Die Wiese vor dem Castellum

  • Scarpus wunderte sich gerade wo die Urnen abgeblieben waren da erschien die Nachhut mit Sack und Pack. Welch eigenartige Wege doch das Schicksal beschritt. Mit strafenden Blick bedachte er die Männer welche die Nachhut gebildet hatte und deutete ihnen sich einzuordnen. Er würde sich später darum kümmern.


    Ja Duplicarius. Kümmere dich darum. Was war im Castellum? Gab es dort Schwierigkeiten? wollte er nun noch schnell wissen um nicht irgendetwas zu übersehen oder zu verpassen.


    An Ocellus gewandt nickte er diesem stumm zu. Es bedarf hier keiner Worte um etwas auszudrücken. Der Blick den Scarpus seinem Kameraden zuwarf sagte alles aus.

  • Bandulf wollte schon wegtreten, da hielt ihn die Frage des Atiers zurück. Er stellte sich halbwegs in Habacht und entgegnete,...Der Legat hat die Nachricht bekommen und...äh...Decurio?! Du solltest dich bei ihm melden,...das habe ich aber schon bei der Nuntio gesagt?!
    Er kratzte sich erstaunt am Kinn, welches langsam aber sicher einmal rasiert werden sollte.
    Schwierigkeiten gab es nicht,...ich muss nur überall ewig auf Einlass warten...
    Er sparte sich die Frage nach dem Legaten,...wenn Atius ihm etwas über das Gespräch mit dem LAPP sagen wollte würde er es sicher tun.
    ...die ähem,...Urnen, Decurio,...ich hole sie dann jetzt...?! Vielleicht war der Atier so durch den Wind wegen der ganzen Zeremonie.Bandulf sah ihn an wie einen ehrenwerten aber schusseligen Älteren.

  • Atius blickte den Duplicarius an als würden dem gerade Hörner aus der Stirn wachsen. Hatte er das wirklich schon erwähnt? Fast wollte er schon an seinem Geisteszustand zweifeln aber es war nicht der richtige Moment dafür. Ausserdem schmerzte sein Rücken. Die Gründe hierfür würde niemand erfahren und derjenige der dafür verantwortlich war würde nicht ungeschoren davon kommen.


    PHILUS.....geh zum Castellum und melde dem Legaten dass alles für die Zeremonie fertig ist. Er wird erwartet. Begleite ihn her damit er daran teilnehmen kann. instruierte er seinen Stellvertreter.


    Bandulf..wir warten noch bis der Legatus Legionis anwesend ist. Hol du die Urnen.

  • " jawohl duplicarius !"antwortete vannius ach wenn er von der Reise erschöpft war nahm er Haltung an, wie es sich für einen guten Rekruten gehört. aufmerksam verfolgte vannius das Gespräch der vorgesetzten. er konnte sie aber kaum verstehen. gab es schon neue befehle?

  • Nachdem ihn die Nachricht vom Beginn der Beisetzung erreicht hatte, war Menecrates noch einmal in seine Privaträume gegangen. Dort ließ er sich in eine frische Militäruniform kleiden, bevor er zu Fuß den Weg vor das Castellum bis hin zur Wiese zurücklegte, auf der die ALA lagerte. An seiner Seite schritt sein Neffe Victor und die übliche Leibwache, die in diesem Fall nicht die Funktion des Schutzes innehatte, sondern als Abordnung der Legion galt.
    Der Legat wechselte kein Wort, bis sie an der Lagerwache der ALA ankamen. Einer der Soldaten meldete die Abordnung der Form halber an, obwohl der Legat nicht nur erwartet, sondern auch von Person inzwischen jedem Wachsoldaten bekannt war

  • Victor begleitete seinen Onkel zur Verbrennung des Terentiers und fragte sich zum wiederholtem Male was die beiden verband.
    Weiterhin studierte er das Verhalten seines Onkels. Sah sich an wie er sich bewegte, wie er sich gab. All das hatte in den letzten 6 Jahren bei ihm doch arg gelitten. Still war Menecrates, in sich gekehrt. Vermutlich hing er verschiedenen Gedanken nach.
    Der Wachsoldat der Ala ließ einen Offizier holen.

  • Agrippa ging inmitten der schwer gerüsteten Soldaten mit zur Verbrennung. Er war Victor und vor allem dessen Onkel Menecrates dankbar, daß er sie begleiten durfte. Fast schon fühlte er sich stolz einen Schritt hinter Victor und seinem Onkel dem mächtigen Legionslegaten gehen zu dürfen.
    Das Lager der Ala war schnell erreicht und während sie auf die Abholung durch einen Offizier warteten betrachtete er die beiden großen Scheiterhaufen. Seine Gedanken schweiften ab und er sah noch einmal die beiden Toten in einem großen Kampf vor sich, er sah wie sie fielen, er sah wie sie starben.
    Er schniefte leicht, denn solch ein Opfer war in diesen Tagen nicht selbstverständlich.

  • Ocellus trat vor den Legaten und grüßte mustergültig.
    Salve Legatus Claudius,...Decurio Servius Livius Ocellus. Ich bin der Kommandeur des Alen Castellums in Confluentes und zur Bestattung hierher geeilt.
    Er nickte dem Tribun neben dem Legaten zu und fuhr fort.
    Die beiden Toten warenm mir mehr als Kameraden, deshalb hat mich der Interimskommandeur der Ala II Numidia gebeten die Feierlichkeiten zu gestalten.
    Die hinter dem Livier versammelten Offiziere waren allesamtbetroffen und teilweise schockiert über den Tod der beiden Männer auf den feierlich geschmückten Scheiterhaufen.
    ...ich hörte von dem guten Einvernehmen zwischen Terentius Primus und dir, weshalb wir dich eingeladen haben der Verbrennung beizuwohnen...möchtest du vielleicht ein paar Worte an die Männer richten?

  • Salve Legatus Legionis....grüsste Scarpus, salutierte und wendete sich auch dessen Begleitung zu. Ich bin Atius Scarpus, Decurio der ALA Numidia und vorübergehender Kommandant der Einheit. Wenn die Umstände nicht so unerfreulich wäre würde der Empfang von dir und deinen Begleitern herzlicher ausfallen...entschuldigte sich der Atier wegen der knappen Begrüssung. Der Atier kam Sekunden nach den Eintreffen zu der Delegation hinzu da er einige persönliche Probleme bereinigten musste.

  • Dem ersten Decurio folgte ein zweiter. Beide grüßte der Legat mit einem Nicken, der zweite stellte sich als vorläufiger Kommandant der ALA heraus.
    "Salvete!
    Eine Bestattung ist für mich keine Zeit der großen Worte"
    , erwiderte Menecrates. Zum einen sollte dies dem ersten Decurio sagen, dass er keine Rede geplant hatte, zum anderen zeigte er damit Verständnis für den nach Ansicht des Atiers unzureichend freundlichen Empfang. Der Claudier stellte kaum Erwartungen, bis auf eine: Er erhoffte sich ein typisch römische Bestattungsfeier. Deswegen sah er sich nach Klageweiber und Flöten- sowie Seitenspielern um, obwohl er natürlich der Situation Rechnung trug: Sie befanden sich alle mitten in der Mobilisierung und nicht alles ließ sich umsetzen.


    "Ist der Ort der Verbrennung bereits geheiligt?" Menecrates wollte sich orientieren, wie weit die Vorbereitungen waren. Er dachte dabei außerdem an die bereitliegenden Kleider, Waffen, duftende Essenzen. "Und ist geklärt, wer sich während des Rituals um Terentius kümmert? Wer öffnet ihm z.B. die Augen?"


    Menecrates wusste Victor neben sich, aber er achtete nicht auf ihn. Bei einer Bestattung gab es nur ein Miteinander mit dem Toten.

  • Ja Legat. Dass alles wird Decurio Ocellus übernehmen. Schliesslich diente er mit beiden Männern von Anfang an. Somit ist der der einzige der wirklich nahe steht. kurz blickte er sich um und bemerkte Bandulf wie dieser mit den Urnen ein wenig abseits stand.
    Aufgrund des Zeitmangels war es uns nicht möglich die Zeremonie wirklich so ablaufen zu lassen wie es zu Ehren der beiden nötig wäre. Glücklicherweise konnten wir einige Zutaten auftreiben um daraus etwas Öl zu gewinnen. Bis auf einige kleine Details ist alles vorbereitet, Legat.

  • Alles schien bestens geplant zu sein, sodass sich Menecrates innerlich zurücklehnte und mental auf die bevorstehende Beisetzung vorbereitete. Sicher, einiges würde anders ablaufen als bei einer zivilen Bestattung. Alleine schon auf das Abschiednehmen von den Toten - Tage vorher - mussten sie verzichten. Die Zeit drängte. Irgendwo würde ein Holzstoß errichtet sein, Vielleicht kamen Verwandte, aber auf alle Fälle die Leichenträger. Jemand würde anschließend das Holz anzünden, wenn es keinen Verwandten gab. Es blieb zu hoffen, dass jeder der Teilnehmenden rein und der Boden geweiht war.

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