• Nachdem der Optio die neuen Probati in ihre Aufgabe eingewiesen hatte, begab er sich zu Herodes.


    "Aufgrund deiner zwischenzeitlichen Erkrankung ist bei dir eine Auffrischung sowohl des Schwert- als auch des Pilatrainings notwendig. Die Grundregeln sind dir bereits bekannt. Ich erwarte, dass du nach einer intensiven Trainingsrunde mit dem Gladius selbstständig den Wurf mit Pilum auf 20 Schritt Entfernung übst. Ich werde dich, wie die anderen im Auge behalten. Bei Fragen kannst du dich jederzeit an mich wenden.“


    Ohne Verzögerung ging der Optio zu den Anfängern der Legion zurück. Er korrigierte die Schrittstellung, die Schwerthaltung und gab Hinweise für eine bessere Trefferquote. Hin und wieder warf er einen Blick auf Herodes und seinen Trainingseinsatz.

  • Jawohl optio!


    Ich begab mich zu einem Holzpfahl und begann mit den Gladiusübungen! Das scutum schützend vor mich haltend versuchte ich immer den Pfahl mit schnellen stichen zu "töten"! Dabei achtete ich besonders darauf, dass ich meine Deckung nicht zu sehr aufgeben musste! Als mir der Schweiß in ganzen Bächen von der Stirn floß, und ich keine Beschwerden von seiten des Optios hörte machte ich eine kleine Pause, idem ich mir ein Pilum vom Karren holte! Anschließend entfernte ich mich 20 schritte vom Pfahl, nahm das Pilum in der mitte des Schaftes, visierte das Ziel an, holte mit meinem rechten Arm schwung, zog durch und ließ das Pilum erst los, als ich aus der beuge kam. Der ausfallschritt half mir mein Gleichgewicht zu bewahren.
    Leider hatte ich einen zu hohen Wurfwinkel gewählt, sodass ich über das Ziel hinausschoß. Wären dahinter noch Pfähle aufgestellt, wie es bei einer Schlachtordnung üblich ist, hätte ich bestimmt einen getroffen, aber da das nicht der sinn der Übung war holte ich mein Pilum und versuchte es erneut, mit einem besseren ergebniss. Es war zwar immer noch nicht perfekt, aber übung macht den meister und so warf und holte ich mein Pilum wieder und wieder und wieder, usw :D

  • Die meiste Zeit war der Optio mit den ganz neuen Grünschnäbeln beschäftigt gewesen, doch ab und an schaute er zu Herodes hinüber. Deutlich sah er den Unterschied zwischen dem länger gedienten Probatus und den Frischlingen. So war der Lauf der Dinge, beständiges Training brachte Fortschritte und für die jungen Männer die sehnlichst erwarteten Erfolgserlebnisse. Vor allem, wenn es um die Pilawürfe ging. Die Waffe war alles andere als leicht zu handhaben, dabei musste ihr Beherrschung bis zur Perfektion erlernt werden.


    Zum Abend hin ließ der Optio die Probati antreten.


    "Die neuen Probati erwartet morgen eine weitere Übungsstaffel im Schwertkampf. Für die älteren habe ich eine neue Aufgabe. In der Fabrica wird derzeit jede Hand gebraucht. Es geht um die Sonderherstellung einiger Bottiche. Herodes, du meldest dich morgen nach dem Frühstück unaufgefordert in der Fabrica. Milites, abite!“


    Erleichtert schlichen manche der Männer zu den Quartieren, andere schritten noch zügig aus. Kondition wollte eben erarbeitet sein. Der Optio konnte mit dem heutigen Trainingserfolgen zufrieden sein. Er suchte sein Arbeitszimmer auf und plante die Ausbildung für den nächsten Schwung neuer Probati, die seiner Centurie zugeteilt waren.

  • Labeo versuchen wie die anderem im Gleichschritt zu marschierte. Stehen bleiben! Gleichschritt! Nach Links! Nach Rechts! an diese Befehle musste sich Labeo noch gewöhnen, aber er hatte sich damit abgefunden, dass nun der Optio ihm Befehle gibt und ihn lenkt.


    Der Exerzierplatz war von erstaunlicher Große und roch stark nach Schweiß von den Männern die sich jahrelang quälen, um bessere Soldaten zu werden, an dieses Leben musste er sich noch gewöhnen, denn die Millitärübungen waren nie mit dem Freizeitsport in den Thermen zu vergleichen.

  • Eine neue Gruppe Probati, ein neuer Trainingsdurchgang, aber der Ablauf war zuvor festgelegt, die Unterrichtung blieb dieselbe. Wie bereits unzählige Male zuvor in seinem Leben, hob der Optio zu denselben Erklärungen an. Er war gespannt, welche Talente sich aus dieser Gruppe herauskristallisieren würden.



    "Auf dem heutigen Plan steht das Waffentraining. Bevor wir beginnen, werde ich euch die korrekte Haltung derselben erklären. Zunächst kommen wir zu den Gladii. Zu erwähnen ist, dass der einfache Legionär, wie der Optio übrigens auch, sein Schwert auf der rechten Seite trägt. Centurionen, die mit einem kleineren Schild ausgestattet sind, tragen ihren Gladius auf der linken Seite. Das Schwert wird im Kampfeinsatz grundsätzlich waagerecht auf Höhe der Hüfte gehalten und zwar so weit zurückgezogen, dass der Gegner die Spitze nicht erkennen kann.


    Der Schild soll seinem Zweck als Schutzwaffe gemäß so vor dem Körper gehalten werden, dass er sowohl den Rumpf als auch größtmöglich das Gesicht schützt. Ihr haltet ihn also derart mit der linken Hand, dass seine Oberkante knapp unter euren Augen liegt.


    Und bevor ihr diese Haltung jetzt einmal übt, dürft ihr eure Waffen alle einmal schön ablegen und euch jeder mit einem Holzschwert und einen Weidenschild bewaffnen.“


    Der Optio wies auf einen bereitstehenden Karren. Wie immer amüsierte sich der Optio über die überraschten Gesichter der Probati, die sich vom Gewicht der Übungswaffen beeindruckt zeigten.

  • Nachdem sich der Centurio den säumigen Sergier zur Genüge vorgeknöpft und ihn auf einige Strafrunden um das Lager geschickt hatte, wandte er sich wieder den anderen Probati zu.


    "Männer, Disziplin muss sein. Ich bin für euch ein zwar strenger, aber gerechter Vater, wenn alles geordnet und mit Einsatz läuft. Aber ich werde zur bösen Schwiegermutter, wenn hier irgendjemand glaubt, sein eigenes Ding machen zu können, den Dienst schleifen lässt oder sich am Ende erlaubt, eine eigene Meinung zu vertreten. Ihr könnt denken, was ihr wollt, aber hören will ich das nicht. Hier redet im Normalfall nur einer und das bin ich. Ihr redet höchstens dann, wenn ihr gefragt werdet. Ist das klar?"


    Eindringlich musterte der Centurio die angetretenen und stramm stehenden Soldaten. Im Grunde war er recht zufrieden, aber das musste er ja nicht gleich zeigen. Bis auf diesen einen Ausnahmefall, aber den würde er sich schon noch zurechtbiegen. Nun jedoch begann die Ausbildung.



    "Wie bereits angekündigt steht auf dem heutigen Plan das Waffentraining. Zuvor werde ich euch die korrekte Haltung derselben erklären und im späteren Verlauf wird der Optio wieder die Ausbildung übernehmen. Zunächst kommen wir zu den Gladii. Zu erwähnen ist, dass der einfache Legionär, wie der Optio übrigens auch, sein Schwert auf der rechten Seite trägt. Centurionen, die mit einem kleineren Schild ausgestattet sind, tragen ihren Gladius auf der linken Seite. Das Schwert wird im Kampfeinsatz grundsätzlich waagerecht auf Höhe der Hüfte gehalten und zwar so weit zurückgezogen, dass der Gegner die Spitze nicht erkennen kann.


    Der Schild soll seinem Zweck als Schutzwaffe gemäß so vor dem Körper gehalten werden, dass er sowohl den Rumpf als auch größtmöglich das Gesicht schützt. Ihr haltet ihn also derart mit der linken Hand, dass seine Oberkante knapp unter euren Augen liegt.


    Und bevor ihr diese Haltung jetzt einmal übt, dürft ihr eure Waffen alle einmal schön ablegen und euch jeder mit einem Holzschwert und einen Weidenschild bewaffnen."


    Claudius wies auf einen bereitstehenden Karren. Wie immer amüsierte er sich über die überraschten Gesichter der Probati, die sich vom Gewicht der Übungswaffen beeindruckt zeigten.

  • Galerianus war der Umgang mit Gladius und Scutum durchaus vertraut, so war er doch mit einigen Brüdern aufgewachsen und einige der älteren von ihnen hatten bereits in der Legio gedient, da war der junge Aurelier noch nicht einmal im Jünglingsalter.
    Von diesen hatten er und seine Geschwister einiges im Umgang mit diesen Waffen gelernt und im Garten der genseigenen Villa wurde so manche ruhmreiche Schlacht zwischen verkleideten "Römern" und "Germanen" geschlagen.
    Schmunzelt dachte er an diese Zeit zurück während er Schild und Gladius prüfend in der Hand wog, mit solchen Holzschwertern, wenn gleich auch in leichterer Ausführung hatten sie damals auch gekämpft...

  • Der Centurio erkannte stets schnell, wer schon einmal solche Waffen für mehr als nur eine Gewichtsprobe in den Händen gehalten hatte. Dennoch war zunächst jeder Probatus gleich, bis er sich durch Leistung hervorgetan hatte.


    "Die richtige Haltung einnehmen - so, wie gerade beschrieben: Das Schwert waagerecht in Hüfthöhe, der Scutum mit der Oberkante knapp unter euren Augen."


    Mit prüfendem Blick schritt Claudius die Reihe der Probati ab.

  • "Genau. Und das halten wir jetzt einmal ein Weilchen. Ich möchte keinen Schild auch nur einen fingerbreit herunter sinken sehen."


    Gemächlich schlenderte der Centurio die Linie entlang, musterte den einen oder anderen Probatus, grinste mitunter amüsiert, wurde dann aber immer wieder ernst - vor allem dann, wenn er echtes Bemühen bei einigen Männern gewahr wurde.

  • Krampfhaft umschlossen seine Hände den Griff des Gladius und die Halterung des Scutums. Nach einer guten Weile spürte er wie seine Muskeln hart wurden und zu schmerzen begannen, er mühte sich sichtlich das Schild keinen Milimeter herunterzubewegen...

  • "Ja, das tut ein bisschen weh", spielte der Centurio die Anstrengung herunter, als er sah, dass vereinzelt ein Schild verdächtig zu zittern anfing. "Ein bisschen Training und eure Muskeln werden sich darauf einstellen. Anfangs wird es sich zwar anfühlen, als hättet ihr Eisengrampen im Muskelfleisch, aber das legt sich sehr schnell.


    So, ich zähle rückwärts. Decem ..."


    Eine kleine Pause einhaltend, schaute Vesuvianus interessiert in den Himmel, so als sähe er dort ein Naturschauspiel.


    "Novem ..."


    Der Centurio überlegte sich, was er heute wohl zur Abendmahlzeit einnehmen würde ...


    "Octo ..."


    Eine Melodie, die keine war, verließ als Folge von Pfiffen den Mund des Centurios.


    "Septem ..."


    Claudius lächelte die Männer an. "Na, könnt ihr noch?" Einem weiteren Lächeln folgte:
    "Sex ..."


    Hm, das kurbelte doch gleich die Phantasie des Claudiers an. Damit wurde diese Pause dementsprechend noch länger als die anderen ...


    "Quinque ..."


    Irgendetwas steckte zwischen seinen Zähnen und musste zunächst raus. Ein Weiterzählen war unmöglich. Dann aber ...


    "Quattuor ..."


    Wie viel Sesterzen waren eigentlich noch vom Wochensold übrig? Lohnte es, am Abend einen auf den Kopf hauen zu gehen?


    "Tres ..."


    Wenn dieser Sergier nicht bald von seinen Strafrunden zurück war und auf dem Exerzierplatz erschien, dann würde es ein weiteres Donnerwetter geben ... Vesuvianus' Falte auf der Stirn wurde wieder deutlich und die Hauptschlagader schwoll an.


    "Duo ... Na, Männer? Wie sieht es aus? Wollen wir noch einmal von hinten zu zählen anfangen?"
    Sofort war die Laune des Centurios wieder besser und er hakte den Sergier gedanklich ab. Eine Weile ließ er die Männer noch zappeln, dann erlöste er sie.


    "Unus. Scuta deorsum!" [Schild ab!]

  • Während der Centurio alle römischen Ziffern bis zur zehnten herunterzahl, brach bei einigen Probati nebst Galerianus der Schweiß der Anstrengung aus.
    Die letzten Augenblicke mit dem Schild in der Luft waren wie eine Ewigkeit und als endlich der Befehl zum herunternehmen ertönte, ergriff eine unglaubliche Erleichteterung von Galerianus Besitz, auch neben sich hörte er einige Schilder auf den Boden knallen und Atemgeräusche ziemlich erschöpfter Probati.
    Wenn man bedachte, dass dies Übungswaffen waren dann war es mit seiner allgemeinen Fitness wirklich nicht sehr weit her, dachte sich er Aurelier und blickte den Centurio gespannt an um zu erfahren welche Übung als nächstes auf dem Plan stand.

  • Claudius sah keinen Grund, diesem Durchgang die Notwendigkeit von Holzwaffen zu erklären, denn erstens gab es kein Murren beim Umtausch und zweitens machten die Neuen einen durchaus kundigen Eindruck. Falls er sich in diesem Punkt geirrt haben sollte, konnte er immer noch die Informationen nachreichen.


    "So, das soeben geübte war natürlich nur der Anfang des Konditionstrainings. Wir steigern sogar noch, denn neben dem Schulen der Muskeln wird ab sofort auch technisches Können verlangt.
    Eure ersten Gegner werden diese überaus kampferprobten Holzpfähle sein."


    Der Centurio wies auf eine Reihe von Pfählen, die in einiger Entfernung standen. Er hatte das Gefühl, diese Gruppe Probati würde er nicht ermahnen müssen, die Holzpfähle als Gegner ernst zu nehmen, wie er es bei anderen stets tun musste. Natürlich würde er auch diese Gruppe bei ihren Versuchen genauestens kontrollieren.


    "Nehmt zuvor die richtige Schrittstellung ein. Im Nahkampf steht ihr in leichter Schrittstellung, mit dem linken Bein nach vorne. Achtet auf eure Deckung und versucht in schneller und präziser Folge, möglichst tödliche Stiche zu setzen. Und wenn ich Stiche sage, dann meine ich das auch so. Mit dem Gladius wird nicht ausgeholt, geschwungen oder sonst wie zugeschlagen. Aus Hüfthöhe heraus werden schnelle Stiche Richtung Bauch oder Gesicht des Gegners geführt, um anschließend das Schwert sofort wieder zurückzuziehen. Wenn ihr richtig gut seid, erahnt und sieht euer Gegner nicht den jeweils kommenden Stich.


    Und jetzt - ran an den Feind."

  • Die Probati hatten den Erklärungen des Centurios aufmerksam zugehört und machten sich nun mehr oder weniger engagiert daran ihre stummen Feinde zu attackieren. Während Galerianus die Grundeinstellung einahm, hörte er einen Kameraden neben sich, einen sommersprossigen Probatus aus Aquilea mit dem klingenden Cognomen Pompeianus ein lautes "Bei Mars!" von sich geben.
    Ein sehr hitziger Bursche dachte sich der Aurelier still in sich hineingrinsend während er mit möglichst genauen Stichen versuchte den bereits von früheren "Kämpfen" arg in Mitleidenschaft gezogenen Holzpfahl zu attackieren.
    Zu Anfangs rutschten noch einige Stiche ab und verfehlten das anvisierte Ziel, nach mehreren Versuchen gewann Galerianus aber langsam an Routine...

  • Der Optio hielt sich während des Trainings im Hintergrund, wie er es immer tat, wenn Vesuvianus sich selber um die Männer kümemrte. Es gab auch Centurionen in der Einheiten, die man höchst selten auf dem Exerzierplatz sah, aber der Claudier gehörte nicht zu ihnen. Priscus wusste aus eigener Erfahrung, wie wichtig es war, wenn dieser sich regelmäßig zeigte und mit den Männern sprach.


    Die Übung mit dem Schild hatte er einfach mitgemacht, denn auch ein erfahrener Soldat musst immer wieder seine Kraft und Ausdauer testen. Jetzt machte er sich langsam auf den Weg, von einem Pfahl zum anderen zu gehen und die Rekruten zu beobachten und zu korrigieren.

  • Die Feinheiten der Ausbildung wollte Claudius seinem Optio überlassen - in dessen Händen waren die Probati hervorragend aufgehoben - und so trat der Centurio an seinen Optio heran, während die Männer ihre ersten Stichversuche unternahmen. Wohlwollend bemerkte Claudius, dass einige Probati sich selbstständig in Haltung oder Zielrichtung verbesserten, nachdem sie Fehler bei der Ausführung bemerkt hatten.


    "Ein guter Durchgang, Priscus. Ich habe große Hoffnungen, dass wir unsere Centurie mit leistungsstarken Männern auf Sollstärke bringen. Hoffen wir mal, dass sich diesmal die Prätorianer zurückhalten."


    Einige Augenblicke verfolgte Vesuvianus noch das Waffentraining, dann nickte er zufrieden.


    "Falls was ist … ich bin in meinem Arbeitszimmer, muss noch etwas Schreibkram erledigen. Ich komme später noch einmal, um nach dem Rechten zusehen."


    Mit einem Gruß verabschiedete er sich von seinem Optio und überließ ihm die weitere Ausbildung.

  • "Alles klar. Wir werden aus den Jungs schon kampfstarke Kerle machen."


    Kaum hatte sich der Centurio verabschiedet, war Priscus auch schon wieder bei den Männern.


    "Immer auf den Schild achten, der muss hoch bis über die Nase. Wir stecken unsere Zeit nicht in eure Ausbildung, damit ihr euch bei der nächstbesten Gelegenheit ins Gesicht stechen lasst."

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