[TEMPLUM] Tempel der Vesta

  • Ich nickte.


    "Ja das habe ich. Bisher habe ich noch jede Nacht hier gut geschlafen."


    Nun war ich gespannt auf den Tag mit Papiria. Vielleicht sollte ich heute den gesamten Tag mit ihr das Feuer der Vesta hüten?

  • Papiria Occia


    "Das freut mich zu hören. Dir scheint es hier wirklich gut zu gefallen - ich muss zugeben, dass ich am Anfang meine Probleme mit dem strengen Tagesablauf hatte."


    erzählte sie freimütig. Dann jedoch wurde ihre Miene wieder ernst, denn nun wollte sie mit dem Dienst beginnen.


    "Ich weiß nicht, was du schon über die Rituale bei uns weißt, aber jeden Morgen ist es die Aufgabe der diensthabenden Vestalin, das Heiligtum mit Wasser zu besprengen. Dieses Wasser muss direkt aus einer Quelle stammen. Früher war sogar nur eine, nämlich die Quelle des Egerische zugelassen. Sie liegt außerhalb des alten Pomerium. Was dabei wichtig ist, ist die Tatsache, dass wir das Wasser selbst holen müssen."


    Sie sah sich kurz um, dann nahm sie einen glänzenden Metalleimer, der neben dem Eingang des Tempels stand. Dann blickte sie sich erneut um und winkte einen Mann herbei, der einen Knüppel geschultert hatte.


    "Komm mit, ich zeige dir heute die Egerische Quelle, damit du sie kennen lernst. Das ist übrigens Popianus, mein Liktor. Er begleitet und beschützt uns."


    Damit ging sie los.

  • Papiria Occia


    Die beiden Vestalinnen (oder genauer gesagt die Vestalin und ihre Schülerin) erreichten mit Popianus erneut den Tempel, als die Sonne sich bereits von die Hausdächer zur Hälfte überwunden hatte und den Tempel in ein wunderbares Licht tauchte.


    "Jetzt beginnen wir mit dem Morgenritual. Ich werde ein kurzes Gebet sprechen, dass du auch noch lernen wirst, danach besprenge ich den Tempel mit dem Wasser. Zuerst außen, dann innen.


    Vorher löse ich aber noch meine Vorgängerin ab!"


    Sie stellte den Eimer ab und trat auf das Portal des Tempels zu. Langsam öffnete sie die schwere Metalltür und blickte in das Heiligtum hinein, dann verschwand sie darin.


    Kurz darauf erschien sie in Begleitung einer weiteren Vestalin. Als sie den Tempel verlassen hatten, verabschiedete sich diese und ging eiligen Schrittes auf das Atrium zu, während Occia zu Calvina zurückkehrte.


    "Im Tempel ist alles in Ordnung - das Feuer glüht! Aber fangen wir an!"


    Sie ging zum Tempelportal und holte eine Art Gräserstrauß, den sie in den Eimer mit dem Quellwasser warf.


    "Du darfst mich jetzt nicht mehr unterbrechen, bis wir den Tempel wieder verlassen haben - sonst muss ich alles noch einmal machen!"


    erklärte sie, ehe sie den Eimer wieder aufnahm und tief durchatmete. Den Eimer vor sich haltend begann sie zu sprechen:


    "Haec aqua fontis impuritates a corpore meo temploque velut plumbo ad aurum mutando eluat*."


    Sie tippte mit ihrem Finger auf die Wasseroberfläche und berührte sich an der Stirn, der Brust und dem Bauch. Sie hielt inne und setzte sich schließlich in Bewegung, den Strauß eintauchend und damit die Tempelmauern besprengend. Dabei wiederholte sie ständig die Worte


    "Purga templum!"


    So umrundete sie den Tempel, bis sie erneut vor dem Eingang zum Stehen kam. Langsam stieg sie die Stufen hinauf und öffnete das Heiligtum. Die Türen quietschten ein wenig. Dann jedoch betrat sie den kühlen Innenraum und ließ die Tür für Calvina offen stehen.


    Mit einem weiteren


    "Purga templum!"


    begann sie die Runde im Innern des Tempels, wobei sie nur die Wände, nicht jedoch den Herd im Zentrum des Gebäudes besprengte. Nur die Schritte, das leise Klatschen der Tropfen auf den Wänden und Occias Stimme war im Tempel zu hören.

  • Papiria Occia


    Nachdem der gesamte Tempel gereinigt worden war - ein alltägliches Ritual - stellte Occia den Eimer auf den Boden und trat an einen Vorhang beim Eingang. Sie zog ihn beiseite und holte eine Schöpfkelle hervor, die sehr antik wirkte.


    Damit begann sie, das übrige Wasser aus dem Eimer in ein Loch im Boden unweit des Herdes der Vesta zu schöpfen. Als der Eimer leer war, nahm sie diesen und stellte ihn neben die Pforte, ehe sie zum Herd zurückkehrte und ihn öffnete.


    Sie kniete vor ihm nieder und sah in sein Inneres, dann drehte sie sich um und blickte Calvina an. Als sie sich sicher war, dass diese sie bemerkt hatte, deutete sie auf ein Kohlenbecken, das an der Tempelwand stand. Außerdem wies sie auf eine goldene Schale, die daneben stand und wohl als Transportmittel für die Kohlen diente.

  • Ich hatte Papiria die ganze Zeit genau beobachtet und hatte alles was sie tat genau gemerkt. Plötzlich blickte sie mich an und deutete auf etwas an der Tempelwand.


    Etwas überrascht blickte ich in die Richtung in die sie zeigte. An der Tempelwand stand ein Kohlebecken und eine goldene Schale. Ich schaute nocheinmal zu Papiria und ging dann so leise wie möglich in die Richtung in die sie deutete.


    Dann nahm ich die goldene Schale und legte vorsichtig ein paar Kohlen hinein. Schließlich erhob ich mich und ging mit der Schale in den Händen zu meiner Schwester. Als ich ihr gegenüberstand hielt ich ihr die Schale hin und hoffte nichts falsch gemacht zu haben. Fragend blickte ich sie an.

  • Papiria Occia


    Die Papirierin nickte freundlich und nahm mit einem Schäufelchen, das ebenfalls sehr alt aussah und an einer Halterung neben dem Herd hing, ein paar Kohlen, um diese in den Herd zu werfen. Dann pustete sie ein wenig hinein.


    Nachdem sie die Glut eine Zeit lang beobachtet hatte, erhob sie sich wieder und deutete auf den Platz, an dem die Schale gestanden war. Nachdem Calvina hoffentlich verstanden hatte, dass sie die Schale wieder abstellen sollte, verließ sie den Tempel wieder.


    Draußen sog sie erst einmal Luft ein und stieß sie wieder aus, ehe sie fragte


    "Und, war dir alles klar?"

  • Nachdem ich die Schale abgestellt hatte, folgte ich Papiria Occia aus dem Tempel. Erst als wir draußen standen, sprach sie wieder mit mir.


    "Ja ich habe mir versucht alles zu merken."


    Das war ein beeindruckender Tag bis hierhin und irgendwie freute ich mich bereits auf jenen Tag, an dem ich das erste Mal das Feuer im Tempel schüren musste.

  • Papiria Occia


    Occia nickte und war zufrieden. Calvina schien eine sehr fleißige und dazu sehr gelehrige junge Dame zu sein - solche Menschen mochte sie!


    "Die Schöpfkelle war übrigens das berühmte Simpuvium, das manche auch Capsis nennen - nur, damit du weißt, was das ist."


    bemerkte sie dann. Noch einmal überlegte sie, ob sie noch auf irgend etwas hinweisen musste.


    "Wenn du einmal fertig bist, musst du das Feuer nicht den ganzen Tag hüten. Es gibt einen Schlüssel, mit dem du das Gebäude absperren kannst. Allerdings sollte man trotzdem jede Stunde nachsehen, ob noch genügend Glut übrig ist - wenn es ausgeht, wirst du vom Kaiser persönlich ausgepeitscht - ganz zu schweigen von dem ungünstigen Zeichen, das dies darstellt."


    Sie verzog den Mund bei diesem Gedanken.


    "An der Tür gibt es übrigens ein Wasserbecken, an dem du den Kohlenstaub abwaschen kannst. Außerdem gibt es im Atrium - im Gang erste Tür rechts - ein kleines Kohlenlager, falls das im Tempel leer ist - aber du wirst ja noch ein paar Mal zusehen, wie alles funktioniert, bevor du selbst an die Reihe kommst."


    Sie blickte Calvina an, ob diese noch irgendetwas zu sagen hatte.

  • Papiria Occia


    Noch einmal überlegte Occia, während sie den Dank Sergias beiläufig akzeptierte.


    "Ah, ich habe noch etwas vergessen: Auf dem Weg von der Quelle hier her darfst du das Gefäß niemals abstellen, das darfst du nicht vergessen!"


    Dann war sie endlich zufrieden - sie hatte doch gewusst, dass sie irgendetwas vergessen hatte!


    "Gut, den Rest des Tages werde ich etwa stündlich nach dem Herdfeuer sehen. Heute Nachmittag kannst du noch einmal vorbeikommen, dann putzen wir gemeinsam die Asche aus dem Herd!"


    Das war vielleicht noch etwas, das man lernen musste...

  • Ich hatte nickend zugestimmt und kam tatsächlich am Nachmittag zum verabredeten Treffpunkt. Vor dem Tempel wartete ich etwas und ging dann hinein, in der Hoffnung dort Occia anzutreffen, damit ich mit ihr die Asche aus dem Herd putzen konnte.

  • Papiria Occia


    Tatsächlich erschien auch Papiria Occia. Sie trug erneut ihre volle Vestalinnen-Tracht und wirkte etwas benommen - vermutlich hatte sie einen kleinen Mittagsschlaf gemacht. Nun lächelte sie Calvina jedoch freundlich an.


    "Ah, da bist du ja schon! Fangen wir gleich an!"


    Sie ging die Stufen zum Tempel hinauf und öffnete die Tür. Drinnen herrschte wie immer eine Ruhe, die zugleich die Bedeutung jenes Ortes ausstrahlte. Occia kniete sich vor den Herd.


    "Gib mir die Schaufel, den Besen und den Löffel dort!"


    sagte sie mit gedämpfter Stimme und deutete auf eine Halterung, an der ein komplettes Kaminbesteck, sowie eine Art Löffel mit einem sehr langen Stiel hing. Alle Gegenstände wirkten uralt und sehr wertvoll (was sie wohl auch waren).

  • Mittlerweile hatte ich mich an die Ausstrahlung dieses Ortes gewöhnt. Nicht nur dass der Tempel nun das größte Heiligtum für mich war und ich mit für das Feuer in ihm verantwortlich war, es war auch einfach ein sehr beeindruckender Ort. Das leise Knistern der Flammen in der sonst alles verschluckenden Ruhe des Tempels. Es ging eine Kraft von diesem Tempel aus, die mich tief bewegte.


    Als Occia mich ansprach, gab ich ihr sogleich die Schaufel, den Löffel und den Besen von der Halterung auf die sie deutete. All das tat ich schweigend, um die Ruhe an diesem Ort keinesfalls zu sehr zu stören.

  • Papiria Occia


    Die Vestalin ergriff zuerst den Löffel und begann, glühende Kohlen aus dem Herd daraufzulegen (mit Hilfe einer Zange). Als sie die gesamte Glut entnommen hatte, nahm sie den Besen und fegte den Ofen aus, als wäre er ein normaler Herd. Die Asche wurde mit einer Schaufel aufgefangen, die Occia der Amata in die Hand drückte. Dann huschte sie zum Kohlenbecken und nahm ein paar der Kohlen, um sie in den Herd zu legen.


    Zum Schluss legte sie die glühenden Kohlen wieder in den Herd und blies hinein, um die neuen Kohlen etwas zu entfachen. All das dauerte eine ganze Zeit. Zuletzt flüsterte sie Calvina zu


    "Leere die Schaufel in den Eimer am Eingang. Ich leere ihn heute Abend!"


    Sie selbst setzte sich auf die Bank am Rand und schien sich ein wenig zu erholen und die Stille zu genießen. Dann erhob sie sich und verließ mit Calvina zusammen den Tempel.


    "Das ist die Putzarbeit, die wir machen müssen."


    erklärte sie freimütig und lächelte. Die meisten Vestalinnen kamen aus Familien, in denen die Damen sogar Sklaven hatten, um sich selbst zu waschen - einen Herd sahen sie nicht einmal oft.

  • Ich tat alles was mir Occia sagte. Führte es gewissenhaft aus und merkte mir alles.


    Wir waren einige Zeit beschäftigt gewesen und gingen schließlich, als wir fertig waren, hinaus vor den Tempel.


    Ich nickte der Vestalin bejahend zu. Mir machte es nichts aus den Herd zu putzen. Zwar war ich gewohnt dass es Sklaven für mich taten, aber auf dem Land war es auch üblich dass ein Mädchen wie ich es war, ab und zu aushalf.

  • Papiria Occia


    Sie erreichten den Tempel. Unterwegs hatte die Papirierin auch ein wenig vom Aussehen des Tempels gesprochen, sowie den mystischen Kleinodien, die darin verwahrt waren. Als sie jetzt ankamen, schien ihr noch etwas einzufallen.


    "Ach ja, es ist wichtig, dass du mich während dem Ritus nicht unterbrichst - sonst müssen wir neu beginnen! Jetzt lass' mich noch rasch der diensthabenden Vestalin Bescheid geben, dann beginnen wir."


    Sie ließ Romana zusammen mit Popianus, dem Liktor von Occia, einfach stehen und stieg die Stufen zum Tempel hinauf, um kurz darauf hinter der metallbeschlagenen Tür zu verschwinden...

  • Romana hatte artig geschleppt und dabei Occia zugehört. Dem ständig strömenden Schwall der Worte konnte sie nur dann und wann ein „Mhm“ und ein „Aha“ entgegnen, mehr ließ sie die Papirierin gar nicht sagen.


    Bald kam das Atrium Vestae in Sicht, wie auch der Tempel der Vesta. Occia ließ Romana vorm Tempel stehen und verschwand. Die Claudierin blickte sehr kurz zu Popianus hin. Schon ein Mann, den man ansehen konnte. Kein wüster Teufel, nein, nein. Wenn sie nicht Vestalin wäre, dann, ja dann... sie verdrängte den Gedanken. Doch etwas interessierte sie. „Sag, Liktor, darf ich dich was fragen? Wie lange versiehst du hier schon deinen Dienst?“, fragte sie ihn lächelnd.

  • Der Liktor zuckte mit den Schultern und stützte sich auf seinen Stock.


    "Zehn Jahre, denke ich."


    erwiderte er dann, doch ehe er mehr über sich erzählen konnte, öffnete sich die Tür erneut und Occia kam zurück. Lächend kam sie auf Romana und hielt einen Strauß aus Gräsern hoch, den sie schließlich in den Eimer der Claudierin fallen ließ.


    "Ich beginne jetzt. Wie gesagt, kein Wort, bis wir fertig sind. Und folge mir!"


    Ihre Fröhlichkeit wich aus dem Gesicht. Stattdessen begann sie nun auf ungewohnt ernste Weise ein Gebet zu sprechen:


    "Haec aqua fontis impuritates a corpore meo temploque velut plumbo ad aurum mutando eluat."


    Sie tauchte ihre Hand in den Eimer und benetzte ihre Stirn, ihre Brust und ihren Bauch mit dem kühlen Nass. Dann drehte sie sich zum Tempel und nahm den Strauch mit dem sie Wasser auf den Tempel spritzte.


    "Purga templum!"


    Wieder tauchte sie den Strauß ein, dann spritzte sie erneut auf den Tempel und begann, den Tempel zu umrunden und dabei von allen Seiten zu bespritzen.


    Als sie wieder am Eingang angekommen war, trat sie langsam die Stufen hinauf. Oben angekommen öffnete sie die Pforte und trat erneut ein, wobei sie erneut ein


    "Purga templum!"


    verlauten ließ und erst dann eintrat. Sie ließ die Tür offen, sodass auch Romana nun zum ersten Mal den Tempel der Vesta betreten durfte. Die einzige Lichtquelle innerhalb des Tempels das Loch in der Mitte des Daches. Darunter stand ein gemauerter Herd, in dem das Herdfeuer der Vesta glomm, denn es war nämlich gar kein Feuer, sondern eher eine stete Glut. Gegenüber des Eingangs befand sich eine Art Marmorbecken, in dem Kohlen aufbewahrt wurden. Davor stand eine goldene Schale.


    Entlang der gesamten Tempelwand standen Steinbänke, auf denen eine etwas ältere Vestalin saß und aufblickte, als die beiden eintraten. Als Occia an ihr vorübergegangen war, erhob sie sich und verließ den Tempel.


    Der Raum war insgesamt wesentlich kleiner, als der Tempel von außen wirkte. An einer Stelle konnte man sehen, warum: Es befand sich eine relativ tiefe Nische in der Wand. In ihr stand eine bronzene, uralt wirkende Statue, die das berühmte Palladium, das Aeneas aus dem brennenden Troja gerettet hatte, sein musste. Die marmorne Innenwand war mit kassettenartigen Reliefs versehen. Alles wirkte sehr alt, aber auch sehr würdevoll.

  • „Aha, das ist ja... hallo Occia.“ Ihr Gespräch mit dem Mann zu unterbrechen sah sie sich gezwungen, da die Vestalin wieder aus dem Atrium Vestae heraustrat. „Nein, ich werde schweigen, wie versprochen.“, meinte Romana ernsthaft und folgte mit ihren Blicken Occia. Und dann auch mit ihrem Schritten. Das Ritual hatte eine eigenartige elektrisierende Wirkung. Auch Romana verließ ihre vorherige Fröhlichkeit und sie blickte ernst zur Vestalin hin. Wie magische Worte klangen die Phrasen, welche Occia von sich gab. Die Reinigung des Tempels! Fast glaubte Romana, nun, indem sie ihn betrat, beschmutzte sie ihn wieder. Aber das war Quatsch. Sie war kein unheiliges Subjekt. Sie gehörte hierher. Die Göttin Vesta lächelte über sie.


    Als sie eintrat, war es nicht allzu hell, aber trotzdem kam sie sich vom Glanz der alten gemäuer wie geblendet vor. Ja, dies war ein heiliger Platz. Romana ließ ihren Blick herumschweifen und erblickte... das Feuer der Vesta.


    Eigentlich war die junge Claudierin enttäuscht. Sie hatte sich ein spektakulär prasselndes Feuer erwartet, welches gen Himmel loderte. Die Glut da hinten, die aber kaum etwas tat, um zu erhellen, war ganz und gar nicht so überwältigend, wie sie es sich vorgestellt hatte. Sie betrachtete das „Feuer“ ein paar Sekunden lang misstrauisch und blinzelte dann kurz und energisch, um das Misstrauen in ihren Augen weg zu bekommen. Nein, es würde seine Richtigkeit haben, dass es nur eine Glut war. Es war ja ein Herdfeuer.


    Ihre Augen wanderten hinüber zum Palladium. Jenes war schon ein viel imposanterer Anblick. Ihre Augen verweilten dementsprechend länger auf diesem alten Monument. Flüchtig begrüßte sie mit der Hand die andere Vestalin, die sie noch nicht kannte, bevor sie weiter auf das Palladium blickte. Es fesselte sie. Es war wunderschön. Einen Schritt trat sie näher darauf zu und blickte ehrfürchtig nach oben, wo das obere Ende des Monumentes war. Die Göttin Minerva stellte es dar. Sicherlich wäre Serrana interessiert, diese Statue zu sehen. Aber das konnte sie nicht! Es war ihr Privileg, diese Statue zu betrachten. Nur ihres, und das von 5 anderen. Sie fühlte brennenden Stolz auf die Schwesternschaft der Vestalinnen in ihr heraufkommen.


    Sie blickte zu Occia hin. War sie jetzt fertig?

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