• Der Palatinum war die letzten Tage, sprich Nächte, und Wochen sehr ruhig. Es gab kaum außerordentliche Geschehnisse des Nachts zu berichten und somit kehrte eine mystische Unannehmlichkeit ein ...


    ... sollte sich da etwas anbahnen ?


    Die Vigiles waren zumindest hellwach, sei es noch so spät, und sicherten den wohlhabenden Hügel vor möglichen Vorkommnissen.


    Doch sicher ist es nie, meist scheint es nur so, als ob das Verbrechen schliefe - dann schlägt es zu, schnell und überraschend ...

  • Ruhig und lau lag die Nacht über Palatin.
    Auf dem Palatin befanden sich vereinzelte Villen wohlhabender römischer Bürger. Gesindel und Diebe könnten hier ein besonders guten Fang wittern.
    In einer Reihe liefen wir zügig aber nicht zu schnell durch die Gassen.
    Ich lief ganz außen und drehte meinen Kopf stets in die Richtung der zu mir gewandten Gassen um einen Blick hinein zu werfen.
    Alles war ruhig.
    Plötzlich ein dumpfer lauter Schlag direkt neben mir und ein aufkreischen!
    Ich erschrak, mein Herz schlug bis zum Hals und meine Hand hatte das Schwert bereits zur Hälfte aus der Scheide gezogen. Ich spürte die Schweißperlen auf meiner Stirn.
    "Phuuu!", erleichtert sah ich den herunter gefallen Blumentopf neben mir, am Wohnhaus der Vestalinnen. Ein Katze kreischte und rannte in die nächste Gasse. Die Kamerdaen lachten und klopften sich auf die Schenkel.
    Ich lachte erleichtert: "Da hat es mich ja beinah erwischt."


    Von der Nova Via aus liefen wir am Vestatempel vorbei, zwischen Caesartempel und Regia hindurch zum Via Sacre.
    Es blieb weiterhin ruhig, zu ruhig!?


    Am Lapis-Niger huschte ein Schatten in die kleine Gasse zwischen Septimius-Serverus-Bogen und Rostra.
    "Ich habe jemanden gesehen!" zischte ich zum Einsatzleiter, der mit einem Blick signalisierte an ihm dran zu bleiben.
    MIt schnellen Schritt teilte sich unsere Gruppe.
    Während ich direkt in die Gasse zum Rostra mit den anderen lief, machte die anderen Gruppe einen Bogen um den Septimius-Serverus-Bogen um den oder diejenige abfangen zu können.


    Ich spürte das Adrenalin, mein Herz pochte.


    Im Augenwinkel sah ich den Schatten rechts neben mir in einer Ecke stehend - bremste ab, zog das Schwert - machte einen Satz in die Richtung und rief: "Vigiles von Rom! Wer seid ihr? Was habt ihr um diese Zeit auf der Straße verloren?"
    "Bitte tut mir nichts." wimmerte eine weibliche, junge Stimme.
    Ich packte die Frau am Arm und zog sie in das Licht.
    Der Kleidung nach schien es ein Servus zu sein.
    Der Einsatzleiter rief: "Wir müssen zurück. Wir nehmen Sie mit. Ihr wird schon noch einfallen wer sie ist."


    Wir liefen über den Vicus lugarius zurück in unsere Station.

  • Die folgende Nacht war bereits vom Wetter her sehr unangenehm.
    Der Wind pfiff über Palatin und vereinzelter Niesel peitschte ins Gesicht.
    Wieder lief ich außen und wickelte mein Sagum ins Gesicht.


    Unsere heute nächtliche Route ging vom Clivus Capitolinus über die Via Sacra, Richtung Clivus Palatinus.


    Ich fühlte mich sicherer, da ich nun etwas mehr Routine in meine Aufgaben bekam.
    Die Straßen, Gassen Gebäude und was sich zur gegebenen Zeit abspielt werden einem immer Vertrauter.


    Die Gregalises begannen sich während der Patroulie über Frauen zu unterhalten, wobei das ein oder andere Gelächter nicht ausblieb.


    Der Einsatzleiter beschloß einen kurzen Blick in den Venus und Roma-Tempel zu werfen.
    Und als hätten wir es gewußt, überraschten wir zwei junge Diebe beim entleeren der Opferschalen.
    Der Einsatzleiter warf einen scharfen Blick an die Vigiles, die erstummten und sofort verstanden.
    Mit leisen Schritten traten wir den sichtlich beschäftigten Plünderern entgegen. Sie schienen uns gar nicht zu Bemerken!


    Ehe sie sich versahen, hatten wir einen Kreis um sie gebildet.
    Es war nicht nötig die Schwerter zu ziehen.
    Einer der jungen Männer rannte los, prallte am geschlossenen Kreis unserer Vigiles ab, wurde zu Boden Geschleudert und die Sesterze schepperten auf den Boden.
    "Im Namen Roms und des Kaisers! Wie könnt ihr es wagen!",
    brüllte der Einsatzleiter.
    Die Gregalis blieben stumm. Es war nicht nötig etwas zu sagen.
    "Die ist ein Verbrechen an den Bürgern Roms, den Göttern und den Priestern! Ihr seid Verhaftet!", der Einsatzleiter schien das alles sehr persönlich zu nehmen.
    "Welch ein Partiot.", sagte ich zu mir selbst.
    Der Einsatzleiter blickte zu mir.
    "Scipio. Du schnürst dem einen seine Hände auf den Rücken.",
    erteilte er mir den Auftrag und zeigte auf einen der beiden Männer. Zwei weiteren Vigiles erteilte er den Auftrag bei dem anderen Dieb.
    Je ein Vigiles, an jeweils einer Seite eines Mann, bewachte diesen mit festen Griff und wachem Auge bis wir die Vigilesstation erreichten und beide in eine Zelle sperrten.


    "Morgen müsst ihr Euch für Eure Taten rechtfertigen und büßen.", sagte der Einsatzleiter zornig zu den beiden Männer und verschloß die Zellentür.

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