[Atrium] Kurz nach der Salutatio

  • "Mach dir keine unnötigen Umstände", wehrte Macer sachlich nicht ganz zutreffend ab. "Ich werde das Schreiben dann schon direkt einem Pontifex zukommen lassen oder persönlich mit ihm sprechen, dann brauchst du dich nicht extra dafür bemühen", erläuterte er dann sein geplantes Vorgehen. Von Empfehlungsschreiben, die ein Kandidat selber mitbrachte, wenn der Empfehlende sie auch genauso gut selber direkt hätte überbringen und sogar mündlich ausrichten können, hielt er auch nicht viel. Das konnte man in seinen Augen machen, wenn es von einer Provinz in die andere ging oder zumindest von einer Stadt in die andere, aber in Rom würde er so etwas schon noch selber direkt erledigen.


    "Sicherlich ist die Verwandtschaft ein wichtiger Anlaufpunkt und es freut mich, dass du mich in diesen Kreis entsprechend einbeziehst", bestätigte Macer ehrlich erfreut, denn immerhin war er aus Sicht des Tiberrers ja nur angeheiratete Verwandtschaft. "Aber Unterstützung kann man sicher nie genug haben, wenn man große Ziele erreichen will."

  • So viel entgegenkommen. Das freute den Tiberier natürlich außerordentlich. Zur Verwandtschaft zählte er Macer auch mit rechter Selbstverständlichkeit. Sicher, es gab einige angeheiratete, zu denen lohnte es sich nicht wirklich sie sich nah zu halten. Aber wenn es schon ein Senator war, dann wurde die Bedeutung einer solchen Verbindung natürlich gern übersteigert. "Wahre Worte, ich denke, derzeit habe ich fast das Maximum an Unterstützung, was in diesen Zeiten möglich ist... vor allem für einen Tiberier möglich ist.", fügte er dann noch an. Ja, im Vergleich zu allem, was geschehen ist, konnte man die bisherige Zeit, die Lepidus in Rom verbrachte, wohl mit Optimismus betrachten. "Nun, Senator, ich kann dir gar nicht sagen, wie angenehm ich unser Gespräch fand, doch wie fast alles auf dieser Welt, so muss auch dies bedauerlicherweise irgendwann ein Ende nehmen." Inzwischen hatten sie wirklich schon sehr lange gesprochen und dabei auch noch die verschiedensten Themenbereiche angeschnitten; das musste man geistig alles erst einmal verarbeiten. "Eine kleine Frage noch zum Schluss, bevor ich mich verabschiede. Um noch einmal auf den letzten Willen Valerians zurückzukommen: Du weißt nicht zufällig, ob dessen Testament auch öffentlich einsehbar ist? Nur aus purer Neugier. Der letzte Wille eines großen Princeps ist ja immer ein sehr interessantes Anschauungswerk. Die Worte vermögen ja auch durchaus in die Geschichte einzugehen." Am berühmtesten war wohl das Testament Caesars, der doch damit den wesentlichen Grundstein für die spätere Entwicklung legte. So tat der Tiberier dann auch, als würde es ihm mehr um die historische Relevanz gehen, als um alles andere.

  • Auf die leicht pathetischen Worte zum nahenden Ende des Gesprächs brauchte Macer zum Glück nicht eingehen, da danach noch eine handfeste Frage kam, die ihn kurz grübeln ließ. "Das ist eine interessante Frage. Ich weiß es nicht, wenn ich ehrlich bin. Vielleicht wurde es den Senatsprotokollen beigegeben?", fragte er mehr, als dass er antwortete. "Da wäre es zumindest jetzt noch einsehbar. Ansonsten wirst du wohl eher am Kaiserhof danach fragen müssen, denke ich. Mir ist zumindest nichts direkt bekannt, wo es öffentlich ausgehängt wäre."

  • "Da werde ich mich wohl noch einmal an entsprechender Stelle kundig machen. Ansonsten wünsche ich dir noch einen angenehmen Tag, auf das wir uns bald wiedersehen." Bedauerlicherweise sahen sie sich das nächste Mal unter weniger guten Umständen, denn es sollte die Trauerfeier zu ehren der verstorbenen Albina sein. Lepidus erhob sich und reichte seinem Gegenüber, bevor er sich dann endgültig aufmachte.

  • Auch Macer konnte die Zukunft nicht vorher sehen und verabschiedete den Tiberier deshalb freundlich und in Erwartung eines angenehmen Widersehens. "Ich wünsche dir viel Erfolg. Und ich denke auch, dass wir und bald wiedersehen, auch wenn du dich dann nicht zu scheuen brauchst, mich etwas offizieller zu besuchen als mit so einem spontanen Termin kurz nach der Salutatio", erinnerte er noch einmal an das etwas überraschende Eintreffen, das er seinem Gast aber nicht übel nahm, und begleitete ihn zurück ins Atrium, wo er sich endgültig verabschiedete. "Vale, bis zum nächsten Mal."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!