[CUBICULUM] Parthenope

  • CUBICULUM
    DAS ZIMMER DER PARTHENOPE


    Hier, im Obergeschoss des Atriums, befindet sich das nicht allzu große Zimmer der Sklavin Parthenope. . Es ist ein kleines Zimmer, mit einem kleinen Fenster, welches die wenigen Gegenstände in Parthenopes Zimmer beleucht—ein Bett, einen Hocker, einen kleinen Schrank und einen zerrupften, hässlichen Teppich am Boden.

  • Es dauerte nicht lange, da kam Parthenope mit Morrigan im Schlepptau im Zimmer der griechischen Leibsklavin an. “Setz dich wohin. Ich bin gleich wieder da!“, versprach Parthenope, und verschwand wieder durch die Türe.

  • Morrigan schaute an sich herunter, sie war schmutzig, der Staub, der Dreck der Straße klebte an ihr, überall war getrocknetes Blut, wo sollte sie sich so hinsetzen ohne irgendetwas zu beschmutzen?
    Sie ließ sich einfach auf dem Fußboden nieder. So im Schneidersitz verharrend wartete sie auf die Rückkehr der Sklavin von Ramona. Dann würde sie Parthenope auch all ihre Fragen beantworten, auch wenn Morrigan sich wohl kurz fassen würde, den sie wollte die Sklavin, die einen etwas zurückgebliebenen Eindruck machte nicht mit detailreichen Schilderungen überfordern.

  • Sim-Off:

    Verzeihe mir. Wenigstens jetzt komme ich dazu, zu antworten... und den Ava umzutauschen... :D


    Wenn Parthenope auf Morrigan einen zurückgebliebenen Eindruck machte, würde das der Perserin wohl unbenommen bleiben. Parthenope war aber nicht zurückgeblieben. Nur etwas... nun... es war schwer zu beschreiben, was Parthenope war. Nur sollte gesagt sein, dass Romana sie mitsamt ihrer Eigenartigkeiten nicht als Schreiberin und engste Leibsklavin halten würde, wenn sie nicht Qualitäten hätte, die selbst die gestrenge Patrizierin überzeugen konnten.


    Es mochte trotzdem nicht erstaunen, dass Parthenope einige Zeit brauchte, um jemanden zu finden. Die Sklavin aber, die sie mitbrachte, war dafür genau die Richtige.



    Ameniritis, Medica


    Die ägyptische Sklavin, eine Ausnahmeerscheinung unter den Sklavinnen des Atrium Vestae, die zumeist griechisch waren, verdiente sich ihren Platz unter den Dienerinnen der Dienerinnen der Vesta dadurch, dass sie eine Heilerin war. Wenn mal etwas schief ging, etwas Blut spritzte, eine sich mit verdorbenem Magen im Bett wand und die Laken vollkotzte – Ameniritis war zur Stelle. Ihr Wissen konnte sich leicht mit dem eines jeden männlichen Arztes messen, und schon alleine die Art und Weise, wie sie noch vor der zögerlich trippelnden Partenope das Cubiculum betrat, mit einer Ledertasche in den Händen, strahlte aus, dass sie sich ziemlich sicher war, dass sie das Problem Stichwunde aus der Welt schaffen könnte. Soweit es möglich war.


    Ameniritis stellte sich vor Morrigan hin. Besonders ausgeblutet sah die nicht aus. War ja schon was. “Salve. Du heißt Morrigan? Ich bin Ameniritis von Bubastis.“ Ihren Herkunftsort nannte sie immer mit, wenn sie sich vorstellte, so klang der Name gleich gravitätsvoller. Ameniritis ließ den Blick auf Morrigans Verband schweifen und schüttelte kurz den Kopf. Was für ein Pfusch. Sie kniete sich nieder, sodass sie die Angelegenheit aus nächster Nähe betrachten konnte. Dann bewegte sie ihre Arme hin. “Ich muss das aufmachen. Du haltest mal still, ja?“

  • Sim-Off:

    Keine Sorge =) ich habe Zeit also kann ich auch mal warten



    Morrigan schaute müde auf, nun nach dem die Anspannung endgültig gewichen war, merkte sie wie ihre Kräfte langsam schwanden. Sie hatte Durst, Hunger und war müde, verdammt müde. Am liebsten hätte sie sich einfach auf dem kleinen Teppich hier zusammengerollt und wäre eingenickt. Parthenope hatte wie nicht anders zu erwarten, eine halbe Ewigkeit gebraucht um jemanden zu finden, der Wunden versorgen konnte. Aber nun war sie ja endlich gekommen und Morrigan fühlte sich gleich etwas besser. Sie kam sich bis eben allein, hilflos vor, ein Zustand den sie gar nicht mochte. Sie wäre viel lieber in der Villa jetzt, aber sie hatte ja kein Mitspracherecht, keine Verfügungsgewalt über sich selbst, gerade in diesen Momenten wurde ihr das schmerzlich bewusst.
    Sie musterte die Frau mit dem gehaltvoll klingenden Namen, bevor sie antwortete.
    “Salve, ja so nennt man mich.” Morrigan sah, wie die Heilerin mit dem Kopf schüttelte, gut sie hatte auch schon bessere Verbände gesehen, aber immerhin besser als gar nichts.
    “Ja tue was du tuen musst, ich werd nicht rumzappeln.” Morrigan, hatte gerade weder Lust, noch überhaupt Antrieb sich gegen irgendwas zur Wehr zu setzen, außerdem kannte sie diese Prozedur schon von Mansuri, da musste sie auch immer stillhalten, wenn sie ihre Verbände wechselte.
    Morrigan besass scheinbar ein Talent ständig in Situationen zu kommen, die ihrer Gesundheit nicht gerade zuträglich waren.
    Sie beobachtete das Tuen der Heilerin um sich selber abzulenken, versucht sie ein Gespräch mit Parthenope zu beginnen.
    “Parthenope? Wie geht es der Domina? Ich hoffe doch gut. Ist ein Arzt bei ihr? Dein Zimmer ist übrigens schön, es gefällt mir.” sprunghaft wechselte Morrigan das Thema, bericht würde sie Parthenope später erstatten, später, wenn sie allein waren.


  • Ameniritis, Medica


    Ameniritis nickte. Ja, das hatte sie schon gewusst. Parthenope hatte es ihr gesagt – bei der ganzen Traumtänzerei der Epriotin hatte jene dennoch nicht vergessen, zumindest die essentiellsten Informationen der Ägypterin mitzuteilen. Sie nickte zufrieden, als Morrigan ihr versicherte, dass sie nicht herumzappeln würde – eine Bemerkung, die zum Gegenteil gereichte, hätte die Ägypterin, die wirklich nichts anderes wollte, als Morrigan zu helfen, verwundert.


    Große Worte entgegnete die Medica der Perserin nicht - tiefschürfende Gespräche waren nicht ihr Metier. Stattdessen konzentrierte sie sich auf das, was sie tun sollte. Mit vorsichtigen Bewegungen wickelte sie den provosorischen Verband herunter von Morrigan und blickte sich die Wunde an.


    “Ah ja“, gab sie von sich. Es klang weder sonderlich geschockt noch überrascht. Ameniritis brachte ihr Gesicht nahe an die Wunde hin, betrachtete den Blutfluss und konstatierte dann mit ernster, unbewegter Miene: “Du hast Glück gehabt. Keine lebenswichtigen Adern sind getroffen worden. Das kriegen wir schon wieder hin.“


    Parthenope derweil ließ sich neben Morrigan nieder und ergriff ihre freie Hand. Mitleidsvoll schaute sie Morrigan an. “Du Arme!“, machte sie leicht entsetzt. Die Fragen der Perserin verleiteten sie dazu, dass ihr Blick kurz auswich, bevor sie wieder zaghaft herschaute. “Der Domina geht es gut. Ameniritis hat ihr noch ein Beruhigungsmittel gegeben.“ Was auch erklärte, warum Parthenope und Ameniritis auf sich warten lassen hatten. “Das Zimmer ist schön?“ Sie sah auf. Sah die graue Decke. Sah auf die Seite und sah die graue Wand. Sah auf den Boden und sah den ausgeleierten Teppich. Sah wieder auf Morrigan. “Öh. Danke.“


    Ameniritis schenkte den beiden Sklavinnen nur einen undeutbaren Blick, griff dann in ihre Tasche und holte einen kleinen Krug heraus, auf dem ein Korken hinaufgestöpselt war. Sie entkorkte den Krug sorgsam, packte dann plötzlich und unvermittelt den Arm der Perserin mit festem Griff und schüttete etwas vom Inhalt des Kruges über die Wunde aus. Was im Krug drinnen war, verriet Ameniritis ungerne: es war ein Rezept, dass sie von ihrem Vater, ein ägyptischer Leibarzt eines Römers, gelernt hatte. Es beinhaltete viel starkes Bier und eine Menge komischer Kräuter. Wenig wusste Ameirits davon, dass der Erfolg der Brühe vor allem mit seinem hohen Anteil von Alkohol zusammenhing, was zur Desinfizierung führte. Es musste aber ziemlich brennen.


    “So! Immer nur mit der Ruhe. Stillhalten.“, machte die Ägypterin mit befehlendem Tonfall, während sie wieder in ihre Tasche hineinlangte.

  • Morrigan zuckte kurz zusammen, als die Ägypterin den Verband löste, das bereist getrocknete Blut, klebte an dem Verband. Den Kommentar der Heilerin quittierte sie mit einem stummen Nicken, dann wand sie sich wieder Parthenope zu. „Es freut mich zu hören, dass es der Domina gut geht.“ Ein bisschen Smalltalk konnte ja nie schaden. „Ja also zumindest im Vergleich mit der Unterkunft die ich habe ist es hier schön. Und du hast ein Zimmer für dich allein, das ist doch was Schönes.“
    Mit einem Mal, verzerrte sich Morrigans Gesicht vor Schmerz, wenn die Heilerin nicht beherzt zugegriffen hätte und ihren Arm festhalten würde, dann hätte sich Morrigan ihr sicher entzogen. Es brannte wie Feuer in der Wunde.
    Morrigan biss sich auf die Lippen. Sie versuchte ruhig zu halten und nickte. „Ich versuche es.“
    Schnell wand sie ihren Kopf ab, sie wollte gar nicht sehen, was die Ägypterin nun aus ihrer Tasche fischte. Sie würde es so oder so über sich ergehen lassen müssen. Morrigan schloss die Augen und versuchte ruhig zu atmen.

  • Während die Heilerin ihre Wunde versorgte schaute Morrigan zu Romanas Leibsklavin um sich abzulenken begann sie leise zu erzählen, was auf dem Mark passiert war. Sie erzählte davon, das Romana Statuen kaufen wollte sie vor dem Geschäft gewartet hatte, von dem alten Mann der von einem Gottessohn gepredigt hatte. Davon, dass sie sich von dem Geschäft entfernt hatte um besser zu hören was der Alte sagt. Dass Romana sie wohl suchte und auf den Mann aufmerksam wurde und sich furchtbar darüber aufregte was der Mann gesagt hatte. Von der Menge die erst zurückwich, dann aber unruhiger wurde und gegen die Claudia aufbegehrte. Von dem jungen Mann der mit dem Messer auf Romana zulief und wie sie sich dazwischen geworfen hatte. Von den Soldaten, die zum Glück aufgetaucht waren. Als se geendet hatte schaute sie Parthenope an, Tränen liefen Morrigan übers Gesicht.
    „Es ist alles meine Schuld, wenn ich nicht von dem Geschäft weggegangen wäre, dann wäre dass alles niemals passiert. Ich mache immer alles falsch. Die Domina wird bestimmt schrecklich böse ein, wenn sie sich erst mal von dem Schock erholt hat. Es ist meine Schuld… nur meine …Morrigan schluchzte herzergreifend.

  • Stimmt, das hatte sie. Ein Zimmer für sich alleine. Trotzdem, ein schönes Zimmer war das nach keinerlei Maßstäben. Gerade wollte Parthenope das sagen, da passierte was Grausiges an Morrigans Arm. Sie verstand nicht recht, was vor sich ging. Ungläubig blickte sie drein.



    Ameniritis, Medica


    Ameniritis wusste, warum sie den Arm von Morrigan festgehalten hatte. Dass die Perserin ihr sagte, sie würde zumindest versuchen, stillzuhalten, befriedigte sie, auch wenn sie wusste, dass das wohl nur ein Lippenbekenntnis sein konnte—unkontrolliertes Zucken unter Schmerzen waren mehr als nur vorstellbar. Die Ägypterin holte aus ihrer Tasche ein Tuch hervor. Es war aus Leinen. Bedeutend war—aus sauberem Leinen. Mit dem schmutzigen Fetzen, den die Sklavin vorher als Verband gehabt hatte, war kein Staat zu machen. Sie entfaltete das Leinen und rollte es dann eng um Morrigans Arm, rund um die Wunde.


    Parthenope derweil horchte zu, was die Perserin sagte, dozil und ruhig. Sie konnte nicht anders, als Mitleid mit der Armen zu haben, auch wenn sie keinerlei Ahnung hatte, was sie vor sich hinbrabbelte. Alles ihre Schuld? Welches Geschäft? Die Epriotin hob ihre Hand und streichelte mit einer eher automatischen Bewegung Morrigan durch die Haare.


    Amenirits derweil blickte auf und beäugte Morrigan mit einem mitleidsvollen Blick. Die war total fertig. Was sie brauchte, war eine Mütze Schlaf. Gut, dass Ameniritis auch das passende Material dabeihatte. Während Parthenope sich nun um Morrigan kümmerte, kramte die Ägypterin wieder ein paar mysteriöse Kräuter hervor und hielt sie zu Morrigan hin.


    “Das kauen. Das wird dir gut tun.“ Genauer gesagt würde es Morrigan ziemlich gleich in einen Schlaf versetzen... genau das, was die total aufgeregte Perserin brauchte.

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