Atrium - der Haruspex

  • Der Hammel war gebadet, hatte Futter bekommen, hatte gesoffen, stand ganz ruhig da. Musste nicht gezogen und geschoben werden. Er war schlichtweg zufrieden mit sich und der der Welt. Was konnte es besseres für die Götter geben? Es war das beste Opfertier. Sein Fleisch blieb zart, der Opfergang wurde nicht zu einer Tortour für Opfer und Opfernden. Hatten die Römer es nicht gelernt, dass nur zufriedenen Tiere das beste Fleisch, die beste Wolle und das beste Fell gaben?


    Jetzt kam dieser Haruspexund lehnte es ab? Das allerbeste für die Götter war nicht gut genug. Das verstand sie nicht. Dann musste der Hammel eben in einen Pferch und bekam die nächsten Tage nichts zu fressen nur zu saufen. Mansuri blieb ganz ruhig. Es war die Sache des Haruspex und wenn der Dominus ihm ganz und gar vertraute, dann hatte er seine Gründe.

  • Zitat

    Original von Mansuri
    Hilfe!, das blöde Vieh hatte Durst bekommen und zerrte zum Impluvium. Mansuri ließ den Strick los, sonst wäre sie im Becken gelandet.


    Zitat

    Original von Morrigan
    >Schieb… drück< ... >Klatsch< Morrigan, die eben noch mit Leibeskräften geschoben hat, landete Bäuchlings auf dem Steinboden. ... Naja egal, ein Blick rechts, links keiner hat es gesehen, hoffte sie und schwups wieder auf die Beine und sich neben das Biest gestellt.


    Zitat

    Original von Mansuri
    ... So ein blödes Vieh. Es sollte sein letztes Blatt sein. Sie zog ihn am Strick hinter sich her. Er ließ es sich, auf seinem Blatt kauend, gefallen. Ups, was war das? Er bockt wieder ...


    Sim-Off:

    Tut mir leid, aber das Vieh ist nicht ruhig. Und so leid es mir tut, ihr könnt nicht erst das eine schreiben und dann das vollständige Gegenteil behaupten, wenn man darauf eingeht. Das nennt man konsequentes Spiel


    Zum Glück war der Claudier auch gleich einsichtig und sah selbst die Gefahr, die sich für die Vorzeichen ergeben würde, würde man dieses Vieh hier opfern wollen. Und ihm war wohl deutlich mehr daran gelegen, positive Zeichen zu erhalten, als es Sextus war. Ihm persönlich war es sogar recht gleichgültig, er hatte nur keine Lust, sich irgendwelche Formfehler noch zuschreiben zu lassen. Wenn der Claudier ernsthafte Haruspizien wünschte, sollte er ernsthafte Haruspizien erhalten, und das schloss ein ebenso ernsthaftes Opfer mit ein.
    “Nein, an dem Termin ändert sich dadurch nichts. Die kosmischen Zeichen sind für die von dir benannten Orte gegeben. Bei der Lesung der Haruspizien geht es eher darum, ob die Götter generell Spielen geneigt gegenüber stehen oder besondere Opfer wünschen, um sie, wie von dir erhofft, wohlwollend aufzunehmen.“ Und angesichts der Tatsache, dass in Nemi vermutlich die Pax Deorum gestört worden war – auch wenn der Senat dazu keinen Beschluss gefasst und es nicht als Progidium gewertet hatte – konnte man wohl das ein oder andere schlechte Zeichen durchaus erwarten.
    “Ich würde vorschlagen, es in drei Tagen zu versuchen. Vielleicht dann mit einem vorbereiteten Opfertier.“ Sextus ließ es sich doch nicht nehmen, etwas Missfallen in seine Stimme einfließen zu lassen, als er auf den jetzigen Hammel blickte. Entweder war das Vieh vor Ehrfurcht gerade erstarrt oder litt unter einer Herzattacke. Immerhin schien es auch nicht mehr zu atmen. Und tote oder schwer kranke Tiere waren als Opfertiere ohnehin ausgeschlossen. Ihm war es gleichgültig, stand ohnehin fest, dass es sich damit vorerst erledigt hatte.

  • Sim-Off:

    :D ist doch ok, und wir denken uns unseren Teil zu deinem Gehabe, auch nur natürlich oder? Immerhin halst du uns damit ein Haustier auf :P


    Morrigan rollte mit den Augen 3 Tag? Na prima, als hätten sie nicht genug zu tun, jetzt auch noch 3 Tage Hammel hüten, aber er sollte in 3 Tagen eine Hammel bekommen, der so sanft und zutraulich war, dass freiwillig zur Schlachtbank rennen wird.
    Wenn der Hokuspokustyp das so haben wollte bitte. Dann eben mal ein paar Tage Hammelhirte. Morrigan war es egal. Das Vieh würde sie schon dressieren. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.

  • Menecrates nickte mehrfach, als er den Ausführungen des Haruspex folgte.


    "Es liegt mir sehr daran, zu erfahren, ob die Götter generell Spielen geneigt gegenüberstehen. Auch ist es mir sehr wichtig zu wissen, ob sie besondere Opfer wünschen. Ich möchte mich darauf einstellen und werde aus der Erfahrung heute auch lernen." Er warf einen kurzen Blick zu den Sklavinnen, dann sprach er weiter.


    "In drei Tagen, dann wird der Hammel vorbildlich vorbereitet sein. Ich erwarte dich gerne."
    Drei Tage weniger für die Vorbereitungen, aber es musste reichen. Hoffentlich kamen dann die Ankündigungen nicht zu spät, aber nichts war schlimmer, als angesagte und dann wieder abgesagte Spiele.

  • Vor drei Tagen, noch am selben Abend der ersten Haruspizien, zitierte Menecrates die beiden Sklavinnen zu sich. Nach einer ordentlichen Standpauke, in der ihnen deutlich gemacht wurde, welche Fehler sie bei der Vorbereitung der ersten Opferung gemacht hatten, gab der Claudier den beiden eine weitere, wenn auch die letzte Chance.


    Heute stand er mit strengem Blick - an seiner Seite ein Haruspex - und blickte den Sklavinnen und dem Hammel entgegen, die sich langsam näherten.

  • Morrigan ging zum Atrium, neben ihr her lief der Hammel, sie hatte ihm sicherheitshalber zur Beruhigung noch ein paar Tropfen verabreicht, nur so zur Sicherheit. Bevor sie das Atrium betrat warf sie noch mal einen prüfenden Blick auf den Hammel. Nichts aber auch gar nicht sollte heute schief gehen. Sie zupfte noch etwas sein Fell zurecht.
    „Ja so geht es.“ Zufrieden nickte sie und berat das Atrium wo schon Menecrates und ein Haruspex warteten.
    Eine der Haussklavinnen folgte im sicheren Abstand.
    „Dominus Menecrates, der Hammel er ist vorbereitet wie gewünscht.“ Sprach sie mit leiser Stimme. Sie wollte mit nichts, aber auch wirklich rein gar nichts das Tier aufregen.

  • Als Menecrates die Ruhe des Tieres und vor allem die Sorgfalt der Sklavin bemerkte, entspannte er sich zusehends.


    "Das sieht diesmal gut aus", flüsterte Menecrates, der sich ebenfalls bemühte, das Tier nicht doch noch aufzuregen. Er blickte zum Haruspex, der sich sogleich anschickte, die Opferung zu vollziehen.
    Menecrates stand derweil unbeweglich da und traute sich nicht einmal, ein in die Stirn gefallenes Haar zur Seite zu streichen. Seinen Atem reduzierte er auf das zum Überleben nötige Minimum. Erst als der Haruspex die Leberschau durchgeführt hatte, sich aufrichtete und ein Lächeln auf seinen Lippen erschien, atmete Menecrates durch.


    "Die Götter stehen den Spielen geneigt gegenüber. Vor allem Zeichen von Iuppiter habe ich lesen können."


    "Das bedeutet, wir brauchen für die Spiele erneut einen Widder als Opfertier." Menecrates fragte nicht, er stellte fest. Iuppiters Lieblingsopfer stellte immer ein Widder dar und wenn er mit diesem zufrieden war, dann könnte Menecrates vielleicht noch einmal seine Sklavinnen betrauen. Er blickte fragend, teils zögerlich, teils mit Zutrauen zu Morrigan.

  • Morrigan hielt den Atem an, kein Mucks, keine Bewegung, nicht mal ein Wimpernschlag. Ihre Hände hatte sie vor ihrem Bauch, sie drückte sie so sehr, das das weiße an den Knöcheln zu sehen war. ‚Bitte lass alle gute gehen.’ Flehte sie innerlich.
    Erst als der Haruspex verkündete, dass die Zeichen gut standen, entspannte sie sich etwas.
    Bis.. ja bis Menecrates sie ansah. Einen Widder? Morrigan würde die Sklaven, die den Hammel besorgt hatten los schicken, sie wussten, wo sie die besten Tiere bekamen.
    „Ja Dominus, bis wann brauchst du ihn?“ Ihre Stimme klang immer noch gedämpft und verriet ihre Anspannung.

  • Menecrates musste selbst noch überlegen, an welchen Tagen er die Spiele veranstaltete. Ihm stand der Zeitraum von einer Woche zur Verfügung. Bedachte er, dass ein Opfer immer bei der Eröffnung stattfinden musste, blieb kaum Spielraum.


    Zunächst bedankte er sich jedoch beim Haruspex. Als der Mann gegangen war, wandte er sich Morrigan zu.


    "Er wird vermutlich in der nächsten Woche, ca. am 11. gebraucht. Ich lass dich den genauen Termin und die Urzeit wissen, sobald ich mit meiner Planung vorangekommen bin." Sein Unwiollöe war verflogen. Nicht nur durch das positive Ergebnis der Leberschau, sondern vor allem deswegen, weil er sah, wie viel Mühe sich Morrigan diesmal gegeben hatte.


    "Das hast du prima gemacht", lobte er. "Wir müssen vermutlich alle dazulernen." Er seufzte einmal, dann ging er in sein Arbeitszimmer zurück.
    Alt eingesessene Sklaven halfen, das Opfer am Lararium zu drapieren.

  • Erleichtert nickte Morrigan. Bis zum 11. da war noch genug Zeit, ein geeignetes Tier zu finden und es entsprechend vorzubereiten.
    ‚Ich werde das Gatter im Hortus nutzen.’ Schoss es ihr durch den Kopf.
    Sie schaute auf als Menecrates sie lobte? Oh .. völlig verlegen mummelte sie.
    „Danke Dominus Menecrates. Ich werde mein Bestes geben, dass der Widder bestmöglich vorbereitet ist."
    Als Menecrates gegangen war, kam wieder Leben in die Bude. Sofort wurde alles aufgeräumt sauber gemacht und Morrigan lies sie zeigen, wie man ein Opfer richtig drapiert.
    Zufrieden, dass diesmal alles geklappt hat, verließ sie den Ort des Geschehens.

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