Ein Stapel Akten und eine Arbeitssuche

  • Servianus klopfte gegen die Tür und nach einer Aufforderung öffnete er sie.
    "Salve Duumvir. Hier ist die geforderte Zusammenfassung bezüglich des Wahlrechtes in anderen italischen und besonders der latinischen Städte.
    Außerdem ist mir dieser junge Mann hier begegnet, der auf der Suche nach einer Anstellung ist. Vielleicht hast du ja ein paar Minuten für ihn?"


    Da Servianus wegen des tirociniums einen recht guten Einblick in die dienstlichen Verpflichtungen des duumvirs hatte, wusste er zumindest, dass keine dienstlichen Anliegen drängten. Über privates wusste er auch nichts, aber da war er auch weniger im Bilde.


    Sim-Off:

    Wir bräuchten dann einen NPC-Duumvir bitte.

  • Etwas schüchtern stand der Hadrianer daneben, aber das würde ja keinen guten Eindruck machen, also rückte er etwas in den Vordergrund, schwieg aber weiterhin, er wollte sich nicht aufdrängen, vielleicht hatte der Duumvir ja auch gar keine Zeit für ihn.

  • Der Duumvir sah gerade ebenfalls etwas beschäftigt aus. Als er aufblickte, wirkte er überrascht, einen Fremden in seinem Officium stehen zu haben. "Dann immer her damit." Dann wandte er sich dem jungen Mann zu. "Und du bist?"

  • Cato war verwirrt.. war er etwas falsch hier?
    "Nun, da hier die Verwaltung von Mantua ist werde ich hoffentlich richtig sein und Iulius Servianus hier meinte du könntest mir da weiterhelfen Duumvir. Sollte ich hier falsch sein bitte ich das zu entschuldigen, würde aber gerne wissen an wen ich mich dann wenden muss."

  • Als er die Antwort des Hadrianers hörte, lachte er kurz auf. "Oh, nein, du bist hier goldrichtig. Ich wunderte mich nur, dass ein junger Mann den weiten Weg aus Mogontiacum hierher kommt, um Scriba zu werden!" konkretisierte er dann seine Aussage. "Aber vielleicht erzählst du mir generell ein bisschen mehr über dich: Welchen Arbeiten bist du bisher nachgegangen? Hast Du Empfehlungen bei dir?"

  • Cato schluckte. Er hatte keine Empfehlungen, woher auch, er hatte ja nie gearbeitet. Vielleicht kam er hier mit Ehrlichkeit weiter.
    "Meine Mutter hat mich, so mehr oder minder, nach Mantua getrieben. Ich sah mich nicht als Dichter oder Sänger... Ich war ein Jahr und mehr unterwegs, eine Anstellung hatte ich bisher leider nicht, daher kann ich dir auch keine Referenzen vorweisen Duumvir. Ich denke aber wenn du mir die Chance gibst mich zu beweisen sprechen meine Arbeitsergebnisse für mich."

  • Dichter oder Sänger? Der Kerl hatte eine ziemlich eigenartige Mutter, wenn sie wollte, dass ihr Sohn solche verachteten und zugleich brotlosen Künste lernte. Das ganze klang ein wenig nach einem Bettler als nach jemandem, den man unbedingt einstellen wollte...


    "Und als was soll ich dich anstellen? Als Laufburschen? Oder als Straßenarbeiter?" Sehr kräftig sah er ja gerade nicht aus...

  • Laufbursche? Straßenarbeiter? Entweder dieser Duumvir hatte einen eigenartigen Humor oder war sich nicht bewusst was Cato wollte. Sicher waren das keine Anstellungen in denen der Hadrianer viel Spaß gehabt hätte, von einem wirklichen Nutzen für dem Duumvir abgesehen.


    "Nun, dazu wäre ich sicher etwas überqualifiziert. Ich kann rechnen, schreiben, lesen und das auch auf griechisch. Ich denke als Scriba würde ich dir am besten von Nutzen sein duumvir." Alles oder nichts, entweder seine direkte Art imponierte dem duumvir, oder er würde sich nach etwas anderem umsehen müssen.

  • Der Duumvir konnte vor allem nicht hellsehen, weshalb ein Fremder, der offenbar ein ganzes Jahr mehr oder minder ziellos durchs Imperium gezogen war, für ihn nicht gerade ein potentieller Halb-Gelehrter war.
    "Soso, dann sage mir doch, wo du all das gelernt hast? Sind deine Eltern nicht auch Sänger und Musikanten?" fragte er auf Griechisch - denn immerhin gehörte der Duumvir zur lokalen Oberschicht und hatte selbstverständlich in seiner Kindheit einen griechischen Grammatikus besucht.

  • Aaah ein Test, durchaus praktisch.
    "Nein mein Vater war Legionär, meine Mutter eine ehemalige Angestellte in Mogontiacum. Aber ich hatte dank der Tatsache dass meine Mutter mich nicht wie meinen Vater an die Legion oder Rom verlieren wollte das Glück einen Lehrer zu erhalten der mich in griechischer Prosa und Lyrik unterrichtete, daher kann ich diese Sprache."
    Auch wenn er es damals gehasst hatte, und man musste dazu sagen dass er mit einem doch unüberhörbaren Akzent sprach. Aber was man mal gelernt hatte vergaß man nicht und Cato war durchaus ein gelehriger junger Mann der auch aus eigenen Stücken viel Zeit über Schriften verbrachte, wenn sie ihn denn wirklich interessierten.

  • Erster Test bestanden. Das war zwar der erste Legionärssohn mit Prosa- und Lyrikkenntnissen, den der Duumvir traf, aber gut - Griechisch war Griechisch. "Dann hätte ich eine kleine Testaufgabe für dich: Ein reicher Bürger unserer Stadt weist ein Vermögen von 100 000 Sesterzen aus. Davon muss er aber die Betriebskosten für seinen Weinberg abziehen, die 400 Sesterzen betragen, außerdem die seines Olivenhains zu 200 Sesterzen und einer Tongrube zu 140 Sesterzen. Der Rest muss mit einem Steuersatz zu 5% versteuern. Wie hoch wäre der Steuerertrag dann?" Er suchte auf seinem Tisch und reichte noch eine Tabula und einen Stylus weiter. "Und entwirf gleich einen Steuerbescheid, den der Quaestor nur noch unterschreiben müsste." Er lehnte sich zurück und wartete ab.

  • Einen Steuerbescheid entwerfen? Woher sollte er wissen wie ein Steuerbescheid aussieht? So etwas hatter noch nie gesehen, die Rechnung war ja leicht.
    "Wie ein Steuerbescheid aussieht weiß ich leider nicht, aber wenn man mir es einmal zeigt kann ich das gerne tun. Zahlen müsste der Mann 4963 Sesterzen."


    Nun konnte er nur hoffen das der Duumvir gnädig war. Immerhin konnte er ihm zu Gute halten dass er seine scriba wohl sehr gründlich aussuchte, das war doch durchaus praktisch und vor allem richtig.

  • Das Ergebnis klang schonmal gut (der Duumvir war ebenfalls ein guter Kopfrechner). Die Frage dazu ließ ihn aber mit den Schultern zucken. "Dafür gibt es keine bestimmte Form. Du kannst also einfach einen offiziellen Brief des Quaestor formulieren, in dem die Steuersumme vermerkt ist. Es ginge mir darum, dass du eine gute Formulierung findest." ...und natürlich, dass er bewies, leserlich schreiben zu können.

  • Das war einfach, Cato nahm sich die Wachstafel und legte los.


    An
    <Name>


    Steuerbescheid


    Salve <Name>,


    deine Steuergebühr für dein Einkommen in Höhe von 100.00 Sesterzen, abzüglich deiner Betriebskosten im Gesamtwert von 740 Sesterzen ist fällig.


    Zu zahlen sind 4963 Sesterzen bis zum Ende des Monats.


    <Name des Questors>
    Quaestor, Mantua


  • Der Duumvir sah sich das ganze an und nickte anerkennend. "Das sieht gut aus! Ich denke, ich könnte es mit dir versuchen." Er sah zu Servianus. "Kannst du ihn dann ein wenig einarbeiten? "

  • Cato fiel ein Stein vom Herzen, seine erste Anstellung, überhaupt sein erster Test und direkt ein Erfolg. Das konnte nur gutes verheißen, die Götter schienen dem jungen Hadrianer gewogen zu sein, er sollte ihnen opfern sobald es dazu an der Zeit war.
    "Ich danke dir Duumvir, ich werde dich nicht enttäuschen."

  • Schweigend hatte Servianus die ganze Zeit leicht seitlich von den beiden sich unterhaltenden gestanden und dem Wortwechsel gelauscht.
    Leider war es ihm jedoch nicht vergönnt gewesen selbst eienn Blick auf die Wachstafel zu werfen. Hätte ihn schon interessiert, was der angehende scriba dort geschrieben hatte.


    Dann wurde er plötzlich wieder aktiv in das Geschehen eingebunden und angesprochen.
    "Natürlich Duumvir. Ich werde mich darum kümmern." Es war wohl jener Satz, den Servianus in seiner Zeit hier in der curia am häufigsten gesprochen hatte.

  • "Das hoffe ich!" sagte der Duumvir zu Cato. Dann wandte er sich an Servianus. "Bereite eine Ernennungsurkunde vor und arbeite ihn dann in die Marktangelegenheiten ein. Er soll dem Aedil ein wenig zur Hand gehen." Er nickte um zu zeigen, dass die beiden entlassen waren. Plötzlich fiel ihm wieder etwas ein. "Ach ja, die Zusammenfassung zum Wahlrecht!" Er streckte die Hand aus, um das Schreiben entgegenzunehmen.

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