• | Stesichoros


    Der Ianitor brachte den Fremdling in das Officium des Verwalters. Es war ein kleiner Raum mit einem kleinen Schreibtisch und auf dem Tisch lag einiges an Papierkram. Der Maiordomus gab dem Ianitor ein Zeichen, dass er nun wieder gehen könnte. Schließlich musste doch jemand am Eingang stehen, falls sich weitere Besucher ankündigten.


    | Maiordomus


    "So, so", sprach Maiordomus, nachdem er die verlauste Gestalt erblickte. "Du bist also ein Rattenfänger, ja? Normalerweise würden wir eine kümmerliche Gestalt hier ja gar nicht hereinlassen, aber wir haben wohl leider ein Problem..." Der Villicus knirschte mit den Zähnen. Eigentlich gefiel es ihm gar nicht, dass er auf solche Leute zurückgreifen musste. "Eines gleich vorweg: Denk bloß nicht daran hier irgendetwas zu klauen! Ich werde dich gut beobachten und wenn du Probleme machst, kommst du ganz schnell in den Cacer!" Die Warnung musste er natürlich aussprechen, um die möglichen Gedanken, die in dem Fremden auftauchten, gleich im Keim zu ersticken.

  • "Ja das bin ich.", antwortete ich auf die Frage des Verwalters. Warum stellte sich mir eigentlich nie einer vor? Trotz meinem Aussehen konnte man mir doch mit Höflichkeit begegnen. "Keine Angst, was soll ich denn mit Vasen, Gemälden und dergleichen?" fragte ich mit ironischem Unterton und Zwinkerte dem Verwalter zu.

  • | Maiordomus


    "So, so", sprach Maiordomus während er weiter auf den Fremden blickte. "Nun aber zur Sache: Ich nehme an die Götter haben dich geschickt. Denn gerade gestern berichtete mir eine Sklavin des Hauses, dass sie im Atrium der Villa ein pelziges Vieh auf dem Boden hat langlaufen sehen. Sie hat sich furchtbar erschrocken und kreischte herum, während sie auf der Stelle zu mir kam. Sie sagte es sei irgendein Nagetier gewesen und wäre uuuuunglaublich groß gewesen. So zumindest ihre eigenen Worte. Es könnte also die größte Ratte der Welt gewesen sein, oder (was wahrscheinlicher ist) nur eine kleine Maus. Hysterische Frauen neigen schließlich immer dazu wahnsinnig zu übertreiben, wenn sie irgendein Nagetier sehen." Maiordomus räusperte sich. "Leider konnte auch nach längerer Suche das Tier nicht entdeckt werden und da kommst du ins Spiel: Du musst dieses Vieh finden. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn es dem Herrn des Hauses über den Weg läuft... Hmm... ich hoffe du bist der richtige für diese Aufgabe."



    VILICUS - GENS TIBERIA

  • Ich und mein Hund werden die Nager aufspüren und beseitigen, aber was gebt ihr dafür. Natürlich rechne ich euch den Laib Brot an. Ja, kostenlos stellte ich meine Dienste nicht zu Verfügung und wenn mir der Verwalter ein gutes Angebot machen würde hätten die Ratten nichts zu lachen (wenn Ratten überhaupt lachen).

  • | Maiordomus


    Jetzt ging es ums Geld. Da musste der gute Maiordomus natürlich sein ganzes Verhandlungsgeschick zeigen. "Ich biete dir zusätzlich zum Brot ganze fünf Sesterzen." Der Bettler hatte sicher noch nie wirklich Geld gesehen, da konnte er sicherlich mit den paar Sesterzen schon mächtig zufrieden sein. Ganz wohl fühlte er sich bei der Sache natürlich nicht. Was würde wohl der Herr sagen, wenn er einen schmutzigen Rattenfänger engagierte? Aber das wär wohl nicht das allerschlimmste, wenn er erst einmal erfahren würde, dass überhaupt Ratten in seinem Hause sind. Der Vilicius musste das Problem irgendwie lösen und am besten ohne dass der Herr davon Wind bekam...



    VILICUS - GENS TIBERIA

  • Hmm...nun ja. ich seufste. Es ist schwer auf der Straße zu leben und ich weis nicht wann ich das nächste mal Geld verdiene. Das stimmte sogar. Zehn Sesterzen und keine Ratte wird diese Hallen mehr Stören.


    Sim-Off:

    Geld bitte auf mein WiSim Konto überweisen.

  • | Maiordomus


    Wieder knirschte der Maiordomus mit den Zähnen. Zehn Sesterzen waren noch in Ordnung, zumal er auch in der schlechteren Position war. Schließlich wollte er ja etwas von dem Mann. Nun gut, er willigte ein und griff in die Haushaltskasse. "Abgemacht. Kannst du sofort mit deiner Arbeit beginnen? Der Herr wird noch bis zum Abend unterwegs sein, es ist sehr wichtig, dass er nichts von deiner Jagd mitbekommt."


    Sim-Off:

    Geld ist drüben.



    VILICUS - GENS TIBERIA

  • | Maiordomus


    "Tu das, nur einen Moment." Der alte Maiordomus krächzte mit seiner alten rauen Stimme den Namen "Stratonice". Nur, wenn der Herr nicht zu Hause war, konnte er es sich leisten so herumzubrüllen. Kurz darauf erschien die gute Stratonice, die Köchin der Villa Tiberia. "Stratonice, ich versuche gerade unser Problem zu lösen. Da du vor kurzem eine Ratte oder was weiß ich gesehen hast, wirst du diesen Rattenfänger hier..." Er zeigte mit dem Finger auf Vagus. "...begleiten. Vielleicht kannst du ihm ja auch irgendwie helfen. In jedem Fall behalt ihm im Auge." Anschließend sprach er direkt zu Vagus. "Gib mir Meldung, sobald deine Arbeit getan ist."



    VILICUS - GENS TIBERIA



    | Stratonice
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    Stratonice war eine Sklavin der es an sich nicht schlecht ging, sie ward schon in der Sklaverei geboren und war inzwischen schon gute 40 Jahre alt, sodass ihr manchmal der nötige Ansporn fehlte. Ein Ereignis, wie eine Ratte im Haus konnte sie aber recht hysterisch werden lassen, weshalb es ihr auch gar nicht gefiel, noch viel mit der Sache zu tun zu haben. Wortlos akzeptierte sie die Worte von Maiordomus, der unter den Sklaven den höchsten Rang einnahm und sah sich den Fremdling an. "Ich bin Stratonice, ich werde dir wohl keine große Hilfe sein, aber ich hoffe sehr, dass du dieses Haus wieder frei von kleinen Tieren machen kannst." Fortan folgte sie Vagus auf Schritt und Tritt.



    Culina - Gens Tiberia

  • | Stratonice
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    Stratonice kehrte im Schlepptau mit dem Rattenfänger, der sich zum Wieseljäger gewandelt hatte, zurück zu Maiordomus, der wieder einmal mit irgendetwas beschäftigt war oder zumindest so tat. "Wir hatten zum Glück keine Ratten...aber dafür zwei widerliche Wiesel. Der Mann hier war sein Geld allerdings wert, die Viecher sind nun tot." Die Erleichterung war der Sklavin deutlich anzusehen, schließlich hatte sie fast am meisten Unbehagen über die Fremden Besucher geäußert.



    Culina - Gens Tiberia


    | Maiordomus


    Maiordomus nahm dies überaus wohlwollend zur Kenntnis. Er liebte es, wenn er es schaffte ein Problem zu lösen. Imaginär klopfte er sich selbst auf Schulter. "Großartig.", stieß der Vilicus dann auch aus und wandte sich an Vagus. "Du scheinst dein Geld wert gewesen zu sein." Es widerstrebte ihm fast zu fragen, aber irgendetwas in ihm sagte dann, dass er es Dankbarkeit und Höflichkeit wegen tun musste. "Können wir noch irgendetwas für dich tun?" Er hoffte natürlich nicht, dass Vagus tatsächlich noch einen Anspruch anmelden würde, aber bei einem Bettler konnte man ja nie wissen. Stattdessen setzte er darauf, dass der Rattenfänger, der in diesem Haus zweifellos wie ein Fremdkörper wirken musste, bald gehen würde.



    VILICUS - GENS TIBERIA

  • Und wieder stand ich im Büro des Verwalters. Grinsend erwiederte ich das Lob mit: "Hab ja auch 10 Sommer erfahrung." Wieder eine Arbeit erledigt, bald würde ich wieder einen neuen Auftrag suchen müssen. Hoffentlich würde sich mein Ruf bald rumsprechen, aber wer redete schon darüber einen Rattenfänger beschäftigen zu müssen.
    "Können wir noch irgendetwas für dich tun?" die Worte halten in meinem Kopf wieder. Ich will nicht respektlos erscheinen, aber die Herren dieses Hauses gehören doch zur römischen Oberschicht und haben gewiss einfluss auf die Stadtverwaltung, oder? Ich wartete sehr nervös auf die Anwort des Verwalters.

  • Noch ehe der Satz richtig zu Ende gesprochen war, erschallte es aus dem Türrahmen: "Wer will das wissen?" Tiberius Lepidus betrat in ganzer Würde in seiner strahlend weißen Toga den Raum. Er kam gerade von einem wichtigen Treffen und hatte den einen oder anderen Wein getrunken. Sein prüfender Blick ging erst auf Maiordoums, dann auf den sonderlichen Fremdling und wieder auf Maiordomus. "Lassen wir jetzt etwa schon die Bettler ins Haus. Ich habe doch gesagt, gebt ihnen etwas Brot und schickt sie wieder weg. Wollen wir denn bald die ganze Villa voller abgerissener Gestalten haben?" Der Tiberier sprach einfach so in Gegenwart des Vagus von diesem. Weshalb sollte er auch respektvoll Rücksicht nehmen? Lepidus nahm sofort an, dass es sich bei dem Fremden um einen Bettler handeln müsste, schließlich hatte dieser immer noch seine heruntergekommenen Klamotten an. Maiordomus erhob sich von seinem Schreibtisch, stand aber einfach nur mit offenem Mund da. Er hatte wohl die Zeit aus den Augen verloren. Sein Plan war es zweifellos nicht, dass Lepidus den Fremdling noch zu Gesicht bekommen würde. Deshalb erstarrte er auch zur sprichwörtlichen Salzsäule.

  • Das Gespräch zwischen mir und dem Verwalter wurde plötzlich von einem Mann unterbrochen. Es war einer der Tiberier das stand fest. Er betrat in eine weiße Toga. Ich lies mich aber nicht einschüchtern und ignorierte seine Beleidigung."Salve. Rhianus Vagus, der Rattenfänger." stellte ich mich vor. "Und wer seid ihr wenn ich fragen darf?" ich versuchte höflich zu bleiben. "Ich wurde damit beauftragt 2 Wiesel zu jagen.".

  • Lepidus wollte seinen Ohren nicht trauen. Was erzählte er da bloß? War dieser Mensch völlig übergeschnappt. "Rattenfänger? Wiesel? Was ist denn hier los?" Da ahnt man nichts Böses und die Sklaven stellen einem das Haus auf den Kopf, wirklich großartig. Er ließ auf Maiordomus einen strafenden Blick fallen. Dieser klärte ihn dann über die vergangenen Geschehnisse auf. Über Sichtung von Stratonice, über den Neuankömmling, der sich als Rattenfänger aufwies und das Problem beseitigte und es sich letztlich wohl um Wiesel gehandelt hatte, die es aus irgendeinem Grund in die Villa geschafft hatten. Zehn Sesterzen hätte er dafür bekommen. Der Tiberier hörte sich die Ausführungen an, ebenso die entschuldigenden Worte des Maiordomus, dieser hätte sich nur bemüht das Problem zu lösen und da kam dieser Rattenfänger gerade recht.


    Der Tiberier kratzte sich am Kinn, immer noch waren seine Augen von Skepsis erfüllt, aber er hätte im Falle des Entdeckens von irgendwelchem Fremdgetier wohl auch nichts Besseres anordnen können. Natürlich schade, dass seine Sklaven das nicht allein bewältigen konnten. "Nun gut, da du bezahlt wurdest, kannst du dieses ehrenvolle Haus nun auch wieder verlassen." Nicht einmal ein Dankeschön war aus Lepidus Mund zu hören. Warum auch? Er hielt ihn für überaus unbedeutend und außerdem hatte er eine Bezahlung erhalten, die Dank genug sein solle. Gerade wollte er sich abwenden und den Dingen ihren Lauf lassen, als ihm plötzlich noch etwas auffiel. Seine Augen warfen ihr prüfendes Licht erneut auf Rhianus Vagus: "Sag mal, kann es sein, dass du vor kurzem beim Fortunafest in den Lucullischen Gärten gegen einen Prätorianer ein Strohsack-Duell geführt hast?" Es sollte doch wohl nicht tatsächlich die Person sein? Zerlumpte Personen gab es ja immerhin viele in Rom und für Lepidus sah meist einer wie der andere aus. Dennoch hätte es etwas sehr amüsantes.

  • Warum sprach er das Strohsackduell an? "Ja, das war ich." antwortete ich stolz. "Ich hätte fast gewonnen." Ich wurde etwas ungeduldig, da ich noch eine wichtige Frage stellen wollte. "Beherrsch dich.", sagte ich in Gedanken zu mir. Es war bestimmt nich angebracht den Tiberier zu unterbrechen.

  • Der Tiberier verfiel in ein schallendes Gelächter. "HAHA, wie großartig." Lepidus schien bester Laune. Ob dies wohl wieder am übermäßigen Weinkonsum lag? "Du hast dich gut geschlagen. Zwischendurch dachte ich du hättest ihn. Leider hab ich durch dich ein paar Sesterzen bei einer kleinen Wette verloren. Aber immerhin!" Lepidus schien nun sichtlich interessiert an dem Gast und die gute Laune, die er nun versprühte, wirkte auch sichtlich beruhigend auf Maiordomus, der nun wahrscheinlich keinerlei Strafmaßnahmen entgegensah. Dieses Interesse des Tiberiers war wohl das typische eines höheren Herren, der sich an den unbedeutenden Narren zu seiner Unterhaltung erfreute. "Ich würde vorschlagen, wie gewähren dir noch ein extra Brot, welches du dir mitnehmen kannst... achja, und unbedingt eine frische Tunika." Lepidus gab Maiordomus ein Zeichen, dass dieser doch bitte eine organisieren möge. "Für einen, der trotz seines mageren Körperbaus so mutig ist gegen einen Prätorianer zu kämpfen und mein Haus dazu auch noch wieselfrei macht, können wir ruhig etwas spendabler sein. Was hältst du davon?", fragte er ganz gönnerhaft.

  • Ich wusste nicht ob er mich an- oder auslachte, aber ein weiteres Brot und dazu noch Kleidung? Ich war sprachlos:"Äh...danke." Aber ich sammelte mich wieder und versuchte die entscheidende Frage zu stellen: "Ihr seid zu gut zu mir. Falls ihr mir in einer bedeutenden Sache helfen wollt könnte ich mich revangieren." Ich wurde wieder sichtlich nervös und kratzte mich am Hinterkopf. "Würdet ihr mir helfen eine Stelle als städtischer Rattenfänger im...sozusagen öffentlichem Dienst zu bekommen?" Ich erwartete nicht wirklich eine positive Antwort aber Versuchen konnte ich es ja. Ohne eine Antwort abzuwarten sprach ich hastig: Ich kann ein kleines Unternehmen führen. Ich hab mal für einen Verleger gearbeitet und lesen so wie schreiben und rechnen kann ich auch.

  • "Städtischer Rattenfänger? Wenn ich das schon höre." Lepidus verzog das Gesicht. "Der Zufall wollte es, dass du heute vor einem wahrhaftigen Patrizier stehst und du bittest ihn darum dir zu helfen einen solchen Beruf auszuüben?" Der Tiberier kratzte sich am Kinn und räusperte sich ein wenig. "Es ist sehr mutig von dir mich um etwas zu bitten und ich bin tatsächlich in der Laune dir ein wenig zuzuhören, wenn sich mit dir etwas anfangen lässt." Der Tiberier sagte das ganz offen, denn ihn interessierte eigentlich nur jemand, der ihm auch irgendetwas einbrachte und der für ihn von Bedeutung war. Dazu war dieser Vagus auch noch eine ziemlich komische Gestalt, so dass es verwundern konnte, dass Lepidus überhaupt mit ihm sprach. Es war wohl viel Unterhaltungssucht mit im Spiel. "Wenn du immerhin sogar Rechnen und Schreiben kannst, dann stehen dir vielleicht noch andere Optionen offen als dich mit pelzigen Tieren abzugeben." Allein die Vorstellung konnte den Patrizier ekeln. "Du hast die Wahl: Ich biete dir ein paar Minuten in meinem Officium an und wir können uns vielleicht über deine Zukunft unterhalten, die aber nichts mit Ratten zu tun haben wird. Ich könnte dir da das ein oder andere offenbaren. Oder du willst weiterhin dieser niederen Tätigkeit nachgehen, dann wird dich ein Sklave hinausbegleiten." Lepidus gab kurz Anweisungen an einen der Sklaven, der Vagus entweder in sein Officium oder nach draußen geleiten sollte. Anschließend ließ der Tiberier den Fremden einfach stehen und ging in sein Arbeitszimmer, wo er einfach mit seiner alltäglichen Arbeit beginnen würde. Ein ziemlich ungewöhnliches Verhalten, aber der Tiberier musste an seine Zeit denken, die wie immer knapp bemessen war. So zog er gleich eine Grenze und machte dem Rattenfänger klar, welch Privileg es war mit einem Patrizier zu sprechen. Entweder würde dieser Vagus nach einer Bedenkzeit folgen oder er konnte sich auf alles andere konzentrieren. Beides war ihm recht.

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