• Der Brief lag vor der steinernen Schwelle seines Zimmers, als ob er schon immer da gelegen hatte. Lucius sah sich um, ob ihn jemand beobachtete bevor er den Brief hob. Er drehte ihn sorgfältig um, als wäre er aus zerbrechlichstem Glas. Erleichtert lächelte er, als er das Siegel erkannte: Schola Atheniensis. Sein Vetter hatte ihn darum gebeten, sich dort anzumelden, um einen ganz bestimmten Kurs zu absolvieren, irgendwie war es eine Art Kurs, die es ihm überhaupt ermöglichte seine Rechte auszuführen. Fürwahr, viel war geschehen seit er Germanien verlassen hatte ...


    Lucius legte den Brief auf seinen Schreibtisch und öffnete ihn mit einem Krummdolch, ein Geschenk eines alten Freundes, und las sich den Brief durch ...


    "Vielleicht hätte ich doch nicht so vorwitzig und frech zu den Göttern sein sollen", so aber blieb ihm nichts anderes übrig, als nach den Antworten in seinem Kopf zu suchen, deren Aufenthalt er beiliebe nicht sofort eruiren konnte.


    Es würde eine Zeit brauchen, bis er wieder alles wusste, aber seinem Vetter zuliebe und als Dank für die Aufnahme wollte er diese Prüfung bestehen. So holte er sich noch einen Krug Wein, weil dies schliesslich die Gedanken löste und fing an seine Gedächtnis in Schwung zu bringen ...

  • Erschöpft schaute er auf, der Wachs der Kerze hatte sich bereits grossflächig auf seinem massiven Tisch ausgebreitet und war kaum mehr eine handhoch. Lucius lehnte sich zurück, las ein letztes Mal, was er seinem Kopfe entreissen konnte, steckte die Blätter in den Umschlag und legte ihn auf den grossen Tisch in der Casa Germanicus. Ein Bote würde sich dann dem Umschlag annehmen und ihn an seinen Bestimmungsort schicken. Doch plötzlich befall ihn wieder die langeweile, die er innehatte, seit ihm wieder das bürgerliche Leben zuteil wurde.


    Was sollte er nur tun, ins Militär zurückkehren, evtl. sogar wieder zur Cassis ... wohl kaum, er war sich es ganz einfach nicht gewohnt Befehle entgegenzunehmen, zu gehorchen und selber kaum denken zu dürfen - und für die Positionen, in welchen das nicht mehr so wäre, müsste er ja zuerst leidvolle Jahre durchstehen und bestimmt würde er zwangsläufig immer wieder degradiert kurz nachdem er befördert wurden wäre ...


    Er könnte natürlich versuchen politisch erfolgreich zu sein, doch er zweifelte daran, dass jemand mit seinen Ecken und Kanten, mit seinen Meinungen, die er selten für sich behielt und seinen Ansichten wirklich Karriere machten könnten. Viel eher würde er wohl verurteilt und den Löwen vorgeworfen werden ...


    Es blieb natürlich auch die Schiene des Cultus Deorum. Doch wie sollte ein Mann, der ihm Moment mehr daran glaubte, dass Steine sprechen könnten, denn die Götter existierten, das glaubhaft vermitteln und verkörpern. Wahrscheinlich würde er mehr Leute vom Glauben abhalten als zuwenden ...


    Was sprach eigentlich dagegen, weiterhin keine Funktion auszuüben. Nun guht, sein Geldvorrat schwand mit jedem Essen das er einnahm, mit jeder Tunika die er sich zulegte. Dazu kam, dass es Moganticum gelinde gesagt ziemlich langweilig war und auch sonst waren die Leute eher mit sich beschäftigt als mit Ihren Mitmenschen. Ein Nachtleben existierte so Gut wie gar nicht ...


    Das wäre doch was, er könnte einen Spielsalon in einem düsteren Hinterzimmer einrichten, vielleicht sogar noch ein lupanarium. Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, sich beim Bürgermeister zu melden, der Leute für das Theater suchte, aber er war beileibe kein Schauspieler ...


    Oder vielleicht sollte er doch seine Sachen packen und sich ein wenig auf die Reise machen. Vielleicht seinen Sohn suchen, der vor langer Zeit in Rom verschwunden war ...


    Lucius grübelte noch eine Zeitlang und überlegte sich einiges, bis er schliesslich zu Müde war und am Schreibtisch einnickte ...


    Sim-Off:

    Die falschen Wörter sind natürlich gewollt und Ausdruck von Lucius' Verwirrtheit ;-D)

  • *Poch poch* Ich klopfte fester an die Türe, doch es tat sich nichts. So beschloss ich ins Zimmer einzutreten.


    Ich fand meinen Vetter schlafend mit dem Kopf auf dem Schreibtisch vor. Bei diesem Anblick konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.


    HE LUCIUS! rief ich mit fester Stimme.
    Zum schlafen benutzen wir hier im Hause Betten, die sollen angeblich bequemer sein als Tische. :D

    Pater Familias der Gens Germanica


    Academicus Milititaris Cursus Numero II

  • Lucius wollte gerade um die Hand seiner Angebeten anhalten, er hielt sie bereits fest umschlungen und seine Hand wanderte über Ihren leicht bekleideten Rücken ... ihr Haar umwehte seinen Kopf, Ihr Duft betörte den ganzen Raum, als Sie plötzlich Ihren Mund öffnete und ein lautes klopfen hervordrang ... lucius wich zurück ... noch ein klopfen, etliche klopfen, bis sie sich langsam in einen mann verwandelte, der nichts von ihrer Schönheit hatte ... es war sein Vetter Sedulus ...


    Lucius schreckte hoch, packte den Brieföffner und wollte beinahe auf seinen Vetter losgehen. "Sedulus, wie kannst Du es wagen, mich jetzt zu stören, nur noch ein paar Minuten und ich hätte um Ihre Hand angehalten und eine wunderbare Nacht mit Ihr verbracht ..."


    Er sah Sedulus an, der verstört ab seiner Antwort war, und Lucius sprach weiter: "Ach vergiss es, ich werde sie wieder finden und nun sag mir alter Freund, was Dich hierher führt"


    Er strich sein Haar aus dem Gesicht, doch wie immer sah es nachher nur noch schlimmer aus ...

  • Was faselst Du da Lucius?
    Was ich hier will, nun ich hörte ein Schnarchen wußte aber nicht das Du hier bist. Dachte es wäre ein Sklave der hier ein Nickerchen macht.


    Sag, hast Du eigentlich schon Arbeit gefunden bzw. danach Ausschau gehalten?

    Pater Familias der Gens Germanica


    Academicus Milititaris Cursus Numero II

  • "Arbeit ? Was faselst du denn da" zwinkerte Lucius Sedulus zu und lachte herzhaft. "Nun ich arbeite daran, mich in Moganticum einzuleben, die Leute kennen zu lernen - doch meine grösste Aufgabe besteht wohl darin, den Weinvorrat von Medicus zu leeren"


    "Doch sprich offen werter Vetter, hier schnarcht jeder in dem Hause und doch denke ich, dass du nicht jedem Geräusch nachgehst. Also was hat dich hierher gebracht?"

  • Hehe, ja Du und der Wein. Bacchus wird es Dir danken aber nicht mein Geldbeutel. :)


    Was ich eigentlich von Dir möchte bzw. warum ich hier bin, nun ja
    wie schaut das nun mit dem Theater bei Dir aus...?

    Pater Familias der Gens Germanica


    Academicus Milititaris Cursus Numero II

  • "Ach mach mir Dir um meinen Geldbeutel keine Gedanken, noch muss ich nicht Hungern und auch sonst lebe ich als Civis ganz gut." Lucius dachte nach, Theater da war doch was ... er erinnerte sich vage an den Anhang beim Theater und Sedulus hatte mal etwas erwähnt.


    "Hmm ... ich weiss nicht ob ich als Schauspieler was tauge, du kennst mich besser als jeder andere und weisst um meine scharfe Zunge, die mich und die Gens schon oft in Verlegenheit gebracht hat und nun verlangst gerade DU, dass ich das sogar noch öffentlich tue", er konnte sich ein grinsen nicht verkneiffen. "Also gut ich werde mich mal beim Magistratus melden, aber sage nie, ich hätte dich nicht gewarnt ... zudem denke ich kaum, dass sie mich nehmen werden.


    Eigentlich war Lucius nicht versessen darauf, etwas zu arbeiten, aber der Respekt und die Ehre gegenüber Sedulus geboten es, dass er zumindest dem Magistratus schrieb und um Sedulus zufrieden zu stellen, fing er sogleich an ...


    ... im Hinterkopf hatte er jedoch nur eines, möglichst schnell wieder einzunicken und hoffen, dass der Traum weiterging wo er aufgehört hatte ...

  • So wie ich Dich kenne wirst Du das schon machen... ;) So ich verlasse Dich nun wieder Vetter, bis die Tage.


    So ging ich aus dem Zimmer meines Vetters und verließ die Insula und ging ins Castellum der II. .

    Pater Familias der Gens Germanica


    Academicus Milititaris Cursus Numero II

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