Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Genau, ein neuer Duumvir ist eingesetzt worden."


    Sagte er leicht nickend, denn auch er hatte davon gehört, wusste aber nicht ob jener Mann schon jetzt in seinem Amt eingesetzt und bestätigt worden war.


    "Ich werde in etwa fünf bis sechs Tagen nach Rom abreisen, bis dahin dürfte die Wasserleitung fertig sein, einschließlich des Wasserspeichers. Das fest müsste auch nicht mit dem ersten Wasser, welches durch die Leitung fließt, beginnen, nein, dafür ist die sofortige Versorgung notwendiger. Man könnte es selbstverständlich auch Monate nach der Vollendung zelebrieren, da gibt es einen großen Zeitrahmen.
    Also würde ich dich bitten mit ihm das Gespräch zu suchen und nachzufragen ob und wie er es handhaben will."

    Zitat

    Original von Lucius Artorius Avitus
    Du beschränkst dich in deiner Argumentation allerdings nur auf diesen besagten Einzelfall, wenn ich das mal so sagen darf. Denn nur, weil - vielleicht - tatsächlich keine Spielerin oder Spieler (bzw. ihre IDs) betroffen sind, heißt es nicht, dass es, vorausgesetzt, an dem "Wie" der Verkündung würde seitens der Sl auch in Zukunft nichts geändert (was laut Macer aber nicht der Fall sein wird) auch in Zukunft so sein wird. Nach dem Motto: ist zwar dumm gelaufen, aber da eh keiner betroffen ist, lassen wir es in Zukunft auch weiterhin dumm laufen, bis dann tatsächlich einer betroffen wird...
    Kritik geäußert wurde aber an der Art der Verkündung an sich, nicht (unbedingt) beschränkt auf die Besonderheiten dieses Einzelfalls ;)


    Es gab auch durchaus Fälle, wo die SL eine Vorankündigung machte, anstatt gleich etwas neues einzuführen. Dies war zwar rarer Natur, aber immerhin. ;)
    Es ist zwar auch aus meiner Sicht nicht schön, wie man das allgemein handhabt, aber es wurde ja eine Besserung versprochen und manchmal ist es auch wirklich notwendig gleich, ohne Vorankündigung, neue Regelungen einzuführen.

    "Du könntest dich in meinem Namen um den Dialog mit der Stadtverwaltung Carthago Novas bemühen. Denn es wäre wohl im Sinne des Duumvirs ein kleines Einweihungsfest oder dergleichen zu geben.
    An den Bauarbeiten wirst du aktiv nicht beteiligt sein, denn diese sind schon fast fertig."


    Furianus hätte gerne selbst diese Aufgabe wahrgenommen und mit dem Duumvir der Stadt darüber gesprochen, doch er musste schnellstmöglich nach Rom und daher war der vollendete Bau eine primäre Angelegenheit.

    "Normalerweise könnte man annehmen, dass es derer viel mehr gibt, als Patrizier, doch in letzter Zeit scheint dem nicht so zu sein."


    Das konnte man sehr gut an den letzten beiden Wahlen feststellen, in denen ein linearer Weg für Patrizier nicht immer gegeben war, aber es ging dennoch weiter. Sein zukünftiger Schwager war ja derzeit Aedilis Curulis und dies erfreute Furianus natürlich sehr.
    Auch er trank noch einen Schluck des guten Weines und nickte beipflichtend.


    "Ja, schon während meiner Quaestur legte ich diesen Kursus ab. Ich bemühe mich stets um mehr Bildung und habe, solang es mir gewährt wurde, die Angebote der Schola genutzt und mich an Wissen bereichert. Man ist ja nie zu alt, um etwas zu lernen, ob junger Mann oder Greis."

    "Naja, die Rahmenbedingungen, also die Aufgaben eines Aquarius in Rom sind klar festgelegt."


    Sagte Furianus schon etwas nachdenklich.


    "Diese wären die Kontrolle über private, sowie auch öffentliche Rohrsysteme, die Aufsicht über das jedem Aquarius zugeteilte Wasserschloss, wie auch die Verlegung und Eichung von Wasserrohren privater Art."


    Er wusste, dass die Eichung eher das Aufgabengebiet des Procurators war, doch diesen gab es in Tarraco nunmal nicht.


    "Aber ich bräuchte sowieso überwigend eine helfende Hand bei der Vollendung der Wasserleitung nach Carthago Nova - das hat oberste Priorität."


    Sim-Off:

    Scriba waren servi publici, also Staatssklaven, der Aquarius hatte die von mir oben beschriebenen Aufgaben inne. Aber als "helfende Hand" wirst du Einsatz finden können. ;)

    "Ja, das stimmt, es waren überwiegend Kandidaten patrizischer Abstammung. Unter anderem auch mein Vetter."


    Auch Furianus musste sich den Zeitpunkt seiner Kandidatur, welcher zur Zeit doch nur von dem Ordo Senatorius und dem Imperator abhing, gut überlegen. Senator Macer zeigte schon seit längerer Zeit Ambitionen zum Praetor kandidieren zu wollen und so hoffte Furianus, dass dieser noch eine Weile warten wollte.


    "Wir Patrizier haben ja leider im Vergleich zu den plebejischen Kandidaten nicht so ein breites Angebot an Kandidaturen. Während wir nur nach der Quaestur Aedilis Curulis werden können, so hat man als Plebejer die Wahl vor dem Aedilat oder dem Volkstribunen."

    Da ich gestern nicht mehr online kommen konnte will ich hier auch noch einiges loswerden.


    Zum Thema Veröffentlichung:
    Ich verstehe nicht warum man sich nun über den Zeitpunkt und die Art der Veröffentlichung echauffiert.
    Nehmen wir mal an, dass man gestern nur eine Vorankündigung gemacht hätte, dass nach dieser Wahl der CH für Frauen gesperrt sein wird. Was würde sich groß ändern? Medeia wird sowieso nicht kandidieren können, sie muss eine Amtspause einlegen, so oder so. Auch nehme ich an, dass weder Aelia Adria, noch Tiberia Livia bei den nächsten Wahlen noch schnell kandidieren wollen, denn Ambitionen haben sie nicht gezeigt, man möge mich berichtigen, wenn ich etwas nicht mitbekommen habe. ;)
    Iulia Helena will, aufgrund ihrer Kandidatur zum Comes, diese Wahl wohl auch nicht in den CH. Also welche Frauen bleiben dann noch übrig, die kandidieren wollen?
    Also ist es letztendlich egal ob man nun eine Vorankündigung macht oder gleich sagt, dass Frauen ab jetzt keinen Zugang zum CH haben, es kandidiert diesen Wahldurchgang doch sowieso keine Frau, wenn ich richtig unterrichtet bin. Also verstehe ich diese Aufregung nicht. Falls aber jemand von den weiblichen ID´s kandidieren wollte, so ist die Kritik berechtigt und ich schließe mich ebenfalls der Meinung an, dass die SL es vorher ankündigen sollte. Aber dem ist nicht so.


    Zu der Mittellösung kann ich auch nur sagen, dass es auch als ich ins Spiel gekommen bin durchaus andere Gepflogenheiten und Regeln gab, von denen ich mehr begeistert war, als von den neuen. Dann wäre ich ja nicht der Einzige, der dann plötzlich sagt: "Damals war das so und so, das will ich nun jetzt auch haben."
    Es würden sich Spieler melden, denen die CD-Reformen oder andere Regeln zum Nachteil gereicht haben und auf das Recht ihrer Einstiegszeit pochen.
    Und das wäre nicht im Sinne des Spiels, wenn sich nun lauter Spieler melden, die in der Vergangenheit Nachteile in Kauf nehmen mussten - es waren ja nicht nur Frauen-ID´s.


    Also lasst uns einfach spielen, denn es ist ein Spiel, welches uns Spass macht. Denn sonst wären wir nicht hier. =)

    Zitat

    Original von Decimus Pompeius Strabo


    Naja die Zeit in der wir spielen. Dumm formuliert. Ich meine eben diesen Zeitpunkt, zu dem wir spielen. Und in dem finde ich es unlogisch, uns Spielern den historischen Rahmen aufzwingen zu wollen. Es ist richtig, dass wir nach den Gepflogenheiten spielen. Es wäre auch richtig gewesen, wenn man diesen historischen Rahmen schon bereits am Anfang soweit definiert und ausgespielt hätte, dass sich daraus jetzt nicht so ein Missstand entwickelt. Aber im Gegenteil, man macht es jetzt nachträglich.


    Ich vergleiche uns doch gern mit Schauspielern, die ein Stück spielen, zu dem sie das Drehbuch nie erhalten haben. Jetzt plötzlich, wo sich der Regisseur wieder ans Drehbuch erinnert, versucht er seinen Schauspielern den Text mit Gewalt einzuprügeln.


    Du kannst aber auch nicht verlangen, dass alles von Anfang an historisch ist und man penibelst auf die Einhaltung achtet. Wäre es ein Uni-Projekt, dann wäre diese Forderung gerechtfertigt, es ist hier aber nur eine Gruppe aus Spielern, die sich für diese Zeit interessieren und sich mit der MN weiterentwickeln, erst später von Zeit zu Zeit Erkenntnisse gewinnen und das Spiel dementsprechend historisch anpassen. ;)

    "Ah, salve Tiberius. Neinein, nenn mich beim Namen, jener Titulierung bedarf es unter uns nicht."


    Sagte er lächelnd und gab einem Sklaven das Zeichen sogleich zwei Becher mit Wein zu befüllen.


    "Ja, das habe ich mir schon gedacht, denn einen Procurator Aquarum besitzt die Regio nicht."


    Viele Gerüchte kursierten um dies Amt des Aquarius. Es war auch allgemein bekannt, dass diese Herren ihre Geschäfte unter der Hand taten und Rohrleitungen verlegten ohne diese den Stadtbehörden zu melden. Größere Leitungsrohre einzusetzen als genehmigt war auch ein beliebter Nebenverdienst.


    "Ich nehme an, dass du mit deinen Aufgaben als Aquarius vertraut gemacht wurdest?"

    "Herein."


    Erklang es aus dem Inneren und Furianus saß an seinem Schreibtisch und zeichnete etwas auf eine Karte - es war die Wasserleitung, welche er schonmal skizzieren wollte, um den späteren Achitekten die Arbeit leichter zu machen. Schließlich musste jeder wissen wo Einstiegsschächte lagen oder wo potenzielle Stellen waren, an denen ein erheblicher Wasserverlust durch Risse oder anderweitige Beschädigungen auftreten konnte.

    Zitat

    Original von Iulia Helena
    Und, Furianus, es ist eine Sache, ob man im Spiel auch durch eigene Handlungen eine Entwicklung hinnehmen muss oder ob man grundsätzlich vor einer verschlossenen Türe steht - die grundsätzliche Freiheit deiner IDs, noch was zu werden, ist doch keineswegs beschnitten. Als Frau *kannst* du einfach nicht, egal ob dein Char sich in der Politik eignen würde oder nicht.


    Ich weiß, was du mit Entwicklungen durch eigene Handlungen meinst und doch gab es doch mehr Entwicklungen, die auch mir einfach präsentiert wurden - und das auf keinen Fall durch eigene Handlungen. ;)
    Manchmal heißt es eben schlicht "nein" und man muss sehen was man macht. Natürlich ist man nicht erfreut darüber, sogar sehr verärgert, ja, aber auch dein Charakter hat noch andere Möglichkeiten.
    Meine ID´s hatten auch konkrete Pläne, die aber mit dem fortschreitenden Spiel mittlerweile von mir selbst verworfen wurden, ich versuche zwar immer noch in diese Richtung zu gehen, doch ich bin mir auch bewusst, dass jener Weg nicht immer geradlinig verlaufen wird. Ich bin mir dabei auch bewusst, dass der Weg manchmal zu ende sein kann und ich wieder einmal vor einer Drehung stehe und mir die anderen Möglichkeiten der ID vor Augen führe. Das sieht man, auch bei mir.
    Es ist ja nicht so, dass deine ID nicht mehr vorwärts oder rückwärts kann, es gibt immer Abzweigungen. Schließlich haben die Frauen noch die Möglichkeiten hohe Ämter einzunehmen, jene haben auch nicht den Ordo Senatorius als Voraussetzung. Und das diese Möglichkeit noch besteht und wirklich noch weiterhin bestehen bleiben muss ist wichtig.

    Zum Thema Vorwarnung:


    Ich weiß auch nicht, ob es den Spielern geholfen hätte, wenn sie vorher erfahren würden, dass weibliche ID´s für den CH in Zukunft nicht zugelassen werden.
    Wir hätten hier sowieso das gleiche Spiel, man würde diskutieren, sich beschweren, aufregen, etc.
    Das ist ein Spiel und wir simulieren hier nunmal das Leben unserer ID. Alle wissen, dass das Leben nicht immer nach den eigenen Plänen oder Wünschen verläuft, es gibt mehr als genug Überraschungen auf die man nicht vorbereitet sein kann. Und es wäre ziemlich sinnlos nun Vorankündigungen zu machen, damit sich die ID´s nochmal schnell umentscheiden oder etwas überdenken können, denn gerade das Unerwartete macht es doch interessant. Wenn man alles strikt planen könnte, dann wäre es doch trist den ganzen Weg durchzuspielen, den man sowieso schon seit Monaten vor Augen hatte. Unplanmäßige Entwicklungen, ob nun positiver oder negativer Art, machen eine ID erst interessant, obwohl ich selbst einräumen muss, dass ich in manchen Momenten lieber eine Vorankündigung bekommen hätte, als plötzlich einige Entscheidungen des Imperators oder anderer ID´s mit denen ich mich arrangieren musste oder auch in Zukunft muss.
    Aber das gehört zum Spiel und macht es interessanter.


    Zum Thema:
    Der CH ist für mich ein Aspekt des römischen Lebens, ein nicht ganz unwichtiger, doch es gibt auch mehr als das. Es ist zwar schade, dass den FrauenId´s nun diese Spielmöglichkeit genommen wird, doch es gibt auch andere Möglichkeiten hier Spass am Spiel zu erfahren - der CH ist ja nicht das größte und die MN dreht sich auch nicht darum. ;)

    Bauabschnitt I.
    Nach etwa einer Woche waren die bodennah verlaufenden Kanäle weitestgehend fertiggestellt. Es gab zwar Engpässe mit den Baumaterialien wie Bausand, Ziegel- und Tonscherben, sowie auch mit den gebrannten Ziegeln aus dem Norden Italias. Besonders der Bausand vertrug den Transport zu Wasser nicht sonderlich gut.
    Die Kanäle wurden wie üblich gefertigt:
    Man hatte die Baugrube schon ausgehoben und errichtete aus Holzbrettern eine Schalung, die zuerst einen Trog bildete. Die Schalung war selbstverständlich beidseitig, denn sowohl die Innen-, als auch die Außenwand mussten verschalt werden. Den Zwischenraum füllte man nach gängiger Methode mit opus caementitium mit Zuschlägen aus Steinen, Ton- oder Ziegelscherben. So entstand der Trog.
    Man hätte nun Steinplatten nehmen können, um den Kanal fachmännisch abzudecken, doch diese Methode war schon seit Jahrhunderten veraltet und nur in Notsituationen genutzt worden, wenn zum Beispiel der Zement knapp wurde oder einfach zu teuer in der Beschaffung war. Da sie jedoch alle Baumaterialien zur Verfügung hatten, so brauchte man keine Steinplatten zur Abdeckung, man überwölbte den Kanal einfach, wie man es immer tat.
    Dazu wurde aus dem Trog heraus wieder eine Schalung aus Holzbrettern errichtet und Stück für Stück - nach dem Erhärten der einzelnen Güsse - mit opus caementitium befüllt. Im Abstand von ungefähr 50 Metern wurden immer viereckige Löcher frei gelassen, die später mit Ziegeln umrandet und vertikal nach oben gebaut wurden - natürlich in angemessenen Maßen, damit diese Einstiegslöcher auch für Menschen zugänglich und passabel waren. Diese dienten, wie man sofort erkennen konnte, der Instandsetzung und Reaparatur jener Kanäle, falls diese in einigen Jahren den Witterungen nicht standhalten konnten oder durch bauliche Fehler bedingt Risse entstanden, welche die Leistung des Systems schwer beeinträchtigten und diese Fehler unverzüglich behoben werden mussten.



    Nun fehlte nur noch das Zuschütten des Kanals mit Erde, um jenen der Witterung, Tieren oder feindlichen Kräften nicht frei auszusetzen. Die Einstiegsschächte mussten außerdem noch mit eigens dafür asugeschnittenen Steinplatten abgedeckt werden, um eine Verschmutzung ausschließen zu können.

    "Ja, Quaestor Consulum."


    Sagte Furianus und nahm noch einen kräftigen Schluck aus dem Becher. Der Hauptgang neigte sich dem Ende zu und die Sklaven räumten ab, um sogleich die Nachspeisen bringen zu können.
    Für gewöhnlich verlangte Furianus immer eine kleine Pause dazwischen, um den Magen zu beruhigen und das Gefühl der Sättigung ein wenig zu mindern. Denn die Nachspeise war immer ein Genuss.


    "Ich hoffe doch, dass er zum Aedilis Curulis kandidiert, er wäre ein guter Kandidat."


    Zwar wusste Furianus, dass sein Vetter Gracchus derzeit Quaestor Principis war, doch aufgrund dieser plötzlichen Kandidatur, welche dem Vetter gar manche Stimme kostete, glaubte Furianus erkennen zu können, dass dessen Weg in die Politik nur ein kurzer sein würde. Außerdem war das Ergebnis für eine weitere Kandidatur nicht gerade erfolgsversprechend gewesen - doch man wusste ja nie, so hatte auch er nur abzuwarten und sich lieber auf seine eigene Kandidatur zu konzentrieren, vorausgesetzt der Imperator würde sich gnädig zeigen und ihm die Ehre einräumen in den Ordo Senatorius aufgenommen zu werden.

    Jüngerer Bruder? Furianus war erstaunt über die doch kleine Welt. Sogleich nickte er ihm lächelnd zu.


    "Welch angenehmer Zufall. Durus ist ein guter Mann und ich freue mich natürlich besonders seinen Bruder kennenlernen zu dürfen."


    Durus erzählte einmal, dass er seine Jugend in Aegyptus verbracht hatte. Vermutlich lebte dort auch Gracchus, bevor er wohl in die Welt aufbrach und sie sich verloren. Vielleicht hätte Gracchus mal einen Beschwerdebrief an den Cursus Publicus schicken sollen, wenn der Schriftverkehr so plötzlich aufbrach - oder es war sein und des Durus Verschulden, was die Sachlage natürlich auch erklären würde.


    "Nun, Wege kreuzen sich irgendwann einmal wieder und so werdet auch ihr euch sicherlich wiederfinden. Durus ist in Rom und diese Information ist schonmal ein großer Schritt in eine Zukunft, in der ihr euch sicherlich begegnen werdet."


    Natürlich würde Furianus in dem Brief an Durus erwähnen müssen, dass dessen Bruder hier in Hispania weilte. Diese Information sollte Durus entweder erfreuen oder verärgern, doch er vermutete eher das erstere, denn im Zwist schienen sie nicht zu liegen.

    Bauabschnitt III.
    Zur gleichen Zeit, an einem anderen Ort, fingen die Bauarbeiten auch am dritten großen Bauabschnitt an.
    Das Aquädukt musste hier über einen Fluss geführt werden. Wie von Furianus vorgegeben sollte hier die Molentechnik angewandt werden.


    -BILD-


    Indem man die Stelle mit einer Holzverschalung auskleidete, welche den Maßen der Stützpfeiler entsprach und dann allmählich diese mit opus caementitium, welches mit Kalk und Puzzolanen angereichert war, zu befüllen. Dieser angereicherte Zement hatte die Eigenschaft auch unter Wasser zu erhärten, um so ein konstantes Fundament für die späteren Pfeiler zu bilden.
    So wurden auch Holzbretter angeliefert und zugeschnitten, eine Schalung gebildet und der Baustoff, vorher natürlich gut vermischt, hinzugegeben.
    Und nach ein paar Tagen waren schonmal die Fundamente für die Stützpfeiler der Bogenkonstruktion fertig.

    Furianus zuckte entschuldigend mit den Schultern und griff nach einer Keule.


    "Leider sind fast meine ganzen Unterlagen noch in Rom, da ich plante mit den Projekten hier schneller fertig zu werden. Doch getäuscht habe ich mich wirklich darin."


    Und ein beherzter Griff zum Weinbecher vollendete den Satz.
    Bei der nächsten Frage fiel ihm sogleich auf, dass Durus sicherlich schon auf sein Antwortschreiben wartete - er musste sich sofort nach dem Mahl daran setzen und seinem Freund schreiben.


    "Ja, ein guter Freund und Patrizier. Aus deiner Reaktion heraus dürfte er dir bekannt sein?"

    Furianus verneinte mit einem dezenten Kopfschütteln, während er weiterhin das zarte Fleisch genoss.


    "In Rom dürfte ich noch eine Abschrift haben.
    Im Wesentlichen ging es in der Rede darum, dass Romulus und Remus, sowie auch ihre Anhänger, Räuber seien und der erste dazu ein Brudermörder. Die übelste Bande von jenen Anhängern sind die Patrizier, da sie zuerst Land an sich rissen.
    Das dürfte der wesentliche Inhalt sein. Also wären wir damit Emporkömmlinge einer Räuberbande, der ein Brudermörder vorstand, wir Patrizier die übelste Bande zwischen jenen seien. Also gut ein paar duzend Verstöße gegen etliche Paragrpahen und der frevel am Gotte Mars, der ja Vater des Romulus ist und somit ebenfalls in Schande gezogen wird.
    Alles in Allem ein Werk, welches ein Barbar nicht besser schreiben könnte."


    Und noch ein Stückchen Fleisch fand den Weg in seinen Gaumen.

    Furianus genehmigte sich einen weiteren Bissen in das schmackhafte Fleisch und fuhr dann fort.


    "An Beweisen mangelte es nicht. Er wurde lediglich frei gesprochen, da das Iudicium befand, dass der Tatbestand der Üblen Nachrede nicht erfüllt sei, die Enge zu den Vorfahren scheinbar fehle, um eine direkte Beleidigung zu erkennen - absurd, aber so war es.
    Das heißt also, dass du dich öffentlich hinstellen könntest und ganz schnell die Vorfahren ungeliebter Personen beleidigen kannst, ohne dafür belangt zu werden. Lächerlich, aber so ist es eben.
    Zu der Verteidigung deiner Verwandten wäre zu sagen, dass sie nicht alleine entschied, sondern noch zwei Senatoren plebejischer Herkunft. Ich weiß nun nicht ob dies Sympathisianten des Avarus waren oder nicht, doch das Urteil war lächerlich."


    Die Sklaven kamen mit einem neuen Gang des Fleisches, da die Schüssel sich doch langsam aber stetig leerte.

    "Ja, die Acta Diurna berichtete davon."


    Merkte er kurz an, um so ein wenig Zeit gewinnen zu können, denn langsam ging das Gespräch ins Unangenehme, wenn Furianus nun den Namen sagen würde.
    Daher biss er erst einmal schnell ins Fleisch und kaute seelenruhig und trank nach.
    Zeit musste geschindet werden und die richtigen Worte gefunden.


    "Ob der Kaiser anders gehandelt hätte, ich hoffe es. Wenn ich mich recht entsinne war der praetor Tiberia Livia."


    Schon Durus hatte sich damals Fragen über Fragen gestellt warum seine Verwandte es zu solch einem Verhandlungsergebnis kommen ließ. Aber bis jetzt wusste es niemand, es wurde eine Geschichte, die man lieber vergessen wollte, als sich darüber den Kopf zu zerbrechen warum es, besonders unter solch einem Vorsitz, zu dieser Misäre kam.