Die letzten 160 Meilen bis Rom

  • Vermutlich war es nicht unbedingt clever, den Praefectus Classis zu versetzen, aber Axilla war im Moment zu beleidigt, um längergehend darüber nachzudenken. “Wir sind noch einige Zeit unterwegs. Wenn er sich mit mir unterhalten möchte, kann er dies gerne tun. Ich denke, mein Wagen wird unübersehbar sein. Nur heute Abend ist es spät“, meinte sie bemüht freundlich, aber man konnte ihren Ärger sehr wohl aus ihrer Stimme hören. So gut hatte sie sich einfach trotz langjähriger Übung als Frau eines hohen Ritters des Reiches nicht in der Hand.


    Und so stapfte sie auch mehr, als dass sie graziös ging, als der Decimer aus ihrer Sicht noch einen oben drauf setzte. Ach, jetzt war SIE auch noch an dem hier schuld, oder was? Er hatte ja damit angefangen! Naja, zumindest aus ihrer Warte aus betrachtet. Egal, wie das Ende zwischen Archias und ihr auch gewesen sein mochte, die ganze schwierige Zeit davor – bei den Göttern, war sie mit sechzehn einfach jung gewesen! - sie hatte ihn geliebt. Sie hatte ihn wirklich geliebt. Und da zu hören, wie diese dummen Decimer ihn umbringen wollten, nur weil er ganz ordentlich eine Verlobung gelöst hatte, weil die Frau, mit der er sie eingegangen war, schlicht und ergreifend die schlimmste Schreckschraube des Römischen Reiches war... Nein, das war einfach nicht gerecht. Archias hatte sich nicht unehrenhaft verhalten, er hatte sich sogar verdammt ordentlich verhalten, obwohl er das nicht gemusst hatte. Und auch sie hatte sicher nichts falsches getan, sie hatte nur die Liebe erwidert, die er ihr entgegengebracht hatte. Es war vielleicht nicht vernünftig gewesen, aber nicht unrecht.
    “Die Einladung war mir nicht unangenehm“, meinte sie also etwas spitzfindig im Weggehen. War sie auch nicht gewesen. Axilla war neugierig gewesen, es hatte sie abgelenkt, aber widerstrebt hatte sie ihr nicht. Das Unwohlsein hatte sich erst im Laufe des Gespräches eingeschlichen, nicht zuvor.


    Für den Moment waren solche Spitzfindigkeiten aber ohnehin überflüssig. Axilla ging wieder zurück zu ihrem Wagen. Jetzt kannte sie ja den Weg und konnte sich dementsprechend auch beeilen und ihrer inneren Wut durch den beschleunigten Gang auch entsprechend Luft machen. Und mit ihren Gedanken beschäftigt merkte sie dann auch nicht so sehr die Blicke, die ihr dabei folgten.

  • Was war es das Ahenobarbus für die Zukunft plante? Eine Familie hatte noch ein wenig Zeit, klar würde es irgendwann dazu kommen doch für den Moment wollte er möglichst weit im militärischen Dienst kommen... vielleicht würde er sogar zum Ritter ernannt werden.


    "Vorerst werde ich bei den Kohorten bleiben... Regelmäßiger Sold, warme Unterkunft und was zu Essen. Des weiteren kann man auch eine Karriere beginnen, man muss nur bemerkt werden und das wurden wir ja inzwischen."


    Ein Schluck vom Vinum schloss den Satz ab und langsam machte sich eine wohlige Müdigkeit in Ahenobarbus breit...


    "Wie siehts denn bei dir aus? Bleibst beim Militär oder hast du doch noch andere Pläne?"

  • Titus nahm auch noch einmal einen Schluck und lächelte dann zufrieden auf die Frage von Ahenobarbus:


    "Ich habe mein Ziel schon erreicht."


    Titus machte eine ausladende Bewegung mit der Freien Hand und zeigte dabei über das Lager:


    "Ich habe einen Ort gefunden, an dem ich mich zu Hause fühle und akzeptiert sowie gebraucht werde. Regelmäßige Verpflegung und regelmäßigen Sold kannte ich bisher auch nicht. Wenn man so will, habe ich meine Bestimmung gefunden."


    Titus machte eine kurze Paus in der er denn Becher zwischen seinen Fingerspitzen drehte und dabei dem schlenzenden Vinum darin zusah:


    "Was ich für die Zukunft erreichen will? Das ist eine gute Frage. Vor allem wohl erstmal das Bürgerrecht. Wenn ich das mal habe, dann suche ich mir eine Frau und lege mir mindestens 5 Kinder zu."


    Titus lachte bei der Anzahl der Kinder.

  • Als sich der Becher wieder allmählich leerte, wurde Ahenobarbus sehr müde und da die Sonne schon längst vom Horizont verschwunden war, sagte er:


    "Ich denke es wird Zeit sich zu verabschieden... Morgen müssen wir immerhin wieder marschieren und davor möchte ich schon zumindest ein wenig schlafen."


    Ein letzter Schluck aus dem Becher und Ahenobarbus erhob sich, um kurz darauf Titus mit einem Handschlag nochmal zu verabschieden....


    Der Weg zurück zu seinem Lagerplatz, verlief recht fad und der Domitier freute sich schon sehr auf seinen Schlafplatz.

  • Titus nickte. Es war wohl wirklich an der Zeit so langsam die Nachtruhe zu suchen. Es würde bestimmt nicht besonders angenehm sein, verkatert marschieren zu müssen. Darum erhob er sich und reichte Ahenobarbus die Hand.


    "Es freut mich dich kennengelernt zu haben Ahenobarbus. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann wieder. Mögen die Götter dich stets leiten und dir wohlgesonnen sein."


    Titus spielte auf den starken Glauben seines Gegenüber an, der wohl mehr mit dem Segen der Götter anfangen konnte als er selbst. Ob sie sich je wieder sehen würden, war mehr als nur ungewiss. Schließlich dienten sie in zwei verschiedenen Einheiten. Ahenobarbus würde in Rom bleiben und er würde wohl nach Misenum zurückkehren, sobald die Nachwehen des Bürgerkrieges abgeflaut waren.


    Titus blickte dem Domitier noch ein wenig hinterher, bevor er sich dann streckte. Sein Körper signalisierte ihm eindeutig, dass es auch für ihn an der Zeit war sich schlafen zu legen. Die letzten Tage hatten doch mehr Kraft gekostet, als er es zunächst gedachte hatte. So schlug er den Eingang des Contuberniumzeltes zurück und trat ein. Nachdem er sich seiner Rüstung entledigt hatte, legte er sich auf seinen Schlafplatz und verabschiedete sich umgehend in das Reich der Träume.....

  • Der nächste Morgen kam schon allzu bald, nicht einmal die Sonne war aufgegangen, dennoch stand Ahenobarbus schon auf um sich zu erleichtern... Der Wein vom vorherigen Abend machte auf sich aufmerksam.


    Nach einem großen Schluck Wasser, machte er sich auch schon daran Teile des Lagers abzubauen, natürlich nicht jene in denen noch Soldaten schliefen, um einen Aufbruch der Armee nicht weiter herauszuzögern nur aufgrund von Faulheit.

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