(uralt) [Porta] Casa Iulia

  • Der Tag war schon fast vorbei, als Arria endlich an der Casa Iulia vorfuhr. Sie war erschöpft und auch Andraste sah nicht mehr ganz frisch aus.


    Vor der Casa stieg sie aus und reichte dem Kutscher einige Münzen, ehe sie an die Tür trat und anklopfte. Sie hoffte sehr, dass Imperiosus zu Hause war und sie nicht in die Regia musste, um ihn zu überraschen.

  • Die Nachbarin kam vorbei und entdeckte Arria vor der Tür.
    Lächelnd kam sie auf sie zu.


    "Wenn sie hier jemanden finden wollen, dann können sie noch Jahre warten. Der Herr, der hier wohnte, ist umgezogen. Ich glaube in die Villa Claudia, zu den reichen und versnobten Patriziern dort."


    Sie blickte über einen Busch und entdeckte einige Kinder spielen.


    "Ach, diese Bälger, lässt man sie nur einen Augenblick alleine stellen sie das ganze Haus auf den Kopf. Vale, junges Mädel."


    Und sie lief schnell in ihr Häuschen. ;)

  • Arria sah die Frau überrascht an und blickte dann kurz zu Andraste, zuckte schließlich die Schultern, fragte noch einen Passanten nach dem Weg und ging zur Villa Claudia.

  • Nach Wochen ohne eine rechte Bewohnung scheint der Haushalt der Iulier wieder zu erwachen - auch die Nachbarn bemerken, dass hier so einiges vor sich gehen zu scheint. Eifrige Hände der Dienerschaft putzen, lüften und jagen die Spinnen samt Spinnenweben aus dem Haus, selbst eine listige römische, rabenschwarze Straßenkatze mit einem Riß im Ohr wird ins Haus gebracht, um der Mäuse Herr zu werden, die sich während der Abwesenheit rechter Besorgung mit Vergnügen über die Speisekammer hergemacht haben. Es scheint ein neuer Wind im Haus zu wehen, und die Nachbarn tuscheln so manches über die Bewohner.


    "Hast Du diesen Constantius gesehen? Stattlicher Bursche, mit der Statur könnte er zu den Legionen gehen, aber ich habe gehört, er strebt den cursus honorum an!" - "Wirklich? Dann sollte er aber schnellstens heiraten, denn was ist ein Mann schon ohne eine Familie in der heutigen Zeit?" - "Er hat doch seine Schwester bei sich, die ihm den Haushalt führt, hast du sie schon gesehen? Ich glaube manchmal wirklich, dass es stimmt." - "Was denn?" - "Dass die Iulier von Venus abstammen!"
    Und so geht das Getratsche eifriger römischer Matronen mit zu vielen Kindern und eigentlich zu wenig Zeit munter weiter, bis man meinen könnte, die beiden neuen Herrschaften im Haus seien geradewegs vom Olymp oder Hades zurückgekehrt, wobei sich das eine dem anderen nicht wirklich viel gibt und letztlich dazu führt, dass die Nachbarn ziemlich neugierig immer wieder nach dem neuen Herrn und der neuen Herrin im Haus ausspähen.


    Als schließlich ein neuer Türsklave die porta übernimmt - ein recht breitschultriger Nubier mit ziemlich vielen Ohrringen namens Wonga - ist für jeden neugierigen Beobachter klar, dass die Iulier in die casa Iulia zurückgekehrt sind.

  • Mela hatte nicht lange suchen müssen. Ein Bettler hatte ihm im Tausch gegen eine Sesterze den Weg zur Casa Iulia verraten. Nun stand er in seine rote Militärtunika gehüllt vor der Tür und klopfte dreimal an in der Hoffnung, dass ein ganz bestimmter Jemand zu Hause war.

  • Die Türe schwang kurz nach seinem Klopfen auf und selbst ein hochgewachsender Soldat musste beim Anblick des ausgesprochen breitschultrigen Nubiers, dessen Muskeln locker auch für zwei gut gebaute Männer gereicht hätten, nach oben blicken. Die wulstigen Lippen vorwölbend, blickte der Nubier den Römer einige Momente lang an, als müsse er ergründen, welches seltsame Insekt es gerade wagte, sich in seine Einflußsphäre zu bewegen, bevor er in heiserem Latein bellte: "Was Du wolle!?"

  • Zitat

    Original von Iulia Helena
    Die Türe schwang kurz nach seinem Klopfen auf und selbst ein hochgewachsender Soldat musste beim Anblick des ausgesprochen breitschultrigen Nubiers, dessen Muskeln locker auch für zwei gut gebaute Männer gereicht hätten, nach oben blicken. Die wulstigen Lippen vorwölbend, blickte der Nubier den Römer einige Momente lang an, als müsse er ergründen, welches seltsame Insekt es gerade wagte, sich in seine Einflußsphäre zu bewegen, bevor er in heiserem Latein bellte: "Was Du wolle!?"


    Mela zog die Brauen hoch, als ein schwarzer Sklave öffnete. Der war wahrlich ein Schrank, zu dem er aufblicken musste, obwohl Mela selbst doch schon recht groß war.
    "Salve. Ich bin Petronius Mela und möchte zu Iulia Livilla. Ich bin ein Freund aus Germanien", erklärte er und wartete auf eine Reaktion des Nubiers.

  • Der Nubier brauchte eine Weile, um die erhaltenen Informationen zu sortieren - da war ein Fremder, der wollte zu einem Mitglied des Haushalts, und anscheinend hatte er auch keinen ihm bekannten Namen - sodass doch so mancher Augenblick verstrich, in dem Wonga einfach nur da stand und angestrengt nachdachte.


    "Du mit ins Haus komme, dann ich frage, ob Iulia Livilla dich spreche wolle!" beschied er den ihm Fremden schließlich in seinem heiseren, bruchstückhaften Latein. Damit öffnete er die porta und ließ den Fremden ein, um sich im Inneren des Hauses nach der jungen Iulierin umzublicken, klugerweise begann er die Suche im Gästezimmer der Livilla und klopfte wenig später dort an die Türe an.

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