Der Kaiser ist tot...

  • Die Equites, Unteroffiziere und Offiziere standen in Reih´und Glied neben ihren Pferden. Primus saß auf Orcus, seinem alten und treuen Freund.
    Er blickte die Reihen der Männer an und hieß Lucius die Männer aufsitzen zu lassen. Wie eine Spatha schnitt dessen Stimme durch die Luft.
    Equiteees,...conscendite in equooossss! Ein sonderbares Geräusch erklang als die Männer fast zeitgleich in die Sättel glitten, kurz darauf herrschte wieder gespenstische Stille, unterbrochen nur hin und wieder durch ein Schnaupen.
    Primus setzte sich gerade in seinen Sattel und räusperte sich kurz, ...dann rief er;
    Equites der ALA II NUMIDIA,...fratres germani...unser Kaiser ist tot! Ermordet , wie auch auch sein Sohn und Nachfolger!
    Er ließ die Worte wirken und erntete wie beinahe erwartet nur stumme Blicke.
    Diese Männer dienten dem Imperium, haben auf den Imperator geschworen, jedoch war er zu abstrakt für sie, als daß sie jetzt wahre Trauer empfinden konnten.
    Ich habe den Auftrag bekommen im Namen des Statthalters und Legaten ...Annaeus Modestus,...die Ala kampfbereit zu halten und sie gegen den Usurpator Vescularius Salinator und dessen Rebellen zu führen!

  • Auch Bandulf stand mit seinem Pferd in der vordersten Reihe. Er hörte die Worte des Praefecten und plötzlich wurde ihm klar, warum die Menschen im fernen Roma so merkwürdig waren. Ihm fiel die Anspannung in deren Gesichtern ein und nun konnte er sie zuordnen.
    Als der Praefect von Kampf gegen Rebellen sprach überflog ein Grinsen seine Mundwinkel. Was sollte das heißen?...sollten sie jetzt andere Römer töten?

  • Primus´Innerstes stand im Wiederspruch zu dem was er da von seinen Männern verlangte. Doch seine Entscheidung war gefallen, er würde sich gegen jeden stellen der mit Mord, List und Tücke versuchte seine Ziele zu erreichen.Ein Blick auf seine beiden Freunde spiegelte einen weiteren Zwiespalt dar. Ocellus rang mit sich, verlangte Primus Entscheidung doch von ihm sich gegen seinen Bruder zu stellen. Lucius hingegen war es egal,...Hauptsache er konnte sich wieder ein wenig austoben.
    Es galt nun für ihn seinen Männern als Vorbild zu dienen. Jetzt trennte sich die Spreu vom Weizen. Das hier waren keine römischen Bürger, das hier waren Männer die das Ziel hatten römische Bürger zu werden. Doch wer konnte es ihnen verdenken, wenn sie nun ihren Eid lösten, den sie auf den ermordeten Kaiser geleistet hatten und sich von der Fratze der römischen Willkür abwandten?
    Equites der ALA II NUMIDIA,...fratres germani...einjeder von Euch hat seine Gründe hier in der ALA zu dienen,...einjeder von Euch hat hier etwas gefunden,...Kameradschaft, Freundschaft, Waffenbrüderschaft!...der Wunsch Bürger des Imperium Romanum zu werden!
    Hört,hört,... lies sich Lucius vernehmen.
    Primus ignorierte dessen Kommentar. Die Querelen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Volksgruppen waren ihm bekannt, jedoch empfand er sie eher als Baltzgehabe denn als wirkliche Verachtung. Er hoffte, daß ihre Feldzeichen sie zu einer Einheit verschmolzen hatten.
    Es brechen nun unsichere Zeiten an,...Zeiten in denen das Volk des Imperium Romanum einmal mehr den Schutz seiner Legionen braucht,...euren Schutz!...es braucht die Kampfkraft der ALA II NUMIDIA! Helft mir die Werte zu verteidigen die euch dereinst veranlaßten dafür in die ALA einzutreten!
    Ocellus rutschte mit einem leicht gequältem Gesichtsausdruck auf seinem Sattel in eine für ihn angenehmere Position. Diese verdammten Rückenschmerzen machten ihm heute wieder besonders zu schaffen.
    Verharrten die Equites bisher regungslos in ihren Sätteln, so tönten sie ausnahmslos in die Hochrufe ihrer Decurionen ein.

  • Lucius verzog anerkennd grinsend sein Gesicht und meinte zwischen den Hochrufen an Primus gewandt.
    Tja,...so wie es aussieht hast du sie da gepackt wo es nötig war,...ich denke die Kerle dürften bleiben!

  • Die Worte des Praefecten waren klar und deutlich, er für seinen teil war genau deswegen ion die Ala eingetreten. Er wollte römischer Bürger werden.
    Wenn nun im fernen Roma etwas aus dem Ruder lief, so war diese Einheit hier seine Heimat, sein kleines Roma und seine Kameraden mit ihm gefangen in der Entscheidung weg von ihren Familien, Gehöften, Freunden hin zum Feind auf der anderen Seite gegangen zu sein.
    Ihm erschien es damals als richtig und wenn der Praefect es als richtig erachtete, nun gegen diejenigen zu ziehen welche die Ideale der römischen Gesellschaft mit Füßen traten, so würde er ihm dabei helfen, und so wie es aussah war er nicht alleine dabei. Er schloß sich den Hochrufen an.

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