Minuten auf ihn verzichten, sie war ja in guter Gesellschaft. Auf dem Weg in die Küche begann er bereits zu grübeln ob und wie man Menas einen Denkzettel verpassen konnte...

  • Emi hielt ihre große Schwester für unheimlich tapfer, dass sie es erstmal ohne Schmerzmittel versuchen wollte und nickte ihr aufmunternd zu. Es tat so gut sie wiederzusehen, wenn auch unter solch grässlichen Umständen. "Du brauchst dich nicht bedanken. Ich würde mir lieber die Zunge abschneiden, als dich dort liegen zu lassen." sagte sie ernst und sie meinte das auch so. Natürlich mussten sie alle den Göttern danken, die ihre Wege heute gekreuzt hatten, aber alleine anzunehmen sie hätten Nike dort liegen lassen können war Emi zuwider. Sie strich Nike noch einmal liebevoll durchs Haar und blickte dann zu Timos, der auffallend still war. Was er wohl von der ganzen Geschichte hielt?

  • Während sein Bruder Nike verarztete, hatte Timos sich neben die Cline begeben, sich jedoch erst einmal zurückgehalten und das ganze still beobachtet. Als Emilía ihn nun ansah, lächelte er mitfühlend und kniete sich neben sie, um ihr einen Arm um die Schulter zu legen. Die ganze Sache hatte er erst einmal verstehen und verdauen müssen, und jetzt machte er sich bereits eine ganze Menge Gedanken.
    "Willkommen in Alexandria, Nike." meinte er mit einem zynischen Lächeln, denn ein besonders herzliches Willkommen war es bisher ja nicht gewesen.
    "Lange haben wir uns nicht gesehen und ich freue mich, dich in unserem Haus versorgen zu können. Lass dir gesagt sein, dass ihr beiden hier so lange bleiben könnt wie euch beliebt, es ist für alles gesorgt. Ein Glück, dass mein Bruder und Emilía dich gefunden haben."
    Es war wohl einmal wieder an der Zeit, ein etwas umfangreicheres Opfer im Namen der Familie durchzuführen. Timos würde dem Tempel der Tyche sowie dem Tempel der Aphrodite, der Schutzgöttin der Familie, wohl mal einen Besuch abstatten müssen. Aufmunternd lächelte er die Schwestern an und versuchte, die Stimmung nicht ganz so gedrückt zu halten.

  • Nike erwiederte Ànthis Lächeln, als dieser das Zimmer verließ und ließ ihren Blick dann über die beiden anderen wandern. Sie suchte Emis Hand und drückte sie sanft, aber mit Nachdruck. Leise sprach sie zu ihr: "Ich weiß, Emi. Und du kannst Dich im Zweifelsfall ebenso auf mich verlassen, wie ich mich auf Dich."


    Dann wandte sie sich an Thimos: "Ja, ich freue mich auch. Und ich danke Euch für Eure Gastfreundschaft." Und mit einem Augenzwinkern ergänzte sie noch: "Dennoch hoffe ich Du verzeihst mir, wenn ich sehe, dass ich mich irgendwie nützlich machen kann, sobald meine Gesundheit es erlaubt."


    Da saß sie nun, inmitten ihrer Familie. Alles hatte sich so überraschend und unerwartet zum Positiven gewendet, dass sie im Moment noch gar nicht wirklich erfassen konnte, was all dies bedeutete. Sie verdrängte alle bösen Gedanken an die Vergangenheit, lediglich das Schicksal ihrer Tochter war ständig präsent in ihren Gedanken. Aber für den Moment behielt sie dieses noch für sich.


    Ihr Blick suchte wieder Emi. Sanft lächelte sie ihr zu, während sie noch immer ihre Hand hielt.

  • Emi blickte zwischen Timos und Nike hin und her und lehnte sich dann zurück, mit ihrem Daumen sanft über Nikes Hand streichelt. Sie freute sich und war irgendwo traurig gleichzeitig, das alles war einfach viel auf einmal und vor allem breitete sich jetzt wieder die Neugier in ihr aus. Sie hätte Nike so gerne gefragt wie es überhaupt dazu gekommen war, dass sie bei Menas gelandet war. Allerdings wollte sie keine Wunden aufreißen, nicht jezt schon, wo Nike doch erst ein paar Minuten in ihrer Obhut war.


    "Vielleicht sollten wir zusammen, als Familie, ein großes Opfer bringen? Ich habe jedenfalls viel um das ich danken will und ich denke, ihr doch sicher auch oder? Wenn es Nike besser geht, dann besuchen wir einen Tempel zusammen. Du wirst Alexandria mögen, Nike, es ist wunderschön hier. Ich kenn zwar auch erst einen winzigen Teil, aber es gefällt mir hier sehr."


    Den ersten Teil hatte Emi noch mehr als Timos gerichtet, denn schließlich war er das Familienoberhaupt und auch wenn Nike älter war als er, hatte er sozusagen das Sagen über die beiden Schwestern. Es lag also an ihm, sich für oder gegen eine Idee zu stellen - vor allem, wenn man bedachte das weder Emi noch Nike sich finanziell an einem solchen Opfer beteiligen könnten. Den letzten Teil ihres winzigen Monologes sagte sie dann aber mehr an Nike gewandt.

  • Nach einigen Minuten kam Anthi mit einem Tablett mit einer Keraffe Wein, einer mit Saft sowie etwas Brot und Oliven für Nike. Er hörte gerade noch Emi Worte.
    "Ja, das sollten wir wirklich machen. Ich bin dafür einen Stier zu opfern, wenn ich überlege wie hold uns Tyche in letzter Zeit war. Gerade heute wieder, auch wenn sich das für Berenike wohl noch wie purer Hohn anhören mag."


    Trotz ihrer Wunden hatte sie wohl wirklich beinahe unglaubliches Glück gehabt. Er gab Emi den Teller mit dem Brot und den Oliven, damit sie ihre Schwester füttern konnte, denn auf dem Bauch liegend essen war nicht so einfach. Das Brot hatte e daherr schon in mundgerechte Happen zerteilt, so dass sich Nike beim Essen nicht anzustrengen brauchte.


    "Aber wir sollten uns jetzt mal überlegen, was wir mit Menas anzustellen gedenken. Wollen wir ihn ungeschoren davonkommen lassen?"

  • Nike war sich sehr wohl bewußt, wie groß ihr Glück an diesem Tag war. Der schmerzende Rücken fiel da kaum ins Gewicht, denn diese Wunden würden heilen. Viel schlimmer wäre es für sie gewesen, tatsächlich ein Leben als Sklavin fristen zu müssen. Doch zunächst war sie erstmal dankbar, für die Erfrischung, die Anthi mitgebracht hatte.


    "Könnte ich bitte ein wenig Wein bekommen? Und was das Opfer betrifft, so ist dies in der Tat eine sehr gute Idee, aber ich fürchte, ich kann nicht viel zu den Kosten beitragen."


    An ihren Peiniger verschwendete sie erstmal keine Gedanken. Sie wußte ohnehin nicht, ob man da etwas tun konnte.

  • Emigriff wortlos nachder Karaffe und goß einen Becher für ihre Schwester ein, der sie ihr dann vorsichtig reichte. ZumTrinken beugte sich ihre Schwester wieder auf und dann fiel Emi etwas auf, über dass sie vorher gar nicht nachgedacht hatte,Nike war ja nackt! Jedenfalls bis zu den Hüften und bot damit beiden Männern einen gewissen Einblick, als sie sich aufrichtete. Noch hatten die das nicht bemerkt oder waren anständig genug, es nicht zu bemerken - doch Emi konnte einfach nicht anders als eins der Tücher zu nehmen und es so zu drapieren, dass es einen kleinen Wall ergab und so alles wichtige verbarg. Wäre ja noch schöner. Dann reichte sie ihrer Schwester etwas zu essen, während sie nicht widerstehen konnte, selbst zwei Oliven in ihren Mund zu schieben.


    SIe bugsierte sie mit ihrer Zunge zwischen Wangen und Zähne, eine Olive in jede Seite und blies dann ihre Backen auf, während sie ihre Augen verdrehte und mit der Nasenspitze wackelte. Ein reichlich dummer Anblick, aber das war Nike schon gewöhnt. Sowas konnte Emi einfach viel zu gut und sie mochte es, andere zum Lachen zu bringen. Zwar passte das Ganze nicht unbedingt zu ihrem jetzigen Gesprächsthema nur war der wilde Lockenkopf eben recht unkonventionell - in den meisten Situationen, wenn diese nicht gerade die Brüste ihrer Schwester beinhalteten. Oder ihre eigenen.


    "Können wir ihmdenn eins auswischen.Er konnte ja nicht wissen, dass Nike mit uns verwandt ist. Sonst hätte er sich vielleicht anders verhalten. Obwohl ich wirklich viel Lust hätte ihn auch mal auszupeitschen."

  • "Menas heißt der Mann? Nun, es gäbe da einige Möglichkeiten ihm eins auszuwischen..." dachte Timos laut und malte sich bereits einige unschöne Dinge aus, die man mit dem Kerl anstellen konnte.


    "Für das Opfer würde ich vorschlagen, einen der vielen Tempel Alexandrias aufzusuchen. Tyche hat uns bereits so viel Wohlwollen entgegengebracht, das müssen wir ihr angemessen danken," entschied Timos schlichtweg. "Ein Stier wäre allerdings etwas übertrieben, meinst du nicht? Ich halte ein Lamm und ein Füllhorn mit Obst für angebracht." Er lächelte seinen Bruder an und überschlug schon einmal, was die ganze Aktion so kosten würde, doch das spielte keine Rolle. Immerhin hatten die Bantotaken mittlerweile einen Teil ihrer einstigen Größe und des Wohlstandes, die sie in Memphis genießen durften, zurückerlangt und mussten nicht mehr auf jede ausgegebene Drachme achten.

  • Dankbar nahm Nike die Speisen an, die ihr ihre Schwester reichte. Als Emi aber ihre der Situation nicht gerade angebrachten Grimassen schnitt, warf sie ihr einen kurzen, strafenden Blick zu.


    Ansonsten hörte sie zwar den Diskussionen ihrer Familie zu, wirklich etwas dazu beitragen konnte sie im Moment aber nicht. Wesentlich lieber als dem Sklavenhändler eins auszuwischen, wäre es ihr, wenn sie sich des kleinen nubischen Sklavenmädchens annehmen könnte, dass um sein karges Essen gebracht werden sollte. Aber dies war wohl kaum zu realisieren.


    Und auch was das Opfer betraf, konnte sie nicht wirklich mitreden, hatte sie doch keine Vorstellung davon, wie wohlhabend ihre Cousins waren. Sie selbst war ja völlig mittellos, hatte nicht einmal etwas anzuziehen. Und streng genommen war sie ja im Moment noch nichts weiteres als eine Sklavin.

  • Der kurze BLick ließ Emi stocken und sie schluckte die Oliven herunter, ohne eine weitere Grimasse zu ziehen. Auch nach dieser langen Zeit reichte ein strenger Blick noch aus, damit sie mit dem Unsinn aufhörte, auch wenn sie sich nicht mehr so zurechtweisen ließ wie früher. Stattdessen hörte sie lieber Thimos zu und nickte.


    "Ich halte ein Lamm oder auch ein Füllhorn für wirklich angemessen." Thimos war das Oberhaupt und sie ging davon aus, dass er schon richtig entscheiden würde. Emi hatte keine Probleme damit, ihm die Entscheidung zu überlassen, zumal sie sowieso alle an dieser beteiligt waren. Nicht überall wurde den Frauen oder den jüngeren Bruder das ermöglicht und sie mochte ihr neues Leben schon jetzt. "Ich werde noch heute einen Brief an unsere Eltern schreiben." meinte sie dann noch, an niemanden bestimmtes gerichtet - wenn, dann eher an sich selbst, damit sie es nicht vergessen würde.

  • Anthi öffnete die Tür zu seinem Arztzimmer. Bisher hatte er hier eigentlich nur seine Cousine Berenike wirklich behandelt. Die Meisten Patienten kamen einfach ins Museion um sich behandeln zu lassen, aber dafür hatte er es ja auch eingerichtet und es freute ihn dass er es jetzt auch benutzen konnte.
    Er zeigte auf die Behandlungskline.


    "Setz dich bitte. Mach aber vorher bitte deinen Oberkörper frei damit ich mir den Arm ganz genau anschauen kann. Soll ich dir helfen oder geht es auch so? Und dann erzählst du mir bitte wie das passiert ist. Daraus kann ich sicher einige hilfreiche Rückschlüsse auf die Verletzung ziehen. Wie sieht es mit den Schmerzen aus? Sind sie sehr stark? Brauchst du etwas dagegen?"

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